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21. Filmfest Oldenburg unter Sparzwängen

Filmfest Oldenburg setzt German Independence Award aus.



Das Internationale Filmfest Oldenburg wird zwar vom 10. bis zum 14. September 2014 zum 21. Mal stattfinden. Doch nach einem erfolgreichen Jubiläumsjahr 2013 mit höchster Besucherauslastung und großer nationaler und internationaler Wahrnehmung für Oldenburg, muss das neue Jahr nun einen Einschnitt verkraften und kann den German Independent Award nicht mehr durchführen. Bis dahin hatte sich das Internationale Filmfest Oldenburg seit seiner Premiere 1994 beim Publikum und in der internationalen Festivallandschaft als eines der wichtigsten Events für unabhängiges Kino in Europa etabliert. Wie es weiter geht, bleibt offen. Hier der Trailer des Festivals:

The Wizards of Oldenburg from Filmfest Oldenburg on Vimeo.


Aufgrund weiterer Budgetkürzungen und einer anhaltenden Restriktion der kommunalen Förderung wird der renommierte Jurypreis für den besten deutschen Film in diesem Jahr vom Festival jedenfalls nicht vergeben. Festivalleiter Torsten Neumann sieht sich zu diesem einschneidenden Schritt gezwungen, da der Bestand des Festivals auf einem angemessen hohen internationalen Niveau aufgrund von dringend nötigen Mehraufwendungen unter anderem im Bereich der Projektionstechnik sonst nicht haltbar wäre.

Torsten Neumann: „Gerade durch die großen Erfolge aus den letzten Jahren, in denen etwa Jan-Ole Gersters ‚Oh Boy’ hier in Oldenburg 2012 mit dem German Independence Award der Anschub für eine wirklich großartige Erfolgsgeschichte bis hin zu sechs Deutschen Filmpreisen – den Lolas – gegeben wurde, fällt es schwer, dieses Aushängeschild des Festivals und seiner Stadt nun nach 10 Jahren vorerst auszusetzen. Ich hoffe wir werden einen Weg finden, dieses Erfolgskonzept für Oldenburg in Zukunft wieder umsetzen zu können.“

Der Preis wurde 2004 vom damaligen Oberbürgermeister Dietmar Schütz (SPD) mit der Bildung eines engagierten Stadtmarketings ins Leben gerufen und mit insgesamt 50 000 Euro zur Umsetzung auch mit Blick auf Marketingaspekte für Oldenburg ausgestattet. 2010 wurde dieser Betrag durch den Stadtrat entgegen dem Haushaltsvorschlag der Stadt aus der Förderung des Festivals gekürzt, einer kurzen Aufstockung der Mittel 2011 folgten abermals Kürzungen in 2012, die nun weiter Bestand haben aber für die ursprünglich vorgesehene Preisvergabe nicht mehr ausreichen.

Dennoch wird der australische Regisseur Philippe Mora als Ehrengast des 21. Internationalen Filmfest Oldenburg zumindest mit dem German Independence Honorary Award geehrt. Mit einer entsprechenden Retrospektive feiert das Festival „einen der erstaunlichsten und vielschichtigsten Filmemacher unserer Zeit“ – Australiens solitärer Nouvelle-Vague Künstler, getrieben von historischer Spurensuche und unerschöpflicher kreativer Energie.

Patensohn von Marcel Marceau, Zimmergenosse von Eric Clapton, die Entdeckung der Londoner Kunstszene der 60er Jahre, Pionier des australischen Kinos in den Vereinigten Staaten, Ikone des Horrorkinos der 80er und unermüdlicher Filmdokumentarist – all das ist Philippe Mora.

Weltpremiere zur Eröffnung.
Mit der Weltpremiere von "Von jetzt an kein Zurück" eröffnet das diesjährige Filmfest Oldenburg seine viertägigen Vorführungen. Der neue Film des österreichischen Regisseurs Christian Frosch („Weiße Lilien“) erzählt mit der tragischen Liebesgeschichte zweier Teenager von einem erschreckenden aber kaum beachteten Kapitel unserer Geschichte.

Von jetzt an kein Zurück (Filmstill)


In seinem in den 1960er und 1970er Jahren angesiedelten Drama erzählt Frosch die Geschichte des jugendlichen Liebespaares Ruby (Victoria Schulz) und Martin (Anton Spieker), die ihr Aufbegehren gegen ihre Eltern und die Welt in der sie leben, mit einem Verweis von der Schule und einer Einweisung ins Heim bezahlen. Voneinander getrennt, kämpfen sie aber weiter für ihre Liebe. Zehn Jahre später zieht Ruby eine bittere Bilanz über diese Zeit und wird dabei von ihrer Vergangenheit eingeholt. In einer weiteren Rolle ist Ben Becker als Rubys despotischem Vater zu sehen.

"Erst als ich auf eine Geschichte eines jugendlichen Paares stieß, das kein anderes Vergehen beging, als sich zu lieben und noch nicht volljährig zu sein, war bei mir der Groschen gefallen: Ich wollte einen Film über Liebende drehen. Über jene erste große Liebe, die antritt, die Welt aus den Angeln zu heben", schildert Frosch seine Motivation, den Film zu machen. Das anspruchsvolle Independent Label Salzgeber & Co. Medien startet den Film Ende des Jahres in den deutschen Kinos.


Auszeichnung für Erstlingsfilme bisher nicht gefährdet.
Trotz der betrüblichen Kürzungen wird offensichtlich der renommierte Otto-Sprenger-Preis für junges Kino weiterhin auf dem Filmfest Oldenburg vergeben. Die Auszeichnung für Erstlingsfilme, die von der Otto-Sprenger-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Norddeutschen Rundfunk verliehen wird, ging in den Vorjahren an Filmemacher wie Detlev Buck, Fatih Akin und Andreas Dresen.

Link: www.filmfest-oldenburg.de
Quellen: Blickpunkt:Film | filmecho

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