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IFA Vorbericht: Die TV-Techniktrends Teil 2

Keine Freikarten mehr vorhanden!



V E R L O S U N G

In unserer gestrigen IFA-Ankündigung versprachen wir Freikarten für unsere Leser. Inzwischen sind alle Karten vergeben, sodass keine Anfragen mehr beantwortet werden können. Wir bedanken uns bei unseren Lesern fürs Mitmachen.


Samsungs gekrümmter 105-Zoll-TV nur auf extra Bestellung.
Mittlerweile konnten wir uns bei einem Presserundgang über einige Neuheiten informieren. Die TV-Industrie versucht dem Kino Konkurrenz zu machen und bietet immer schärfere und größere Bildschirme an. So kann jetzt schon in den USA kann ein riesiger Samsung-Fernseher im 21:9-Format für schlappe 129.000 US-Dollar vorbestellt werden. Er wird aber nur auf Vorkasse gefertigt, denn der neue Samsung UHD S9 UN105S9W (siehe Foto) ist für die meisten Menschen unerschwinglich und zu groß. Der Fernseher besitzt immerhin eine Bildschirmdiagonale von 104,6 Zoll oder fast 266 Zentimeter. Das Display im Kino-tauglichen 21:9-Format ist gekrümmt und überbietet mit 5.120 x 2.160 Pixeln sogar die aktuelle Ultra-HD-Auflösung aufgrund des 21:9-Faktors.



Ein etwas kleineres Modell kommt in ähnlichen Design daher, ist aber deutlich preiswerter, denn ihm fehlt der gekrümmte Bildschirm. In Südkorea verkauft Samsung seit Anfang August außerdem einen Ultra-HD-Fernseher, der zwischen gekrümmter und flacher Darstellung wechseln kann. Ein eingebauter Motor macht die Biegung des 78 Zoll großen UHD-Displays möglich.

Auf der Consumer Electronic Show (CES) in Las Vegas Anfang des Jahres hatte Samsung erstmals diese Technik vorgeführt. Empfohlen wird das gekrümmte Bild für die Nutzung von einem oder zwei Zuschauern, während eine flache Darstellung bei mehreren Zusehern besser ist, denn diese müssen oftmals an der Seite sitzen und können somit das Bild nicht in der optimalen Sichtachse genießen.

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LG will mit OLED-TV vorpreschen.
Die ersten Prototypen von OLED-TV's waren bereits auf der letzten IFA mit HD-TV Auflösung zu bestaunen. Nun will LG auch seine UHD-4K-Fernseher mit 65 und 77 Zoll großen Bildschirmen als erster Anbieter in der selbst leuchtenden OLED-Technik verkaufen. Die OLED-Panels haben allerdings ihren Preis und schon für das kleinere Modell wird man ca. 9.000 Euro zahlen müssen.

Andere Hersteller wie Sony und Panasonic sehen darin noch keine Marktchancen und halten sich mit der teuren OLED-Technik noch zurück. Schon auf der CES 2013 hatten sowohl Sony als auch Panasonic OLED-Fernseher mit 4K-Auflösung angekündigt, doch diese sind bis jetzt noch nicht auf dem Markt erschienen. Die gemeinsam geplante Fertigung kam zudem nie über das Planungsstadium hinaus. Nun gehen beide Firmen wieder getrennte Wege. Sony präsentierte allerdings schon im letzten Jahr gebogene Fernseher in herkömmlicher LCD-Technik mit Backlight-LED's. Panasonic verzichtete bisher darauf und bietet nun dafür UHD-TV in etwas kleinerem Format von 64" für nur rund 3.300 Euro an. Von der Seite betrachtet wirkt das Bild allerdings recht flau. Man muss vor einem LCD-Fernseher wirklich zentral davor sitzen, um ein tiefes schwarz und brillante Farben erleben zu können.

OLED Fernseher sind dagegen ebenso wie Plasma-TVs im Betrachtungswinkel recht großzügig. Von der Seite gesehen wirkt das Bild eines solchen Fernsehers genauso brillant wie von vorne. Insbesondere OLED-Displays besitzen eine natürliche Farbdarstellung und ein sattes Schwarz, da die entsprechenden OLEDs an schwarzen Stellen einfach nicht aktiv sind. Da keine weitere Hintergrundbeleuchtung vorhanden ist, können die Displays auch dünner hergestellt werden und lassen sich leichter biegen. Dadurch sind erst Sonderformen wie Curved-TVs möglich.

Alle drei Hersteller: Samsung, LG und Panasonic wollen die Plasma-Produktion nämlich zugunsten von 4K-TV zum Jahresende 2014 aufgeben. Zum einen ist es der erhöhte Stromverbrauch der Plasma-Geräte, zum anderen die aufwendige Technik, die nur deutlich schwerere und dickere Geräte ermöglicht und offensichtlich mit Full-HD an ihre Grenzen stößt. Mit den neuen 4K-OLED-TVs, die im Halle 11.2 auf der IFA zu sehen sind, könnte LG vor den beiden Konkurrenten aus Japan davonziehen.

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LED-Projektor funkt Ton per Bluetooth an Lautsprecher.
Alternativ werden im UHD-Format jetzt von mehreren Firmen auch Beamer angeboten. Eine Verdunkelung und eine hochwertige, große Leinwand und gute Lautsprecher sind aber für ein großartiges Kinovergnügen zu Hause unabdingbar. Auch bei den neuen Smart-Applikationen können die Projektoren nicht mithalten, denn ihnen fehlt schlicht ein eingebauter TV-Tuner. Eine W-LAN Verbindung zu Blu-ray Playern oder PC's haben jedoch bereits mehrere Firmen im Angebot. Dadurch können die Videoinhalte kabellos direkt von entsprechenden Streaming-Portalen an die Beamer geschickt werden.

Mit dem neuen LED-Beamer LG PW700 will LG den Kabelsalat bei mobilen Videovorführungen weiter reduzieren. Das Gerät nimmt vom Zuspieler auch Ton-Signale drahtlos entgegen und kann dann den Audioteil per Bluetooth 3.0 beispielsweise an Aktivlautsprecher senden. Mit Intels WiDi und Miracast stehen dazu mehrere moderne Übertragungsverfahren zur Verfügung. Der HDMI-Eingang beherrscht zudem MHL. So lässt sich mit einem entsprechenden Kabel das Videosignal auch direkt von Smartphones und Tablets an der Schnittstelle nutzen. Noch mehr Flexibilität ist bei der Aufstellung und Projektion möglich, wenn neben dem Ton auch das Bild drahtlos gesendet wird.

Die Firma BenQ hat dazu entsprechendes Equipment vorgestellt. Das IT News-Portal Golem hat dies hier in einem Video ausprobiert. Per HDMI können die Signale digital zugeführt und bis zu 20 Meter weit übertragen werden. Auch durch eine dicke Wand oder Decke klappt das. Sogar andere Geräte funktionieren mit BenQs Adapter. Eine höhere Übertragung als Full-HD in 1080p ist jedoch drahtlos bisher noch nicht möglich. Dabei sollen 4K-Inhalte ab der IFA von Netflix und demnächst auch von Amazon Prime Video in Kooperation mit Sony Pictures als Stream verfügbar sein. Samsung dagegen kooperiert mit 20th Century Fox und wird Ultra-HD-Videos zunächst auf Festplatten, später aber auch zum Download liefern.


Wearables das neue Schlagwort.
Mit Wearables, dem neuen Schlagwort für neue mobile, smarte, tragbare Anwendungen möchte die IFA zudem auf zukunftsweisende Lösungen setzen, um den Anschluss nicht zu verpassen. In erster Linie geht es um innovative Uhren und Armbänder, die per Funk mit dem Smartphone verbunden sind. So können sinnvolle, wichtige Meldungen dezent ins Auge des Betrachters am Handgelenk fallen, damit der nervige und unablässige Blick junger Leute auf ihr Smartphone endlich der Vergangenheit angehört.

v. links n. rechts LG, Samsung, Apple (Fotomontage)


Die Armbänder und Uhren wie LGs »G Watch R« oder Samsungs »Gear S« können sowohl Formen der klassischen Uhrendarstellung annehmen, wie auch im Bedarfsfalle Pulsmessungen über Laserstrahlen auf dem Armbandrücken vornehmen oder eingehende Nachrichten und Anrufe des Smartphone anzeigen. Das abgebildete Modell von Samsung soll es auch mit eigener, eingebauter Simkarte geben. Ob es sinnvoll ist, Gespräche auf viel zu kleinem Display über ein extrem kleines Mikrofon und kaum verständlichen Lautsprecher am Handgelenk zu führen, darf bezweifelt werden. Sinnvoll ist dagegen, dass der eingebaute UMTS-Chip den Kalender der Uhr auch synchronisieren kann, wenn das Handy abgeschaltet oder außer Reichweite ist. Ein zusätzlicher dezenter Knopf im Ohr, wäre unserer Meinung nach für die Kommunikation praktischer, denn bei bisherigen Bluetooth Applikationen lies sich jeweils nur ein Gerät zugleich mit dem Smartphone verbinden. Doch die Technik der Wearables steht erst am Anfang. Eines ist aber auf jeden Fall klar: Die abgebildeten Mockups der Apple Armbänder werden auf der IFA nicht zu sehen sein, auch wenn der Hersteller Neuheiten für die nächsten Tage angekündigt hat, denn Apple ist gar nicht auf der IFA mit eigenem Stand vertreten.

IFA - Consumer Electronics Unlimited (Internationale Funkausstellung Berlin)
5.-10. September 2014
Link: b2b.ifa-berlin.com
Quellen: Golem | IFA | Cnet | ZDnet | Tagesspiegel

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