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Dieter Kosslick leitet in Potsdam neues Umwelt-Filmfestival

Nachdem der Auftakt von Potsdams neuem Umweltfilmfestival um ein Jahr verschoben worden war, wird es nun 2024 von Dieter Kosslick, dem Ex-Chef der Berlinale geleitet.



Die Landeshauptstadt Potsdam ist zwar Initiator des Festivals, machte aber schon bei der Verkündigung des Vorhabens im Februar 2022 deutlich: Ein Zuschuss sei geplant, zur Finanzierung seien neben dem Zuschuss und den Ticketeinnahmen jedoch „auch umfangreiche Sponsoringaktivitäten unabdingbar“.

Marc Wessel von der Berliner Werbeagentur Runze & Casper soll im Auftrag der Stadt Potsdam das Festival organisieren - und ist seit einem Jahr auf der Suche nach Sponsoren. Infolge der Energiekrise im letzten Jahr gestaltete sich die Suche aber schwieriger als ursprünglich gedacht, was auch der Grund für den Aufschub des Events auf Juni 2024 ist.

„Die wirtschaftliche Situation in Folge des Angriffskrieges von Russland gegen die Ukraine hat schnell deutlich gemacht, dass die Planung eines neuen Filmfestivals in dieser Phase ein zu hohes Risiko darstellt“, so Wessel.

Dem Vorhaben, ein neues Filmfestival zu gründen, war seit 2020 eine aufwändige Machbarkeitsstudie vorausgegangen: durchgeführt von der Agentur Runze & Casper gemeinsam mit Dieter Kosslick, jenem Mann, der jahrzehntelang das filmische Gesicht Berlins bei der Berlinale prägte.

Interviews mit rund 30 Expert*innen aus Film, Wissenschaft und Umwelt sowie eine Besucherpotenzialbefragung hätten großes Interesse an Filmen rund um das Thema Klima in Potsdam ergeben, hatte die Stadt 2022 mitgeteilt. Dass Kosslick nicht nur in beratender Funktion tätig sein wolle, sondern auch als Leiter zur Verfügung stehe, bestätigte Wessel schon im letzten Jahr gegenüber der Potsdamer Tageszeitung PNN, einem Ableger des Tagesspiegels Berlin.

„Geplant ist ein Termin Anfang Juni 2024“, aber man sei noch flexibel – „je nach Wünschen der Partner*innen und Sponsoren. Das Prinzip Flexibilität gilt auch für die Regelmäßigkeit des Events („Ideal wäre ein Jahresrhythmus, aber je nach der Unterstützung der Sponsoren ist auch ein Festival alle zwei Jahre denkbar“) – sowie für den Ort. 2022 war die Schinkelhalle in der Schiffbauergasse als Austragungsort genannt worden. Darauf wolle man sich jedoch nicht festlegen, so Wessel.

Großen Wert hingehen legt die Medienagentur darauf, dass das neue Festival „in keiner Weise in Konkurrenz zu anderen Festivals in Potsdam“ gedacht sei. Mit dem thematisch ähnlich gewichteten, bereits bestehenden Festival Ökofilmtour stehe die Agentur in engem Austausch. Zwar gebe es eine ähnliche Zielgruppe und möglicherweise auch Interesse an ähnlichen Filmen, aber der Zeitpunkt sei ein anderer, und auch die Ausrichtung werde sich unterscheiden, weil Größen aus der Wissenschaft beteiligt würden. Was man gemeinsam habe: das Ziel. „Wir wollen etwas im Bewusstsein der Menschen verändern.“

Filmfestivals im Land Brandenburg sind rar geworden, denn die Hauptstadt Berlin stielt allen die Schau. Unter der Schirmherrschaft von Volker Schlöndorff, dem Gründer von Studio Babelsberg, gab es zwar schon mehrere Versuche auch in Potsdam außergewöhnliche Filmfestivals auf die Beine zu stellen, doch überlebt haben außer dem Studierenden Filmfestival »Sehsüchte« der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF, nur wenige Festivals von größerer Bedeutung.

Dazu gehört alljährlich der Auftakt des Jüdischen Filmfestivals Berlin Brandenburg (JFBB) im Hans Otto Theater am Schiffbauerdamm sowie das Internationale Filmfest WITHOUT BORDERS (Ohne Grenzen) in Bad Saarow am Scharmützelsee.

Im Jahre 2014, also genau vor 10 Jahren, sollten die Thalia-Kinos in Potsdam Babelsberg mit drei Sälen unter der Schirmherrschaft von Volker Schlöndorff zum cineastischen Zentrum des 1. Potsdam International Film Festivals werden, schrieben wir am 5. Oktober 2014.

Als weitere Festival-Locations kamen der Nikolaisaal Potsdam, der Kutschstall und das AWO Kulturhaus Babelsberg hinzu, wo man nach den Vorführungen mit den Regisseuren und Protagonisten ins Gespräch kommen sollte.

Die Besonderheit des Festivals, das unter dem Thema »Freundschaft und Verrat« rund 40 Beiträge aus aller Herren Länder zeigte, war seine Ausrichtung als "Spielfilm- und Serienfestival" – einer Mischung, die damals in der deutschen Festivallandschaft noch relativ neu - wenn auch nicht mehr einzigartig war.

Eine Fortsetzung im folgenden Jahr fand allerdings nicht mehr statt. Vielmehr findet Deutschlands größtes Serienfestival jetzt in Köln statt. Dem geplanten diesjährigen Umweltfestival, wünscht man sich dennoch großen Erfolg mit weiteren Fortsetzungen.

ERÖFFNUNG:

WHALE NATION und THE END WE START FROM
sind die beiden Eröffnungsfilme der ersten Festivalausgabe vom GREEN VISIONS POTSDAM.

Die Eröffnung der ersten Ausgabe findet am 30. Mai 2024 mit zwei Deutschlandpremieren statt.

Gezeigt werden zwei europäische Filme: „Whale Nation“ von Regisseur Jean-Albert Lièvre im Filmmuseum Potsdam sowie „The End We Start From“ der britischen Regisseurin Mahalia Belo im Thalia Kino Babelsberg.

Mit viel Wasser startet der französische Dokumentarfilm „Whale Nation“. Der Regisseur Jean-Albert Lièvre erzählt darin mit spektakulären Unterwasseraufnahmen und einer einzigartigen Mischung aus Sound und Musik die Geschichte der Wale vor dem Hintergrund neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse.

Erzähler der Geschichte ist der bekannte britische Schauspieler Richard E. Grant.

GREEN VISONS POTSDAM zeigt „Whale Nation“ am Donnerstag, den 30. Mai 2024 im Filmmuseum Potsdam als deutsche Premiere in Anwesenheit des Regisseurs Jean-Albert Lièvre und der renommierten Meeresbiologin Prof. Dr. Antje Boetius.

Hier der Trailer

Zum Inhalt:
Inspiriert von Heathcote Williams™ poetischem Bestseller nimmt „Whale Nation“ die Zuschauer Mit auf eine Reise, die Intelligenz und Faszination der majestätischen Säugetiere der Welt zu erforschen, und gibt einen Einblick in das komplexe soziale Leben der Wale und ihre wichtige Rolle bei der Erhaltung der Ozeane.

„The End We Start From", der Debütfilm der britischen Regisseurin Mahalia Belo, ist die Verfilmung des Romans von Megan Hunter und mit Jodie Comer („The Last Duel”, „Killing Eve“), Joel Fry („Game of Thrones“) und Benedict Cumberbatch („The Imitation Game“, „Sherlock”) ein prominent besetzter Kinofilm.

Universal Pictures International zeigt den Film in Kooperation mit GREEN VISONS POTSDAM am Donnerstag, den 30. Mai 2024 im Thalia Kino Babelsberg und bundesweit in ausgewählten Kinos. Vor dem Film wird der Klimawissenschaftler Prof. Anders Levermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung sprechen.

Zum Inhalt:
Als gewaltige, verheerende Wassermassen über London hereinbrechen, ist jeder sich selbst der Nächste – nur für eine junge Mutter (Jodie Comer) ist das Leben ihres Neugeboren wichtiger. Mit ihrer Flucht aus London beginnt eine Odyssee voller Gefahren, denn schon bald versinkt das ganze Land im Chaos durch Extremwetter. Der Weg nach Hause wird zur Zerreißprobe.

Festivalleiter Dieter Kosslick:
„GREEN VISIONS POTSDAM eröffnet mit einem Dokumentar- und einem Spielfilm. Bei beiden spielt Wasser eine zentrale Rolle. Durch den Klimawandel kann das lebenswichtige Wasser zu einer existenziellen Bedrohung für uns Menschen werden."


Zum Festival:
GREEN VISIONS POTSDAM – Filmfestival für nachhaltiges Leben ist ein neuartiges Festival in Potsdam. Es verbindet Film, Wissenschaft und einen „Markt für nachhaltiges Leben“ und möchte Menschen für eine nachhaltige Zeitenwende inspirieren. 2024 findet die erste Festivaledition statt.

Festivalleiter ist Dieter Kosslick, von 2001 bis 2019 Direktor der BerlinaIe.

GREEN VISIONS POTSDAM
wird durch die Landeshauptstadt Potsdam unterstützt. Die Organisation des Festivals übernimmt die Runze & Casper GmbH.

Weitere Informationen unter:
www.greenvisions-potsdam.de

Kontakt Presse- und Öffentlichkeitsarbeit:
Nikola Mirza, presse@greenvisions-potsdam.de

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