Skip to content

Die Gewinner des South East European Film Festivals 2019

Die Gewinner des SEEFF à Berlin #4.



Nach drei intensiven Festivaltagen mit je 5 langen Festivalfilmen aus insgesamt 15 südosteuropäischen Ländern ging am Sonntagabend, den 26. Mai 2019 im Roadrunner's Paradise Club die Preisverleihung der 4. Ausgabe des South East European Film Festival über die Bühne.

Der Festivaltermin und die provisorische Eröffnung eines neuen kleinen Kinos in Prenzlauer Berg, dem »Kino in der Königsstadt«, war ganz bewusst vom Festivalleiter Harald Siebler zur Europawahl ausgewählt worden, um noch einmal an die Festivalgäste zu appellieren, ihren Stimmzettel am Sonntag in die Wahlurne zu werfen.

Eine internationale dreiköpfige europäische Jury sowie vier Mitglieder einer deutsch-französischen Jugendjury mussten sich zusammenraufen, um einen gemeinsamen Sieger zu küren. Zudem durften in getrennten Sitzungen jeweils beste Darsteller*innen und beste Regisseure bzw. Regisseurinnen bestimmt werden.

Hauptgewinner wurde der türkische Debütfilm "The Pigeon Thieves - Die Taubendiebe" von Osman Doğan. Hier der Trailer:



Synopsis:
Der Alltag des 16-jährigen Mahmut besteht darin, Tauben zu füttern, sie zu stehlen und damit Geld zu verdienen. Sein größter Traum ist es, die besten Vögel zu haben. Das Leben des Jungen ändert sich schlagartig, als er eine, auf einem Dach nistende, Taube findet. Es stellt sich heraus, dass in dem Haus ein achtjähriger Junge namens Ismail wohnt. Dieses Treffen wird zu einem wichtigen Wendepunkt, der sich auf das Leben beider Jungen auswirkt.


Zum besten Darsteller wurde Seyit Nizam Yılmaz von der internationalen Jury ausgewählt, der den 16-jährigen Mahmut im oben genannten Film darstellt.

Beste Darstellerin wurde Stella Fyrogeni in "PAUSE" von Tonia Mishiali aus Zypern, die auch den Preis für die beste Regie gewann.

Statement der Jury:
„Normalerweise verschwinden Frauen über 50 Jahre im Schatten, aber Tonia Mishiali wirft in ihrem Film "Pause" ein Schlaglicht auf sie. 90 Minuten folgen wir Hope, der Hauptfigur. Wir leiden mit ihr, als wir erleben, wie sie versucht, aus dem Gefängnis ihres Lebens zu entkommen. Wir hoffen so sehr, dass es ihr gelingt, aber Tonia Mishiali schenkt uns kein Happy End. Stattdessen zeigt sie die Bitterkeit der Realität. Diese Regie ist ein Meisterwerk.“


Hier der Trailer:



Synopsis:
Elpida, eine Hausfrau mittleren Alters, befindet sich im Elend einer unterdrückerischen, lieblosen Ehe mit einem Mann, der ihre Gefühle und Bedürfnisse nicht berücksichtigt. Ihr eintöniges Leben wird unterbrochen, als ein junger Maler ihren Wohnblock bemalt. Ihre Phantasie beginnt zu blühen, als sie mit ihren unstillbaren Wünschen konfrontiert wird. Nachdem der Ehemann ihr Auto ohne ihre Zustimmung verkauft hat, wird sie rachsüchtig und gewalttätig ihm gegenüber. Gleichzeitig verändert sich ihre Wahrnehmung der Realität, als sie sich nicht an Ereignisse erinnern kann, die tatsächlich passiert sind.


Die deutsch-französische Jugendjury (DFJW) wählte dagegen die Regisseure Sara Hribar & Marko Šantić aus Kroatien für ihren Film "Lada Kamenski" für die beste Regie aus. Zudem kürten sie Doris Šarić-Kukuljica aus diesem Film zur besten Darstellerin des Festivals.

Statement der Young-Jury:
„Es gibt so viele Versionen einer fiktiven Figur, wie es Schauspieler gibt, die sie zum Leben erwecken. (Genau wie die Anzahl unserer eigenen Gesichter gleich der Anzahl der Menschen ist, die sie sehen.) In diesem Film sehen wir drei Formen einer starken, faszinierenden und fesselnden Persönlichkeit in ihrem Kampf darum, die richtige hervorzubringen. Aber das ist nicht nur eine unmögliche Mission, sondern auch eine, die sehr überflüssig ist. Und wenn die dargestellte Filmindustrie das Licht von jemandem abblenden will, um einen anderen am hellsten leuchten zu lassen, dann wollen wir fair sein und das Rampenlicht in drei teilen - denn die drei Damen von "Lada Kamenski" sind die drei gleichermaßen spektakulären Seiten von genau dem Star, den wir gesucht haben.“


Hier der Trailer um drei Frauen, die sich für die selbe Rolle bewerben und sich dabei mit ziemlich unfairen Mitteln gegenseitig auszustechen versuchen.



Synopsis:
Frano, ein Filmregisseur, bereitet gerade sein Debüt vor. Der Film soll von Frauen handeln, die vom Zusammenbruch der Textilindustrie in der Region betroffen sind. Das Thema sowie die Hauptfigur sind von seiner Tante inspiriert, die in dieser Industrie gearbeitet hat. Um den Star des Films zu finden, lädt er drei angesehene Schauspielerinnen zu einer informellen Leseprobe in seine Wohnung ein. Als sie jedoch feststellen, dass sie um die Hauptrolle konkurrieren, nehmen die Dinge eine unerwartete Wendung.


Zum besten Darsteller wurde von der International Young Jury Nicola Pejakovic in "Flesh" von Sasa Hajdukovic aus Bosnien & Herzegowina auserkoren. Hier der Trailer:



Synopsis:
Mirko ist ein mittelmäßiger Fußballspieler. Am Ende seiner Karriere kehrt er in seine Heimatstadt Banja Luka zurück und übernimmt das heruntergekommene Grillrestaurant seines verstorbenen Vaters. Slavko ist Mirkos Jugendfreund. Plötzlich taucht er in Mirkos Leben wieder auf, genau in dem Moment, in dem Mirko ihn am meisten braucht. Gemeinsam starten die beiden Freunde ein verdächtiges Geschäft.


Statement der Young-Jury:
"Es ist Nicola Pejakovics Darstellung in diesem Film, die tiefe Einschnitte in unser eigenes 'Fleisch' hinterließ. Sein Schauspiel tritt aus der allgemeinen Düsternis des Films heraus und blendet uns durch seine mühelose und doch intensive Kombination von Ruhe und Intensität. Der Eindruck, den Nicolas Geschick, diesen komplexen Charakter zum Leben zu erwecken, hinterlassen hat, sollte entsprechend gewürdigt werden, weshalb wir ihm den Preis als bester Schauspieler verleihen möchten.“


Link: www.seeff.de
Quelle: ZOOM MEDIENFABRIK



Anzeige