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43. Internationale Hofer Filmtage beginnen heute

Die 43. Hofer Filmtage, das Festival der neuen deutschen Filmüberraschungen, laufen vom 27.10. bis 01.11.09.



In den Monaten Oktober und November finden in Deutschland so viele Filmfestivals nahezu gleichzeitig statt, dass man leicht den Überblick verlieren kann. Obwohl wir uns mit dem BAF-Blog auf die Region Berlin-Brandenburg konzentrieren, dürfen wir nicht ganz die anderen Festivals aus den Augen verlieren, vor allem dann nicht, wenn dort Filme gezeigt werden, die bei uns gedreht wurden.

Neue deutsche Filme - Das Filmfest HOF
Im früheren Zonenrandgebiet liegt das kleine Städtchen Hof. Seit dort Mitte der 70er Jahre der "neue deutsche Film" mitten in der Provinz aus der Taufe gehoben wurde, gelten die Filmtage in Hof als das maßgebliche Festival für den deutschen Filmnachwuchs. Auch vielen Berlinern dürfte der Hofer Festivalleiter Heinz Badewitz kein unbekannter sein. Der dienstälteste Festivalleiter zeigt alljährlich auf der Berlinale in gleicher Sektion noch einmal die Highlights des jeweils vergangenen Hofer Jahres für das internationale Publikum.

Die entspannte Atmosphäre und das Renommee der Internationalen Hofer Filmtage hat von Jahr zu Jahr mehr Filmemacher aus Deutschland und der Welt fasziniert. Das Festival ist ständig und organisch gewachsen. In fünf Tagen werden in acht Kinos mehr als 100 Vorstellungen angeboten. Teilnahmebedingungen Vorbedingung zur Einreichung eines Filmes ist, daß bis zum Zeitpunkt der Hofer Filmtage keine öffentliche Vorführung bzw. Fernsehausstrahlung in Deutschland stattgefunden hat, sowie keine Veröffentlichung im Internet oder auf Datenträgern erfolgt ist.

In diesem Jahr beschäftigen sich in Hof viele Regisseure mit zeitkritischen Themen. »WAFFENSTILLSTAND«, der Debutfilm von Lancelot von Naso, 33, ist der erste deutsche Spielfilm, der sich dem Thema Irakkrieg widmet und am Samstag, den 31. Oktober 2009 erstmals in Deutschland in Anwesenheit der Hauptdarsteller Hannes Jaenicke und Max von Pufendorf aufgeführt wird. Der Regisseur und das junge Produzententeam, Florian Deyle und Martin Richter (DRIFE), haben bereits 2007 mit »SHOPPEN« an den Hofer Filmtagen teilgenommen. Die deutsch-schweizerische Koproduktion »WAFFENSTILLSTAND« ist kein Kriegsfilm, sondern erzählt den Krieg aus der Sicht von Helfern, Journalisten und der Not leidenden Zivilbevölkerung - traumatische Erlebnisse, wie sie Menschen in unterschiedlichen Krisenherden weltweit täglich widerfahren. So ist ein spannendes Drama entstanden, das Politthriller, Roadmovie und psychologisches Kammerspiel zugleich ist. Auch Astrid Schults Dokumentarfilm »DER INNERE KRIEG« beschreibt den düsteren Alltag amerikanischer Kriegsheimkehrer auf dem US-Militärstützpunkt Landstuhl. Überhaupt folgt Hof damit einer neuen Tendenz, die sich auch in den wöchentlichen Filmstarts zeigt: Dokumentarfilme haben sich neben dem Spielfilm einen festen Platz im Kinoprogramm erobert. Auf den Hofer Filmtagen sind sie dieses Jahr sogar erstmals in der Überzahl!

118 Filme zeigt die Hofer Datenbank, die in Deutschland 2009 entstanden. 29 Dokumentar- und Spielfilme werden davon in Hof zum ersten Mal der Hofer Fangemeinde präsentiert, die alljährlich das familiäre Ambiente der Hofer Filmtage genießt. Auf besonderes Interesse werden sicher »DER DEUTSCHLANDKOMPLEX« von Stefan Aust und Alexander Kluge treffen. Auch Günter Wallraffs neustes Werk »SCHWARZ AUF WEIß«, über das bereits zur Frankfurter Buchmesse heiß diskutiert wurde, weil Wallraff sich diesmal als dunkelhäutiger Somalier tarnte und so einige fremdenfeindliche Äußerungen den Protagonisten vor der Kamera entlockte, wird in Hof vor einem cineastischen Publikum sicherlich noch einmal kontrovers diskutiert werden.

Darüber hinaus ist diesmal auch der internationale Film ist mit herausragenden Produktionen im diesjährigen Programm vertreten, unter anderem: der in Bolivien gedrehte »EL REGALO DE LA PACHAMAMA«, die US-mexikanische Co-Produktion »SIN NOMBRE«, der katalanische »PETIT INDI«, die niederländisch-irische Co-Produktion »NOTHING PERSONAL« und der israelische Film »ZION AND HIS BROTHER«. Der in einer erstmaligen Form der Zusammenarbeit zwischen einem israelischen und einem palästinensischen Regisseur entstandene Film »AJAMI« beschreibt das schwierige Miteinander verschiedener ethnischer Gruppen im gleichnamigen Viertel von Jaffa.

Sogar der französische Film ist im diesjährigen Programm mit sechs Beiträgen vertreten und Regisseure wie Jérôme Bonnell, Valérie Donzelli, Jean Achache und Frédéric Mermoud werden ihre Filme persönlich dem Publikum präsentieren. Der Höhepunkte des Festivals ist am 29. Oktober die Verleihung des mit 10.000 Euro dotierten "Förderpreis Deutscher Film", der für herausragende Leistungen "hinter der Kamera" vergeben wird.

Zeitgleich mit den Hofer Filmtagen beginnt heute auch DOK Leipzig, das 52. Internationale Leipiger Festial für Dokumentar- und Animationsfilm. Direkt nach dem Ende der Filmfeste in Hof und Leipzig geht es am 2. November mit der 33. Duisburger Filmwoche für deutschsprachigen Dokumentarfilm weiter und am 3. November startet schon mit Interfilm, das 25. Berliner Internationale Kurzfilmfestival, gefolgt von den 41. Nordischen Filmtagen in Lübeck am 4. November. Am Tag danach, den 5. November, beginnt bereits das 58. Internationalen Filmfestival Mannheim der Independent Filmszene, das erst endet, wenn bereits fünf Tage zuvor in unserer Region am 10. November das Internationale Filmfestival des Osteuropäischen Films in Cottbus seine Eröffnung gefeiert hat.

Link: www.hofer-filmtage.de

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