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Gilde Filmpreise in Leipzig vergeben

Im Rahmen der 19. Filmkunstmesse 2019 vergab die "AG Kino - Gilde deutscher Filmkunsttheater" ihre Gilde Filmpreise.



Standing Ovations gab es am vorletzten Tag der 19. Filmkunstmesse Leipzig, die vom 16. - 20. September 2019 stattfand, (wir berichteten hier) bei der Verleihung des Gilde-Ehrenpreises an Dieter Kosslick.

Der ehemalige Berlinale-Direktor habe „mit Witz, Tiefgang und Bodenständigkeit“ vielen Kreativen den roten Teppich ausgerollt, so Christian Bräuer (Vorsitzender der AG Kino – Gilde) in seiner Laudatio.


Schlagfertig wie Kosslick ist, äußerte der Ehrenpreisträger zur Unterstützung der auch in diesem Jahr wieder arg gebeutelten Kinobranche einen - allerdings nicht ganz ernstgemeinten - Vorschlag: Analog zu den Schülerdemos von „Fridays for Future“ könne man doch einen „Thursday for Cinema“ einführen, so Dieter Kosslick.

Der Filmwelt ist Kosslick auch weiterhin verbunden. Immerhin wurde er zum neuen Juryvorsitzenden des mit 40.000 Euro dotierten Carl Laemmle Produzentenpreises gewählt, der am 13. März 2020 in der Stadt Laupheim vergeben wird.

Kosslick, der Pforzheim geboren wurde, das nur ca. 150 Kilometer von Laupheim entfernt liegt, löst Martin Moszkowicz, Vorstandsvorsitzender der Constantin Film AG, ab, der dieses Amt nach drei Jahren turnusgemäß abgegeben hat.

Die Gewinner der Gilde Filmpreise.

Der Preis für den besten Spielfilm national ging an „Lara“ von Jan-Ole Gerster. Der Regisseur nahm zusammen mit seinen Hauptdarstellern Corinna Harfouch und Tom Schilling den Preis in Leipzig entgegen.

Hier der Trailer:



Synopsis:
Lara Jenkins (Corinna Harfouch), die Titelheldin im neuen Film von Jan-Ole Gerster, hatte sich ihren Geburtstag zweifelsohne ruhiger vorgestellt. Die Frau wird von zwei Polizisten (Alexander Khuon und Johann von Bülow) aus dem Bett geklingelt, um bei einer Hausdurchsuchung bei einem Nachbarn von ihr als Zeugin zu fungieren. Außerdem ist da noch das schwierige Verhältnis zu ihrem Sohn Viktor (Tom Schilling), einem erfolgreichen Pianisten und Komponisten, der am Abend ihres Geburtstages einem großen Publikum seine erste eigene Komposition vorstellen wird. Doch Lara ist nicht zum Konzert des eigenen Sohnes eingeladen, weil dieser das Zusammenleben mit seiner Mutter nicht mehr aushielt und stattdessen zu seiner Großmutter zog.


Zuvor wurde der Film auch dem Leipziger Publikum im Rahmen der 1. Kinotage Leipzig vorgestellt. Dort wurden 22 Filme aus dem ca. 70 Werke umfassenden Pool der ausschließlich an Fachbesucher gerichteten Filmkunstmesse als exklusive Leipzig-Vorpremieren für das breite Publikum an fünf Abenden gezeigt.

Der Preis in der Sparte für den besten Dokumentarfilm ging an „Anderswo – Allein in Afrika“ von Anselm Pahnke – ein Film über Anselms abenteuerliche Fahrradtour von 15.000 Kilometern durch 15 Länder in 414 Tagen. Auch Pahnke nahm die Auszeichnung persönlich entgegen.

Hier der Trailer:



Die Auszeichnung für den besten Kinderfilm ging an „Mein Lotta-Leben – Alles Bingo mit Flamingo“ von Neele Leana Vollmar.

Hier der Trailer:



Der Preis für den besten Jugendfilm ging an „Booksmart“ von Olivia Wilde. Mit letzterer Auszeichnung sollen Filme geehrt werden, die besonders junge Menschen im Alter von 16 bis 24 Jahren ansprechen und so einen wichtigen Beitrag dazu leisten, diese Zielgruppe fürs Kino zu begeistern.

Hier der Trailer:



Den Preis der Jugendjury erhielt „For Sama“ von Waad Al-Kateab, die in einer Langzeitdokumentation ihr Leben im bürgerkriegszerstörten Aleppo festhielt.

Hier der Trailer:



Der Publikumspreis der Filmkunstmesse, der von den Zuschauern nur die Bestnote 1.0 erhielt, ging an „Jenseits des Sichtbaren – Hillma af Klint“ von Salina Dyrschka. Das Biopic über die gleichnamige schwedische Künstlerin, die 100 Jahre vor Kandinsky oder Mondrian bereits mehr als 1.000 abstrakte Kunstwerke schuf, begeisterte das Leipziger Publikum. Offiziell ins Kino kommt der Film aber erst am 5. März 2020.

Hier der Trailer:



Der Hauptpreis International des Gilde Filmkunstpreises ging weniger überraschend an „Parasite“ von Bong Joon-Ho, dem diesjährigen Cannes-Gewinner.

Hier der Trailer:



Bekanntgabe des französischen Auslands-Oscar Beitrags.

Ins Oscar-Rennen um den besten nicht-englischsprachigen Film schickt Frankreich allerdings den Cannes-Jurypreis-Gewinner "Les Misérables" von Ladj Ly, den Wild Bunch aber erst am 23. Januar 2020 in den deutschen Kinos startet, wie ebenfalls auf den Filmkunsttagen verkündet wurde.

Hier der Trailer:



Zum besseren Verständnis noch ein zweiter, zwar weniger eindrucksvoller Teaser, der dafür aber mit englischen Untertiteln versehen ist:



Synopsis:
Im heutigen Pariser Viertel von Victor Hugos Roman erfährt ein neuer Transferpolizist missbräuchliche Polizeipraktiken zweier Veteranen. Als ein kleiner Junge sie aufzeichnet, geht die Polizei mit ihren Ermittlungen zu weit, sodass die Bürgergemeinschaft zu explodieren droht.‎


Zur Auswahl in der französischen Shortlist für den »International Feature Film« standen neben der Fassung des Hugo-Klassikers auch das beeindruckende "Porträt einer jungen Frau in Flammen" von Céline Sciamma und "Proxima" von Alice Winocour mit Eva Green, Matt Dillon sowie dem Deutschen Lars Eidinger, über drei Astronauten die Abschied von ihren Liebsten nehmen müssen, um ein knallhartes Training für einjährige Mission auf der Internationalen Raumstation absolvieren zu können.

Der deutsche Oscar-Anwärter für den nicht-englischsprachigen Film ist - wie von uns bereits gemeldet - der Berlinale-Beitrag „Systemsprenger“ von Nora Fingscheidt über ein 9-jähriges schwer erziehbares Mädchen.

Links: www.filmkunstmesse.de | www.agkino.de
Quellen: Filmecho | Blickpunkt:Film



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