Skip to content

Gewinner: 14 Films Weltfilmfestival in Berlin und beim Fernsehfilmpreis in Baden-Baden

Zwei Preise bei AROUND THE WORLD IN 14 FILMS, dem Berliner Festival der Festivals (UPDATE).



Gestern Abend, den 30.11.2019, ging im CineStar der Berliner Kulturbrauerei das Weltfilmfestival »AROUND THE WORLD IN 14 FILMS« mit der Deutschlandpremiere von Benedict Andrews' Thriller "SEBERG" zu Ende, der offiziell erst im März 2020 in die deutschen Kinos kommt.

Das Biopic über die US-Schauspielerin Jean Dorothy Seberg, die mit "AUSSER ATEM" in Frankreich zu einem Star wurde, aber mit nur 40 Jahren 1979 in Paris tot aufgefunden wurde, wird von der jungen Kristen Stewart gespielt. Thema des Films sind illegale Überwachungsmaßnahmen, welche die FBI an der Hollywoodschauspielerin vornahm, um ihre rein private Nähe zur Black-Panther-Bewegung in den 60er-Jahren zu diskreditieren.

Seine Weltpremiere erlebte der Film beim Filmfestival in Venedig 2019, lief dort aber außer Konkurrenz. Gleich im Anschluss feierte er beim TIFF in Toronto seine Amerika-Premiere.

Vor der Premiere wurde erstmals der von ARRI Media verliehene und mit 5.000 Euro dotierte Regiepreis vergeben. Die dreiköpfige Jury lies es sich angesichts der der unglaublich guten Filmauswahl des Festivals nicht nehmen, auch noch eine »Special Mention« zu verkünden.

Die besondere Erwähnung ging an: "SONG WITHOUT A NAME" von Melina Leòn aus Peru.

ARRI Media war von dem Werk ebenso begeistert, sodass daraus spontan ein mit 1.000 Euro dotierter zweiter Preis gestiftet wurde.

Hier der Trailer:



Synopsis:
Im Jahre 1988 verspricht eine angebliche Privatklinik der hochschwangeren, aber mittellosen Landarbeiterin Georgina medizinische Versorgung bei der Geburt ihrer Tochter. Doch hinter der gütigen Offerte steckt ein Mafia-Ring, der das Neugeborene stielt und verkauft. In ihre Verzweiflung wendet sich das Opfer an einen Journalisten, der den Skandal für seine Zeitung aufzudecken versucht und dabei selbst bedroht wird.


Der Hauptpreis ging an "BEANPOLE" von Kantemir Balagov aus Russland. Ein deutscher Verleih ist bisher nicht avisiert. Der Film, der der Nebensektion »Un Certain Regard« des Filmfestivals von Cannes seine Premiere erlebte und dort ebenfalls mehrfach ausgezeichnet worden war, wurde aber unter dem Titel "BOHNENSTANGE" im Rahmen der Russischen Filmwoche ein zweites Mal am letzten Mittwoch in Berlin präsentiert.

Hier der Trailer:



Synopsis:
Der Film zeigt das erschütternde Portrait zweier befreundeter Krankenschwestern, die von der deutschen Belagerung Leningrads im Jahre 1945 traumatisiert sind.

Statement der Jury:
„Ein Film, der uns tief berührt hat. Ein Drama von Schuld und Sühne von epischem Ausmaß, das sich vor einem konkreten, zeitgeschichtlichen Hintergrund abspielt: Leningrad 1945, kurz nach Kriegsende. Das Besondere ist die Figurenperspektive – die Zeit nach der Front wird aus der Sicht zweier kriegstraumatisierter Frauen erzählt, also aus einer dezidiert weiblichen und deshalb neuen Perspektive. ‚Beanpole‘ ist eine ergreifende Freundschafts- und Liebesgeschichte, die der 28-jährige Regisseur auf souveräne, mutige Weise ambivalent lässt. Souverän ist nicht nur seine Haltung zu den Figuren, sondern die Beherrschung der Filmsprache, Kamera, Schauspielführung, Dramaturgie, Montage. Das greift hier alle ineinander. Ein großes Talent, von dem wir uns noch viele Filme wünschen – und ein Film, für den wir uns viele Zuschauer wünschen.“


Beide Preise werden nicht bar ausgezahlt, sondern können als Voucher im Rahmen von Dienstleistungen durch ARRI für einen weiteren Film eingelöst werden.

Übrigens präsentierte das Festival außer Konkurrenz gemeinsam mit dem World Cinema Fund (WCF) der Berlinale zum zweiten Mal das »Berlinale Spotlight: World Cinema Fund« – mit herausragenden Filmen, die mit Hilfe des WCF entstanden sind, auf internationalen A-Festivals ihre Premiere feierten, aber bisher nicht in Deutschland, auch nicht auf der Berlinale, gezeigt worden waren.

Neben weiteren Specials, darunter eine German-Film-Night, wurden insgesamt 28 Filme in 10 Tagen präsentiert. Durch Überschneidungen konnte man leider nicht alle Filme sehen, die zum großen Teil keinen Verleih haben und somit wahrscheinlich nie wieder auf deutschen Leinwänden gezeigt werden.

Mit einer Auslastung von 76 Prozent und rund 5.850 Besucherinnen und Besuchern (2018: 6.000) blieb die Zuschauerzahl dennoch relativ stabil und liegt deutlich über den regulären Zuschauerzahlen im Arthouse-Bereich.

Link: 14films.de

+++++++++++++++++



"Stumme Schreie" gewann den 3sat-Zuschauerpreis 2019
"Tatort - für immer und Dich" erhielt den Fernsehfilmpreis in Baden-Baden.


Der ZDF-Fernsehfilm der Woche "Stumme Schreie", den wir am 18. November 2019 bei uns im BAF-Blog als Empfehlung vorgestellt hatten, gewann am 29.11.2019 den 3sat-Zuschauerpreis 2019 beim FernsehfilmFestival in Baden-Baden.

Unter der Regie von Johannes Fabrick und nach dem Buch von Thorsten Näter spielen Natalia Belitski, Juergen Maurer, Hanna Hilsdorf, Till Patz, Julius Nitschkoff und andere. Zeitgleich zum FernsehfilmFestival in Baden-Baden strahlte 3sat elf Wettbewerbsfilme aus, über deren Favoriten die Zuschauer von 3sat entschieden konnten.

Den Fernsehfilmpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste gewann der Fernsehfilm "Tatort - für immer und dich" (SWR).

Begründung der Jury:
"Regisseurin Julia von Heinz und Drehbuchautor Magnus Vattrodt erzählen nah an den Figuren und psychologisch genau die Geschichte eines sexuellen Missbrauchs - durchwoben von gegenseitiger Abhängigkeit und zunehmender Gewalt, aus der die junge Frau sich schließlich selbst befreien kann. Hervorragende schauspielerische Leistungen, eine Kamera, die Räume eröffnet, Kostüm und Ausstattung, Schnitt und Musik - alles trägt bei zu einem kongenialen und herausragenden Werk. Zudem zeigt der Film ganz nebenbei und selbstverständlich, dass wir in einer multiethnischen Gesellschaft leben."


Sonderpreise der Jury

Der diesjährige Sonderpreis für herausragende schauspielerische Leistungen wurde Karl Markovics für seine Darstellung des Bürgermeisters Michael Unterguggenberger in "Das Wunder von Wörgl" (ORF/BR/ARTE/SRF/RAI SÜDTIROL) verliehen.

"Durch sein Spiel und seine Präsenz erhält der Film mit seinem eigentlich spröden und anspruchsvollen Thema einer alternativen Geldwirtschaft in Zeiten der Weltwirtschaftskrise 1932 ein empathisches Zentrum, das seine Zuschauer*innen zu jeder Zeit auch zur inhaltliche Auseinandersetzung und gedanklichen Durchdringung animiert. Karl Markovics macht es uns spielerisch leicht, ohne es selbst leicht zu nehmen - im Gegenteil, er spielt eben mit Leib und Seele", begründete die Jury.


Mit einem Sonderpreis für herausragende künstlerische Leistungen wurde Dietrich Brüggemann ausgezeichnet.

"Mit Dietrich Brüggemann ehrt die Jury den gleichermaßen präzisen wie geistreichen Autor des Drehbuchs für den 'Tatort - Murot und das Murmeltier' (HR) - eine so intelligente wie spannende, gewitzt philosophische und spielerisch selbstreferentielle Zeitschleifengeiselnahmegeschichte, die durch die Darstellung der Routinen des Polizeifilmformats eben dieselben aufhebt. Sie ehrt die Regie, die dem Aberwitz der Vor- und Grundlage außergewöhnliche ästhetische Qualität abgewinnt; sie würdigt dabei auch die bis in kleinste Nebenrollen sorgsam überlegte Besetzung und sie ehrt nicht zuletzt den Komponisten, dessen vom HR Rundfunksinfonieorchester kongenial eingespielte Musik dem Film Rhythmus und tongewordene Struktur gibt."


Der Studierendenpreis der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg, der Hochschule für Fernsehen und Film München sowie der Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF ging an:

"einen herausragenden Film der uns mehrheitlich überzeugt hat und in einigen Punkten hoffnungsvoll stimmt, wenn wir an das deutschsprachige Fernsehen von Morgen denken. 'Tatort - Murot und das Murmeltier"' (HR) schafft etwas, das öffentlich-rechtlichen Produktionen viel zu selten gelingt: Eine Seherfahrung zu schaffen, die mitreißt und unterhält, die Tiefgang ohne pädagogische Überdeutlichkeit liefert und generationenübergreifend Zielgruppen anspricht", begründeten die Studierenden ihre Entscheidung.


Mit dem Hans Abich Preis, dem Ehrenpreis des Festivals, wurde die Regisseurin, Drehbuchautorin und Produzentin Julia von Heinz für "besondere Verdienste im Bereich Fernsehfilm" ausgezeichnet.

Die Jury in ihrer Begründung: "Scheinbar mühelos wechselt sie zwischen Kino und TV, arbeitet fiktional oder dokumentarisch und überzeugt sowohl durch ihre Ausdrucksvielfalt als auch durch ihre präzise Gestaltungssicherheit."


Mit der Preisverleihung im Kurhaus endete das Fernsehfilm-Festival Baden-Baden das seit 1964 jährlich stattfindet. Die diesjährige Ausgabe fand vom 25. bis 29. November 2019 statt.

Link: www.fernsehfilmfestival.de
Quellen: ots by dpa | ntv

Anzeige

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Formular-Optionen

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!