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46. Telluride Film Festival war stark mit Weltpremieren besetzt

Das Telluride Film Festival, das letzten Freitag in den USA gestartet war und vorgestern seinen Abschluss feierte, findet seit 1974 jährlich in Telluride, Colorado, statt.



Für das Telluride Festival in Colorado, USA, war ursprünglich hauptsächlich die Aufführungen in Vergessenheit geratener und nur schwer zu findender Filme geplant gewesen. Mittlerweile ist daraus vom 30. August bis zum 02. September 2019 zum 46. Mal eine ernstzunehmende Konkurrenz zu dem kanadischen Toronto International Film Festival, dem TIFF, in Nordamerika entstanden, das drei Tage später vom 05.-16. September 2019 erst zum 44. Mal stattfindet.

Als Besonderheit des Telluride Festivals gelten die hohen Eintrittspreise, die auch von Pressevertretern bezahlt werden müssen, um niemanden zu bevorzugen.

Filmkenner können aus der unten stehenden Filmliste, vielleicht erkennen, wohin die Reise des Telluride Festivals führen sollte. Mit Namen wie Terrence Malick, der für avantgardistische Arthouse-Kino steht, dürfte dies schnell klar sein. Andererseits waren darunter auch Filme wie "Parasite" von Bong Joon-Ho, der die Goldene Palme in Cannes gewann, was die Exklusivität der Filmauswahl beim Festival am Fuße der Rocky Mountains in Colorado ein wenig schmälert. Dennoch gab es noch genügend Weltpremieren in der einstigen Goldgräberstadt Tellurite zu sehen.

Auszeichnungen des Jahres 2019.

Jährlich werden drei Preisträger ausgezeichnet. Eine vierte Medaille geht als Sonderpreis an Personen oder Organisationen, die sich außerhalb der Branche um die Filmkunst verdient gemacht haben.

Die diesjährigen Silber-Medaillen Gewinner sind Renée Zellweger für "JUDY", Adam Driver für "MARRIAGE STORY" und "THE REPORT" sowie der Regisseur Philip Kaufman für das kürzlich restaurierte Werk "THE UNBEARABLE LIGHTNESS OF BEING" - "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" aus dem Jahre 1988.


Hier der Trailer:



Die Sondermedaille geht an die Dolby Laboratories, die den Kinosound revolutioniert haben. Geehrt wurde darüber hinaus posthum die verstorbene Filmemacherin Agnès Varda.

Zudem befinden sich laut IdieWire die Schauspieler Adam Driver ("The Report"), Christian Bale ("Le Mans 66") und auch Adam Sandler für seine Leistung in "Uncut Games" sowie Renée Zellweger als Judy Garland in "Judy" mit ihren überragenden Premieren in Telluride auf dem Pfad zu den Oscars 2020.


Das Festival gilt inzwischen als Startrampe für künftige Oscargewinner, denn es hat sich in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Filmfestivals weltweit in der zweiten Jahreshälfte gemausert.

Ganz nebenbei wurden in Telluride weitere Bewerbungen für den sogenannte Auslands-Oscar verkündet. So wählte beispielsweise Finnland Selma Vilhunen's "Stupid Young Heart" für die Internationale Film Kategorie aus. Der Film hatte uns auf der 69. Berlinale 2019 in der Generation Reihe 14plus total begeistert. Angeführt wird die Liste allerdings von Südkorea mit Bong Joon Ho's “Parasite”. Für Deutschland geht "System Crasher" von Nora Fingscheidt ins Rennen.

Zu den geladenen Gästen und als Überraschungssprecher beim Opening Brunch in Telluride zählte u.a. Martin Scorsese. Er hatte mit “The Irishman” einen der interessantesten Filme des kommenden Herbstes im Gepäck.

Weltpremiere erlebten in Telluride in diesem Jahr z.B. Rupert Goolds "Judy", das Biopic über die letzten Lebensmonate von Judy Garland mit Renée Zellweger in der Titelrolle.

Hier der Trailer:



Auch der Rennfahrerfilm "Le Mans 66 - Gegen jede Chance" mit Matt Damon und Christian Bale sowie Edward Nortons Regiedebüt, die Romanverfilmung "Motherless Brooklyn", und Tom Hoopers Amazon-Produktion "The Aeronauts" mit Felicity Jones und Eddie Redmayne wurden in Colorado uraufgeführt.

Alle genannten Filme wandern im Anschluss weiter auf's Toronto International Film Festival und auch Filme, die zuerst auf der gleichzeitig stattfindenden Mostra in Venedig zwischen dem 28. August und 7. September 2019 laufen, werden beim TIFF zu sehen sein.

Vorteil des seit 1976 existierende TIFF Film Festivals ist, dass es neben dem World Film Festival in Montreal (MWFF) und dem AFI Fest in Los Angeles, das einzige Filmfestival in Nordamerika ist, das beim internationalen Filmproduzentenverband FIAPF akkreditiert ist. Allerdings verfügt das TIFF über keine offizielle Wettbewerbsjury. Wichtigster Preis ist der People’s Choice Award, der von den Festivalbesuchern an den besten Spielfilm und Dokumentarfilm vergeben wird.

Für internationale Filmeinkäufer ist das TIFF dennoch spannend, weil dort alles auf einmal zu sehen ist. Weite Reisen nach Europa und in die USA erübrigen sich somit. Das Branchenmagazin »The Hollywood Reporter« lästert sogar schon über Venedig wie Donald Trump generell über Europa, dass das älteste Festival der Welt wohl mittlerweile überflüssig geworden sei. Dabei ist in Venedig die Zeit nicht stehen geblieben. Der US-Streamingdienst Netflix wird sogar hofiert, und das Ambiente am Lido sowie die Vorführungen sind mittlerweile auf modernstem technischem Standard.


In Telluride war Schauspieler Adam Driver gleich mit zwei Filmen vertreten: Mit "Marriage Story", der gerade in Venedig Weltpremiere hatte, und "The Report". Letzterer ist ein Filmdrama von Scott Z. Burns, das im Januar 2019 im Rahmen des Sundance Film Festivals seine Premiere feierte und am 27. September 2019 in die US-Kinos kommen soll. Sowohl Driver als auch Zellweger werden mit einem Tribute in Telluride geehrt.

Hier der Teaser/Trailer von "The Report":



Synopsis:
In der AMAZON-Produktion "The Report" geht es um die extremen Verhörtechniken der CIA nach den Anschlägen vom 11. September 2001 und das Vertuschen der Regierung über die Folterungen.


Auch der deutsche Filmemacher Werner Herzog war mit zwei Filmen vertreten: Mit "Family Romance, LLC" und "Nomad: In the Footsteps of Bruce Chatwin".

Wiederum zum ersten Mal gezeigt wurde in Telluride das neue Regiewerk des angesagten Brüderpaars Josh und Benny Safdie, der Thriller "Uncut Gems" mit Adam Sandler, der im Anschluss in Toronto seine internationale Premiere feiern wird. Eine weitere Weltpremiere hatte sich Telluride mit Trey Edward Shults' mit Spannung erwartetem "Waves" gesichert, in dem Sterling K Brown, Lucas Hedges und Renee Elise Goldsberry mitspielen.

Außerdem durfte man sich in Colorado freuen auf Kelly Reichardts "First Cow", der allerdings beim New York Film Festival Weltpremiere hat, Céline Sciammas Cannes-Beitrag "Porträt einer jungen Frau in Flammen", Kitty Greens Langfilmdebüt "The Assistant" mit Julia Garner und Lauren Greenfields "The Kingmaker".

Alle in Telluride gezeigten Filme in der Übersicht:

"Judy" (Rupert Goold) with Renée Zellweger

"Women Make Film: A New Road Movie Through Cinema" (Mark Cousins)

"The Assistant" (Kitty Green)

"Motherless Brooklyn" (Edward Norton)

"Waves" (Trey Edward Shults)

"Marriage Story" (Noah Bumbach) with Adam Driver

"The Report" (Scott Z. Burns) with Adam Driver

"Country Music" (Ken Burns)

"Tell Me Who I Am" (Ed Perkins)

"A Hidden Life" (Terrence Malick)

"Portrait of a Lady on Fire" (Céline Sciamma)

"Lyrebird" (Dan Friedkin)

"Diego Maradona" (Asif Kapadia)

"Inside Bill's Brain" (Davis Guggenheim)

"Uncut Gems" (Josh Safdie and Benny Safdie)

"The Human Factor" (Dror Moreh)

"Le Mans 66" (James Mangold)

"First Cow" (Kelly Reichardt)

"Family Romance, LLC" (Werner Herzog)

"Leid und Herrlichkeit" (Pedro Almodóvar)

"Parasite" (Bong Joon-Ho)

"The Kingmaker" (Lauren Greenfield)

"The Aeronauts" (Tom Harper)

"The Climb" (Michael Angelo Covino)

"The Australian Dream" (Daniel Gordon)

"Beanpole" (Kantemir Balagov)

"Those Who Remained" (Barnabás Tóth)

"Oliver Sacks: His Own Life" (Ric Burns)

"Verdict" (Raymond Ribbay Gutierrez)

"The Two Popes" (Fernando Meirelles)

"Coup 53" (Taghi Amirani)

"63 Up" (Michael Apted)

"Billie" (James Erskine)

"Soros" (Jesse Dylan)

"Linda Ronstadt: The Sound of My Voice" (Rob Epstein and Jeffrey Friedman)

"The Gift: The Journey of Johnny Cash" (Thom Zimmerman)

"Nomad: In the Footsteps of Bruce Chatwin" (Werner Herzog)

Link: www.telluridefilmfestival.org
Quellen: Wikipedia | Blickpunkt:Film | Hollywood Reporter | IndieWire



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