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30. Verleihung des Europäischen Filmpreises in Berlin

Preis des Lebenswerks für Aleksandr Sokurov.

UPDATE: Bester Film wurde "The Square".

Die Europäischen Filmpreise werden am 9. Dezember 2017 bei einer Gala im Haus der Berliner Festspiele in Berlin verliehen. Die Nominierungen der im Wettbewerb stehenden Filme wurden am 4. November 2017 im Rahmen des andalusischen Filmfestivals in Sevilla bekannt gegeben.

In der Vorauswahl waren 51 fiktionale Filme aus 31 Ländern im Rennen um den Europäischen Filmpreis. Darunter befanden sich auch 17 deutsche Produktionen und Koproduktionen.

Am Vorabend der Preisverleihung wurde in die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften zur Preisverleihung des European University Film Award 2017 mit Willkommen-Drinks und Musik geladen. Berlinale-Chef Dieter Kosslick hielt die Laudatio. Zum Gewinnerfilm wurde das Teenage-Liebesdrama "HJARTASTEINN - HEARTSTONE" von Guðmundur Arnar Guðmundsson (Island/Dänemark) von 19 Universitäten aus 19 Ländern gekürt. Hier der Trailer:

Der Film, der das Tabu der jungen Homosexualität thematisiert, wurde schon bei den nordischen Filmtagen in Lübeck begeistert aufgenommen, hat aber dennoch bisher keinen Kinostart bekommen, sondern ist nur auf der DVD "HERZSTEIN" beim Salzgeber-Filmverleih erschienen.

Nominiert waren auch "HOME" von Fien Troch (Belgien), "LOVELESS" von Andrey Zvyagintsev (Russland), "THE OTHER SIDE OF HOPE" von Aki Kaurismäki (Finnland) und "THE WAR SHOW" von Andreas Dalsgaard & Obaidah Zytoon (Dänemark).

Keine rein deutsche Produktion im Wettbewerb.

Matti Geschonnecks "In Zeiten des abnehmenden Lichts" war die einzige rein deutsche fiktionale Produktion im Rennen um den Europäischen Filmpreis, die es in die Vorauswahl, nicht aber auf die Nominierungsliste geschafft hatte. In der Vorauswahl standen außerdem noch drei weitere Filme von deutschen Regisseuren: Neben Matti Geschonnecks Romanverfilmung waren dies Volker Schlöndorffs Liebesdrama "Rückkehr nach Montauk", Valeska Grisebachs "Western" und Maria Schraders Biopic "Vor der Morgenröte". Letztere drei Werke sind allerdings Koproduktionen.

Einzig der österreichische Kabarettist und Schauspieler Josef Hader wurde für seine Rolle als Stefan Zweig in Maria Schraders Filmbiografie „Vor der Morgenröte“ als bester Schauspieler nominiert. Eine weitere Nominierung als beste Schauspielerin hat die 22-jährige Schauspielerin Paula Beer für ihre Rolle in dem Melodram „Frantz“.

Weitere deutsche Koproduktionen sind folgende Werke:

• Sergei Loznitsas "Die Sanfte" (Frankreich/Deutschland/Litauen/Niederlande),

• Calin Peter Netzers "Ana, mon Amour" (Rumänien/Deutschland/Frankreich),

• Martin Koolhovens "Brimstone" (Niederlande/Deutschland/Belgien/Frankreich/Schweden/Großbritannien/Ungarn),

• Francois Ozons "Frantz" (Frankreich/Deutschland),

• Michael Hanekes "Happy End" (Frankreich/Deutschland/Österreich),

• Kornel Mundruczos "Jupiter's Moon" (Ungarn/Deutschland),

• Mijke de Jongs "Layla M." (Niederlande/Jordanien/Belgien/Deutschland),

• Andrei Zwangintsevs "Loveless" (Russland/Belgien/Deutschland/Frankreich),

• Andrei Konschlovksys "Paradise" (Russland/Deutschland),

"Die Spur" (Polen/Deutschland/Tschechien/Schweden/Slowakei) von Agnieszka Holland und Katarzyna Adamik,

• Aki Kaurismäkis "Die andere Seite der Hoffnung" (Finnland/Deutschland),

• Ruben Östlunds "The Square" (Schweden/Deutschland/Frankreich/Dänemark),

• Dome Karukoskis "Tom of Finland" (Finnland/Deutschland/Schweden/Dänemark).

Die komplette Liste aller 51 Filme der Vorauswahl gibt es hier.

UPDATE:

Der Cannes-Gewinner "The Square" hat bei der 30. Vergabe des Europäischen Filmpreises ebenfalls abgeräumt. Die schwedische Satire auf den Kunstbetrieb wurde nicht nur als bester Film, sondern auch als beste Komödie ausgezeichnet. Zudem gewann der Film von Regisseur und Autor Ruben Östlund den Preis für das beste Drehbuch. Der Däne Claes Bang sicherte sich die Auszeichnung als bester Schauspieler für seine Leistung in dem Werk.

Als beste Schauspielerin wurde Alexandra Borbély für ihre Rolle in dem ungarischen Berlinale-Gewinner "Körper und Seele" ausgezeichnet.

Bester Debütfilm wurde "Lady Macbeth" von William Oldroyd.

Gekürt wurden nicht nur die Kandidaten für den besten europäischen Spielfilm. Auch die Gewinner in den Kategorien beste Darsteller, beste Regie und bestes Drehbuch wurden von der Europäischen Filmakademie veröffentlicht.

Außerdem standen 15 Dokumentarfilme auf der Shortlist für den Europäischen Filmpreis. Darunter ist Sergei Loznitsas "Austerlitz" die einzige rein deutsche Dokumentation auf der Shortlist für den Europäischen Filmpreis sowie weitere vier Filme, die deutsche Koproduktionen sind.

Fünf Filme wurden von einem Fachkomittee nominiert. Jeweils ein Film wurde von führenden Dokumentarfilmfestivals für die Shortlist benannt, die diesen Film als Weltpremiere gezeigt hatten - darunter auch DOK Leipzig.

Hier die Nominierungsliste der Dokumentarfilme:

"Austerlitz" (Regie: Sergei Loznitsa, Deutschland)

"Kommunion" (Regie: Anna Zamecka, Polen) *Winner

"Das grüne Gold" (Regie: Joakim Demmer, Schweden/Deutschland/Finnland)

"How To Meet a Mermaid" (Regie: Coco Schrijber, Niederlande/Dänemark)

"Mein Leben - Ein Tanz" (Regie: Lucija Stojevic, Spanien/Island/USA)

"Libera Nos" (Regie: Frederica Di Giacomo, Italien/Frankreich)

"Nothingwood" (Regie: Sonia Kronlund, Frankreich/Deutschland)

"School Life" (Regie: Neasa Ni Chainalin, David Rane, Irland/Spanien)

"Stranger in Paradise" (Regie: Guido Hendrikx, Niederlande)

"Taste of Cement" (Regie: Ziad Kalthoum, Deutschland/Libanon/Syrien/Vereinigte Arabische Emirate/Katar)

"The Good Postman" (Regie: Tonislav Hristov, Finnland, Bulgarien)

"Le vénérable W." (Regie: Barbet Schroeder, Frankreich/Schweiz)

"The War Show" (Regie: Anders Dalsgaard, Obaidah Zytoon, Dänemark/Syrien/Finnland)

"Ultra" (Regie: Balazs Simonyi, Ungarn)

"West of the Jordan River" (Regie: Amos Gitai, Frankreich)

Neun Kandidaten standen für Europäischen Publikumspreis zur Auswahl, für den bis 31. Oktober 2017 online abgestimmt werden konnte.

Hier die Liste der Anwärter des Publikumspreises:

"A Monster Calls - Sieben Minuten nach Mitternacht" von J.A Bayona

"Bridget Jones' Baby" von Sharon Maguire

"Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" von David Yates

"Frantz" von François Ozon

"Bacalaureat" von Cristian Mungiu

"Die Überglücklichen" von Paolo Virzi

"Vor der Morgenröte" von Maria Schrader *Winner

"Die Kommune" von Thomas Vinterberg

"Die andere Seite der Hoffnung" von Aki Kaurismäki

Der deutsche Regisseur Simon Verhoeven wurde in der Sektion European Comedy nominiert:

Die Anwärter für die beste Komödie stehen bereits fest. Um den Titel als beste Komödie konkurrierten Simon Verhoevens "Willkommen bei den Hartmanns" mit "King of the Belgians" von Peter Brosens und Jessica Woodworth, Ruben Östlunds Cannes-Gewinner "The Square" (*Winner), und Christophe van Rompaeys "Vincent".

In der Kategorie European Animated Feature Film sind als bester Animationsfilm nominiert:

Roger Mainwoods "Ethel & Ernest", Jean-Francoise Laguionies "Louise en hiver", "Loving Vincent" (*Winner) von Dorota Kobiela und Hugh Welchman sowie "Zombillenium" von Arthur de Pins und Alexis Ducord.

Erste Gewinner in den Gewerken stehen bereits fest.

Erste Gewinner des Europäischen Filmpreises in den Gewerken benannt. Eine siebenköpfige Jury kam dafür in der Hauptstadt Berlin zusammen, um über die Gewinner in den Kategorien Kamera, Schnitt, Szenenbild, Kostüme, Maskenbild, Filmmusik und Sounddesign zu entscheiden.

Der Kameramann Michail Krichman sowie die die Filmmusikkomponisten Evgueni und Sacha Galperine werden für ihren jeweiligen Beitrag zu Andrej Swjaginzews "Loveless" ausgezeichnet. Leider ist für diesen herausragenden Film, den wir dankenswerterweise beim Berliner Weltfilmfestival »Around the World in 14 Films« als einmalige Sonderaufführung sehen konnten, kein deutscher Kinoverleih geplant.

Die Preisträger (*Winner) der Gewerke im Einzelnen:

• Europäische Kamera – Prix Carlo di Palma: Michail Krichman für „Loveless“

• Europäischer Schnitt: Robin Campillo für „120 BPM“

• Europäisches Szenenbild: Josefin Åsberg für „The Square“

• Europäisches Maskenbild: Leendert van Nimwegen für „Brimstone“

• Europäisches Kostümbild: Katarzyna Lewińska für „Die Spur“

• Europäische Filmmusik: Evgueni & Sacha Galperine für „Loveless“ 

• Europäisches Sounddesign: Oriol Tarragó für „Sieben Minuten nach Mitternacht“

Ehrenpreis an Regisseur Aleksandr Sokurov.

Im Rahmen der Verleihung des Europäischen Filmpreises in Berlin wird der russische Regisseur Aleksandr Sokurov am für sein Lebenswerk geehrt.

Sokurov, dessen während der Sowjetzeit entstandene Filme in seinem Heimatland verboten waren, feierte mit ihnen im Ausland Erfolge. So wurde "Gramvolle Gefühlslosigkeit", einer seiner ersten Spielfilme, 1987 in den Wettbewerb der Berlinale eingeladen, während sein Debütfilm "Die einsame Stimme des Menschen" im gleichen Jahr in Locarno den Bronzenen Leoparden erhielt. Sein Epos "Mutter und Sohn" erhielt u.a. 1997 auf der Berlinale den Preis der Ökomenischen Jury im Forum, dessen Fortsetzung "Vater und Sohn" wurde 2003 in Cannes mit dem Fipresci-Preis ausgezeichnet.

Vielbeachtet war auch Sokurovs Tetralogie über die Mechanismen der Macht: "Moloch" über Adolf Hitler wurde 1999 in Cannes für das beste Drehbuch ausgezeichnet und für den Europäischen Filmpreis nominiert, "Taurus" über Lenin gewann drei Mal den russischen Filmpreis Nika, "Die Sonne" über den japanischen Kaiser Hirohito lief 2005 im Berlinale-Wettbewerb und wurde einmal mit dem Nika ausgezeichnet, während "Faust" den Goldenen Löwenin Venedig, den Preis der Ökomenischen Jury sowie den Nika als bester Film gewann. Für "Tage der Finsternis" (Bester Nachwuchsfilm) und "Voyage" (Bester Dokumentarfilm) war Sokurov ebenfalls für einen Europäischen Filmpreis nominiert gewesen.

European Film Academy ehrt Schauspielerin Julie Delpy

Die European Film Academy zeichnet Julie Delpy für ihre langjährige und abwechslungsreiche Karriere vor und hinter der Kamera mit dem Ehrenpreis Europäischer Beitrag zum Weltkino aus. Delpy wird den Preis im Rahmen der Verleihung des Europäischen Filmpreises am 9. Dezember persönlich entgegen nehmen.

Seitdem Jean-Luc Godard die 47-jährige Französin für sein Krimidrama "Détective" entdeckt hatte, spielte sie in mehr als 30 Filmen mit und führte bei sechs Filmen selbst Regie. Der Durchbruch war Delpy mit Agnieszka Hollands "Hitlerjunge Salomon" gelungen. Für Volker Schlöndorffs "Homo Faber" und "2 Tage Paris", bei dem sie sich selbst in der Hauptrolle inszenierte, war Delpy für den Europäischen Filmpreis nominiert gewesen; für ihre Arbeit an den Drehbücher zu "Before Sunset" und "Before Midnight" hatte Delpy jeweils eine Oscarnominierung erhalten.

Link: www.europeanfilmawards.eu

Quellen: EFA | Blickpunkt:Film | NWZ | Focus | Tagesspiegel | 3sat

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