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Kinocharts und Kinostarts für große und kleine Besucher

Deutschland Trend: Stillstand bei den Kinocharts vor Start der "Star Wars: Episode VIII".

Während es bei den Blockbustern eine Woche vor dem Start des VIII Teils über die Saga vom Krieg der Sterne, dem 3D-Film "Star Wars: Die letzten Jedi", kein Neustart unter die ersten Fünf geschafft hatte, lag immerhin "Mord im Orient Express" zu Beginn seines fünften Wochenendes mit 81.000 Euro Einspiel bei 9500 verkauften Tickets auf Platz eins.

Ebenfalls 9500 Besucher hatte "Coco - Lebendiger als das Leben!", den wir am 3. Dezember 2017 in unserer Rubrik Filmkritik besprochen hatten, zu Beginn seines zweiten Wochenendes. Allerdings war das Einspielergebnis des Pixar-Familienfilms ein kleines bisschen geringer und betrug nur als 80.000 Euro.

Auf Platz sieben lag der Neustart der Romanze "Zwischen zwei Leben - The Mountain Between Us" mit Idris Elba und Kate Winslet, den wir heute besprechen. Gestartet war der Film in 257 Kinos mit 5000 Kinogängern und 41.500 Euro Umsatz.

In den Arthouse-Charts dominiert dagegen weiterhin Fatih Akin mit seinem „Aus dem Nichts“, der laut AG Kino – Gilde am vergangenen Wochenende das Maß aller Dinge in den deutschen Arthouse-Charts war und gerade sowohl für die Golden Globes nominiert wurde, die am 7. Januar 2017 in den USA vergeben werden, wie auch heute für die Auslandsoscars.

Insgesamt kam Akins Film mit 30.000 Besucher und 265.000 Euro Kasse auf Platz elf der Kino Charts am letzten Wochenende.

Als erfolgreichster Neueinsteiger konnte sich immerhin „A Ghost Story“ eine „poetische Betrachtung von Zeit und Vermächtnis“, auf dem vierten Rang vorschieben. Auch dieses Arthouse-Werk wurde bei unseren heutigen Besprechungen berücksichtigt.

Auf Platz zwölf ging "Bo und der Weihnachtsstern" in 347 Kinos mit 3200 Besuchern und 20.000 Euro Umsatz an den Start, ein Animationsfilm der sich vor allem an unsere kleinen Kinozuschauer richtet. Damit diese nicht zu kurz kommen folgt dazu weiter unten unsere Besprechung.

Richtig Bewegung wird schon am dritten Advent mit dem gestrigen Start des zweiten Teils der dritten „Star Wars“-Trilogie "Star Wars: Die letzten Jedi" erwartet, sodass das zweitstärkstes Jahr der deutschen Kinogeschichte vielleicht doch noch erreicht werden kann, wie der Verband der Verleiher (VdF) in unserem Bericht vom 4. Dezember 2017 prognostizierte.

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Bei unseren heutigen Filmkritiken fangen wir - passend zur Weihnachtzeit - mit der Besprechung des Animationsfilmes an, der vor allem Kinder ansprechen wird.

"BO UND DER WEIHNACHTSSTERN" Animation von Timothy Reckart (Sony Pictures / USA). Seit 7. Dezember 2017 im Kino. Hier der Trailer:

Ulrikes Filmkritik:

Für Eltern von kleineren Kindern empfehle ich den Animationsfilm „BO und der Weihnachtsstern“. Erzählt wird die Geschichte vom allerersten Weihnachten, dem Tag, an dem das Jesuskind geboren wird. Der kleine Esel Bo hat die Schnauze voll. Tag für Tag muss er ständig im Kreis herumlaufen, um die Dorfmühle des unfreundlichen Müllers in Bewegung zu halten. Zu gerne möchte er die königliche Karawane sehen. Er fasst all seinen Mut zusammen und flieht. An seiner Seite die weiße Taube Dave. Doch es kommt alles anders als gedacht. Bo, der sich auf der Flucht verletzt hat, findet für einige Tage Unterschlupf bei der schwangeren Maria und ihrem Mann Josef. Maria wurde von Gott ausersehen, seinen Sohn Jesus auf die Welt zu bringen. Am Himmel leuchtet ein ganz besonderer Stern in ungewöhnlicher Helligkeit. Maria und Josef folgen ihm und machen sich auf den Weg nach Bethlehem. Den Esel lassen sie zurück. Der schlaue Bo bekommt mit, dass der König Herodes zwei böse Hunde auf die Fährte des Paares schickt, um das Jesuskind zu kidnappen, denn er duldet keinen anderen „König“ neben sich. Bo hat nur einen Gedanken, er muss Maria warnen.

Also folgen er und der Vogel, das Schaf Ruth, welches seine Herde verloren hat, drei lustige Kamele, und einige andere Stalltiere dem hellen Stern in Richtung Bethlehem. In Bethlehem angekommen, suchen Maria und Josef vergeblich eine Herberge. Der gemeine Müller hat sich den Esel wieder geschnappt und sperrt ihn zu anderen Tieren in einen Stall. Bo schafft es wieder auszureißen. Er führt Maria und Josef zu dem Stall. Schaf Ruth hat seine Herde wiedergefunden und die gesamte Tierkarawane versammelt sich in- und um den Stall, in dem Maria ihr Kind zur Welt bringt. Auch die Hunde kommen reumütig zurück, um die Geburt des neuen Messias Jesus zu erleben. Bo und seine Tierfreunde sind die Helden dieser Nacht, die von nun an jedes Jahr am Heiligen Abend gefeiert wird. Erzählt wird die Geschichte der Geburt Jesu fast ausschließlich aus dem Blickwinkel der Tiere, was für Kinder das Verstehen der Ereignisse besonders spannend und verständlich macht.

Ulrike Schirm

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Ein berührendes Werk um verstorbene Seelen, die sich zum Schluss als Geistergestalten in den von menschlicher Existenz verlassenen Häusern gegenseitig zuwinken, ist unsere nächste Filmkritik über ein Arthouse-Werk mit betörend schöner Filmmusik. Allerdings wäre ein etwas früherer Kinostart, nämlich zum Totensonntag im November, wahrscheinlich passender gewesen.

"A GHOST STORY" Fantasy-Drama von David Lowery (USA). Mit Casey Affleck, Rooney Mara, Grover Coulson u.a. seit 7. Dezember 2017 im Kino. Hier der Trailer:

Ulrikes Filmkritik:

„Ghost Story“ ist kein Horrorfilm, so der Titel vermuten lässt. Es ist ein zutiefst berührender Film über Liebe, Trauer, Vergänglichkeit und das Leben. Ein sich liebendes Paar (Rooney Mara und Casey Affleck) wird durch einen Autounfall jäh getrennt. Zurück bleibt eine trauernde Frau, die im Leichenschauhaus bei ihrem Mann verweilt. In einer endlos erscheinenden Einstellung wird man Zeuge eines schmerzvollen Abschieds. Nachdem sie den kalten, fahlen Raum verlassen hat, bleibt das Bild noch stehen und gibt dem Zuschauer die Gelegenheit, seinen eigenen Gedanken nachzuhängen.

Nun passiert etwas Unerwartetes: Unter seinem weißen Leichentuch steht der Tote langsam auf und kehrt zurück zu seiner Frau. Der Hauptschauplatz ist das Haus, in dem die beiden glücklich gelebt haben und in dem sich jetzt alles nach und nach verändert. Ein Haus voller schmerzlicher Trauer. Ein Geist, gehüllt in ein weißes Tuch mit kohlschwarzen Augenlöchern, gefangen in einer mysteriösen Zwischenwelt, muss tatenlos mitansehen, wie die junge Witwe ohne ihn mit dem Leben fertig wird. Ein stummer, für sie unsichtbarer Zeuge ihres leidvollen Schmerzes. Verhaftet in der Illusion, seiner Frau in ihrer Trauer beizustehen, langsam begreifend, dass er als Geist, losgelöst von jeglicher Zeit existiert. Ein passiver Beobachter, der dazu gezwungen ist, zu erfahren wie das Leben, so wie er es kannte, sich auflöst und die Frau, die er liebte in eine Zukunft ohne ihn entschwindet.

Die immer wiederkehrenden, minutenlangen Einstellungen bringen dem Zuschauer die schmerzhaften Gefühle von Trauer und Verlust spürbar nah. Der Film lebt von einer derart melancholischen Bildsprache, die man so noch nicht gesehen hat. Besonders herzergreifend eine Szene, in der Mara einen ganzen Kuchen isst, wie sie das macht, rührt zu Tränen. In den langen Passagen, die einem Stummfilm ähneln, gibt es kurze Momente, die durchaus komisch sind.

Erstaunlich, wie Casey Affleck seine Trauer spürbar macht, obwohl er unter seinem Tuch absolut nicht sichtbar ist. Jegliches Zeitgefühl ist aufgehoben. Es vergehen Tage, Wochen, Jahre. Alles um ihn herum verändert sich und er womöglich in der Zwischenwelt stecken bleibt, in abgrundtiefer Verlorenheit.

David Lowery hat einen sehr künstlerischen und auch sehr speziellen Film gedreht. Wer sich darauf einlässt, erlebt eine derart liebevolle Geschichte, die tief berührt und man unweigerlich daran erinnert wird, über die Vergänglichkeit des Lebens nachzudenken.

Ulrike Schirm

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Im Mainstream-Kino ist wieder Action angesagt. Allerdings mit einem Hang zu schnulzigen Momenten, die das Publikum so liebt.

"ZWISCHEN ZWEI LEBEN – THE MOUNTAIN BETWEEN" US Action-Drama von Hany Abu-Assad (21st Century Fox / USA). Mit Kate Winslet, Idris Elba, Beau Bridges u.a. seit 7. Dezember 2017 im Kino. Hier der Trailer:

Ulrikes Filmkritik:

Nach dem der Linienflug wegen stürmischer Wetterverhältnisse gestrichen wurde tun sich zwei Fremde zusammen und chartern, entgegen jeder Vernunft, eine private Propellermaschine. Beide Protagonisten haben wichtige Termine, die sie nicht aufschieben wollen. Ben, ein Chirurg (Idris Elba), der zu einer dringenden Operation erwartet wird und die Fotojournalistin Alex (Kate Winslet), die ihren Hochzeitstermin nicht versäumen will, vertrauen dem freundlichen Piloten Walter (Beau Bridges), der ihnen verspricht, sie pünktlich an ihrem Zielort abzusetzen. Mit an Bord, Walters zutraulicher Labrador.

Die kleine Maschine hebt ab. Kurze Zeit später kracht sie in eine schnee- und eisbedeckte Bergkette. Der Pilot erlitt einen Herzinfarkt. Alex und Ben samt Hund überleben den Absturz. In der eisigen Wildnis beginnt für sie ein kräftezehrender Überlebenskampf. Zwei Fremde, die unter extremen Umständen gezwungen sind, sich aufeinander zu verlassen. Für Winslet und Elba eine schauspielerische Tour de Force. Regisseur Hany Abu-Assad lag viel daran, das Überlebensdrama so realistisch wie möglich zu inszenieren. Die Aufnahmen der verschneiten Wildnis und des bizarren Bergpanoramas sind eine Wucht.

Als die beiden nach Tagen eine leere Hütte entdecken, kommen sie sich auch als Paar näher. Und nun entwickelt sich der spannende Kampf ums Überleben zu einer ziemlichen Schmonzette und ist auf dem Weg zu einer Abenteuerromanze. Von da an schweiften meine Gedanken ab und ich überlegte, wie der Film wohl geworden wäre, hätte man die Hauptakteure mit zwei 70-jährigen besetzt.

Ulrike Schirm

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Den nachfolgenden Film hatten wir schon beim letzten Mal, am 3. Dezember 2017, als Filmtipp von Isolde Arnold vorgestellt. Heute folgt noch eine zweite Filmrezension.

"DIE LEBENDEN REPARIEREN" Drama von Katell Quillévéré (Frankreich, Belgien). Mit Tahar Rahim, Emmanuelle Seigner, Anne Dorval u.a. seit 7. Dezember 2017 im Kino. Hier der Trailer:

Ulrikes Filmkritik:

Für den Teenager Simon beginnt der Tag wie so viele andere auch. Bevor er das Haus verlässt, macht er noch schnell ein Handyfoto seiner noch schlafenden Freundin, denn er ist ganz in der früh mit seinen Freunden zum Surfen verabredet. Die drei sportlichen Jungen fahren ans Meer. Spät abends auf dem Rückweg verliert der Fahrer des Autos wegen Übermüdung kurz die Kontrolle. Simon ist nicht angeschnallt. Auf der Intensivstation im Krankenhaus in Le Havre stellt man eine niederschmetternde Diagnose. Simons Herz schlägt noch, doch er ist hirntot. Nur noch Maschinen halten ihn am Leben.

Seine Eltern Marianne (Emmanuelle Seigner) und Vincent (Kool Shen) stehen vor einer emotional schwerwiegenden Entscheidung. Stimmen sie einer Organspende zu oder nicht.

In Paris lebt die etwa 50-jährige Claire (Anne Dorval). Ihr Herz ist schwer angegriffen und wird nicht mehr lange schlagen. Natürlich hat sie Angst vor dem Tod aber auch Angst vor einer Operation. Auch die Entscheidung mit dem Herzen eines Toten weiterzuleben fällt ihr schwer.

Maylis de Kerangal schildert in ihrem Roman „Die Lebenden reparieren“ die Trauer, die Verzweiflung und die Not der Entscheidung bei den Angehörigen, sowie den klinischen Alltag der Ärzte, Krankenschwestern und Pflegern.

Regisseurin Katel Quillévéré schaut im Film besonders hinter die Kulissen des Krankenhausalltags. Sie zeigt den medizinischen Ablauf der Transplantation mit viel Feingefühl und bemerkenswerter Behutsamkeit. Das Verhalten der Ärzte (Tahar Rahim) und (Bouli Lanners), die ihre Arbeit mit großem Respekt und menschlicher Würde verrichten, wünscht man sich als Patient in jedem Krankenhaus.

Die Handlung bewegt sich in einem Zeitraum von 24 Stunden. Erzählt werden eigentlich zwei Geschichten, die des Spenders und der trauernden Eltern und die des Empfängers, Claire, die mit sich hadert und die mit dem Zuspruch ihrer beiden Söhne eine Entscheidung trifft.

Mit besonderer Sensibilität führt uns K. Quillévéré an ein Thema heran, was für die Mehrheit der Zuschauer mit einer Scheu vor der Auseindersetzung behaftet ist.

Es gibt Stimmen, die von einer kitschigen Betroffenheitsarie sprechen und der Meinung sind, dass viele Fragen unbeantwortet bleiben. Das kann man so oder so sehen.

Ulrike Schirm

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Wie eingangs bereits erwähnt, erhofft sich die Kinobranche von dem neuen "STAR WARS" Abenteuer volle Kinokassen zu Weihnachten, um das relativ schlechte Ergebnis des letzten Jahres vergessen zu lassen.

"STAR WARS: THE LAST JEDI" Sci-Fi-Abenteuer von Rian Johnson (Disney / USA) mit Daisy Ridley, John Boyega, Oscar Isaac, Carrie Fisher (†) u.a. seit 14. Dezember 2017 im Kino. Hier der Trailer:

Unsere Filmkritik:

Bei der Episode 8 von "STAR WARS: DIE LETZTEN JEDI" fühlten wir uns zunächst etwas hilflos im Kino aufgehoben. Die Pressevorführung wurde weder in 3D vorgeführt, noch war sie mit deutschen Untertiteln versehen. Diese hätte den Bildeindruck in den Augen anderer Betrachter vielleicht geschmälert, doch insbesondere im Berliner Zoo Palast hat es auch schon intelligentere Lösungen gegeben, bei denen die Untertitel unterhalb der Leinwand auf einem extra Laufband eingeblendet wurden.

Zugegeben, wir hatte uns im Gegensatz zu anderen Journalisten nicht sonderlich vorbereitet und die bereits vor zwei Jahren erschienene Episode 7 "Star Wars: Das Erwachen der Macht" zuvor nicht noch einmal angesehen. Vor einem Jahr war zudem mit "Rogue One: A Star Wars Story" ein Spinn off, also eine als Nebenhandlung gedachte Vorgeschichte erschienen, in der bekannte Gesichter gar nicht mehr vorkamen, aber wenigstens in Querverweisen auf den aus der Episode IV bekannten Todesstern verwiesen worden war.

Episode 8 „Star Wars: Die letzten Jedi“ schließt dagegen direkt an den Vorgänger der Episode 7 an, dessen Inhalt wir mittlerweile verdrängt hatten. Das ging aber auch anderen Kollegen so, sodass Einige erst gar keine Lust hatten, die ansonsten nicht ganz leicht verständliche englische Originalversion sich anzusehen.

Technisch ist an dem neuen Werk, welches die George Lukas bereits 1977 entstandene Episoden mehr oder wenige kongenial ergänzt, wenig auszusetzen. Schöner wäre es sicherlich gewesen die 3D-Fassung sehen zu können, denn man möchte dem Zeitgeschmack auch in dieser Hinsicht gerne folgen. Vor 40 Jahren hatten wir die erste Folge noch im ehemaligen Berliner Royal Palast sehen können, der eine gekrümmte besonders große 70mm Cinerama Leinwand vorweisen konnte, was in etwa einer heutigen IMAX-Leinwand entspricht, zumindest von den Abmessungen in der Breite. Das Erlebnis war damals geradezu sensationell.

Diesmal sind einige Special Effects besonders imposant gelungen, an anderer Stelle können wir aber nicht mit Kritik sparen. Vor allem die Enttarnung der aus dem Nichts auftauchenden bedrohlichen Kriegsschiffe der imperialen Truppen erscheint uns ungewöhnlich abrupt und damit wenig gelungen. Erst mit der Zeit wurde uns klar, dass die Hauptgestalten, Prinzessin Leia Organa und vor allem der aus anderen Episoden bekannte junge Jedi-Ritter Luke Skywalker, mittlerweile stark gealtert sind und es Nachkommen der Jedis bedarf, um die Macht und damit auch die Rebellen, zu retten.

Dazu gehört Rey, die in der letzten Episode aus der Gefangenschaft eines Schrotthändlers befreit wurde und nun bei Luke Skywalker in die Lehre gehen will. Offen bleibt aber die Frage wer die Eltern der Macht-begabten Rey sind? Von Luke wird sie allerdings zunächst abgewiesen, denn er hat sich zum Sterben auf eine einsame Insel zurückgezogen und glaubt nicht mehr an die Rückkehr der Jedis. Doch es kommt anders und er wird sich zum Schluss noch einmal mit seinen telepathischen Kräften einem Kampf gegen die dunkle Seite der Macht stellen. Doch wird es ihm gelingen? Reicht seine Energie aus, um als Holografie zu erscheinen und nahezu unverwundbar zu bleiben? Fragen über Fragen bei denen wir in diesem Moment unweigerlich an VR-Brillen denken, die derzeit der große Hype sind, und auch im Film offensichtlich durch die virtuelle Gestalt zitiert werden sollen. Wie es dazu kommt und wie das Ergebnis ausfällt, wollen wir nicht verraten, das muss sich jeder selbst - und womöglich zum besseren Verständnis - in der deutschen Fassung sich ansehen. Bis zur endgültigen Entschlüsselung aller uns gestellten Rätsel muss man vielleicht auch den nächsten Teil abwarten, die Episode IX ? Dieser Teil folgt aber erst in zwei Jahren. Zwischendurch wird es wieder ein Spinn-off aus der Parallelwelt geben.

W.F.

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Am heutigen Abend wurde uns noch eine weitere Filmkritik nachgereicht, die zwar schon rechtzeitig fertig geschrieben war, aber wegen eines Computerabsturzes leider nicht übermittelt werden konnte. Im Gegensatz zu unser Rezensentin waren wir von dem Film nicht überzeugt und sind nicht bis zum Schluss geblieben.

"MEINE SCHÖNE INNERE SONNE" Romanze von Claire Denis (Frankreich, Belgien). Mit Juliette Binoche, Xavier Beauvois, Philippe Katerine, Gérard Depardieu u.a. seit 14. Dezember 2017 im Kino. Hier der Trailer:

Ulrikes Filmkritik:

Die geschiedene erfolgreiche Pariser Künstlerin Isabelle (Juliette Binoche), une femme entre deux ages (eine Frau mittleren Alters), fühlt sich einsam und leer. An Liebhabern mangelt es nicht. Jede neue Liaison ist getragen von Hoffnung, einer großen Erwartung und der bitteren Enttäuschung.

Isabelle sucht nach einer Liebe frei von Kompromissen, getragen von dem Wusch, bedingungslos geliebt zu werden. Gemeinhin gesagt, sie ist auf der Suche nach der sprichwörtlichen Stecknadel im Heuhaufen. Zu unterschiedlich scheint die Kluft zwischen dem, was Frauen wünschen und Männer bereit sind zu geben. Berührend losgelöst erlebt man Isabelle, wenn sie über eine auf dem Boden ausgebreitete Leinwand ausgelassen tanzt und dabei malt.

Als sie auf einen von Selbstzweifeln geplagten Schauspieler (Nicolas Duvauchelle) trifft, ist sie überzeugt endlich jemanden getroffen zu haben, der die gleiche Sehnsucht nach einer Liebesintensität hegt wie sie.

Sie ist verliebt. Nach einer gemeinsamen Nacht entscheidet er sich gegen sie. Ratlos überlegt sie, die Suche aufzugeben. Oder soll sie vielleicht doch zu ihrem Mann zurückkehren und dem Vertrauten, was sie verbindet eine Chance geben? Doch auch das erneute Treffen mit ihm zeigt, dass sie ihr Leben nicht miteinander teilen können.

Um sich abzulenken, fährt Isabelle mit einigen Künstlerfreunden aufs Land. Auch hier fühlt sie sich wieder missverstanden. Die Oberflächlichkeit mit denen die Männer mit ihrer Vorstellung von einer erfüllten Paarbeziehung umgehen, löst ihn ihr einen gewaltigen Wutausbruch aus.

Und wieder lässt sich Isabelle voller Hoffnung mit Sylvain (Paul Blain) auf eine neue Liaison ein. Er gehört zu einer anderen sozialen Schicht und das macht ihn für sie interessant. Er liebt Isabelle. Doch auch diese Liebe zerbricht. Was sie an ihm so interessant fand, weicht ihrer Unentschlossenheit, sich mit ihm an ihrer Seite, über ihre eigenen sozialen Schranken hinwegzusetzen und sich bei ihren Freunden nicht mehr anerkannt zu fühlen. In ihrer Verzweiflung sucht sie einen Wahrsager (Gérard Depardieu) auf. Er, der selbst ein „Opfer“ von zurückgewiesener Liebe ist, pendelt mit ihr Fotos aus. Strahlend sitzt sie ihm gegenüber. Er rät ihr offen zu bleiben, offen für Dinge, die kommen werden… sie soll ihren eigenen, einzigartigen Lebensweg gehen und sie wird eine schöne, innere Sonne finden.

Wäre da nicht Madame Binoche, die ihre Rolle wie immer mit einer für sie einzigartigen Hingabe spielt, wäre das Drama durch seine Geschwätzigkeit (das mag an der deutschen Synchronisation liegen) ziemlich uninteressant. Binoche, die von der Kamera geliebt wird, bezaubert mit ihrem betörenden Lachen, ihrer Sinnlichkeit und ihrer starken Präsenz.

Ulrike Schirm

Quellen: Blickpunkt:Film | filmecho | Ulrike tratscht Kino

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