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Gedenken zum Totensonntag 2010

Von vielen Film- und Fernsehstars mussten wir 2010 Abschied nehmen.



Aus öffentlichen Trauerbekundungen hat sich "Das BAF-Blog", unser tägliches Tagebuch aus der Berliner Film- und TV-Branche, meist herausgehalten. Nur bei Schlingensief, der im August in Berlin verstarb, machten wir eine Ausnahme und würdigten ihn noch am gleichen Tag, weil der plötzliche Tod in unserer Stadt allen so nahe ging. Angesichts des Totensonntags wollen wir dennoch einen Rückblick geben, wer uns in diesem Jahr verlassen hat. Vor allem jene Regisseuren und Schauspieler, die stets auf der Berlinale zu Gast waren und nun nicht mehr bei uns sein können, wollen wir an diesem Tag nochmals in Erinnerung rufen.

Die Erinnerungen wollen wir zukünftig in jedem Jahr am Totensonntag fortführen.

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Eric Rohmer (11. Januar 2010)
Pernell Roberts (24. Januar 2010)
Robin Davies (22. Februar 2010)
Corey Haim (10. März 2010)
Peter Graves (14. März 2010)
Robert Culp (24. März 2010)
John Forsythe (1. April 2010)
"Sugarbaker" Dixie Carter (10. April 2010)
Werner Schroeter (12. April 2010)
Simon Monjack (23. Mai 2010)
Matt Hughes (26. Mai 2010)
Gary Coleman (28. Mai 2010)
Dennis Hopper (29. Mai. 2010)
Rue McClanahan (3. Juni 2010)
Heidi Kabel (15. Juni 2010)
Bernard Giraudeau (17. Juni 2010)
Frank Giering (23. Juni 2010)
James Gammon (16. Juli 2010)
Heinrich Schmieder (21. Juli 2010)
Rolf Liccini (geb. Deppe*) 9. August 2010
Christoph Schlingensief (21. August 2010)
Satoshi Kon (24. August 2010)
Claude Chabrol (12. September 2010)
Gloria Stuart (26. September 2010)
Arthur Penn (28. September 2010)
Tony Curtis (30. September 2010)
Helga Göring (3. Oktober 2010)
Thomas Harlan (17. Oktober 2010)
Lisa Blount (27. Oktober 2010)
Jill Clayburgh (5. November 2010)
Ezard Haußmann (6. November 2010)
Dino De Laurentiis (11. November 2010)
García Berlanga (13. November 2010)
Nachtrag
Irvin Kershner (27. November 2010)
Leslie Nielsen (28. November 2010)
Mario Monicelli (29. November 2010)
Alfred Müller (2. Dezember 2010)
Blake Edwards (15. Dezember 2010)


Quellen: dpa | ddp | afp

Um das Blog übersichtlicher zu belassen, haben wir die detaillierten Beschreibungen zu den 32 verstorbenen Personen in die erweiterte Ansicht eingestellt und mit einigen aktuellen Ergänzungen versehen.



Im Jahr 2010 verstorbene Schauspieler, Regisseure und Autoren.

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Eric Rohmer (11. Januar 2010)

In Paris verstarb der französische Regisseur Eric Rohmer am 11. Januar 2010 im Alter von fast 90 Jahren. Er galt als ein Meister des französische Autorenfilms und hinterlässt der Kinowelt über 50 Werke.

Eric Rohmer gehörte in den sechziger Jahren zur Nouvelle Vague, einer neuen Stilrichtung des französischen Kinos, die sich gegen die Traditionen in der kommerziellen Filmproduktion richtete. Bevor er seine Laufbahn als Regisseur einschlug, hatte Eric, dessen Geburtstname Maurice Henri Joseph Schérer lautete, bereits als Lehrer und Filmkritiker gearbeitet.

2007 stellte der große Regisseur mit "Les amours d'Astrée et de Céladon" sein letztes Werk vor. Zu seinen wichtigsten Arbeiten gehört der sechsteiligen Zyklus "Moralische Geschichten" aus den sechziger und siebziger Jahren. Im Laufe seiner Karriere sammelte Eric Rohmer mit seinen Filmen zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem zwei Silberne Bären auf der Berlinale und eine Oscarnominierung für das Drama "Meine Nacht bei Maud".

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Pernell Roberts (24. Januar 2010)

"Bonanza"-Star" Pernell Roberts, der sechs Jahre den ältesten Sohn in der legendären Westernserie "Bonanza" spielte, verstarb in seinem Haus im kalifornischen Malibu gestorben, wie amerikanische Medien berichteten. Roberts wurde 81 Jahre alt. Er war der letzte der drei Filmbrüder. Michael Landon, als "Little Joe" der jüngste der drei, starb 1991 ebenfalls in Malibu mit 54 Jahren an Krebs. Dan Blocker, als "Hoss" der mittlere der drei, überlebte 1972 mit gerade 43 Jahren eine Operation nicht. Sein Tod hatte das Ende der Serie bedeutet. Filmvater Lorne Greene starb 1987 mit 72 Jahren.

Der Schauspieler Pernell Roberts versuchte sich nach dem Ausstieg bei "Bonanza" mit anderen Projekten, auch als Sänger. Doch damit war er in den 1970-er Jahren nur mäßig erfolgreich. Ein zweiter Durchbruch gelang erst 1979 als Titelfigur der Serie "Trapper John, M.D.". Darin spielte Roberts sieben Jahren einen Arzt mit Lazaretterfahrung aus dem Koreakrieg - eine Auskoppelung der Erfolgsserie "MASH". Seine letzten Auftritte hatte Roberts in den 1990-er Jahren in der Serie "Diagnose: Mord".

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Robin Davies (22. Februar 2010)

Der britische Film- und Fernsehschauspieler Robert Richard „Robin“ Davies hatte schon in jungen Jahren erste Auftritte in Filmen und Fernsehserien. Seine bekannteste Rolle wurde die des 14-jährigen Bauernsohns Harold Bennet in der ersten Staffel der englischen Fernsehserie "Catweazle". Seinen letzten Auftritt hatte er 1998 in dem erfolgreichen Kinofilm "Shakespeare in Love". Mit nur 56 Jahren verstarb er an den Folgen eines Hirntumors und an Lungenkrebs.

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Corey Haim (10. März 2010)

Der frühere Teenie-Schwarm Corey Haim ist trotz eines Medikamentencocktails in seinem Blut eines natürlichen Todes gestorben. Entgegen ersten Vermutungen erlag der 38-Jährige nicht einer Überdosis von Medikamenten.

Zwar seien bei dem in Kanada geborenen Schauspieler acht verschiedene Drogen im Körper nachgewiesen worden, meldete der "Toronto Star" am Donnerstag. Die Autopsie in Los Angeles ergab aber, dass der Schauspieler wegen eines Lungenversagens starb. "Medikamente haben nicht akut zu seinem Tod beigetragen", erklärte der Gerichtsmediziner Juan M. Carrillo.

Der 80er-Jahre-Star aus Filmkomödien wie "Daddy's Cadillac" und dem Vampirstreifen "Lost Boys" hatte erstmals 1984 vor der Kamera gestanden. Damals drehte er mit Sarah Jessica Parker und Robert Downey Jr. das Drama "Moving In". Ein Jahr später folgte "Lucas" mit Charlie Sheen und Winona Ryder. In den 90er Jahren brach Haims Filmkarriere ein. Er drehte noch einige TV-Filme und eine Reality-Show. Über Jahre hinweg kämpfte Haim gegen seine Drogensucht. In Interviews gab er zu, Kokain und Crack genommen zu haben.

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Peter Graves (14. März 2010)

Hollywood-Schauspieler Peter Graves, Star aus TV-Serien wie "Kobra, übernehmen Sie" und "Fury", verstarb am 14. März im Alter von 83 Jahren. Als Todesursache gab die "Washington Post" Herzinfarkt an. In seiner sechs Jahrzehnte umfassenden Karriere übernahm er zahlreiche Rollen in Kinofilmen und Fernsehserien. Mit Billy Wilder dreht er 1953 "Stalag 17" über ein deutsches Gefangenenlager im Zweiten Weltkrieg. Sechs Staffeln lang spielte er Jim Phelps, den Chef einer Truppe von Geheimagenten, in der Serie "Kobra, übernehmen Sie" (Originaltitel: "Mission: Impossible") und der Nachfolgeserie "In geheimer Mission". Kinder- und Erwachsenenherzen eroberte er in der beliebten Fernsehserie über den schwarzen Mustang "Fury" als gutherziger Rancher Jim Newton, Adoptivvater des Waisenknaben Joey.

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Robert Culp (24. März 2010)

Am 24. März mussten von Hollywood-Star Robert Culp Abschied nehmen. Der 79-Jährige starb an den Folgen eines Sturzes vor seinem Haus in Los Angeles, berichtete die "Los Angeles Times" unter Berufung auf die Behörden.

Culp sei mit dem Kopf aufgeschlagen, teilte Polizeisprecher Bob Binder mit. Ein Jogger habe den Schauspieler gefunden, Culp sei wenig später im Krankenhaus für tot erklärt worden.

Mitte der 1960er Jahre lockten Culp und der schwarze Schauspieler Bill Cosby mit der Krimi-Serie "I Spy" ("Tennisschläger und Kanonen") ein Millionenpublikum vor den Fernseher. Culp führte bei einigen Episoden der Erfolgsserie auch Regie. Sie spielen Geheimagenten, die als Tennisprofi und Trainer getarnt durch die Welt ziehen. Cosby gelang damals als erstem schwarzen Hauptdarsteller neben einem weißen Star in einer TV-Serie der Durchbruch.

Culp spielte auch in mehreren Kinofilmen mit. 1963 drehte er mit Jane Fonda die Komödie "Sonntag in New York". Neben Telly Savalas war er 1975 in dem Thriller "Inside Out - Ein genialer Bluff" zu sehen. Alan J. Pakula holte ihn 1993 neben Julia Roberts und Denzel Washington in der John-Grisham-Verfilmung "Die Akte" vor die Kamera. Zuletzt trat Culp in der TV-Sitcom "Alle lieben Raymond" auf.

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John Forsythe (1. April 2010)

Sanft und höflich, die Würde in Person: So kannte und verehrte alle Welt den US-Schauspieler John Forsythe. Der Hitchcock-Darsteller und Star beliebter TV-Serien wie "Der Denver Clan" und "Drei Engel für Charlie" erlag den Folgen eines längeren Krebsleidens. Nach Angaben seiner Familie starb Forsythe am 1. April im Alter von 92 Jahren auf seinem Anwesen im kalifornischen Santa Ynez. "Er starb, wie er sein Leben lebte - mit Würde und Anmut", erklärte seine Tochter Brooke Forsythe.

Joan Collins, die ihm als seine biestige Ex-Frau im "Denver Clan" das Leben schwer gemacht hatte, rühmte Forsythe als "einen der letzten wahren Gentlemen der Schauspielgattung". Er selbst verhalf der Serie als Öl-Unternehmer und Familienpatriarch Blake Carrington von 1981 bis 1989 in mehr als 200 Folgen zur Popularität. "Der Denver Clan" ist der "Los Angeles Times" zufolge bis heute die erfolgreichste Seifenoper aller Zeiten in der abendlichen Hauptsendezeit.

Das Fernsehen hat Forsythe weltweit berühmt gemacht, seine großen Rollen hatte er jedoch im Kino. In seinen ersten beiden Filmen, den Weltkriegsdramen "Blutiger Schnee" und "Bestimmung Tokio", hatte er nur unwichtige Nebenrollen, doch dann spielte sich der große Schwarzhaarige aus New Jersey schnell nach vorn. Schon 1953 hatte er seine erste Hauptrolle neben dem großen Edward G. Robinson in dem Krimi "Das gläserne Netz".

Krimis und Thriller von Alfred Hitchcock machten ihn zum Star, etwa der Spionagethriller "Topas". Eine seiner besten Rollen spielte er in "Immer Ärger mit Harry". In der rabenschwarzen Hitchcock-Komödie versucht Forsythe, neben diversen anderen Protagonisten, eine im Wald gefundene Leiche - eben "Harry" - verschwinden zu lassen.
Im Jahr 2002, inzwischen 84 Jahre alt, hatte er noch einmal geheiratet. Acht Jahre zuvor war 1994 seine erste Frau verstorben, mit der er 50 Jahre lang verheiratet war.

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"Sugarbaker" Dixie Carter (10. April 2010)

Schauspielerin Dixie Carter ist am 10. April im Alter von 70 Jahren gestorben. Ihr Ehemann, Schauspieler Hal Holbrook ("Into the Wild"), sagte dem US-Magazin "People", dass ihr Tod ein "schrecklicher Schicksalsschlag für die Familie" sei. Die Todesursache wurde nicht mitgeteilt.

Dixie Carter wurde vor allem durch ihre Rolle als resolute Innenausstatterin Julia Sugarbaker in der TV-Serie "Designing Women" bekannt, die sie in 163 Folgen verkörperte. Die Serie lief in Deutschland unter den Titeln "Sugarbaker's" und "Mann muss nicht sein". Ab 2006 spielte sie sieben Folgen lang in der Fernsehserie "Desperate Housewives" die Mutter von Kyle MacLachlans Charakter Orson Hodge. Diese Rolle hatte ihr eine Emmy-Nominierung eingebracht. Zuletzt stand sie vergangenes Jahr für den Spielfilm "That Evening Sun" an der Seite ihres Ehemannes vor der Kamera.

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Werner Schroeter (12. April 2010)

Der deutsche Film-, Opern- und Theater-Regisseur Werner Schroeter verstarb im April an Krebs in Kassel. Sein Schaffen wird dem Neuen Deutschen Film zugerechnet. Oftmals bedient Schroeter sich in seinen Filmen opulenter, expressiver Mittel, in denen seine Verbundenheit zu Oper und Theater offensichtlich wird. Auch in seinen Dokumentarfilmen setzt er solche Mittel ein, beispielsweise in Form von Montage inszenierter expressiver Sequenzen mit den dokumentierenden Passagen des Films.


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Simon Monjack (23. Mai 2010)

Nur fünf Monate nach dem überraschenden Tod seiner Frau, der US-Schauspielerin Brittany Murphy, ist auch ihr Ehemann Simon Monjack gestorben. Wie die "Los Angeles Times" unter Berufung auf die Polizei berichtete, wurde der 39-jährige Drehbuchautor und Produzent tot in seinem Haus in Hollywood gefunden. Die Todesursache stand zunächst nicht fest. Nach Angaben seiner Mutter Linda hatte Monjack im Dezember einen leichten Herzinfarkt erlitten.

Murphy hatte 1995 in dem Teen-Klassiker "Clueless - Was sonst!" auf sich aufmerksam gemacht. In "Durchgeknallt" stand sie 1999 mit Angelina Jolie und Winona Ryder vor der Kamera. 2002 war die hübsche Schauspielerin in Eminems Kino-Hit "8 Mile" zu sehen.

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Matt Hughes (26. Mai 2010)

Der beliebte US-TV-Moderator Matt Hughes der Doku-Serie "Storm Chasers", der im Discovery Channel seit 2007 jede Woche Tornados aufspürte, filmte und fotografierte, hat sich das Leben genommen. Erst am 3. November erfuhren die Zuschauer von den traurigen Neuigkeiten durch eine Spezial-Folge der Sendung. Der erst 30-jährige Sturm-Jäger hatte versucht, sich in seinem Haus zu erhängen und starb wenige Tage später auf der Intensivstation eines Krankenhauses. Hughes hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.

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Gary Coleman (28. Mai 2010)

Der ehemalige Kinderstar Gary Coleman verstarb im Alter von 42 Jahren an den Folgen einer Hirnblutung, wie das US-Magazin "People" auf seiner Website berichtet. Der kleinwüchsige Schauspieler spielte in den 70er und 80er Jahren unter anderem in den amerikanischen Sitcoms "The Jeffersons" und "Diff'rent Strokes" und war dort ein absoluter Publikumsliebling. Auch später war er noch häufiger im Fernsehen zu sehen, zum Beispiel als Gast in diversen US-Serien.

Ende der 80er Jahre hatte Coleman vor allem durch seine Geldprobleme Schlagzeilen gemacht. Weil er seinen Eltern vorwarf, sein Vermögen durchgebracht zu haben, brachte er sie vor Gericht. Wegen eines angeborenen Nierenleidens war Coleman seit seiner Kindheit immer wieder in Behandlung. Auch 2010 war er wegen diverser Erkrankungen schon mehrfach im Krankenhaus gewesen.

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Dennis Hopper (29. Mai. 2010)

Ein Abgang mit Qualen: Schauspieler, Regisseur und Hollywoodrebell Dennis Hopper ist tot. Der 74-jährige Easy Rider Star und Anarcho-Ikone und einstiges Enfant Terrible Hollywoods, Dennis Hopper, erlag ganz im Stillen und umgeben von engsten Freunden und der Familie in Venice bei Los Angeles seinem Krebsleiden.

Karriere und Lebensweg hatten ihn durch alle Höhen und Tiefen des Lebens geführt. Während sich Hopper als Schauspieler und Regisseur immer wieder aufrappeln konnte, hat er jetzt den monatelangen Kampf gegen den Prostatakrebs verloren. Ärzte hatten die Krankheit im Oktober letzten Jahres in fortgeschrittenem Stadium festgestellt und Hopper keinerlei Hoffnung auf Heilung gemacht. Gegenüber Freunden soll der ewige Rebell nach der Diagnose geäußert haben, dass er mit seinem Leben abgeschlossen hat. Er schien zum Gehen bereit gewesen zu sein, während sich Hopper als Schauspieler und Regisseur immer wieder aufrappeln konnte.

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Rue McClanahan (3. Juni 2010)

"Golden Girls"-Darstellerin Rue McClanahan ist tot. Sie starb im Alter von 76 Jahren an einem Schlaganfall, berichtete das US-Magazin "People". Im November war die Amerikanerin am Herzen operiert worden und hatte bereits zu Beginn des Jahres einen leichten Schlaganfall erlitten.

Populär wurde McClanahan durch ihre Paraderolle als alternde, Südstaaten-Schönheit Blanche Devereaux in der Sitcom "Golden Girls". In sieben Staffeln spielte sie von 1985 bis 1992 die eitle, männerbesessene Mitbewohnerin der Seniorinnen-WG in Florida. Dafür wurde sie auch mit einem der begehrten US-Fernsehpreise Emmy ausgezeichnet.

Die Erfolgsserie "Golden Girls" griff viele Themen auf, die bis dato im Fernsehen oft als Tabu gegolten hatten: Homosexualität, Sterbehilfe, Armut oder Sex im Alter. Die auch in Deutschland beliebte Serie, die erstmals ab 1990 in der ARD lief, wurde von Kritikern für ihren feinen Witz und ihr hohes Niveau gelobt.

Von den vier "Golden Girls" lebt nur noch die 88-jährige Betty White (Rose), deren Karriere durch einen Auftritt bei "Saturday Night Life" kürzlich neuen Aufschwung bekam. Beatrice Arthur (Dorothy) starb im vergangenen Jahr an Krebs. Estelle Getty, die Dorothys Mutter Sophia spielte, 2008.

McClanahan wurde 1934 im US-Bundesstaat Oklahoma geboren und startete ihre Karriere am Broadway. Unter anderem war sie Ende der 60er Jahre in dem Musical "Jimmy Shine" neben Dustin Hoffman zu sehen. Sie trat außerdem in vielen TV-Seifenopern auf. US-Fernsehzuschauern wurde sie in den 70er Jahren durch die Serie "Maude" bekannt. Die Sitcom mit Beatrice Arthur in der Titelrolle als selbstbewusste, liberale Feministin Maude Findlay galt als bahnbrechend. McClanahan spielte ihre beste Freundin Vivian.

Auf der großen Leinwand war sie in "Tango gefällig?" 1997 neben Jack Lemmon und Walter Matthau zu sehen. Im Jahr darauf folgte "Rusty - Der tapfere Held".

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Heidi Kabel (15. Juni 2010)

Heidi Bertha Auguste Kabel, die Volksschauspielerin, die vor allem durch ihre Auftritte im Hamburger Ohnsorg Theater berühmt wurde, ist im Alter von 95 Jahren friedlich eingeschlafen. Dies teilte Christian Seeler, Intendant des Ohnsorg Theaters mit. Durch Fernsehübertragungen aus dem Schauspielhaus erlangte sie seit 1954 große Bekanntheit im deutschsprachigen Raum. Später folgten etliche Fernsehserien, in der sie oft mit plattdeutschem Dialekt mitspielte. Am Silvesterabend 1998 nahm die mittlerweile 84-jährige Schauspielerin mit einer Aufführung des Stückes „Mein ehrlicher Tag“ im Hamburger Kongresszentrum CCH Abschied von der Bühne. 2003 verschlechterte sich ihr gesundheitlicher Zustand, dennoch übernahm sie 2007 im Alter von 92 Jahren in Detlev Bucks Verfilmung von "Hände weg von Mississippi" eine kleine Rolle an der Seite ihrer Tochter Heidi Mahler.

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Bernard Giraudeau (17. Juni 2010)

Der französische Theater- und Kinoschauspieler Bernard Giraudeau erlag am 17. Juni in Paris einem Krebsleiden. Giraudeau wurde 63 Jahre alt. Der Schauspieler ist in Deutschland unter anderem mit François Ozons "Tropfen auf heiße Steine" (2000) oder Patrice Lecontes "Ridicule - Von der Lächerlichkeit des Scheins" (1996) bekanntgeworden. In dem Kultfilm "La Boum" (1980) spielte er einen Lehrer. Giraudeau war mehrfach für den César-Filmpreis nominiert worden, das französische Pendant zum Oscar. Er hat insgesamt in etwa 50 Filmen gespielt und außerdem Bücher und Drehbücher verfasst.

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Frank Giering (23. Juni 2010)

Die Alkoholsucht hat ihn angeblich besiegt: Frank Giering soll an inneren Blutungen gestorben sein, die infolge einer Alkoholvergiftung auftraten. Nach Angaben der "Bild" trank der Schauspieler zuletzt bis zu vier Flaschen Wodka am Tag. Am 23. Juni starb Giering im Alter von 38 Jahren in Berlin, die Todesursache wurde nun durch eine Obduktion geklärt. Todesursache soll eine akute Gallenkolik gewesen sein.

Der Schauspieler litt offensichtlich unter seinem Ruhm als Schauspieler. Selbstzweifel, Depressionen, immer wieder Alkohol-Probleme und Entzug.

Giering wirkte in zahlreichen Fernseh- und Kinofilmen mit. Bekannt wurde er unter anderem mit Michael Hanekes Thriller "Funny Games" (1997), in dem er einen psychopathischen Mörder verkörperte. Auch in den Kinofilmen "Absolute Giganten", "Baader" und "Hierankl" spielte er mit. Seit 2006 war der gebürtige Magdeburger als Kommissar Henry Weber in der ZDF-Krimiserie "Der Kriminalist" an der Seite von Christian Berkel zu sehen.

Nach einem Jahr Schauspielstudium in Bochum hatte Giering die Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam-Babelsberg besucht. 1994 verließ er sie vorzeitig. "Das war einfach nichts für mich. Da musste man nackt in Unterhosen die Geburt nachspielen oder mit einem Stuhl in den Raum der Erinnerung gehen", erinnerte er sich. Irgendwann habe er nicht mehr gewusst, "ob ich in die Psychiatrie eingeliefert wurde oder freiwillig dort bin".

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James Gammon (16. Juli 2010)

Der vor allem aus Westernfilmen bekannte Schauspieler James Gammon ist tot. Gammon starb am 16. Juli in Kalifornien, wie die Zeitung in seinem Heimatort Ocala (Florida) berichtete. Der Darsteller, der auch begeisterter Pferdezüchter war, wurde 70 Jahre alt.

Er litt seit längerem an Krebs. Weltweit bekannt wurde Gammon als Filmvater von Don Johnson in der Krimiserie "Nash Bridges". Zuvor sah man ihn zumeist auf dem Pferd: Als harter Cowboy mit gewaltigem Schnurrbart und rauer Stimme ritt er durch Dutzende Western. Dabei war er in Serien wie "Bonanza" und "Rauchende Colts" ebenso zu sehen wie in Kinoklassikern wie "Der Mann, den sie Pferd nannten", "Silverado" und zuletzt in "Unterwegs nach Cold Mountain" und "Appaloosa". Zu den bekanntesten Rollen Gammons, der auf der Bühne auch gefeierter Shakespeare-Schauspieler war, gehört die des Trainers Lou Brown in den beiden "Die Indianer von Cleveland"-Filmen.

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Heinrich Schmieder (21. Juli 2010)

Im Alter von nur 40 Jahren verstarb Heinrich Schmieder in einem Hotel in Livigno, Italien. Das TV-Publikum kannte ihn unter anderem als Bremer "Tatort"-Kommissar Tobias von Sachsen an der Seite von Sabine Postel. Der Extremsportler hatte an dem Mountainbike-Rennen "Bike Transalp" in Italien teilgenommen. Der Schauspieler lebte zuletzt in München und hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.

Für seine Rolle als Kommissar Forchert in der Komödie "Männer Häppchenweise" war er 2003 für den Deutschen Fernsehpreis nominiert. Auch in Filmen wie "Jahrestage", "Der Tunnel" oder "Toter Mann" spielte er mit. In Oliver Hirschbiegels Hitler-Drama "Der Untergang" war Schmieder als SS-Mann Rochus Misch zu sehen.

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Rolf Liccini (geb. Deppe*) 9. August 2010
Rolf Liccini, der am 2. Dezember 1940 als Rolf Deppe geboren wurde, war Berliner Filmemacher, Regisseur, Drehbuchautor und Kameramann sowie Gründungsmitglied des Berliner Arbeitskreis Film e.V. (BAF). Nach der zweiten Heirat nahm den Namen seiner Frau Lisa Liccini an. Seine Arbeitsgebiete waren neben Berlin auch in Wiesbaden und München. In den Jahren 1981 und 82 hat er auch als Schauspieler in drei Filmen mitgewirkt. Ab 1985 - 2005 war er vornehmlich als Kameramann für TV-Serien tätig. Monaco Film und Odeon TV hatten anlässlich seines Todes eine Traueranzeige im Internet geschaltet.

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Christoph Schlingensief (21. August 2010)

Der Theater-, Film- und Opernregisseur Christoph Schlingensief erlag im Alter von nur 49 Jahren am 21. August seinem Lungenkrebsleiden.

Schlingensief wurde am 24. Oktober 1960 in Oberhausen geboren. Ab den 1980er Jahren arbeitete er zunächst als Experimentierfilmer. An der Volksbühne in Berlin debütierte er 1993 unter der Leitung von Frank Castorf mit "100 Jahre CDU - Spiel ohne Grenzen" als Theaterregisseur. Später inszenierte er unter anderem auch Opern. Überdies hatte er mit der Partei "Chance 2000" für Aufsehen gesorgt.

Auf der kürzlich begonnenen Saison der Ruhrtriennale hatte Schlingensief ursprünglich das Stück "S.M.A.S.H" inszenieren sollen. Aufgrund seiner Krebserkrankung hatte er das Projekt jedoch Anfang Juli abgesagt.

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Satoshi Kon (24. August 2010)

Die Meldung von ANN, dass der Anime-Regisseur Satoshi Kon am 24. August im Alter von nur 46 Jahren verstorben ist, hat viele schockiert. Mit Kon verließ einer der kreativsten Regisseure die erwachsene Welt der Animation, der mit nur 46 Jahren sicherlich noch lange nicht den Zenit seiner Schaffenskraft erreicht hatte.

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Claude Chabrol (12. September 2010)

Der französische Regisseur Claude Chabrol verstarb am Sonntag, den 12. Sept. 2010 im Alter von 80 Jahren, wie das Pariser Rathaus mitteilte. Der Mitbegründer der „Nouvelle vague“ war bekannt für seine sozialkritischen Filme. Mit mehr als 60 Kinofilmen gehörte Chabrol zu den bedeutendsten Filmemachern Frankreichs.

Chabrol, der zusammen mit François Truffaut und Jean-Luc Godard den „Nouvelle-Vague“-Stil begründete, prägte 50 Jahre lang den französischen Film. Wie seine Kollegen Truffaut, Godard und Jacques Rivette schrieb er in den 50er Jahren für das richtungsweisende Filmmagazin „Cahiers du Cinema“. Gleich für eines seiner ersten Werke, „Schrei, wenn du kannst“ (“Les Cousins“), wurde Chabrol aufgrund seiner sarkastischen Betrachtungen des französischen Lebens 1959 bei den Internationale Filmfestspielen Berlin mit dem Goldenen Bären als bester Film ausgezeichnet. Genau 50 Jahre später wurde der Filmemacher bei der Berlinale 2009 für sein jahrzehntelanges Schaffen geehrt.

In seiner langen Karriere als Filmemacher wirkte Chabrol an mehr als 60 Filmen mit. Zu seinen Klassikern zählen "Eine untreue Frau" (1968), "Das Biest muss sterben" (1969) sowie "Der Schlachter" (1969)". In „Die Unschuldigen mit den schmutzigen Händen“ (“Les innocents aux mains sales“, 1975) spielte Romy Schneider eine der Hauptrollen. Weitere Hauptwerke Chabrols sind das "Traumpferd" (1980) sowie "Die Fantome des Hutmachers" (1982) mit dem Chansonnier Charles Aznavour. Marie Trintignant spielte „Betty“ in dem gleichnamigen Streifen von 1992. Drei Jahre später inszenierte der Filmemacher „Biester“ (“La cérémonie“) mit Isabelle Huppert und Sandrine Bonnaire. Mit „Geheime Staatsaffären (“L’ivresse du pouvoir“, 2006) schuf er einen Wirtschaftskrimi in Anlehnung an die Korruptionsaffäre beim Erdölkonzern Elf-Aquitaine. Zuletzt brachte der Regisseur 2009 „Kommissar Bellamy“ mit Gérard Depardieu in die Kinos.

Chabrol wurde am 24. Juni 1930 in Paris geboren. Der Vater von vier Kindern war seit 1983 in dritter Ehe verheiratet mit Aurore Pajot.

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Gloria Stuart (26. September 2010)

Gloria Stuart, die alte "Rose" aus dem Film "Titanic" ist tot. In dem Welterfolg von 1997 spielte die alte Dame die 100 Jahre alte Hauptfigur und verstarb am 26. September in Los Angeles ebenfalls im Alter von 100 Jahren. Die Schauspielerin hatte seit fünf Jahren an Lungenkrebs gelitten.

Für ihre Rolle der gealterten Titanic-Überlebenden Rose in James Camerons Hollywood-Film hatte Stuart eine Oscar-Nominierung als beste Nebendarstellerin bekommen. Stuart war damals 87 Jahre alt. Bis heute ist sie die älteste Schauspielerin, die für den begehrtesten Filmpreis Hollywoods nominiert wurde, den schließlich Kim Basinger ("L.A. Confidential") gewann. Ihre britische Kollegin Kate Winslet spielte die Rolle der jungen Rose.

Die Kalifornierin, die 1910 als Gloria Stewart in Santa Monica geboren wurde, hatte ihr Filmdebüt bereits in den 1930er Jahren. Unter anderem war sie in dem Horrorfilm "Das Haus des Grauens" mit Boris Karloff zu sehen. Bis zu "Titanic" waren allerdings jahrelang nur noch wenige Rollen mit ihr besetzt worden.

1933 gehörte Stuart zu den Gründungsmitgliedern der Screen Actors Guild, der Gewerkschaft für Schauspieler in den USA. Gloria Stuart hat eine Tochter, die Buchautorin Sylvia Thompson, vier Enkel und zwölf Ur-Enkel.

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Arthur Penn (28. September 2010)

Im Alter von 88 Jahren ist der Filmemacher Arthur Penn Ende September in seiner Wohnung in New York gestorben. Er gilt als einer der wichtigsten Innovatoren des amerikanischen Films, der das Medium in den Sechzigerjahren regelrecht revolutionierte und eine Reihe von Klassikern schuf, darunter "Bonnie und Clyde", "Little Big Man" und "Die heiße Spur". Seine letzte Regiearbeit stammt aus dem Jahr 1996, das Knastdrama "Inside". 2007 hatte er bei einem seiner letzten großen öffentlichen Auftritte auf der Berlinale, wo er einen Ehren-Bären entgegen nahm.

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Tony Curtis (30. September 2010)

Hollywoodlegende Tony Curtis ist tot. Der legendäre Hollywoodstar, der mit Filmen wie "Manche mögen's heiß'" oder "Spartacus" Leinwandgeschichte geschrieben hat, verstarb Ende September im Alter von 85 Jahren.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedet sich die Welt von einem der größten Schauspieler aller Zeiten: Tony Curtis. In die Filmgeschichte eingegangen ist der 1925 als Bernard Schwartz geborene Tony Curtis mit Billy Wilders Komödien-Evergreen „Manche mögen´s heiß" an der Seite von Marilyn Monroe und Jack Lemmon im Jahre 1959. Bereits ein Jahr zuvor wurde er für seine Rolle als John „Joker" Jackson in „Flucht in Ketten" für den Oscar nominiert. Legendär sind seine Auftritte als Geschäftsmann Danny Wilde in der Kultserie „Die 2", in der er von 1970 bis 1971 in insgesamt 24 Episoden einen millionenschweren Playboy spielt, der im Auftrag eines pensionierten Richters - gespielt von Roger Moore - Kriminalfälle löst. An der Seite von Hollywood-Superstar Cary Grant spielte er in „Unternehmen Petticoat"; Hier glänzt Tony Curtis in seiner Paraderolle des Charmeurs und Frauenschwarms. Hochkarätig in jeder Hinsicht ist die Agatha Christie-Verfilmung „Mord im Spiegel". An der Seite von Rock Hudson und Elisabeth Taylor feierte Tony Curtis 1980 einen weiteren großen Filmerfolg.

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Helga Göring (3. Oktober 2010)

Die 88-Jährige Schauspielerin Helga Göring verstarb in einem Berliner Pflegeheim. Sie war vor allem durch ihre Rollen in DDR-Fernsehfilmen bekannt geworden. Von 1962 bis 1991 gehörte sie zum Schauspielerensemble des Deutschen Fernsehfunks (DFF). Nach der Wende wirkte sie in mehreren TV-Serien und Filmen wie "Spreewald- familie", "Tatort" und "Der Landarzt" mit.

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Thomas Harlan (17. Oktober 2010)

Der Filmemacher und Autor Thomas Harlan, Sohn des "Jud-Süß"-Regisseurs Veith Harlan verstarb in einem Lungensanatorium bei Bertechsgaden. In seinem halbdokumentarischen Film "Wundkanal", der 1985 auf der Berlinale lief, hatte er nicht nur Alfred Filbert, einen ehemaligen SS-Obersturmbandführer und Mörder von 6800 Litaueren und Weißrussen vor die Kamera bekommen, sondern diesen mit dem Melodram "Immensee" seines Vaters bei einer Vorführung zum Weinen gebracht. Die Erinnerungen an den Film, den dieser einst in einem Feldlager gesehen hatte, waren nach 13 Jahren hinter Gittern einfach überwältigend.

Thomas Harlan lebte lange Zeit in Frankreich und drehte Filme vorwiegend in französischer Sprache. Sein Film "Souverance" wurde 1990 auf dem Internationalen Filmfestival in Rotterdam uraufgeführt. Im Mai strahlte der Sender 3sat die Doku "Wandersplitter" aus, in der sich der Autor über sein Leben auslässt, über seine Begegnung als Achtjähriger mit Hitler spricht und warum er vom Nazisohn zum Nazijäger wurde.

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Lisa Blount (27. Oktober 2010)

Lisa Blount, bekannt aus dem Kult-Film "Ein Offizier und Gentleman" mit Richard Gere, ist unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen. Ihre Mutter fand die 53-Jährige leblos in ihrer Wohnung. Laut "Hollywood Reporter" vermutet der zuständige Gerichtsmediziner, dass Blount schon zwei Tage zuvor gestorben war. Die Todesursache sei noch unklar, es gebe jedoch keine Spuren von Gewalt ...

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Jill Clayburgh (5. November 2010)

Jill Clayburgh, die jahrelang die Mutter von Serienanwältin Ally McBeal gespielt hat, verstarb im Kreise ihrer Familie in Lakeville nördlich ihrer Geburtsstadt New York an Leukämie. Sie wurde 66 Jahre alt. Clayburgh war als Studentin eher zufällig zum Theaterspielen gekommen und hatte bald Talent bewiesen. Ende der sechziger Jahre arbeitete sie mit zwei jungen Männern zusammen, die damals noch kaum jemand kannte: Erst mit Robert De Niro, dann mit Al Pacino. Ihr internationaler Durchbruch kam 1978 mit "Eine entheiratete Frau", in der sie eine Geschiedene spielt, die plötzlich ihr Leben allein in den Griff bekommen muss. Dafür wurde sie für den Oscar nominiert, ein zweites Mal ein Jahr später für ihre Rolle in der Komödie "Auf ein Neues".

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Ezard Haußmann (6. November 2010)

Ezard Haußmann zählte zum Urgestein des DDR
Theaters wie der DEFA. In über 150 Filmen und DEFA-Großproduktionen spielte der 1935 im westlichen Charlottenburg geborene Sohn einer Theaterfamilie als Schauspieler mit. Ostalgie hat er dennoch gehaßt, nachdem er wegen Beteiligung an Protesten gegen die gewaltsame Beendigung des Prager Frühlings mehrere Monate im DDR Gefängnis einsaß und danach zehn Jahre lang mit Berufsverbot belegt wurde. Nach dem Fall der Berliner Mauer spielte er auch wieder im Westteil der Stadt u.a. im Theater am Kurfürstendamm und setzte sich für den Erhalt des Steglitzer Schlosspark Theaters ein. Sogar am Wiener Burgtheater trat er auf wie auch im Schauspielhaus Bochum unter der Intendanz seines Sohnes Leander. Dieser überredete ihn auch in den beiden DDR Filmkomödien "Sonnenallee" und "NVA" unter seiner Regie mitzuwirken und eine Rolle zu übernehmen. Im Sommer 2009 wurde bei ihm ein Hirntumor festgestellt an dem er im Kreis seiner Famile mit 75 Jahren verstarb.

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Dino De Laurentiis (11. November 2010)

Einer der bekanntesten italienischen Filmproduzenten, Dino De Laurentiis, verstarb im Alter von 91 Jahren in Los Angeles. Schon im Alter von siebzehn Jahren verließ er die Schule, um ins Filmgeschäft einzusteigen. 1938 spielte er zum ersten Mal als Schauspieler in einem Film. In den 70er Jahren wanderte er in die USA aus, nachdem seine italienische Produktionsfirma Dinocitta Pleite gegangen war. Dennoch war er neben Carlo Ponti der erfolgreichste italienische Filmproduzent, der Filme von Federico Fellini und Roberto Rossellini produzierte. Später erhielt er fünfmal den David di Donatello, den bedeutendsten italienischen Filmpreis für seine Filme. In den Amerika finanzierte De Laurentiis US-Filme wie "Blue Velvet" von David Lynch oder "Hannibal" von Ridley Scott.

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García Berlanga (13. November 2010)

Nur zwei Tage nach dem Tod von Filmproduzent De Laurentiis verstarb der spanische Filmregisseur García Berlanga im Alter von 89 Jahren in seiner Heimatstadt Madrid. Der Erneuerer des spanischen Kinos litt seit längerem an Alzheimer. Schon in der Franco Ära fiel er durch zeitkritische Persiflagen auf. Zu seinen Werken zählt der Klassiker "Willkommen Mr. Marshall" (1952), eine böse Satire auf sein Land, das von der Dollarunterstützung des amerikanischen Marshallplans träumte. 1986 war er auch Mitbegründer der Spanischen Filmakademie.

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Irvin Kershner (27. November 2010)

Nach langer Krankheit ist Irvin Kershner im Alter von 87 Jahren verstorben. Das gab seine in Frankreich lebende Patentochter Adriana Santini zwei Tage nach seinem Tod bekannt. Der am 29. April 1923 in Philadelphia geborene Kershner hatte seine Filmlaufbahn nach dem Zweiten Weltkrieg als Lehrer für Film an der University of Southern California begonnen. Schon bald wechselte er aber von der Theorie in die Praxis und führte u.a. bei Filmen wie "Simson ist nicht zu schlagen", "Der Mann, den sie Pferd nannten" und "Die Augen der Laura Mars" Regie. Mit Letzterem machte er George Lucas auf sich aufmerksam, der ihm die Regie seines "Das Imperium schlägt zurück " anvertraute. Mit "James Bond 007: Sag niemals nie" und "Robocop 2" inszenierte Kershner in der Folge noch zwei weitere Teile namhafter Franchises, bevor er sich weitgehend aus dem Filmgeschäft zurückzog. Zuletzt war er in einem Cameoauftritt als Statistikprofessor in Bobby Roth' "Berkeley" zu sehen gewesen.

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Leslie Nielsen (28. November 2010)

Lange hat Leslie Nielsen gebraucht, um berühmt zu werden - doch dann hat "Die Nackte Kanone" den Schauspieler als Komödiant unsterblich gemacht. Leslie Nielsen, der in der Filmreihe dreimal den tollpatschigen Polizisten Frank Drebin gespielt hatte, starb in Fort Lauderdale/Florida an einer Lungenentzündung.

Er wurde 84 Jahre alt. Nielsen machte mehr als 50 Jahre Kino; für seinen letzten Film stand er noch im vergangenen Jahr vor der Kamera. Drei Jahrzehnte spielte er in erfolgreichen Streifen und legendären Fernsehserien, wurde aber nie zum Star. Erst als Nielsen vom Helden zum Komödianten wurde, wurde auch der Schauspieler berühmt.

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Mario Monicelli (29. November 2010)

Monicelli war einer der wichtigsten Filmemacher des italienischen Nachkriegskinos und ein Meister der Komödie. Der vielfach ausgezeichnete Regisseur und Drehbuchautor war unter anderem zwei Mal für den Oscar nominiert: 1963 für Die Peitsche im Genick (I Compagni) und 1965 für Casanova ’70. Mario Monicelli beging Suizid mit einem Sturz aus einem Krankenhausfenster. Monicelli war aufgrund einer Krebserkrankung in dem römischen Krankenhaus San Giovanni in Behandlung.

Mario Monicelli präsentierte zahlreiche seiner Filme bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin. Allein für drei Filme wurde er mit dem Silbernen Bären für die Beste Regie ausgezeichnet: Vater und Söhne (Padri e figli, 1957), Caro Michele (1976) und Die Tolldreisten Streiche des Marchese del Grillo (Il Marchese del Grillo, 1982). Um den verstorbenen Regisseur zu ehren, wird bei den 61. Internationalen Filmfestspielen Berlin ein Film Monicellis gezeigt.

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Alfred Müller (2. Dezember 2010)

Der Schauspieler und DEFA-Star Alfred Müller verstarb im Alter von 84 Jahren in Berlin. Er galt als James Bond des Ostens, nachdem er 1963 durch den DDR-Agententhriller "For eyes only" ("Streng geheim") bekannt geworden war. 1965 spielte er einen skrupellosen Richter in der DDR-kritischen DEFA-Produktion "Das Kaninchen bin ich", die sofort vom SED-Regime verboten wurde.

In der DDR spielte Müller mehr als 100 Film- und Fernsehrollen und trat vile Jahre am Maxim-Gorki-Theater auf. In den 90er Jahren feierte er mit fast siebzig Jahren nochmals einen großartigen Bühnenerfolg am Berliner Musical "Theater des Westens" in der Kantstraße am West-Berliner Bahnhof Zoo.

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Blake Edwards (15. Dezember 2010)

Der Kult-Regisseur von Filmklassikern wie „Frühjstück bei Tiffany" und „Der Rosarote Panther" erlagt im Alter von 88 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung. Seine Frau Julie Andrews und weitere Mitglieder der Familie seien in seiner letzen Stunde bei ihm in einer Klinik in Santa Monica gewesen. Geboren 1922 in Tulsa, Oklahoma kam Blake Edwards über das Fernsehen zum Film, wo er 1955 als Regisseur debütierte. 1961 inszenierte er den Welterfolg "Frühstück bei Tiffany" mit Audrey Hepburn. Mit "Der rosarote Panther" und der von Peter Sellers verkörperten Figur des trotteligen Chaos-Inspektors Clouseau schuf Edwards eine der erfolgreichsten Serien der Filmgeschichte. Im Jahr 2004 erhielt Edwards den Oscar für sein Lebenswerk.

Quellen: dpa | ddp | afp | ARD/3sat | Tagesspiegel | u.a.






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