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Die Preisträger der 72. Kurzfilmtage Oberhausen

Am 3. Mai 2026 fand nach sechs Tagen voller großartiger Filme die große Preisverleihung der 72. Kurzfilmtage Oberhausen statt.



Insgesamt 24 Preise und zahlreiche Lobende Erwähnungen wurden bei den Kurzfilmtagen von den elf Jurys in fünf Wettbewerben vergeben. Sie gingen nach Kroatien, nach China, nach Kenia, Schweden oder Belgien.

Darunter befanden sich Experimente, Animationen, Kinder- und Jugendfilme, Musikvideos, Super 8 oder KI, Spielerisches und Autobiografisches, Schwarzweiß und Farbe.

Wer jetzt neugierig ist oder Filme verpasst hat, kann sich noch bis zum 4. Mai 22 Uhr MESZ alle Gewinnerfilme auf der Website des Festivals kostenfrei anschauen, Anmeldung genügt.


Großer Gewinner ist die kroatische Produktion "Opera" von Igor Zelić, die nicht nur den Hauptpreis des Festivals, den Großen Preis der Stadt Oberhausen, gewann, sondern auch den ersten Preis der Jury des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und den Fipresci-Preis der internationalen Filmkritik.

Igor Zelić arbeitet in dem knapp 20-minütiger Film„Opera“ virtuos mit Überblendungen, eine experimentelle Studie über Licht, Raum und Wahrnehmung.

Die Jury bezeichnete ihn als "Ode an das Kino und das Drama des Lebens"

Den Preis des Deutschen Wettbewerbs gewann Dagie Brundert für ihren Film "Audry Lornacle or 14 Days in DJ’s House". In vier Wettbewerben wurden am 3. Mai 21 Preise vergeben. Die drei Auszeichnungen des MuVi-Preises wurden schon am Samstag, 2. Mai, verliehen. Insgesamt vergaben die Kurzfilmtage knapp 45.000 Euro an Preisgeldern.

Der mit 8.000 Euro dotierte Große Preis der Stadt Oberhausen, verliehen im Internationalen Wettbewerb, ging in diesem Jahr an den kroatischen Regisseur Igor Zelić für "Opera". Der Film gewann außerdem den ersten Preis des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein Westfalen und den Fipresci-Preis der internationalen Filmkritik. Eine "Ode an das Kino und das Drama des Lebens", urteilte die Internationale Jury.

Ihren mit 4.000 Euro dotierten Hauptpreis verlieh die Internationale Jury an den chinesischen Experimentalfilm "Hei Dong Dong" ("Dark Channel") von Yu Zhe "für die Verwandlung eines alltäglichen Raums in ein Kunstwerk durch die Macht filmischer Beobachtung". Der Film erhielt außerdem eine Lobende Erwähnung des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft.

Im Deutschen Wettbewerb ging der mit 5.000 Euro dotierte Hauptpreis an Dagie Brundert für "Audry Lornacle or 14 Days in DJ’s House". Brundert, die seit vielen Jahren mit Super 8 arbeitet, dokumentiert hier einen zweiwöchigen Aufenthalt in Derek Jarmans Cottage an der englischen Küste. "Eine vergnügte Traumnovelle, deren […]filmische Gestalt getragen wird von ihrer persönlichen Erzählung und von ihrem einmalig kreativen Umgang mit dem Filmmaterial", urteilte die Jury.

Den 3satNachwuchspreis im Deutschen Wettbewerb, dotiert mit 2.500 Euro, gewann der in Syrien geborene Shehab Fatoum für "Catacombs", der die Geschichte einer Flucht mit Anspielungen auf die Odyssee verarbeitet: "Ein Film, der Perspektiven verschiebt, weil sein Standpunkt wackelt. Er […] erzählt von der Unmöglichkeit einer Rückkehr in ein Davor – und erweitert damit nicht nur den Deutschen Wettbewerb, sondern auch den Blick auf Deutschland selbst", so die Begründung der Jury.

Im NRW-Wettbewerb ging der mit 1.000 Euro dotierte erste Preis an Miri Klischat für "The Garden of Edie". Eine biografische Erzählung von Edie, die schon als Kind Schriftstellerin werden wollte und sich ihren Traum erfüllt – indem sie als Sexarbeiterin arbeitet. "Der mutige Bruch mit Konventionen und normierten Lebensmodellen führt zur Entdeckung der eigenen Sexualität und der eigenen Stimme", so die Jury.

Die Kinderjury vergab im Kinder- und Jugendfilmwettbewerb ihren mit 1.000 Euro dotierten Preis, gestiftet von der WBO Oberhausen, an die britische Produktion "Under The Wave off Little Dragon" von Luo Jian, die Geschichte eines chinesisch-stämmigen Mädchens, das in Wales lebt. Der evo-Preis der Kinderjury, vom Hauptsponsor des Kinder- und Jugendkinos ebenfalls dotiert mit 1.000 Euro, ging an die israelische Animation "Ha Tzel Sheli Ve Ani" ("Mein Schatten und ich") von Yali Herbet über einen kleinen Jungen, der am Strand einen wunderbaren Freund findet.

Der ebenfalls mit 1.000 Euro dotierte Preis der Jugendjury, gestiftet von Rotary Club Oberhausen, ging an die US-Produktion "BEI KUN ZHU DE GOU" ("Ein Hund in der Falle") von Xinying Lao, die Geschichte eines chinesischen Jugendlichen, der dem unerbittlichen Druck des Systems auf ungewöhnliche Weise entkommt. Außerdem verlieh die Jugendjury ihren ebenfalls mit 1.000 Euro dotierten SURPRISE. Preis für den überraschendsten Film, gestiftet von Methode Film, an die indisch-deutsche Koproduktion "Mappillai" ("Der Bräutigam"), ein Spielfilm, der das Thema Kinderheirat auf wahrhaft überraschende Weise aufgreift.

Link: www.kurzfilmtage.de

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