79. Festival de Cannes mit deutscher Beteiligung in beiden Hauptwettbewerben
Die 79. Internationalen Filmfestspiele von Cannes finden vom 12. bis 23. Mai 2026 statt und stehen diesmal unter der Leitung von Iris Knobloch, während Thierry Frémaux wie immer als Generaldelegierter für die künstlerische Leitung verantwortlich ist.

Start der Filmfestspiele von Cannes am Dienstagabend.
Als Eröffnungsfilm am 12. Mai 2026 wird die französisch-belgische Tragikomödie "La Vénus électrique" von Pierre Salvadori gezeigt.
In diesem Jahr ist die deutsche Präsenz auf dem Roten Teppich deutlich präsenter. So ist beispielsweise Sandra Hüller im Wettbewerb in einer Thomas Mann Verfilmung zu sehen. Die Schauspielerin spielt im Film "Vaterland" des polnischen Regisseurs und Oscar-Preisträgers Pawel Pawlikowski eine Tochter des Schriftstellers in der Nachkriegszeit. In der Rolle von Thomas Mann tritt Hanns Zischler auf.
Des Weiteren stellt Valeska Grisebach im Wettbewerb ihren Film "Das geträumte Abenteuer" vor, der ebenso wie ihr früherer Film "Western" in Bulgarien spielt. Ihr neuer Film spielt in der Grenzregion zwischen Bulgarien, Griechenland und der Türkei und folgt einer Frau, die sich auf einen fragwürdigen Deal einlässt, um einem alten Freund zu helfen.
Der Film von Valeska Grisebach konkurriert mit internationalen Schwergewichten wie Asghar Farhadi, Hirokazu Kore-eda und Pedro Almodóvar um die Goldene Palme.
Volker Schlöndorff zeigt nach Alexander Eisenachs Theaterpremiere im Januar 2026 jetzt in Cannes seine eigene Filmfassung von "Heimsuchung: Eine Jahrhundertgeschichte", die auf dem Buch von Jenny Erpenbeck basiert, außerhalb des Wettbewerbs. Der 87-jährige Oskar-Preisträger von "Die Blechtrommel" freut sich riesig, das sein vermutlich letzter Film erneut auf dem Festival an der Côte d’Azur als Prermiere gezeigt wird, wo seine Karriere begann. Im Mittelpunkt des Films steht ein Haus am brandenburgischen Scharmützelsee See, das über verschiedene Epochen hinweg – von der Weimarer Republik über den Nationalsozialismus und die DDR bis in die Gegenwart – zum Schauplatz wechselnder Bewohner und ihrer politischen wie persönlichen Umbrüche wird. Zum seinem hochkarätigem Cast gehören Lars Eidinger, Martina Gedeck, Susanne Wolff, Michael Maertens und Ulrich Matthes. Kinostart des Regina Ziegler Films erfolgt im Oktober 2026.
Als Eröffnungsfilm in der Arthouse-Nebenreihe »Un Certain Regard« präsentiert die Amerikanerin Jane Schoenbrun mit “Teenage Sex and Death at Camp Miasma” eine knallbunte, campy Horror-Fantasie mit Gillian Anderson und Hannah Einbinder in den Hauptrollen. Der Film handelt von einer queeren Filmemacherin, die beauftragt wird, eine im Niedergang begriffene Slasher-Filmreihe wiederzubeleben. Schoenbrun selbst bezeichnet ihren Film als Mitternachtsodyssee eines Pyjama-Party-Klassikers, der die nächtlichen Besucher ein wenig schocken soll.
Hier der Trailer:
In dieser Kategorie ist in diesem Jahr auch die deutsche Schauspielerin und Regisseurin Katharina Rivilis mit „I’ll Be Gone in June“ vertreten – ein Roadmovie über eine 16-Jährige auf der Suche nach dem amerikanischen Traum. Die Koproduktion aus Deutschland, Schweiz und Belgien dürfte schon eher unseren Geschmack treffen, als der oben genannte amerikanische Slasher-Film, der ganz bewusst im Stil des Horrorklassikers "Freitag der 13." inszeniert wurde.
Auch von zwei bekannten spanischen Filmemachern, deren Werke im Hauptwettbewerb laufen werden, können wir hier bereits Filmausschnitte als Teaser zeigen, obwohl es eigentlich bisher ungewöhnlich war, dass Trailer von Weltpremieren schon vorab zu sehen sind, aber die Zeiten ändern sich offensichtlich gerade, denn Festivalleiter Thierry Frémaux zeigt den Film des großen . Regiemeisters Pedro Almodóvar nur als Internationale Premiere.
Almodóvar kehrt nach seinem ersten englischsprachigen Spielfilm mit "Bitter Christmas" ins spanischsprachige Kino zurück und präsentiert ein opernhaftes Melodram über die Geschichte einer äußerst erfolgreichen Werberegisseurin (Bárbara Lennie), die sich in die Arbeit stürzt, um den Tod ihrer Mutter zu verarbeiten. Wie man sehen kann sind wieder makellose Bilder, herrlich satte Farben und kunstvolle Kameraführung ein Augenschmaus.
Hier der Trailer:
Während Almodóvars häufige Hauptdarstellerin Penélope Cruz diesmal in der französisch-spanischen Koproduktion "La bola negra" über drei schwule Männer des Regie-Duos Javier Ambrossi und Javier Calvo laut Festivalleiter Thierry Frémaux einen unvergesslichen Gastauftritt haben soll, hat ihr Eheman, Oscar-Preisträger Javier Bardem, die Hauptrolle in dem spannungsgeladenen Familiendrama "The Beloved" unter der Regie von Rodrigo Sorogoyen übernommen.
Er spielt in "El ser querido", so der spanische Original-Titel, einen gefeierten und berüchtigten Filmemacher, der sich mit seiner Tochter (Victoria Luengo), einer Schauspielerin, wieder versöhnt. Eine ähnliche Konstellation war im letzten Jahr in Joachim Triers preisgekrönten Werk "Sentimental Value" zu sehen. Auch hier bietet der Vater nach einer langen Zeit der Entfremdung seiner Tochter erneut eine Rolle in seinem neuesten Projekt an, scheinbar um ihr dabei zu helfen, ihre ins Stocken geratene Karriere wieder anzukurbeln. Doch während die Kameras in der Wüste bereits laufen, stellen sie gemeinsam fest, dass ihre wiedergewonnene Nähe auch alte Wunden wieder aufreißt, die nie ganz verheilt sind.
Hier der Trailer:
Ein französische Filmfestival ohne Isabelle Huppert oder Catherine Deneuve sollte es auch diesmal nicht geben. Beide spielen mit in dem Wettbewerbsfilm "Histoires parallèles" (Parallel Tales) des iranischen Regisseurs Asghar Farhadi, einer Koproduktion der Länder Frankreich, Vereinigte Staaten, Italien und Belgien. Da er nicht mehr im eigenen Land drehen kann, wo weiterhin der Krieg tobt, richtet er stattdessen seine stets nachdenkliche, scharfsinnige Kamera auf Paris, wo er sich mit den Folgen der Terroranschläge vom November 2015 in der französischen Hauptstadt (u. a. in dem Club “Bataclan”) auseinandersetzt.
Hier der Trailer:
Unter den 21 im Haupt-Wettbewerb vorgesehenen Filme ist auch die Österreicherin Marie Kreutzer mit "Gentle Monster" vertreten. Darin spielen die bezaubernde Léa Seydoux sowie Jella Haase, Laurence Rupp und nochmals Catherine Deneuve mit.
Die Weltstadt Paris spielt auch eine zentrale Rolle in der zarten Geschichte über eine sich still entfaltende Freundschaft, des japanischen Oscar-Preisträger Ryūsuke Hamaguchi ("Drive My Car“). In seinem neuen Werk "Soudain" (All of a Sudden) versucht Efira, Leiterin eines Pflegeheims, tiefgreifende Veränderungen im Pflegesystem herbeizuführen. Doch ihr Leben verändert sich grundlegend, als sie eine todkranke japanische Dramatikerin (Tao Okamoto) kennenlernt.
Hier ein kurzer Teaser:
Hamaguchis japanischer Kollege Hirokazu Kore-eda, der 2018 für „Shoplifters“ die Goldene Palme gewann, siedelt sein neuestes Werk dagegen wieder in seiner Heimat an und stellt „Sheep in the Box“ vor – über ein Paar, das nach dem Verlust ihres eigenen Sohnes, einen humanoiden Roboter wie ein Kind großzieht. Seine moralisch zweideutige Fabel befasst sich mit dem stets drängenden Thema der künstlichen Intelligenz.
Hier der Trailer:
Park Chan-wook ist Jurypräsident
Erst als zweiter asiatischer Jurypräsident in der Geschichte des Festivals von Cannes wurde Regisseur Park Chan-wook in den Vorstiz berufen. Der Südkoreaner hat in Cannes bereits dreimal eine Auszeichnung erhalten. Allerdings konkurrierte er auch viermal vergeblich um den Hauptpreis, der Goldenen Palme.
Abseits des Wettbewerbs sorgen auch große Namen für Glanz an der Croisette. Hollywoodstar John Travolta gibt mit 72 Jahren sein Regiedebüt und stellt seinen Film „Propeller One-Way Night Coach“ als Weltpremiere vor. Das von seiner Flugleidenschaft inspirierte Projekt soll Ende Mai bei Apple TV+ erscheinen. Travolta war bereits mehrfach in Cannes vertreten – Pulp Fiction gewann dort 1994 die Goldene Palme.
Cannes ehrt in diesem Jahr zwei Ikonen der Film- und Musikwelt: Barbra Streisand und Peter Jackson erhalten die Ehrenpalme. Streisand zählt zu den prägendsten Künstlerinnen ihrer Generation, wurde mit zwei Oscars, zehn Grammys und elf Golden Globes ausgezeichnet und prägte das Kino mit Filmen wie „Funny Girl“ und „Yentl“. Auch „Herr der Ringe“-Regisseur Peter Jackson wird geehrt. Sein Werk hat mit seinem Blockbusterkino neue Maßstäbe gesetzt.
In der Cannes Nebensektion »L'ACID« mit insgesamt sechs Experimental- und Debüt-Filmen läuft u.a. der MBB geförderte Dokumentarfilm "PROMISED SPACES" von Ivan Marković.
Darüber hinaus wird in der Sektion »Semaine de la Critique« unter den jungen cineastischen Talenten Sara Ishaqs Film "THE STATION" gezeigt. Der Film zählt zu den insgesamt acht geförderten Werken des Medienboards Berlin-Brandenburg (MBB), die auf dem Festival von Cannes exklusiv präsentiert werden.
Übersicht über die Filme beim 79. Cannes-Festival
WETTBEWERB:
Eröffnungsfilm
The Electric Kiss
Frankreich/Belgien 2026 | R: Pierre Salvadori
Bitteres Fest
Spanien 2026 | R: Pedro Almodóvar
A Woman's Life
Frankreich 2026 | R: Charline Bourgeois-Tacquet
The Black Ball
Spanien/Frankreich 2026 | R: Javier Ambrossi
Coward
Belgien/Frankreich/Niederlande 2026 | R: Lukas Dhont
Parallel Tales
Frankreich/Italien/Belgien 2026 | R: Asghar Farhadi
Paper Tiger
USA/Italien/Brasilien 2026 | R: James Gray
Das geträumte Abenteuer
Deutschland/Frankreich/Bulgarien/Österreich 2026 | R: Valeska Grisebach | MBB gefördert
All of a Sudden
Frankreich/Japan/Deutschland/Belgien | R: Ryūsuke Hamaguchi
The Unknown
Frankreich/Italien 2026 | R: Arthur Harari
Another Day
Frankreich/Belgien 2026 | R: Jeanne Herry
Sheep in the Box
Japan 2026 | R: Hirokazu Koreeda
Hope
Südkorea 2026 | R: Na Hong-jin
Nagi Notes
Japan/Singapur/Frankreich 2026 | R: Kôji Fukada
Gentle Monster
Österreich/Deutschland/Frankreich/Finnland 2026 | R: Marie Kreutzer | MBB gefördert
A Man of his Time (Notre Salut)
Belgien/Frankreich | R: Emmanuel Marre
Fjord
Norwegen/Rumänien/Schweden/Finnland/Dänemark/Frankreich 2026 | R: Cristian Mungiu
The Birthday Party
Frankreich 2026 | R: Léa Mysius
Moulin
Frankreich 2026 | R: László Nemes
Fatherland
Polen, Deutschland, Vereinigtes Königreich, Frankreich, Italien | R: Paweł Pawlikowski | MBB gefördert
The Man I Love
USA 2026 | R: Ira Sachs
The Beloved
Spanien 2026 | R: Rodrigo Sorogoyen
Minotaur
Frankreich/Lettland/Deutschland 2026 | R: Andrey Zvyagintsev
UN CERTAIN REGARD
Teenage Sex and Death at Camp Miasma
USA 2026 | R: Jane Schoenbrun
Elephants in the Fog
Nepal/Frankreich/Deutschland 2026 | R: Abinash Bikram Shah
Iron Boy
Frankreich/Belgien 2026 | R: Louis Clichy
Ben'Imana
Ruanda/Gabun/Norwegen/Frankreich/Elfenbeinküste 2026 | R: Marie-Clementine Dusabejambo
Congo Boy
Zentralafrikanische Republik/Demokratische Republik Kongo/Frankreich 2026 | R: Rafiki Fariala
Club Kid
USA 2026 | R: Jordan Firstman
A Girl's Story
Frankreich/Belgien 2026 | R: Judith Godrèche
Ulya
Lettland/Estland/Polen 2026 | R: Viesturs Kairiss
Titanic Ocean
Griechenland/Spanien/Frankreich/Rumänien/Japan 2026 | R: Konstantina Kotzamani
Strawberries
Frankreich/Spanien/Marokko/Belgien 2026 | R: Laila Marrakchi
The Meltdown
USA/Mexiko/Spanien/Chile 2026 | R: Manuela Martelli
Forever Your Maternal Animal
Costa Rica/Frankreich/Belgien 2026 | R: Valentina Maurel
Yesterday the eye didn't sleep
Palästina/Libanon/Belgien 2026 | R: Rakan Mayasi
I'll Be Gone in June
Deutschland/Schweiz/Belgien 2026 | R: Katharina Rivilis | MBB gefördert
Words of Love
Frankreich 2026 | R: Rudi Rosenberg
Everytime
Deutschland/Österreich 2026 | R: Sandra Wollner | MBB gefördert
Victorian Psycho
USA/Großbritannien 2026 | R: Zachary Wigon
All the Lovers in the Night
Japan 2026 | R: Yukiko Sode
Ulysee
Frankreich 2026 | R: Laetitia Masson
MIDNIGHT SCREENINGS
Colony (Gun-Che)
Südkorea 2026 | R: Yeon Sang-ho
Full Phil
Frankreich/Belgien/Luxemburg 2026 | R: Quentin Dupieux
Jim Queen
Frankreich/Belgien 2026 | R: Nicolas Athane
Roma elastica
Frankreich/Italien 2026 | R: Bertrand Mandico
Sanguine
Frankreich 2026 | R: Marion Le Coroller
Link: www.festival-cannes.com

Start der Filmfestspiele von Cannes am Dienstagabend.
Als Eröffnungsfilm am 12. Mai 2026 wird die französisch-belgische Tragikomödie "La Vénus électrique" von Pierre Salvadori gezeigt.
In diesem Jahr ist die deutsche Präsenz auf dem Roten Teppich deutlich präsenter. So ist beispielsweise Sandra Hüller im Wettbewerb in einer Thomas Mann Verfilmung zu sehen. Die Schauspielerin spielt im Film "Vaterland" des polnischen Regisseurs und Oscar-Preisträgers Pawel Pawlikowski eine Tochter des Schriftstellers in der Nachkriegszeit. In der Rolle von Thomas Mann tritt Hanns Zischler auf.
Des Weiteren stellt Valeska Grisebach im Wettbewerb ihren Film "Das geträumte Abenteuer" vor, der ebenso wie ihr früherer Film "Western" in Bulgarien spielt. Ihr neuer Film spielt in der Grenzregion zwischen Bulgarien, Griechenland und der Türkei und folgt einer Frau, die sich auf einen fragwürdigen Deal einlässt, um einem alten Freund zu helfen.
Der Film von Valeska Grisebach konkurriert mit internationalen Schwergewichten wie Asghar Farhadi, Hirokazu Kore-eda und Pedro Almodóvar um die Goldene Palme.
Volker Schlöndorff zeigt nach Alexander Eisenachs Theaterpremiere im Januar 2026 jetzt in Cannes seine eigene Filmfassung von "Heimsuchung: Eine Jahrhundertgeschichte", die auf dem Buch von Jenny Erpenbeck basiert, außerhalb des Wettbewerbs. Der 87-jährige Oskar-Preisträger von "Die Blechtrommel" freut sich riesig, das sein vermutlich letzter Film erneut auf dem Festival an der Côte d’Azur als Prermiere gezeigt wird, wo seine Karriere begann. Im Mittelpunkt des Films steht ein Haus am brandenburgischen Scharmützelsee See, das über verschiedene Epochen hinweg – von der Weimarer Republik über den Nationalsozialismus und die DDR bis in die Gegenwart – zum Schauplatz wechselnder Bewohner und ihrer politischen wie persönlichen Umbrüche wird. Zum seinem hochkarätigem Cast gehören Lars Eidinger, Martina Gedeck, Susanne Wolff, Michael Maertens und Ulrich Matthes. Kinostart des Regina Ziegler Films erfolgt im Oktober 2026.
Als Eröffnungsfilm in der Arthouse-Nebenreihe »Un Certain Regard« präsentiert die Amerikanerin Jane Schoenbrun mit “Teenage Sex and Death at Camp Miasma” eine knallbunte, campy Horror-Fantasie mit Gillian Anderson und Hannah Einbinder in den Hauptrollen. Der Film handelt von einer queeren Filmemacherin, die beauftragt wird, eine im Niedergang begriffene Slasher-Filmreihe wiederzubeleben. Schoenbrun selbst bezeichnet ihren Film als Mitternachtsodyssee eines Pyjama-Party-Klassikers, der die nächtlichen Besucher ein wenig schocken soll.
Hier der Trailer:
In dieser Kategorie ist in diesem Jahr auch die deutsche Schauspielerin und Regisseurin Katharina Rivilis mit „I’ll Be Gone in June“ vertreten – ein Roadmovie über eine 16-Jährige auf der Suche nach dem amerikanischen Traum. Die Koproduktion aus Deutschland, Schweiz und Belgien dürfte schon eher unseren Geschmack treffen, als der oben genannte amerikanische Slasher-Film, der ganz bewusst im Stil des Horrorklassikers "Freitag der 13." inszeniert wurde.
Auch von zwei bekannten spanischen Filmemachern, deren Werke im Hauptwettbewerb laufen werden, können wir hier bereits Filmausschnitte als Teaser zeigen, obwohl es eigentlich bisher ungewöhnlich war, dass Trailer von Weltpremieren schon vorab zu sehen sind, aber die Zeiten ändern sich offensichtlich gerade, denn Festivalleiter Thierry Frémaux zeigt den Film des großen . Regiemeisters Pedro Almodóvar nur als Internationale Premiere.
Almodóvar kehrt nach seinem ersten englischsprachigen Spielfilm mit "Bitter Christmas" ins spanischsprachige Kino zurück und präsentiert ein opernhaftes Melodram über die Geschichte einer äußerst erfolgreichen Werberegisseurin (Bárbara Lennie), die sich in die Arbeit stürzt, um den Tod ihrer Mutter zu verarbeiten. Wie man sehen kann sind wieder makellose Bilder, herrlich satte Farben und kunstvolle Kameraführung ein Augenschmaus.
Hier der Trailer:
Während Almodóvars häufige Hauptdarstellerin Penélope Cruz diesmal in der französisch-spanischen Koproduktion "La bola negra" über drei schwule Männer des Regie-Duos Javier Ambrossi und Javier Calvo laut Festivalleiter Thierry Frémaux einen unvergesslichen Gastauftritt haben soll, hat ihr Eheman, Oscar-Preisträger Javier Bardem, die Hauptrolle in dem spannungsgeladenen Familiendrama "The Beloved" unter der Regie von Rodrigo Sorogoyen übernommen.
Er spielt in "El ser querido", so der spanische Original-Titel, einen gefeierten und berüchtigten Filmemacher, der sich mit seiner Tochter (Victoria Luengo), einer Schauspielerin, wieder versöhnt. Eine ähnliche Konstellation war im letzten Jahr in Joachim Triers preisgekrönten Werk "Sentimental Value" zu sehen. Auch hier bietet der Vater nach einer langen Zeit der Entfremdung seiner Tochter erneut eine Rolle in seinem neuesten Projekt an, scheinbar um ihr dabei zu helfen, ihre ins Stocken geratene Karriere wieder anzukurbeln. Doch während die Kameras in der Wüste bereits laufen, stellen sie gemeinsam fest, dass ihre wiedergewonnene Nähe auch alte Wunden wieder aufreißt, die nie ganz verheilt sind.
Hier der Trailer:
Ein französische Filmfestival ohne Isabelle Huppert oder Catherine Deneuve sollte es auch diesmal nicht geben. Beide spielen mit in dem Wettbewerbsfilm "Histoires parallèles" (Parallel Tales) des iranischen Regisseurs Asghar Farhadi, einer Koproduktion der Länder Frankreich, Vereinigte Staaten, Italien und Belgien. Da er nicht mehr im eigenen Land drehen kann, wo weiterhin der Krieg tobt, richtet er stattdessen seine stets nachdenkliche, scharfsinnige Kamera auf Paris, wo er sich mit den Folgen der Terroranschläge vom November 2015 in der französischen Hauptstadt (u. a. in dem Club “Bataclan”) auseinandersetzt.
Hier der Trailer:
Unter den 21 im Haupt-Wettbewerb vorgesehenen Filme ist auch die Österreicherin Marie Kreutzer mit "Gentle Monster" vertreten. Darin spielen die bezaubernde Léa Seydoux sowie Jella Haase, Laurence Rupp und nochmals Catherine Deneuve mit.
Die Weltstadt Paris spielt auch eine zentrale Rolle in der zarten Geschichte über eine sich still entfaltende Freundschaft, des japanischen Oscar-Preisträger Ryūsuke Hamaguchi ("Drive My Car“). In seinem neuen Werk "Soudain" (All of a Sudden) versucht Efira, Leiterin eines Pflegeheims, tiefgreifende Veränderungen im Pflegesystem herbeizuführen. Doch ihr Leben verändert sich grundlegend, als sie eine todkranke japanische Dramatikerin (Tao Okamoto) kennenlernt.
Hier ein kurzer Teaser:
Hamaguchis japanischer Kollege Hirokazu Kore-eda, der 2018 für „Shoplifters“ die Goldene Palme gewann, siedelt sein neuestes Werk dagegen wieder in seiner Heimat an und stellt „Sheep in the Box“ vor – über ein Paar, das nach dem Verlust ihres eigenen Sohnes, einen humanoiden Roboter wie ein Kind großzieht. Seine moralisch zweideutige Fabel befasst sich mit dem stets drängenden Thema der künstlichen Intelligenz.
Hier der Trailer:
Park Chan-wook ist Jurypräsident
Erst als zweiter asiatischer Jurypräsident in der Geschichte des Festivals von Cannes wurde Regisseur Park Chan-wook in den Vorstiz berufen. Der Südkoreaner hat in Cannes bereits dreimal eine Auszeichnung erhalten. Allerdings konkurrierte er auch viermal vergeblich um den Hauptpreis, der Goldenen Palme.
Abseits des Wettbewerbs sorgen auch große Namen für Glanz an der Croisette. Hollywoodstar John Travolta gibt mit 72 Jahren sein Regiedebüt und stellt seinen Film „Propeller One-Way Night Coach“ als Weltpremiere vor. Das von seiner Flugleidenschaft inspirierte Projekt soll Ende Mai bei Apple TV+ erscheinen. Travolta war bereits mehrfach in Cannes vertreten – Pulp Fiction gewann dort 1994 die Goldene Palme.
Cannes ehrt in diesem Jahr zwei Ikonen der Film- und Musikwelt: Barbra Streisand und Peter Jackson erhalten die Ehrenpalme. Streisand zählt zu den prägendsten Künstlerinnen ihrer Generation, wurde mit zwei Oscars, zehn Grammys und elf Golden Globes ausgezeichnet und prägte das Kino mit Filmen wie „Funny Girl“ und „Yentl“. Auch „Herr der Ringe“-Regisseur Peter Jackson wird geehrt. Sein Werk hat mit seinem Blockbusterkino neue Maßstäbe gesetzt.
In der Cannes Nebensektion »L'ACID« mit insgesamt sechs Experimental- und Debüt-Filmen läuft u.a. der MBB geförderte Dokumentarfilm "PROMISED SPACES" von Ivan Marković.
Darüber hinaus wird in der Sektion »Semaine de la Critique« unter den jungen cineastischen Talenten Sara Ishaqs Film "THE STATION" gezeigt. Der Film zählt zu den insgesamt acht geförderten Werken des Medienboards Berlin-Brandenburg (MBB), die auf dem Festival von Cannes exklusiv präsentiert werden.
Übersicht über die Filme beim 79. Cannes-Festival
WETTBEWERB:
Eröffnungsfilm
The Electric Kiss
Frankreich/Belgien 2026 | R: Pierre Salvadori
Bitteres Fest
Spanien 2026 | R: Pedro Almodóvar
A Woman's Life
Frankreich 2026 | R: Charline Bourgeois-Tacquet
The Black Ball
Spanien/Frankreich 2026 | R: Javier Ambrossi
Coward
Belgien/Frankreich/Niederlande 2026 | R: Lukas Dhont
Parallel Tales
Frankreich/Italien/Belgien 2026 | R: Asghar Farhadi
Paper Tiger
USA/Italien/Brasilien 2026 | R: James Gray
Das geträumte Abenteuer
Deutschland/Frankreich/Bulgarien/Österreich 2026 | R: Valeska Grisebach | MBB gefördert
All of a Sudden
Frankreich/Japan/Deutschland/Belgien | R: Ryūsuke Hamaguchi
The Unknown
Frankreich/Italien 2026 | R: Arthur Harari
Another Day
Frankreich/Belgien 2026 | R: Jeanne Herry
Sheep in the Box
Japan 2026 | R: Hirokazu Koreeda
Hope
Südkorea 2026 | R: Na Hong-jin
Nagi Notes
Japan/Singapur/Frankreich 2026 | R: Kôji Fukada
Gentle Monster
Österreich/Deutschland/Frankreich/Finnland 2026 | R: Marie Kreutzer | MBB gefördert
A Man of his Time (Notre Salut)
Belgien/Frankreich | R: Emmanuel Marre
Fjord
Norwegen/Rumänien/Schweden/Finnland/Dänemark/Frankreich 2026 | R: Cristian Mungiu
The Birthday Party
Frankreich 2026 | R: Léa Mysius
Moulin
Frankreich 2026 | R: László Nemes
Fatherland
Polen, Deutschland, Vereinigtes Königreich, Frankreich, Italien | R: Paweł Pawlikowski | MBB gefördert
The Man I Love
USA 2026 | R: Ira Sachs
The Beloved
Spanien 2026 | R: Rodrigo Sorogoyen
Minotaur
Frankreich/Lettland/Deutschland 2026 | R: Andrey Zvyagintsev
UN CERTAIN REGARD
Teenage Sex and Death at Camp Miasma
USA 2026 | R: Jane Schoenbrun
Elephants in the Fog
Nepal/Frankreich/Deutschland 2026 | R: Abinash Bikram Shah
Iron Boy
Frankreich/Belgien 2026 | R: Louis Clichy
Ben'Imana
Ruanda/Gabun/Norwegen/Frankreich/Elfenbeinküste 2026 | R: Marie-Clementine Dusabejambo
Congo Boy
Zentralafrikanische Republik/Demokratische Republik Kongo/Frankreich 2026 | R: Rafiki Fariala
Club Kid
USA 2026 | R: Jordan Firstman
A Girl's Story
Frankreich/Belgien 2026 | R: Judith Godrèche
Ulya
Lettland/Estland/Polen 2026 | R: Viesturs Kairiss
Titanic Ocean
Griechenland/Spanien/Frankreich/Rumänien/Japan 2026 | R: Konstantina Kotzamani
Strawberries
Frankreich/Spanien/Marokko/Belgien 2026 | R: Laila Marrakchi
The Meltdown
USA/Mexiko/Spanien/Chile 2026 | R: Manuela Martelli
Forever Your Maternal Animal
Costa Rica/Frankreich/Belgien 2026 | R: Valentina Maurel
Yesterday the eye didn't sleep
Palästina/Libanon/Belgien 2026 | R: Rakan Mayasi
I'll Be Gone in June
Deutschland/Schweiz/Belgien 2026 | R: Katharina Rivilis | MBB gefördert
Words of Love
Frankreich 2026 | R: Rudi Rosenberg
Everytime
Deutschland/Österreich 2026 | R: Sandra Wollner | MBB gefördert
Victorian Psycho
USA/Großbritannien 2026 | R: Zachary Wigon
All the Lovers in the Night
Japan 2026 | R: Yukiko Sode
Ulysee
Frankreich 2026 | R: Laetitia Masson
MIDNIGHT SCREENINGS
Colony (Gun-Che)
Südkorea 2026 | R: Yeon Sang-ho
Full Phil
Frankreich/Belgien/Luxemburg 2026 | R: Quentin Dupieux
Jim Queen
Frankreich/Belgien 2026 | R: Nicolas Athane
Roma elastica
Frankreich/Italien 2026 | R: Bertrand Mandico
Sanguine
Frankreich 2026 | R: Marion Le Coroller
Link: www.festival-cannes.com
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