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Berlin DOK-Film Premiere und unsere Filmkritiken im Okt. 2019, Teil 4

WORLD ECONOMIC FORUM meets GREENPEACE: Wie retten wir dir Welt?



Vorgestern berichteten wir hier vorab vom DOK-Film Festival in Leipzig, das heute mit Markus Vetters Doku-Thriller"DAS FORUM" eröffnet wird.

In unserer Rubrik Film & TV-Kritik möchten wir schon jetzt auf die Gebrüder Beetz Filmproduktion aufmerksam machen, die am 4. November 2019 um 19:00 Uhr in der Urania Berlin ihre Berlin-Premiere mit Regisseur Marcus Vetter und weiteren Gästen feiert.

"DAS FORUM" Dokumentation von Markus Vetter (Deutschland/Schweiz 2019). Produktion: Gebrueder Beetz Berlin. Ab 6. November 2019 bundesweit in den deutschen Kinos. Hier nochmals der Trailer:



Synopsis:

Jedes Jahr treffen beim Weltwirtschaftsforum in Davos die führenden Menschen aus Wirtschaft und Politik aufeinander. Gegründet wurde es 1971 von dem deutschen Klaus Schwab. Ziel war es, die Weltelite zu versammeln und gemeinsam wichtige Themen und ethische Fragen zu diskutieren und dafür Lösungen zu finden. Zum Zeitpunkt der Gründung hatte niemand damit gerechnet, dass das Treffen auch noch 50 Jahre später existieren würde und unter diesem Dach bereits Friedensverträge geschlossen und Kriege beendet wurden.

Auch beim Forum 2019 wurden wie jedes Jahr die wichtigen Themen der Welt behandelt. Ganz oben auf der Agenda stand die Weltklimakatastrophe, der politische Kurs der USA unter Präsident Donald Trump, aber auch vieler anderer europäischer Länder und Russland. Auch die Digitalisierung hat Einzug beim Weltwirtschaftsforum gehalten und so geht es auch immer öfter um künstliche Intelligenz, Kryptowährungen, Blockchains und Robotik.

Der Filmemacher Marcus Vetter hat sich hinter die Kulissen des Weltwirtschaftsforums in Davos begeben und sich gefragt, ob das World Economic Forum zur Lösung der weltweiten Probleme beitragen kann oder von den Machtansprüchen einiger der Teilnehmer instrumentalisiert wird?

„DAS FORUM ist einer der komplexesten Filme, die wir je gemacht haben. Über fünf Jahre mussten wir am Zugang zu den Eliten arbeiten - immer mit der Prämisse, unvoreingenommen hinter die Kulissen des World Economic Forums zu blicken“, so Produzent Christian Beetz, der von Beginn an auch als Autor in der Entwicklung des Films involviert war. „In Zeiten der schnellen Antworten auf die großen Herausforderungen der Welt, zeigt DAS FORUM, wie komplex und kontrovers die Welt im Konkreten geworden ist. DAS FORUM ist ein Blick auf die Demokratie mit seinem weltumspannenden kapitalistischen Wirtschaftssystem und zeigt die Dilemmata auf, in denen wir alle tagtäglich stecken.“


Greenpeace CEO Jennifer Morgan und Managing Director des Weltwirtschaftsforums (WEF) Dominic Waughray werden bei der Premiere anwesend sein. Beide haben gemeinsame Wurzeln in der NGO-Arbeit, sich dann aber für unterschiedliche Wege entschieden. Sie diskutieren im Anschluss an die Vorführung auf dem Podium unter anderem über die Frage, ob man die Welt nur gemeinsam mit den Eliten retten kann, wie es das Weltwirtschaftsforum propagiert, oder ob genau das der falsche Weg ist.

Quellen: Noise Film PR | Filmstarts

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"BONNIE & BONNIE" Romanzen-Drama von Ali Hakim (Deutschland). Mit Sarah Mahita, Emma Drogunova, Kasem Hoxha u.a. seit 24. Oktober 2019 im Kino. Hier der Trailer:



Ulrikes Filmkritik:

Jeder hat das Recht auf sein eigenes Leben. Aber nicht die 17-jährige Yara (Emma Drogunova), die mit ihren erzkonservativen Eltern, ihrem Bruder und der kleinen Schwester in Hamburgs multikulturellem Stadtteil Wilhelmsburg lebt und die mit einem Jungen aus der Nachbarschaft verheiratet werden soll.

Yara ist ein modernes Mädchen, dass nach Hip-Hop Musik tanzt und mit ihren Freund*innen Videos dreht und im Netz hochlädt. Aus Jux und Tollerei soll Yara eine Mutprobe bestehen, indem sie auf der Strasse die Hand einer fremden Person greift. Ihre Wahl fällt auf die vorbestrafte Kiki (Sarah Mahita), die von dem Scherz nicht gerade erbaut ist und ein Messer zückt. Doch irgendwie hat es zwischen den beiden gefunkt.

Einige Zeit später lädt Kiki, die aus schwierigen Verhältnissen kommt, Yara zu einer Spritztour ein. Es kommt zu einem Kuss. Die zwei Mädchen verlieben sich ineinander. Für die toughe Kiki, die sich nimmt, was sie will, ist das kein Problem. Yara jedoch muss ihre Beziehung streng geheim halten. Erschwerend kommt hinzu, dass ihr Bruder Bekim (Slavko Popadic) ein Auge auf die bildschöne Kiki geworfen hat.

Trotz aller Vorsicht, erfährt Yaras Familie von ihrer Beziehung. Yara darf nur noch zur Arbeit gehen und danach muss sie sofort nach Hause kommen. Yara entschliesst sich, zu fliehen. Gemeinsam mit ihrer Geliebten hauen beide in Richtung Südfrankreich ab, wo Kikis Schwester leben soll. Von nun an, nennen sie sich „Bonnie & Bonnie“, frei nach dem berühmten Gangsterpaar „Bonnie und Clyde“. Zwei verliebte Frauen gegen den Rest der Welt.

Regisseur Ali Hakim, in Kabul als Kind afghanischer Eltern geboren, kam 1989 in die BRD und wuchs in Hamburg – Wilhelmsburg auf. "Bonnie & Bonnie" ist sein Langfilmdebüt. Zusammen mit Maike Rasch schrieb er das Drehbuch. Für sein Coming-of-Age-Drama hat er zwei wunderbare Hauptdarstellerinnen gefunden. Die total coole Kiki zeigt nach und nach ihre zarte Seele und Yara, die hin- und hergerissen ist zwischen ihren Gefühlen zu Kika und ihrer Familie, spielt den Balanceakt sehr überzeugend. Die beiden Nachwuchsdarstellerinnen, sieht man hoffentlich in Zukunft noch öfter.

Hakims Film ist ein Credo für Gleichberechtigung und das Recht darauf, zu lieben, wen auch immer man will.

Ulrike Schirm.


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"DIE ADDAMS FAMILY" Animationsfilm von Conrad Vernon & Greg Tiernan (USA). Mit Stimmen von Charlize Theron, Oscar Isaac, Chloë Grace Moretz u.a. seit 24. Oktober 2019 im Kino. Hier der Trailer:



Ulrikes Filmkritik:

Nach der Kultserie aus den 60-Jahren und den zwei Spielfilmen aus den Neunzigern, gibt es die morbide Addams Family nun auch als animierten Film-Spaß.

Immer wenn die Family meint ein Zuhause gefunden zu haben, werden sie verjagt. Nun scheint es, als ob sie endlich ihr Traumhaus gefunden haben. Auf einer Anhöhe eine ehemalige, vor sich hin rottende Anstalt für psychisch Kranke. Freudigst ziehen sie ein. Vater Gomez, seine Frau Morticia, die Kinder Wednesday und Pugsley, der mit wahrer Lust, zerstörerisch unterwegs ist.

Kaum eingezogen, soll er die Mazurka lernen, einen ziemlich komplizierten Säbeltanz, den er auch noch vor der gesamten Familie bis aufs I-Tüpfelchen genauestens vorführen soll. Weiterhin dabei, „Das eiskalte Händchen“ das sich auf seinen Fingerspitzen behände durch das Haus bewegt. Der gruselige Butler Lurch, Onkel Fester und weitere merkwürdige Gestalten.

Unterhalb der gruftigen Villa liegt eine quietsch-bunte Stadt, in der eine barbie-puppen-ähnliche TV-Moderatorin, Margeaux, das Sagen hat. Die Einwohner sind alle gleichgeschaltet und irgendwie haben alle einen Knall. Margeaux hat sich in den Kopf gesetzt, eine Planstadt mit dem Namen „Assimilation“ zu errichten. Alles soll komplett gleich aussehen. Ihr Erkennungslied: „Was ist so toll daran, du selbst zu sein, wenn du wie alle anderen sein kannst“. Natürlich ist ihr die marode Behausung der Addams Family ein Dorn im Auge. Doch mit denen sollte sie sich lieber nicht anlegen.

Wednesday, die unbedingt zur Schule gehen möchte, mault herum: „Mutter willst du mir den Wunsch verwehren, andere Kinder zu peinigen? Lass mich bitte zur Schule gehen“. Schnell stellt sie fest, dass Schule ein Gefängnis ist. Außerdem findet sie es bemitleidenswert, wenn Mädchen rosafarbene Kleidung tragen. Beide Mütter sind entsetzt, als Wednesdy und ihre Freundin, die Kleidung getauscht haben. Mutter der Freundin zu den schwarzumrandeten Augen ihrer Tochter: „Das ist schwarz umrandete Augen-Depri-Pampe“.

Die beiden Regisseure, Greg Tiernan und Conrad Vernon halten sich ziemlich genau an die Vorlage, nutzen aber die Möglichkeit der Animation für überraschende Einfälle und „singen ein Loblied“ auf die Individualität.

Ulrike Schirm


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"TERMINATOR 6: Dark Fate" Action-Sci-Fi von Tim Miller (USA). Mit Arnold Schwarzenegger, Linda Hamilton, Mackenzie Davis u.a. seit 24. Oktober 2019 im Kino. Hier der Trailer:



Ulrikes Filmkritik:

Nach 27 Jahren kehren Arnold Schwarzenegger und Linda Hamilton im 6. Teil „Terminator - Dark Fate“ zurück. Teil 6 folgt auf Teil 2 „Tag der Abrechnung“ (1991). Die Geschehnisse dazwischen, werden ignoriert.

Nach einer kurzen Rückblende, fällt ein junger Terminator (Gabriel Luna) nackt vom Himmel. Damals rettete Sarah Connor (Linda Hamilton) 3 Millionen Menschen das Leben. Schreckliches wurde ihr angetan und noch immer ist sie voller Hass und kann der Killer-Maschine von damals nicht vergeben.

Es ist schon total cool, wie die 63-jährige Hamilton wieder mit der Knarre unterwegs ist, im Visier, der junge, neue Cyborg-Killer, der unbesiegbar erscheint. Vor ihm muss sie die Mexikanerin Daniela Ramos (Natalia Reyes), die bisher ein ganz normales Leben als Fabrikarbeiterin führte, verteidigen. An ihrer Seite steht die kybernetisch weiter entwickelte Grace (Mackenzie Davis), die sich nach wie vor als Mensch sieht und die Beschützerrolle für die junge Mexikanerin übernommen hat. Auch wenn die drei Frauen sich mit aller Kraft zur Wehr setzen, es geht nicht ohne die Hilfe des Alt-Terminators (Schwarzenegger), inzwischen Familienvater und Innenausstatter. Ausgerechnet er hat nun einen, meist von Frauen ausgeübten, Job. Das ist schon humorvoll anzusehen.

Produzent James Cameron schrieb zusammen mit Regisseur Tim Miller („Deadpool“) das Drehbuch. Sehr viel Neues ist ihnen nicht eingefallen. Der Hauptteil des Science-Fiction-Dramas besteht aus gewohnten Action-Szenen, nur das diesmal Frauenpower, im Kampf gegen Killerroboter aus der Zukunft, angesagt ist.

Ulrike Schirm



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