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Die Gewinner des 40. Max-Ophüls-Preises und des Bayerischen Filmpreises

Susanne Heinrich gewann 40. Max-Ophüls-Preis in Saarbrücken.

"Das melancholische Mädchen - Aren't You Happy?" von Regisseurin Susanne Heinrich ist beim 40. Filmfestival in Saarbrücken (14.-20. Januar 2019) als bester Spielfilm mit dem 36.000 Euro dotierten Hauptpreis der Landeshauptstadt Saarbrücken ausgezeichnet worden. Hier Clip 1 aus dem Anekdotenfilm, der in Berlin spielt.

"Der Preis für den Besten Spielfilm geht an ein Filmkunstwerk, das in beschwingtem und elegantem Ton, mit präzisen analytischen Worten und in pastellfarbenen minutiös durchgestalteten Bildern die Odyssee einer jungen Frau im Dazwischen des postmodernen Kultur- und Identitätsüberflusses erzählt. Mit ironischer Genauigkeit und humoriger Schlagfertigkeit trifft der Film in seiner Übersetzung feministischer Theorien pausenlos den Nagel auf den Kopf. Ein Film, dem es endlich gelingt, eine Sprache für eine ganze Generation von traurigen Mädchen zu finden und sich im Grunde seinen Preis im Film zu Recht schon selbst verliehen hat", befand die Jury.

Der Fritz-Raff-Drehbuchpreis ging an "Cronofobia" von Francesco Rizzi aus der Schweiz, der zudem den Preis des Ministerpräsidenten für die beste Regie erhielt. Hier der Trailer:

Als beste Nachwuchsschauspieler wurden Simon Frühwirth für "Nevrland" und Joy Alphonsus für "Joy" ausgezeichnet.

Die Preisträger des 40. Filmfestivals von Saarbrücken.

Max Ophüls Preis 2019 (Hauptpreis)

"Das melancholische Mädchen" (Susanne Heinrich)

Auf seinem Weg durch die Großstadt Berlin macht das melancholische Mädchen eine Menge skurrile und absurde Bekanntschaften. Es befindet sich offenbar in einer depressiven Selbstfindungsphase. Die Handlung wird in Kurzepisoden erzählt. Wie ein Theaterstück sind die einzelnen Geschichten mit ihren Protagonisten inszeniert. Es entsteht eine verstörend-groteske Bühnenperformance.

"Werten und Normen sind wir unterworfen, wie alternativlos ist unser Handeln? Der Film stellt gesellschaftskritische Fragen und provoziert durch seine Machart." (Teletext ARD: M. Person)

Preis: gesellschaftlich relevanter Film

"Joy" (Sudabeh Mortezai)

Die Nigerianerin Joy ist eine von vielen. Junge Frauen werden nach Wien verkauft, zur Prostitution gezwungen und müssen fiktive Schulden abarbeiten. Der Ausbeutung können sie nicht entkommen. Mortezai zeichnet mit semidokumentarischen Szenen das präzise Bild des subkulturellen Gewaltmilieus. Gute Darsteller kreieren vielschichtige Charaktere in ausdrucksstarken Situationen.

"Ein Film, dessen konzentrierter weiblicher Blick hohe Authentizität vermittelt. Seine Protagonistinnen überzeugen als Opfer-Täter im eisernen Unrechtssystem aus Zwang, Manipulation und Bedrohung."

Preis der Jugendjury

"Nevrland" (Gregor Schmidinger)

Jakob, 17, jobbt in einem Schlachthof. Lähmende Angstattacken hindern ihn am Lebendigsein. Als er im Sex-Cam-Chat Kristjan kennenlernt, beginnt für ihn eine virtuelle transpersonale Reise.

"Schmidinger leuchtet den Prozess sexuellen Erwachens und personaler Selbstbestimmung präzise aus. Atmosphärisch dichte Szenen schaffen sensible Einblicke ins wunde Innenleben des Helden. Stilsicher inszeniertes Coming-of-Age-Drama mit feinem tiefenpsychologischen Gespür. Der kreativen Kamera gelingen ausdrucksstrake Bilder zum Seelentrip zwischen Realitäten und Irrealitäten." (Teletext ARD: HD)

Preis der ökumenischen Jury

"Das melancholische Mädchen" (Susanne Heinrich)

Bester Dokumentarfilm

"HI, A.I." (Isa Willinger)

Beste Musik in einem Dokumentarfilm

Jonathan Ritzel für "Let the bell ring" (Regie: Christin Freitag)

Filmpreis des Ministerpräsidenten für die beste Regie

"Cronofobia" (Francesco Rizzi)

Anna hat ihren Mann und ihren Halt verloren. Der Detektiv Suter ist einsam, wechselt seine Identitäten, beobachtet Anna, ist sich selbst fremd. Sie begegnen sich. Ein düsteres Spiel beginnt.

"Rizzi zeigt ein fein komponiertes Psychodrama. Kryptische Beziehungsszenen und die präzise Bildsprache erschaffen suggestive erzählerische Kraft. Zeit wird zur angstbesetzten Inkonsistenz. Phantasievoller Film mit viel Spielraum für die Protagonisten. Die überzeugen als Simulanten einer falschen Intimität ohne Verankerung im realen Leben. Timoteo und Marchioni spielen das brillant."

Bester Schauspielnachwuchs

Simon Frühwirth ('Nevrland')

Bester Schauspielnachwuchs

Joy Alphonsus ('Joy')

Fritz-Raff-Drehbuchpreis

"Cronofobia" (D. Gambaro, F. Rizzi)

Bester mittellanger Film

"Label Me" (Kai Kreuser)

Bester Kurzfilm

"Boomerang" (Kurdwin Ayub)

Publikumspreis Spielfilm

"Kaviar" (Elena Tikhonova)

Die österreichische Komödie ist hochkarätig besetzt mit Margarita Breitkreiz, Daria Nosik, Sabrina Reiter, Georg Friedrich und Simon Schwarz. Hier der Trailer:

Die gebürtige Russin Nadja arbeitet in Wien für den exzentrischen und größenwahnsinnigen Oligarchen Igor. Er wünscht sich ein Haus in der Wiener Innenstadt, direkt auf einer Stadtbrücke - Preis egal. Es beginnt eine Jagd nach Geld und Glück in einer rasanten Culture-Clash-Komödie.

"Flott und klischeebeladen startet die Story. Kamera und Schnitt nehmen dieses Tempo auf. Mit viel Witz und Kreativität in der Erzählweise entsteht kurzweiliges und unterhaltsames Kino. Der Cast ist durchweg gelungen, manche Rolle wirkt auf den Leib geschneidert. Aber trotz viel lautem Klamauk erzählt "Kaviar auch leise vom Wunsch nach Zugehörigkeit und Freundschaft." (Teletext ARD: M. Person)

Publikumspreis Dokumentarfilm

"Congo Calling" (Stephan Hilpert)

Publikumspreis mittellanger Film

"Die Schwingen des Geistes" (Albert Meisl)

Publikumspreis Kurzfilm

"Stilles Land, gutes Land" (Johannes Bachmann)

Link: ffmop.de

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Die Gewinner des 40. Bayerischen Filmpreises.

Wie von uns am 22. Januar 2019 angekündigt, wurde gestern Abend im Münchner Prinzregententheater der Bayerische Filmpreis bei einer Gala mit rund 1000 Gästen verliehen. Die Auszeichnung wird in Form der Porzellanfigur »Pierrot« überreicht.

kinokino, das Filmmagazin des Bayerischen Rundfunks, und Bayern 1 verkündeten zudem den Lieblingsfilm des Publikums. Die Kinokomödie "Sauerkrautkoma" (ARD Degeto/BR) nach dem Bestseller von Rita Falk mit Sebastian Bezzel, Simon Schwarz und Lisa Maria Potthoff in den Hauptrollen erhielt den Publikumspreis des Bayerischen Filmpreises 2018. Hier der Trailer.

Der deutsche Filmemacher Roland Emmerich, bekannt für seine in den USA entstandenen Blockbuster "Independence Day" und "The Day After Tomorrow", wurde mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet.

Der deutsche Oscar-Kandidat "Werk ohne Autor" und die Sportlerbiografie "Trautmann" teilen sich den Produzentenpreis. Hier der Trailer des zuletzt genannten:

Synopsis:

Mit gerade einmal 17 Jahren wird Bernd Trautmann (David Kross) in die Wehrmacht eingezogen und gerät als Soldat gegen Ende des Zweiten Weltkriegs in Kriegsgefangenschaft in der Nähe von Manchester. Bei Fußballspielen während der Gefangenschaft wird Trautmanns großes Talent als Torwart vom englischen Trainer Jack Friar (John Henshaw) erkannt und engagiert den deutschen Soldaten als Torhüter für St. Helens. Schon bald erfolgt ein Wechsel des deutschen Keepers zum erfolgreichen Club Manchester City. Doch erst während des legendären FA-Cup-Finales von 1956 gelingt es dem deutschstämmigen Torwart, die Herzen der englischen Fans zu erobern.

Insgesamt wurden am Abend Preise in 13 Kategorien überreicht.

Hier die Gewinner in der Übersicht:

• Produzent 1: "Trautmann", Produzent Robert Marciniak

• Produzent 2: "Werk ohne Autor", Produzenten Max Wiedemann, Quirin Berg und Jan Mojto

• Publikumspreis: "Sauerkrautkoma", Regisseur Ed Herzog, Autorin Rita Falk, Drehbuchautor Stefan Betz, Produzentin Kerstin Schmidbauer, Schauspieler Sebastian Bezzel als Franz Eberhofer und Lisa Maria Potthoff als Susi

• Darstellerin: "3 Tage in Quiberon", Schauspielerin Marie Bäumer als Romy Schneider

• Darsteller: "Gundermann", Schauspieler Alexander Scheer als Gerhard Gundermann

• Nachwuchsdarstellerin: "A Gschicht über d‘Lieb", Schauspielerin Svenja Jung als Maria

• Nachwuchsdarsteller: "Der Hauptmann", Schauspieler Max Hubacher als Willi Herold

• Regie: "Der Junge muss an die frische Luft", Regisseurin Caroline Link

• Nachwuchsregie: "Wer hat eigentlich die Liebe erfunden?", Regisseurin Kerstin Polte

• Jugendfilm: "Das schönste Mädchen der Welt", Regisseur Aron Lehmann

• Dokumentarfilm: "Eldorado", Regisseur Markus Imhoof

• Drehbuch: "Transit", Drehbuchautor Christian Petzold

• Visuelle Effekte: "Jim Knopf & Lukas der Lokomotivführer", Frank Schlegel

• Bildgestaltung: "Styx", Benedict Neuenfels

• Sonderpreis: "Wackersdorf", Regisseur Oliver Haffner

• Ehrenpreis: Regisseur Roland Emmerich

Das Bayerische Rundfunk übertrug die Veranstaltung live im Fernsehen und kann in der Mediathek dort nachträglich noch einmal verfolgt werden. Die Moderation führte Christoph Süß.

Link: www.br.de/...bayerischer-filmpreis-2019

Quellen: Max-Ophüls-Preis | ARD Text | Filmecho | BR | München.de

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