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Ulrike tratscht über eine aktuelle französische Komödie

"MEIN ZIEMLICH KLEINER FREUND" und weitere Filme jetzt oder bald im Kino.



Wegen Krankheit konnte das BAF-Blog einige Tage nicht gepflegt werden. Dann stauen sich etliche Meldungen und eine Ordnung der Prioritäten fällt schwer. Glücklicherweise helfen uns Kollegen aus und liefern uns wenigstens aktuelle Filmkritiken, um auf dem Laufenden zu bleiben. Insbesondere der Arthausfilm "DER OLIVENBAUM - EL OLIVIO" von Icíar Bollaín hat uns sehr gefallen.

Leider hat den Film zu seinem Start am 25. August 2016 kaum einer der Kollegen gesehen, um mit einer Rezension aufwarten zu können. Dabei sind die Wendungen des Plots überraschend, unvorhersehbar und sehr bewegend. Der Trailer gibt nicht das wirklich wieder, was sich an Feinheiten und berührenden Momenten im Film abspielt. Sehr empfehlenswert! Hier der Trailer:



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Am 15. September 2016 kommt "TSCHICK" von Fatih Akin ins Kino. Der in Hamburg lebende Regisseur mit türkischen Wurzeln hat sich Wolfgang Herrndorfs Erfolgsroman angenommen und einen überraschend guten Film daraus gemacht, der wegen Fördergeldern unter anderem in unserer Region Berlin-Brandenburg gedreht wurde.

Der sehenswerte Film hat durchaus starke Anleihen an Harks Bohms 1976 in Hamburger gedrehtes Drama "Nordsee ist Mordsee", an das sich viele vielleicht noch erinnern mögen. Vor allem an die Flucht-Szenen der beiden 13-jährigen Jugendlichen (Uwe & Dschingis) mit einem Boot auf der Elbe. Der Regisseur und Dozent Bohm startete damit vor 40 Jahren seine Film-Karriere. Den damaligen Hauptdarsteller Uwe, geboren 1962, adoptierte Bohm. Der Mitte 50-jährige spielt in Akins Film wieder mit. Diesmal als tyrannischer Vater, eines aus seiner Sicht missratenen, ebenfalls 13-jährigen Sohnes (Maik), der mit einem auch wieder etwas fremd aussehenden, gleichaltrigen russlanddeutschen Kumpel (Tschick) ein Auto stiehlt, um in die Walachei zu entfliehen. Unbedingt ansehen - hier der Trailer:



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Gestern, den 1. September 2016, ist die französische Komödie "MEIN ZIEMLICH KLEINER FREUND" von Laurent Tirard in unseren Kinos gestartet. Bereits 2011 hatten die Franzosen Olivier Nakache & Eric Toledano mit "ZIEMLICH BESTE FREUNDE", um einen im Rollstuhl sitzenden gelähmten reichen Adligen, der sich mit einem schwarzen Bediensteten nach anfänglicher Skepsis doch noch intensiv anfreundet, eine Erfolgskomödie ins Kino gebracht, die mit zahlreichen Auszeichnungen überschüttet wurde. Ganz so tiefschürfend geht die Story Tirards Film nicht. Bei Komödien sind wir auch immer skeptisch, ob sich eine Besprechung lohnt. Selten ist guter Filmstoff darunter. Doch die Franzosen haben mitunter dabei ein besseres Händchen als die Deutschen, denen rührselige Geschichten gleich ins überzogene Drama abrutschen oder oft einfach nur peinlich sind.

Ulrike Schirm hat sich den Film angesehen und konnte dabei einige interessante Details entdecken, die zum Nachdenken anregen. Hier der Trailer:



"MEIN ZIEMLICH KLEINER FREUND"

Nee, nee, mein ziemlich kleiner Freund ist nicht der… ihr wisst schon, was ich meine.

Diane (Virginie Efira) Anwältin und Single erhält einen Anruf von ihrem eigenen Handy im Büro am Festnetz. Es meldet sich ein gewisser Alexandre. Er hat ein verlorenes Mobile Phone in einem Café gefunden, indem sich Diane mit ihrem Ex heftig gestritten hatte und wütend gegangen war. Weil der Finder so nett und ziemlich kess mit ihr plaudert, trifft sie ihn am nächsten Tag ganz unverbindlich in einem Bistro. Der erfolgreiche, charmante, gutaussehende Architekt (Jean Dujardin), der gleich den Raum betreten wird, misst allerdings nur 1.36 Meter.

Kann aus diesem grössenmässig total ungleichen Paar eine Liebesgeschichte entstehen? Was macht ein so kleiner Mann… er klotzt, was das Zeug hält. Hinter einigen machohaften Sprüchen, verbirgt er seine empfindsame Seite und lädt zu einem Fallschirmsprung ein. Im Laufe der Zeit, wird der Grössenunterschied zwischen den beiden immer nebensächlicher. Einfach ist es für Diane bestimmt nicht. Ihr Ex tituliert sie höhnisch nur noch als  „Schneewittchen“ und ihre Mutter kann ihr Entsetzen kaum verbergen und nennt den Freund ihrer Tochter nur den „Zwerg“. Von den abschätzenden Blicken Fremder und Freunden ganz zu schweigen. Das macht das Verlieben nicht gerade leicht und locker.

Ich habe mich gefragt, wie hätte diese nachdenklich stimmende Liebesgeschichte auf mich gewirkt, wenn die Rolle von Dujardin mit einem wirklich kleinwüchsigem Schauspieler besetzt worden wäre? Die Ernsthaftigkeit die hinter diesem Thema steckt, wäre wahrscheinlich eine weniger amüsante gewesen. Trotzdem Chapeau! Wieviel Größe und Selbstbewusstsein muss man besitzen, sich als Frau auf so eine Liebe einzulassen, die tagtäglich von Diskriminierungen, spöttischen Blicken und Getuschel begleitet ist. Das zeigt dieser Film auf tragisch-komische, gut funktionierende Weise. Ein Wort in eigener Sache: „Ich könnte es nicht!

Ulrike Schirm

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