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Preisverleihung des 23. NEISSE NYSA NISA FILM FESTIVAL im tschechischen Varnsdorf

Deutscher Spielfilm „Sechswochenamt“ von Jacqueline Jansen gewinnt Hauptpreis beim 23. NEISSE NYSA NISA FILM FESTIVAL



Das im Dreiländereck zwischen Deutschland, Polen und Tschechien ausgetragene 23. NEISSE FILM FESTIVAL vergab diesmal seine Preise am Samstagabend, den 30. Mai 2026 im tschechischen Varnsdorf vor der 70mm Großbildleinwand im Kino Centrum Panorama. Für die deutschen Gäste wurde extra ein Bus-Shuttle-Service eingerichtet.

Der mit 10.000 Euro dotierte Hauptpreis für den besten Spielfilm ging an die deutsche Regisseurin Jacqueline Jansen. Ihr Drama „Sechswochenamt“ setzte sich im trinationalen Wettbewerb gegen acht weitere Produktionen aus Deutschland, Polen und Tschechien durch.

Hier der Trailer:



Synopsis:
Mit dem Tod ihrer Mutter reißt es LORE (25) den Boden unter den Füßen weg. Während ihr Inneres in einen nie dagewesenen Ausnahmezustand fällt, gerät auch die Außenwelt aus den Fugen. Die Corona-Pandemie bricht aus, und ein Nebel aus Isolation und Einsamkeit legt sich über die rheinische Kleinstadt, in der die Menschen zu empathielosen Einzelkämpfern verkommen. Lore verliert den Glauben an das Miteinander. Doch in einem letzten Kraftakt schafft sie es, allen Widrigkeiten zum Trotz, eine Verabschiedungsfeier zu organisieren. Dass diese im Schlafzimmer ihrer Mutter stattfindet, erscheint am Ende als fast logische Konsequenz von sechs Wochen Ausnahmezustand. Sechs Wochen, in denen Lore lernt, ihre Trauer zuzulassen, um nicht von ihr aufgefressen zu werden.
(Piffl Medien)


Die internationale Jury lobte das Werk als zutiefst berührend und ehrlich im Umgang mit dem Thema Trauer und Verlust. Eine lobende Erwähnung fand zudem die schauspielerische Leistung von Magdalena Laubisch in diesem Film.

Auch in den anderen Kategorien gab es Grund zum Feiern: Als bester Dokumentarfilm wurde der deutsche Beitrag „Eine Krankheit wie ein Gedicht“ von Jelena Ilić ausgezeichnet, der sich feinfühlig mit psychischen Erkrankungen auseinandersetzt. Der Preis für den besten Kurzfilm ging an die polnische Produktion „Lassen wir es ohne Titel“ von Mieszko Chomka. Dieser Film konnte sich zusätzlich auch den Preis der Jugendjury sichern. Den Spezialpreis des Festivals erhielt der deutsche Spielfilm „Capo“ von Robert Kwilman für seinen besonderen Blick auf kulturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten.

Den von der Stadt Zittau gestifteten und mit 1.000 Euro dotierten Preis für die beste darstellerische Leistung erhielt Đoàn Hoàng Anh für seine Performance als Vater im tschechischen Film „Letní škola, 2001“ (Sommerschule, 2001) von Dužan Duong. Die Jury hob in ihrer Begründung hervor:

„Den Preis verleihen wir für die emotional eindringliche Darstellung einer vielschichtigen Figur, die in uns Wut, Verständnis und Mitgefühl weckte und noch lange nach dem Ende des Films nachhallte.“

Seth Turner wurde für ihre Arbeit am deutschen Spielfilm „Der Heimatlose“ von Kai Stänicke mit dem von der Stadt Görlitz gestifteten und mit 3.000 Euro dotierten Preis für das beste Szenenbild ausgezeichnet. Der Film feierte seine Weltpremiere im Februar auf auf der 76. Berlinale in der neuen Nebensektion »Perspektives«.

Hier der Trailer:



„Das Produktionsdesign dieses Films ist ein starkes erzählerisches Mittel. Durch Setdesign, Raumgestaltung und künstlerische szenische Umsetzung entsteht ein eindrucksvolles Gefühl von Transformation – zwischen Zugehörigkeit und Nicht-Zugehörigkeit, zwischen Fremdsein und Heimat. Die Räume wirken bewusst unvollständig und werden so zu einer starken Metapher für bruchstückhafte Erinnerung und ein Dasein zwischen verschiedenen Orten und Identitäten.“, begründete die Jury.

Auch die Meinung des Publikums war gefragt: Die jeweils mit 1.000 Euro dotierten Publikumspreise für Langfilme aus dem Programm des 23. NEISSE NYSA NISA FILM FESTIVAL gingen ebenfalls an den Spielfilm „Der Heimatlose“ von Kai Stänicke und den Dokumentarfilm „Einar Schleef – Ich habe kein Deutschland gefunden“ von Sandra Prechtel. Beliebtester Kurzfilm wurde der polnische Beitrag „Martwe Tango“ (Totentango) von Jan Seraphim.

Der Neiße-Fisch für das beste Drehbuch, gestiftet vom Liberecký kraj und dotiert mit 1.000 Euro, ging an Emi Buchwald und Karol Maczek für den polnischen Beitrag „Nie ma duchów w mieszkaniu na Dobrej“ (Keine Geister in der Dobrastraße), bei dem Emi Buchwald auch Regie führte.

Die Jury honorierte damit die besondere Herausforderung der Geschichte: „Vier völlig unterschiedliche Charaktere werden durch eine einzige Liebe miteinander verbunden. Mit Leichtigkeit und Humor erinnert sie uns – inmitten all der dramatischen Geschichten – daran, dass die Welt auf unserer Seite ist und dass das Erwachsensein ein Schwindel ist!“, so die Jury weiter.

Insgesamt zeigte das trinationale Filmfest vom 26. - 30. Mai 2026 rund 100 Filme in 19 Spielstätten in Deutschland, Polen und Tschechien.

Link: www.neissefilmfestival.net