38. Filmfest Dresden, 17. ALFILM Festival Berlin, 56. SEHSÜCHTE Potsdam
Einen Tag vor dem ACHTUNG BERLIN Festival, startet in Dresden eines der größten und beliebtesten Kurzfilmfestivals.

Vom 14. - 19. April 2026 bringt das Filmfest Dresden an sechs Festivaltagen die besten Kurzfilme aus aller Welt nach Dresden und zieht damit jährlich bis zu 20.000 Besucher*innen an, darunter rund 500 akkreditierte Fachgäste. Gezeigt werden mehr als 380 Kurzfilme aus 60 Ländern. Die Landeshauptstadt fördert das Filmfest in diesem Jahr mit 81.000 Euro.
Katharina Dockhorn will für uns im Anschluss an die Preisverleihung von Dresden berichten, während wir in Berlin bleiben und uns um das kommende ALFILM Festival sowie um die SEHSÜCHTE in Potsdam kümmern wollen, denn die Festivalsaison im Frühjahr ist kurz getaktet und verlangt viel Überblick, um nichts zu versäumen.
Am 28. April 2026 folgen wir auch dem Ruf nach Oberhausen ins Ruhrgebiet, wo mit den 72. Internationalen KURZFILMTAGEN das älteste und bekannteste Kurzfilmfestival der Welt beginnt. In Oberhausen zeigten Regisseure wie Roman Polanski, George Lucas oder David Lynch, Künstler*innen wie Pipilotti Rist oder Laure Prouvost ihre Arbeiten, lange bevor sie zu Weltruhm gelangten.
Zudem genießt das Festival international einen hervorragenden Ruf als Diskussionsforum filmkünstlerischer und medientechnologischer Entwicklungen, so dass in jedem Jahr hunderte Gäste aus der ganzen Welt nach Oberhausen kommen.
Mit diesem Aufgebot kann das FILMFEST DRESDEN nicht ganz mithalten. Dennoch zeigt es jedes Jahr im April ein vielseitig, international, inspirierendes Programm. Die Einreichungen dürfen nicht älter als zwei Jahre und nicht länger als 30 Minuten sein.
Das Herzstück des Programms bilden seit jeher die Wettbewerbsprogramme - International, National sowie Mitteldeutsch. Sie bringen in elf Programmen etwa 70 Filme aus mehr als 20 Ländern der Welt auf die Leinwand. Um die Nominierungen bewerben sich jedes Jahr rund 3.000 Spiel- und Animationsfilme aus über 100 Ländern.
Neben den Wettbewerben bietet die Festivalwoche ein umfangreiches Angebot an Sonderprogrammen mit einer Vielfalt an Themen- und Länderschwerpunkten, Retrospektiven sowie Jugend- und Kinderfilmen.
Link: www.filmfest-dresden.de
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Während der Einlass zur Abschlussfeier ACHTUNG BERLIN FESTIVALS im Kino Babylon gerade erst beginnt, ist der Eröffnungsfilm von ALFILM – Arabisches Filmfestival Berlin am 22. April 2026 bereits um 19:00 Uhr im HAU Hebbel am Ufer (HAU1) angelaufen.
In einer ersten Pressemitteilung war der Starttermin von ALFILM noch am 23. April angesetzt, sodass es keine Überschneidung gegeben hätte. Aber Terminabstimmungen sind manchmal schwierig.
Wie immer zeigt ALFILM in Berlin eine vielfältige Auswahl an Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilmen nicht nur im HAU Hebbel am Ufer, sondern auch im City Kino Wedding, silent green Kulturquartier, Kino in der KulturBrauerei, Sinema Transtopia, Wolf Kino, Sputnik, Spore Initiative, Flutgraben und Festsaal Kreuzberg.
Im siebzehnten Jahr seines Bestehens tritt ALFILM – Arabisches Film Festival Berlin in eine neue Phase: gefestigt in seiner Stimme, dringlicher denn je in seinem Anliegen. Doch diese Ausgabe entsteht unter dem Eindruck einer Gegenwart, die von Gewalt, Verlust und tiefgreifender Unsicherheit geprägt ist. Kriege verwüsten weiterhin große Teile der Region – im Sudan, in Palästina, im Libanon – und zwingen Millionen zur Flucht. Was einst als Ausnahme galt, ist vielerorts zur Normalität geworden. Die sozialen, politischen und ökologischen Folgen dieser andauernden Gewalt schreiben sich in die Gegenwart ein und verdunkeln die Horizonte der Zukunft.
Die 17. Ausgabe von ALFILM gliedert sich in drei Sektionen: Selection, Spotlight und Specials. Sie vereint eine breite Palette von Filmen aus der gesamten arabischen Welt, die unterschiedliche Genres, Stile und thematische Anliegen zusammenbringen. Die Filme der Selection tragen die Spuren von Trauer, Angst, Frustration und Desillusionierung angesichts des gegenwärtigen Zustands der Welt. Zugleich wenden sie sich den Einschreibungen dieses Zustands im Intimen zu: in familiären Bindungen, Liebesbeziehungen, im Verhältnis zu Ort, Zeit und zum eigenen Körper. Dabei eröffnen sie auch Wege, gegen den Tod zu leben, sich grenzenloser Gewalt zu widersetzen und Formen der Restauration inmitten von Ruinen zu pflegen.
Eröffnet wird das diesjährige Festival mit Annemarie Jacirs "Palestine 36". Das epische historische Drama feiert bei ALFILM seine Deutschlandpremiere, bevor es in den bundesweiten Kinoverleih geht.
Angesiedelt im Jahr 1936, am Vorabend des Großen Palästinensischen Aufstands, zeichnet "Palestine 36" den wachsenden Widerstand gegen die britische Kolonialherrschaft und die Zwangsenteignung der indigenen palästinensischen Bevölkerung nach.
Hier der Trailer:
Das diesjährige ALFILM Spotlight mit dem Titel Sudan: New Projections – Retrospectives, Revolutions, and Restorations wurde erstmals in der Festivalgeschichte von einem Gastkurator konzipiert: Talal Afifi, Produzent und Leiter der Sudan Film Factory. Das Programm widmet sich dem sudanesischen Kino und stellt zeitgenössische Werke neben neu restaurierte Archivfilme und künstlerische Interventionen. Dabei werden Kontinuitäten und Brüche eines Kinos sichtbar, das von Revolution, Erinnerung, Exil und Resilienz geprägt ist. Das Programm unterstreicht die kreative Kraft sudanesischer Filmschaffender trotz der Zerstörungen durch Krieg und den Zusammenbruch kultureller Infrastrukturen.
Masterclasses, Panel-Diskussionen, Filmgespräche, Sondervorführungen, die Kunstausstellung Sudan Retold sowie eine Party am 24. April 2026 im Festsaal Kreuzberg ergänzen das Filmprogramm runden nicht nur das Programm ab, sondern laden das Publikum zum direkten Austausch mit Filmschaffenden, Künstler*innen und Expert*innen ein.
Cotton Queen (Spotlight-Eröffnungsfilm)
Spielfilm, Regie: Suzannah Mirghani, Sudan/Saudi-Arabien/Katar/Deutschland, 2025, 94 min, AR. mit EN UT
Nafisas Dorf in der Nähe des Nils lebt vom Baumwollanbau. Die Teenagerin steht unter der strengen Aufsicht ihrer Großmutter Al-Sit, einer Matriarchin, deren antikoloniale Vergangenheit sich zu sozialer Macht verfestigt hat. Als ein Geschäftsmann mit gentechnisch verändertem Saatgut auftaucht und Nafisa einen Heiratsantrag macht, verschmelzen die wirtschaftlichen Interessen des Dorfes und ihr persönliches Schicksal miteinander. Mirghani rahmt diesen Konflikt mit einem feinen Gespür für Land, harte körperliche Arbeit und Bräuche und zeigt, wie Baumwolle sowohl Lebensgrundlage als auch historisches Vermächtnis ist. Während Nafisa zwischen Sehnsucht, Pflicht und dem Druck der Gemeinschaft hin- und hergerissen ist, entfaltet sich der Film als eine Coming-of-Age-Geschichte mit politischer Brisanz: Wer definiert Fortschritt? Wer zahlt seinen Preis? Und wer darf sich eine Zukunft erträumen? Cotton Queen ist zugleich zart und schonungslos in seiner Darstellung von Frauen, die sich mit bestehenden Hierarchien konfrontiert sehen und gleichzeitig ihre eigene Selbstbestimmung einfordern.
Home Movie on Location
Dokumentarfilm, Regie: Viola Shafik, Ägypten/Deutschland, 2025, 100 min, AR/DE, mit EN UT
In dieser autobiografischen Dokumentation über Familie, der Liebe zum Kino und dem immerwährenden Schwanken zwischen Heimaten, Sprachen und Orten untersucht Viola Shafik ihre Beziehung zu ihrem Sohn und dessen Vater, dem renommierten Artdirector und Produktionsdesigner Onsi Abou Seif. Im Mittelpunkt steht ihre und Abou Seifs gemeinsame Verbundenheit mit dem ägyptischen Kino der Vergangenheit und Gegenwart: sie durch ihre wegweisende wissenschaftliche Arbeit, er durch seine Bühnenbilder und die Entwicklung der visuellen Welten zahlreicher Meisterwerke des arabischen Kinos von den späten 60er Jahren bis heute. Der Film endet in tieferen Reflexionen über Migration, politische Unterdrückung und die Auslöschung von Orten und Identitäten. ALFILM präsentiert Home Movie On Location in seiner deutschen Premiere. (IA)
Das vollständige Festivalprogramm mit detaillierten Informationen ist auf der Webseite des Festivals verfügbar.
Alfilm wird gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds und die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Mit freundlicher Unterstützung der Rosa-Luxemburg-Stiftung aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), der Friedrich-Ebert-Stiftung, des Rates der arabischen Botschafter sowie des Leibniz-Zentrums Moderner Orient (ZMO).
Link: alfilm.berlin
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Das dritte Filmfestival im April in unserer Region verkompliziert die Überschneidungen noch einmal mehr, denn vom 22. bis 26. April 2026 findet auch die 55. Ausgabe des Internationalen Studierendenfilmfestivals SEHSÜCHTE in Potsdam statt, welches zu Europas größten Festivals für Nachwuchsfilm gehört.
Zwischen Erschütterung und Aufbruch, Tradition und Rebellion, Trauer und Hoffnung will Sehsüchte in der 55. Edition Räume gestalten, in denen die Filmschaffenden und das Publikum politischen und persönlichen Krisen begegnen, um herauszufinden, was dennoch bleibt.
Als offizieller Auftakt der Festivalwoche bringt die Eröffnungsfeier in der Filmuniversität Babelsberg Filmschaffende, Studierende und geladene Gäste zusammen. Mit feierlichen Redebeiträgen, ersten Filmvorführungen und musikalischer Begleitung setzt die Veranstaltung den Ton für eine Woche voller neuer Perspektiven.
Die Hauptprogramme beginnen ab Donnerstag, 23.04.2026 um 13:00 Uhr im Filmmuseum Potsdam mit fünf Filmen über Menschen im Aufbruch. Sie verlassen vertraute Orte, überschreiten Grenzen, begegnen neuen Welten – und lassen dabei Teile ihres bisherigen Lebens zurück. Auf der Suche nach Freiheit, Identität und einer anderen Zukunft.
Parallel dazu laufen dazu auch Programme in der Schiffbauergasse des Waschhauses, des Kesselhauses oder des T-Werks.
Mit einem Festivalpass kann jede Veranstaltung an allen Festivaltagen besucht werden (außer Eröffnungsfeier, Preisverleihung und Closing Party). Daneben gibt es Einzeltickets, Tagestickets sowie Akkreditierungen für Studierende an Brandenburger und Berliner Hochschulen.
Etwas ausführlicher und übersichtlicher strukturiert ist das Programm auf der Webseite des Festivals.
Links: sehsuechte.de | sehsuechte.de/programm

Vom 14. - 19. April 2026 bringt das Filmfest Dresden an sechs Festivaltagen die besten Kurzfilme aus aller Welt nach Dresden und zieht damit jährlich bis zu 20.000 Besucher*innen an, darunter rund 500 akkreditierte Fachgäste. Gezeigt werden mehr als 380 Kurzfilme aus 60 Ländern. Die Landeshauptstadt fördert das Filmfest in diesem Jahr mit 81.000 Euro.
Katharina Dockhorn will für uns im Anschluss an die Preisverleihung von Dresden berichten, während wir in Berlin bleiben und uns um das kommende ALFILM Festival sowie um die SEHSÜCHTE in Potsdam kümmern wollen, denn die Festivalsaison im Frühjahr ist kurz getaktet und verlangt viel Überblick, um nichts zu versäumen.
Am 28. April 2026 folgen wir auch dem Ruf nach Oberhausen ins Ruhrgebiet, wo mit den 72. Internationalen KURZFILMTAGEN das älteste und bekannteste Kurzfilmfestival der Welt beginnt. In Oberhausen zeigten Regisseure wie Roman Polanski, George Lucas oder David Lynch, Künstler*innen wie Pipilotti Rist oder Laure Prouvost ihre Arbeiten, lange bevor sie zu Weltruhm gelangten.
Zudem genießt das Festival international einen hervorragenden Ruf als Diskussionsforum filmkünstlerischer und medientechnologischer Entwicklungen, so dass in jedem Jahr hunderte Gäste aus der ganzen Welt nach Oberhausen kommen.
Mit diesem Aufgebot kann das FILMFEST DRESDEN nicht ganz mithalten. Dennoch zeigt es jedes Jahr im April ein vielseitig, international, inspirierendes Programm. Die Einreichungen dürfen nicht älter als zwei Jahre und nicht länger als 30 Minuten sein.
Das Herzstück des Programms bilden seit jeher die Wettbewerbsprogramme - International, National sowie Mitteldeutsch. Sie bringen in elf Programmen etwa 70 Filme aus mehr als 20 Ländern der Welt auf die Leinwand. Um die Nominierungen bewerben sich jedes Jahr rund 3.000 Spiel- und Animationsfilme aus über 100 Ländern.
Neben den Wettbewerben bietet die Festivalwoche ein umfangreiches Angebot an Sonderprogrammen mit einer Vielfalt an Themen- und Länderschwerpunkten, Retrospektiven sowie Jugend- und Kinderfilmen.
Link: www.filmfest-dresden.de
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Während der Einlass zur Abschlussfeier ACHTUNG BERLIN FESTIVALS im Kino Babylon gerade erst beginnt, ist der Eröffnungsfilm von ALFILM – Arabisches Filmfestival Berlin am 22. April 2026 bereits um 19:00 Uhr im HAU Hebbel am Ufer (HAU1) angelaufen.
In einer ersten Pressemitteilung war der Starttermin von ALFILM noch am 23. April angesetzt, sodass es keine Überschneidung gegeben hätte. Aber Terminabstimmungen sind manchmal schwierig.
Wie immer zeigt ALFILM in Berlin eine vielfältige Auswahl an Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilmen nicht nur im HAU Hebbel am Ufer, sondern auch im City Kino Wedding, silent green Kulturquartier, Kino in der KulturBrauerei, Sinema Transtopia, Wolf Kino, Sputnik, Spore Initiative, Flutgraben und Festsaal Kreuzberg.
Im siebzehnten Jahr seines Bestehens tritt ALFILM – Arabisches Film Festival Berlin in eine neue Phase: gefestigt in seiner Stimme, dringlicher denn je in seinem Anliegen. Doch diese Ausgabe entsteht unter dem Eindruck einer Gegenwart, die von Gewalt, Verlust und tiefgreifender Unsicherheit geprägt ist. Kriege verwüsten weiterhin große Teile der Region – im Sudan, in Palästina, im Libanon – und zwingen Millionen zur Flucht. Was einst als Ausnahme galt, ist vielerorts zur Normalität geworden. Die sozialen, politischen und ökologischen Folgen dieser andauernden Gewalt schreiben sich in die Gegenwart ein und verdunkeln die Horizonte der Zukunft.
Die 17. Ausgabe von ALFILM gliedert sich in drei Sektionen: Selection, Spotlight und Specials. Sie vereint eine breite Palette von Filmen aus der gesamten arabischen Welt, die unterschiedliche Genres, Stile und thematische Anliegen zusammenbringen. Die Filme der Selection tragen die Spuren von Trauer, Angst, Frustration und Desillusionierung angesichts des gegenwärtigen Zustands der Welt. Zugleich wenden sie sich den Einschreibungen dieses Zustands im Intimen zu: in familiären Bindungen, Liebesbeziehungen, im Verhältnis zu Ort, Zeit und zum eigenen Körper. Dabei eröffnen sie auch Wege, gegen den Tod zu leben, sich grenzenloser Gewalt zu widersetzen und Formen der Restauration inmitten von Ruinen zu pflegen.
Eröffnet wird das diesjährige Festival mit Annemarie Jacirs "Palestine 36". Das epische historische Drama feiert bei ALFILM seine Deutschlandpremiere, bevor es in den bundesweiten Kinoverleih geht.
Angesiedelt im Jahr 1936, am Vorabend des Großen Palästinensischen Aufstands, zeichnet "Palestine 36" den wachsenden Widerstand gegen die britische Kolonialherrschaft und die Zwangsenteignung der indigenen palästinensischen Bevölkerung nach.
Hier der Trailer:
Durch die Geschichte von Protagonist*innen unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft, die mit politischem Verrat, gesellschaftlichen Brüchen und einer drohenden Katastrophe konfrontiert sind, entwirft Jacir das eindringliche Porträt einer Gesellschaft am Abgrund. Mit einem internationalen Cast, darunter Hiam Abbas, Liam Cunningham und Dhafer L’Abidine, untersucht der Film die kolonialen Wurzeln des Konflikts und den anhaltenden Kampf um Würde, Freiheit und Selbstbestimmung. Palestine 36 war 2026 Palästinas offizielle Einreichung für den Oscar in der Kategorie Bester Internationaler Film.
Seltenes Archivmaterial liefert das historische Gerüst für den neuen Film von Annemarie Jacir ("Wajib", "Salt of This Sea") über die individuellen Schicksale dreier Menschen an dem Wendepunkt der Geschichte des palästinensischen Volkes.
Das diesjährige ALFILM Spotlight mit dem Titel Sudan: New Projections – Retrospectives, Revolutions, and Restorations wurde erstmals in der Festivalgeschichte von einem Gastkurator konzipiert: Talal Afifi, Produzent und Leiter der Sudan Film Factory. Das Programm widmet sich dem sudanesischen Kino und stellt zeitgenössische Werke neben neu restaurierte Archivfilme und künstlerische Interventionen. Dabei werden Kontinuitäten und Brüche eines Kinos sichtbar, das von Revolution, Erinnerung, Exil und Resilienz geprägt ist. Das Programm unterstreicht die kreative Kraft sudanesischer Filmschaffender trotz der Zerstörungen durch Krieg und den Zusammenbruch kultureller Infrastrukturen.
Masterclasses, Panel-Diskussionen, Filmgespräche, Sondervorführungen, die Kunstausstellung Sudan Retold sowie eine Party am 24. April 2026 im Festsaal Kreuzberg ergänzen das Filmprogramm runden nicht nur das Programm ab, sondern laden das Publikum zum direkten Austausch mit Filmschaffenden, Künstler*innen und Expert*innen ein.
Cotton Queen (Spotlight-Eröffnungsfilm)
Spielfilm, Regie: Suzannah Mirghani, Sudan/Saudi-Arabien/Katar/Deutschland, 2025, 94 min, AR. mit EN UT
Nafisas Dorf in der Nähe des Nils lebt vom Baumwollanbau. Die Teenagerin steht unter der strengen Aufsicht ihrer Großmutter Al-Sit, einer Matriarchin, deren antikoloniale Vergangenheit sich zu sozialer Macht verfestigt hat. Als ein Geschäftsmann mit gentechnisch verändertem Saatgut auftaucht und Nafisa einen Heiratsantrag macht, verschmelzen die wirtschaftlichen Interessen des Dorfes und ihr persönliches Schicksal miteinander. Mirghani rahmt diesen Konflikt mit einem feinen Gespür für Land, harte körperliche Arbeit und Bräuche und zeigt, wie Baumwolle sowohl Lebensgrundlage als auch historisches Vermächtnis ist. Während Nafisa zwischen Sehnsucht, Pflicht und dem Druck der Gemeinschaft hin- und hergerissen ist, entfaltet sich der Film als eine Coming-of-Age-Geschichte mit politischer Brisanz: Wer definiert Fortschritt? Wer zahlt seinen Preis? Und wer darf sich eine Zukunft erträumen? Cotton Queen ist zugleich zart und schonungslos in seiner Darstellung von Frauen, die sich mit bestehenden Hierarchien konfrontiert sehen und gleichzeitig ihre eigene Selbstbestimmung einfordern.
Home Movie on Location
Dokumentarfilm, Regie: Viola Shafik, Ägypten/Deutschland, 2025, 100 min, AR/DE, mit EN UT
In dieser autobiografischen Dokumentation über Familie, der Liebe zum Kino und dem immerwährenden Schwanken zwischen Heimaten, Sprachen und Orten untersucht Viola Shafik ihre Beziehung zu ihrem Sohn und dessen Vater, dem renommierten Artdirector und Produktionsdesigner Onsi Abou Seif. Im Mittelpunkt steht ihre und Abou Seifs gemeinsame Verbundenheit mit dem ägyptischen Kino der Vergangenheit und Gegenwart: sie durch ihre wegweisende wissenschaftliche Arbeit, er durch seine Bühnenbilder und die Entwicklung der visuellen Welten zahlreicher Meisterwerke des arabischen Kinos von den späten 60er Jahren bis heute. Der Film endet in tieferen Reflexionen über Migration, politische Unterdrückung und die Auslöschung von Orten und Identitäten. ALFILM präsentiert Home Movie On Location in seiner deutschen Premiere. (IA)
Das vollständige Festivalprogramm mit detaillierten Informationen ist auf der Webseite des Festivals verfügbar.
Alfilm wird gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds und die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt. Mit freundlicher Unterstützung der Rosa-Luxemburg-Stiftung aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), der Friedrich-Ebert-Stiftung, des Rates der arabischen Botschafter sowie des Leibniz-Zentrums Moderner Orient (ZMO).
Link: alfilm.berlin
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Das dritte Filmfestival im April in unserer Region verkompliziert die Überschneidungen noch einmal mehr, denn vom 22. bis 26. April 2026 findet auch die 55. Ausgabe des Internationalen Studierendenfilmfestivals SEHSÜCHTE in Potsdam statt, welches zu Europas größten Festivals für Nachwuchsfilm gehört.
Zwischen Erschütterung und Aufbruch, Tradition und Rebellion, Trauer und Hoffnung will Sehsüchte in der 55. Edition Räume gestalten, in denen die Filmschaffenden und das Publikum politischen und persönlichen Krisen begegnen, um herauszufinden, was dennoch bleibt.
Als offizieller Auftakt der Festivalwoche bringt die Eröffnungsfeier in der Filmuniversität Babelsberg Filmschaffende, Studierende und geladene Gäste zusammen. Mit feierlichen Redebeiträgen, ersten Filmvorführungen und musikalischer Begleitung setzt die Veranstaltung den Ton für eine Woche voller neuer Perspektiven.
Die Hauptprogramme beginnen ab Donnerstag, 23.04.2026 um 13:00 Uhr im Filmmuseum Potsdam mit fünf Filmen über Menschen im Aufbruch. Sie verlassen vertraute Orte, überschreiten Grenzen, begegnen neuen Welten – und lassen dabei Teile ihres bisherigen Lebens zurück. Auf der Suche nach Freiheit, Identität und einer anderen Zukunft.
Parallel dazu laufen dazu auch Programme in der Schiffbauergasse des Waschhauses, des Kesselhauses oder des T-Werks.
Mit einem Festivalpass kann jede Veranstaltung an allen Festivaltagen besucht werden (außer Eröffnungsfeier, Preisverleihung und Closing Party). Daneben gibt es Einzeltickets, Tagestickets sowie Akkreditierungen für Studierende an Brandenburger und Berliner Hochschulen.
Etwas ausführlicher und übersichtlicher strukturiert ist das Programm auf der Webseite des Festivals.
Links: sehsuechte.de | sehsuechte.de/programm