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NSFC-Award für Sandra Hüller von US-Kritikern sowie »Golden Globes« Nominierungen

In der Nacht zum 8. Januar 2024 werden die Preise der Golden Globes verkündet. - Einen Tag zuvor wurde Sandra Hüller von den US-Kritikern ausgezeichnet. - NACHTRAG: Spendenaufruf für in Not geratenes Berliner Kino!



Die Mitglieder der Hollywood Foreign Press Association (HFPA) zeichnen bei der 81. Verleihung der Golden Globe Awards in der Nacht vom 7. zum 8. Januar 2024 im Beverly Hilton Hotel in Beverly Hills die aus ihrer Sicht besten amerikanischen und ausländischen Film- und Fernsehproduktionen sowie Künstler des Vorjahres aus.

Alle Nominierungen, darunter auch jene für Sandra Hüller mit ihrer darstellerischen Leistung in dem Krimi "Anatomie eines Falls" und in dem NS-Drama "The Zone of Interest" als Frau des KZ-Kommandanten in Ausschwitz, hatten wir am 12. Dezember 2023 veröffentlicht.

Die Ergebnisse liegen allerdings erst im Laufe des Montags vor, sodass sie leider nicht sofort von uns verarbeitet werden können.

UPDATE: Abgeräumt hat der Streifen "Oppenheimer", während Sandra Hüller leer ausging und auch "Barbie" nur zwei Preise von neun Nominierungen erhielt. Mehr dazu morgen!

Uns liegen heute dafür aber die Auszeichnungen des US-Kritikerverbandes vor, der am Samstag, den 6. Januar 2024, Sandra Hüller ausgezeichnet hat.



Der US-Kritikerverband National Society of Film Critics (NSFC), dem etwa 60 namhafte Filmkritiker angehören, gab die Auswahl der Gewinner am Samstag bekannt und wählte die 45-Jährige Sandra Hüller für ihre Rollen in "Anatomie eines Falls" und "The Zone of Interest" zur besten Schauspielerin. Sie lag nach Stimmen vor Emma Stone ("Poor Things") und Lily Gladstone ("Killers of the Flower Moon"). Im Dezember hatte schon der Filmkritiker-Verband aus Los Angeles Hüller geehrt.

Der Regie-Preis ging an den Briten Jonathan Glazer für "The Zone of Interest". Hüller spielt darin die Ehefrau des KZ-Kommandanten Rudolf Höß, der mit seiner Familie direkt am Konzentrationslager Auschwitz ein luxuriöses Haus bewohnt.

Zum besten Film wurde das US-amerikanische Filmdrama "Past Lives" von Celine Song gekürt. Das autobiografisch geprägte Werk handelt von einer aus Südkorea stammenden Frau, die über mehrere Jahrzehnte und Kontinente hinweg zwischen ihrer platonischen Jugendliebe und sich selbst hin- und hergerissen ist.

Hier der Trailer:



Bester Dokumentarfilm wurde “Menus-Plaisirs — Les Troisgros” von Frederick Wiseman. Das vier Stunden lange Werk über das vom Guide Michelin ausgezeichnete französische Sternerestaurant, wurde gestrigen Sonntagabend im Berliner Kino Arsenal im Rahmen des US-Independent Film Festivals UNKNOWN PLEASURES in einer ziemlich gut besuchten Veranstaltung erstmals bei uns in Deutschland gezeigt.

Hier der Trailer:




Übersicht aller NSFC-Gewinner:

BEST PICTURE:
“Past Lives” (51 points)
Runners-up:
“The Zone of Interest” (49 points)
“Oppenheimer” (44 points)

BEST DIRECTOR:
Jonathan Glazer, “The Zone of Interest” (65 points)
Runners-up:
Todd Haynes, “May December” (42 points)
Christopher Nolan, “Oppenheimer” (41 points)

BEST ACTRESS:
Sandra Hüller, “Anatomy of a Fall” and “The Zone of Interest” (61 points)
Runners-up:
Emma Stone, “Poor Things” (56 points)
Lily Gladstone, “Killers of the Flower Moon” (44 points)

BEST SUPPORTING ACTRESS:
Da’Vine Joy Randolph, “The Holdovers” (58 points)
Runners-up:
Penélope Cruz, “Ferrari” (32 points)
Rachel McAdams, “Are You There God? It’s Me, Margaret.” (23 points)

BEST ACTOR:
Andrew Scott, “All of Us Strangers” (52 points)
Runners-up:
Jeffrey Wright, “American Fiction” (39 points)
Cillian Murphy, “Oppenheimer” (29 points)

BEST SUPPORTING ACTOR:
Charles Melton, “May December” (51 points)
Runners-up:
Robert Downey, Jr., “Oppenheimer,” and Ryan Gosling, “Barbie” (31 points, tie)

BEST SCREENPLAY (Dehbuchpreis):
Samy Burch, “May December” (53 points)
Runners-up:
Celine Song, “Past Lives” (50 points)
David Hemingson, “The Holdovers” (36 points)

BEST FILM NOT IN THE ENGLISH LANGUAGE:
“Fallen Leaves” (65 points)
Runners-up:
“The Zone of Interest” (51 points)
“Anatomy of a Fall” (44 points)

BEST NONFICTION FILM:
“Menus-Plaisirs — Les Troisgros” (64 points)
Runners-up:
“20 Days in Mariupol” (25 points)
“Kokomo City” (19 points)

BEST CINEMATOGRAPHY:
Rodrigo Prieto, “Killers of the Flower Moon” (55 points)
Runners-up:
Łukasz Żal, “The Zone of Interest” (45 points)
Hoyte van Hoytema, “Oppenheimer” (44 points)

BEST EXPERIMENTAL FILM:
Jean-Luc Godard’s “Trailer of a Film That Will Never Exist: Phony Wars”

SPECIAL CITATION FOR A FILM AWAITING U.S. DISTRIBUTION:
Víctor Erice’s “Close Your Eyes”

Link: nationalsocietyoffilmcritics.com

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Leichter Aufwärtstrend bei den Kinos

In diesem Zusammenhang möchten wir auf eine Meldung der Kino-Branchenverbände verweisen, die wir aus eigenen Erfahrungen in den letzten Wochen bestätigt können. Die Kinos in Deutschland sind demzufolge wieder auf Erholungskurs - auch dank Filmen wie "Barbie" und "Oppenheimer", die auch bei den Nominierungen für die Golden Globes hoch im Kurs standen.

"Viele Kinos konnten bereits ihre Häuser modernisieren und damit mehr Gäste bei sich begrüßen. Jetzt gilt es, diesen Trend zu verstetigen", hieß es beim HDV Kino Verband.

Im Jahr 2023 seien nach vorläufigen Zahlen 87,2 Millionen Tickets verkauft worden, berichteten HDF Kino e.V. und der Verband Allscreens unter Berufung auf einen Branchenanalysedienst. Damit habe es einen Besucheranstieg von 18,5 Prozent im Vergleich zu 2022 gegeben.

EVA-Lichtspiele in Not:

Im Gegensatz zu den großen Blockbuster Kinos, geht es älteren, kleinen Arthouse Kinos oft nicht so gut, wie beispielsweise den über 100 Jahre alten EVA-Lichtspielen in Berlin-Wilmersdorf, denen womöglich die Kündigung ins Haus steht, wie wir am 19. Oktober 2023 schrieben. Ein Finanzierungsziel über Crowdfunding in Höhe von 25.000 Euro auf Startnext bis zum 20. Januar 2024 wurde kürzlich auf der Webseite des Filmtheaters publik gemacht und wird auch von der in Berlin lebenden Filmemacherin Jutta Brückner (Jahrgang 1941) unterstützt. Bisher sind allerdings weniger als 5.000 Euro zusammengekommen.

Gerettet ist dagegen das Moviemento Kino in Berlin-Kreuzberg. Eine Crowdfunding-Sammlungsaktion über Startnext erbrachte 130.000 Euro, sodass die Räumlichkeiten für das älteste Kino Deutschlands von der Deutschen wohnen erworben werden konnten, wie der Tagesspiegel heute schreibt.

Link: HDF Kino e.V.

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