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35. Goya-Filmpreise 2021 in Malaga vergeben & eine Filmkritik zum Weltfrauentag

"LAS NIÑAS" von Pilar Palomero erhielt den Goya-Filmpreis 2021.



Das Erstlingswerk "LAS NIÑAS" der spanischen Regisseurin Pilar Palomero hat bei der Verleihung der 35. Goya-Filmpreise in Malaga am Samstagabend, den 06. März 2021 den Hauptpreis als bester Film erhalten. Der Film erlebte seine Uraufführung im letzten Jahr bei der 70. Berlinale 2020 in der Sektion Generation.

Hier der Trailer:



Die Geschichte über die Freundschaft zweier Schulmädchen und ihr Aufbegehren gegen die konservative Atmosphäre ihrer
Nonnenschule und der spanischen Gesellschaft Anfang der 90er-Jahre erhielt drei weitere Trophäen: den Preis für das beste Drehbuch, Palomero wurde als beste Nachwuchsregisseurin geehrt und die peruanische Kamerafrau Cajias bekam den Preis für die beste Kameraführung.

Quellen: ARD | Artes y las Ciencias Cinematográficas de España
Link: www.academiadecine.com

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F I L M K R I T I K
zum Internationalen Weltfrauentag


"EIN FISCH, DER AUF DEM RÜCKEN SCHWIMMT" Drama über eine Ménage-à-trois von Eliza Petkova. (Deutschland 2020. Im VoD-Verleih von Missing Films). Mit Henning Kober, Nina Schwabe, Theo Trebs u.a. . Ab 8. März 2021 im VoD-Stream, der an diesem Tag um ein Filmgespräch mit der Regisseurin Eliza Petkova und Linda Söffker (Leitung Berlinale Sektion Perspektive Deutsches Kino) ergänzt wird.

Hier der Trailer:



Ulrikes VoD-Kritik:

Ein schönes Haus, ein vegetationsreicher Garten, ein Pool. Eine junge Frau tanzt glücklich im Regen. Es wirkt alles sehr idyllisch. Doch der Schein trügt. Andrea ist erst vor kurzer Zeit hier eingezogen. Sie ist die Geliebte von Philipp, dessen Frau Hannah plötzlich im Schlaf gestorben ist.

Sein etwa 19-jähriger Sohn Martin hat den Tod seiner Mutter noch nicht überwunden. Er reagiert aggressiv auf Andrea, die mit einer gelassenen Selbstverständlichkeit durch Haus und Garten schlendert und mit unverzagter Freundlichkeit auf ihn reagiert.

Sie ist verspielt und offen, voller Energie. Ab und zu arbeitet sie in einer Einrichtung mit Kindern, die das Down-Syndrom haben. Sie singt mit ihnen und sorgt für Kreativität. Mehr erfährt man nicht über sie. Als Philipp und Martin sich Geschichten aus der Vergangenheit erzählen und sie bitten auch eine Geschichte aus ihrer Kindheit zu erzählen, antwortet sie, dass sie keine Vergangenheit habe. Die Situation hat sich geändert. Andrea, Philipp und Martin bilden eine Ménage à trois. Auch Martin hat sich in Andrea verliebt. Da Philipp oft auf Geschäftsreise ist und tagsüber arbeitet, haben beide das Haus und den Garten für sich. Eine subtile Spannung baut sich auf. Der jungen Haushälterin Nayda bleibt das Turteln zwischen den beiden nicht verborgen. Nun wird die Situation brenzlig. Welche Rolle spielt Nayda? Aus Angst, das Geheimnis könnte auffliegen, sorgt Martin mit einer Lüge dafür, dass sein Vater sie entlässt.

In diesem Liebesdreieck aus Sehnsüchten und Ängsten bleibt offen, wer was von wem weiß. In der Psychologie spricht man vom Ödipuskonflikt. Dabei handelt es sich um eine konflikthafte Konstellation in einem Dreieck.

Ist Philipp wirklich völlig arglos, als er seinen Sohn mit dem beiläufigen Satz konfrontiert: „Seit Andrea bei uns ist, geht es uns beiden gut“.

Bei einem ausgelassenen Wochenendausflug, an dem auch Martins Freund Jens teilnimmt, spitzt sich die Lage zu. Das Drama, das so reizvoll beginnt, mündet in ein tragisches Ende und verstärkt die mystische Aura, die Andrea umgibt, aber einen nicht wirklich berührt. Die Beweggründe, die Andreas Handeln begleiten, bleiben im Dunkeln und lassen den Zuschauer ratlos zurück. Doch genau diese Ratlosigkeit sorgt dafür, dass der Film länger im Gedächtnis bleibt und zum interessanten Rätselraten führt, nach dem Motto: „Stille Wasser sind tief“. Wieso? Warum? Weshalb?

Ulrike Schirm


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