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Neue Kategorie beim Europäischen Filmpreis (UPDATE)

Die deutsche Tragikomödie "Toni Erdmann" ist gleich fünfmal für den Europäischen Filmpreis nominiert worden und gewann alle fünf Preise.



Die deutsche Tragikomödie "Toni Erdmann" wurde gleich fünfmal für den Europäischen Filmpreis nominiert. Das beim Filmfest Cannes gefeierte, dann aber überraschend leer ausgegangene Vater-Tochter-Drama von Maren Ade hat nicht nur Chancen auf die Trophäe als bester Film. Sandra Hüller und Peter Simonischek wurden auch als beste Schauspieler nominiert. Weitere Nominierungen gab es für Regie und Drehbuch, wie die Europäische Filmakademie bei der 13. Ausgabe des spanischen Filmfestival in Sevilla (4.-12. November in Andalusien) am 6. November 2016 mitteilte. Der Filmpreis wird am 10. Dezember 2016 in der diesjährigen Europäischen Kulturhauptstadt Breslau (polnisch Wrocław) verliehen.

Schon am 17. November 2016 hatte die EFA sieben erste Preisträger in den Gewerken bekannt gegeben, darunter drei Preise für "Unter dem Sand - Das Versprechen der Freiheit" mit dem jungen Shooting-Star Louis Hoffmann. Der Film von Regisseur Martin Zandvliet handelt von jungen, minderjährigen deutschen Kriegsgefangenen, die im Mai 1945 in Dänemark zur Minenräumung abkommandiert werden. Hier der Trailer:



Zum ersten Mal wurden in diesem Jahr auch die Maskenbildner ausgezeichnet.
Wie die Vorstandsvorsitzende der European Film Academy, Agnieszka Holland, betont, wolle man damit "die Bedeutung der Hair- und Make-up-Künstler im kreativen Prozess des Filmemachens hervorheben".

Gekürt wird der Preisträger in der Kategorie Europäisches Maskenbild von der Jury, die auch die Gewinner in den sieben Gewerken Europäischer Kamerapreis, Europäischer Schnitt, Europäisches Szenenbild, Europäisches Kostümbild, Europäische Filmmusik und Europäisches Sounddesign auswählte. An erster Stelle aber stehen die Hauptkategorien »Bester Film«, »Beste Komödie«, »Bester Dokumentarfilm« und »Bester Animationsfilm« auf die wir weiter unten näher eingehen. Den Ehrenpreis erhält der frühere James-Bond-Darsteller Pierce Brosnan.

Hier zunächst die Gewinner der sieben Gewerke:

Europäischer Kamerapreis 2016 – Prix Carlo di Palma
Camilla Hjelm Knudsen für „Unter dem Sand*Winner

Europäischer Schnitt 2016
Anne Osterud & Janus Billeskov Jansen für „Die Kommune*Winner

Europäisches Szenenbild 2016
Alice Normington für „Sufragette*Winner

Europäisches Kostümbild 2016
Stefanie Bieker für „Unter dem Sand*Winner

Europäisches Maskenbild 2016
Barbara Kreuzer für „Unter dem Sand*Winner

Europäische Filmmusik 2016
Ilya Demutsky für „Uchenik*Winner

Europäisches Sounddesign 2016
Radoslaw Ochnio für „11 Minut*Winner

Alle weiteren Preisträger haben wir als UPDATE nachträglich *farbig markiert.

Insgesamt 50 Filme aus 33 Ländern standen auf einer Shortlist, die für eine Nominierung für den Hauptpreises, den Europäischen Filmpreis 2016, infrage kamen. Darunter "Der Staat gegen Fritz Bauer" aus Deutschland, der im Mai bei den Lolas abgeräumt hatte. Auch Anne Zohra Berracheds "24 Wochen", der auf der 66. Berlinale bei Kritikern für Beachtung sorgte, stand als rein deutsche Produktion auf dieser Liste. Daneben fanden sich dort zehn weitere deutsche Koproduktionen wieder: Eran Kolirins "Beyond the Mountains and Hills" (Israel/Deutschland/Belgien), Athina Rachel Tsangaris "Chevalier" (Griechenland/Deutschland), Paul Verhoevens "Elle" (Frankreich/Deutschland), Martin Zandvliets "Unter dem Sand" (Dänemark/Deutschland), Erik Skjoldbjaergs "Pyromanen" (Norwegen/Schweden/Deutschland), Argyris Papadimitropoulos' "Suntan" (Griechenland/Deutschland), Juho Kuosmanens "Der glücklichste Tag im Leben des Olli Mäki" (Finnland/Deutschland/Schweden), Iciar Bollains "El Olivo - Der Olivenbaum" (Spanien/Deutschland), Mia Hansen-Loves "Alles was kommt" (Frankreich/Deutschland) und Maren Ades "Toni Erdmann".

Fünf Nominierungen für den Europäischen Filmpreis 2016:
• ELLE; France / Germany 130 min.
DIRECTED BY: Paul Verhoeven
WRITTEN BY: David Birke
PRODUCED BY: Saïd Ben Saïd & Michel Merkt

• I, DANIEL BLAKE; UK, France; 97 min.
DIRECTED BY: Ken Loach
WRITTEN BY: Paul Laverty
PRODUCED BY: Rebecca O’Brien 

• JULIETA; Spain; 96 min.
WRITTEN & DIRECTED BY: Pedro Almodóvar
PRODUCED BY: Agustín Almodóvar 

• ROOM; Ireland, Canada; 118 min.
DIRECTED BY: Lenny Abrahamson
WRITTEN BY: Emma Donoghue
PRODUCED BY:  Ed Guiney & David Gross

• TONI ERDMANN; Germany, Austria; 162 min. *Winner
WRITTEN & DIRECTED BY: Maren Ade
PRODUCED BY: Janine Jackowski, Jonas Dornbach, Maren Ade & Michel Merkt 

Hier der Trailer über den Musiklehrer Winfried, 65, mit ausgeprägtem Hang zum Scherzen. Seine Tochter Ines – gespielt von Sandra Hüller ist eine Karrierefrau, die um die Welt reist, um Firmen zu optimieren. Vater und Tochter könnten also nicht unterschiedlicher sein:
Er, der gefühlvolle, sozialromantische Alt-68er, sie, die rationale Unternehmensberaterin, die bei einem großen Outsourcing-Projekt in Rumänien versucht aufzusteigen, und sich in einer Männerdomäne zu behaupten.



Sechs Nominierungen für den Europäischen Dokumentarfilmpreis.
Von den 15 ursprünglich auf der Shortlist stehenden Dokumentarfilmen wurden sechs Filme von den EFA-Vorstandsmitglieder Vanessa Henneman, Roberto Cicutto und Marek Rozenbaum sowie vom Dokumentarfilmer Alexander Nanau und von Paul Pauwels (European Documentary Network) für den Europäischen Dokumentarfilmpreis nominiert.

Zehn Dokumentarfilm-Festivals hatten bei der European Film Academy Filme eingereicht. Aus diesen Einreichungen sowie individuellen Vorschlägen wurde die Auswahl getroffen. Die einzige rein deutsche Produktion, André Schäfers "Herr von Bohlen" über den letzten Spross der Krupp-Dynastie ist nicht mehr dabei. Auch Jan Gassmanns deutsch-schweizerische Koproduktion "Europe, She Loves" (Schweiz/Deutschland) wurde nicht berücksichtigt. Dagegen können sich zwei weitere deutsche Koproduktionen, Tomer Heymanns "Mr. Gaga" (Israel/Schweden/Deutschland/Niederlande) und Pieter-Jan De Pues "The Land of the Enlightened" (Belgien/Irland/Niederlande/Deutschland) Hoffnungen auf einen EFA-Preis am heutigen 10. Dezember 2016 in Breslau (polnisch Wrocław) machen. Die Nominierungen wurden ebenfalls am 6. November 2016 im Rahmen des Filmfestivals in Sevilla bekannt gegeben.

Die nominierten Dokumentarfilme im Überblick:
• "21 X New York" (Regie: Piotr Stark, Polen)
• "A Family Affair" (Regie: Tom Fassaert, Niederlande/Belgien)
• "Mr. Gaga" (Regie: Tomer Heymann, Israel/Schweden/Deutschland/Niederlande)
• "The Land of the Enlightened - Das Land der Erleuchteten" (Regie: Pieter-Jan De Pue, Belgien/Irland/Niederlande/Deutschland)
• "S is für Stanley - 30 Years at the Wheel for Stanley Kubrick" (Regie: Alex Infascelli, Italy)
• "Fuocoammare - Fire at Sea (Seefeuer)" (Regie: Gianfranco Rosi, Italien/Frankreich) *Winner

Hier der Trailer von "Fuocoammare", über den schwerfälligen Anlauf zur Rettung schiffbrüchiger Flüchtlinge, die in einem langsam sinkenden Schlauchboot vor der italienischen Insel Lampedusa treiben. Die Doku gewann auch den »Goldenen Bären« der letzten 66. Berlinale:



In der Sparte Animationsfilm sind drei Filme im Rennen:
• "Die rote Schildkröte" von Michael Dudok De Wit
• "Psiconautas" von Alberto Vàzquez und Pedro Rivero
• "Ma vie de Courgette - Mein Leben als Zucchini" von Claude Barras (Schweiz/Frankreich) *Winner

Hier der Trailer des Puppenfilms, der als Weltpremiere DOK Leipzig 2016 eröffnet hatte und kürzlich auch bei der 16. Französischen Filmwoche Berlin lief:



In der Sektion Komödie wurden drei Filme nominiert:
Die Hitler-Satire "Er ist wieder da" hat Chancen auf den Europäischen Filmpreis in der Sektion Komödie. Der Film von David Wnendt, der Adolf Hitler im Berlin von heute wieder auferstehen lässt, ist eine von drei nominierten Regiearbeiten.

In der Sparte Komödie gingen drei Filme ins Rennen:
• "Er ist wieder da" von David Wnendt
• "Unterwegs mit Jacqueline" von Mohamed Hamidi.
• "Ein Mann namens Ove" von Hannes Holm *Winner

Hier der Trailer über den Rentner Ove (Ralf Låssgard), einem grummelnden, alten Mann, der seit dem Tod seiner Frau keinen Sinn mehr im Leben sieht, bis eine junge Familie neues Licht in sein tristes Leben bringt...



Für die Sparte European University Film Award wurden fünf Filme nominiert:
Beim Filmfest Hamburg wurden am 06.10.2016 die fünf Filme bekanntgegeben, die für den neu initiierten European University Film Award (EUFA) nominiert sind. Diese Auszeichnung wird von Universitätsstudenten aus Europa vergeben. Aus der EFA-Vorauswahl 2016, die 50 Spielfilme und 15 Dokumentarfilme umfasste, hat ein Komitee fünf Filme ausgewählt.

In der Sparte EUROPEAN DISCOVERY 2016 – Prix FIPRESCI gingen ins Rennen:
• "Graduation" von Cristian Mungiu (Rumänien, Frankreich, Belgien)
• "Ich, Daniel Blake" von Ken Loach (Großbritannien, Frankreich)
• "Fuocoammare - Seefeuer" von Gianfranco Rosi (Italien, Frankreich)
• "Toni Erdmann" von Maren Ade (Deutschland, Österreich)
• "Der glücklichste Tag im Leben des Ollie Mäki" von Juho Kuosmanen (Finnland, Deutschland, Schweden) *Winner

Hier der Trailer über einen Box-Champion, der als erster Finne überhaupt Boxweltmeister im Federgewicht werden soll. Doch Olli Mäki hat was ganz anderes im Kopf: Er hat gerade die Liebe seines Lebens getroffen...



Die fünf nominierten Filme wurden bis zum 5. Dezember 2016 in den Hochschulklassen der teilnehmenden 13 Universitäten gesichtet und diskutiert. Jede Institution wählt anschließend ihren Favoriten und stellt einen Deligierten, der die Hochschule bei einem Treffen im Dezember vertritt, bei dem über den Gewinnerfilm abgestimmt wird. Der Gewinner des European University Film Award (EUFA) wird ebenfalls am 10. Dezember 2016 bei der festlichen Verleihung des 29. Europäischen Filmpreises in Breslau, Europäische Kulturhauptstadt 2016, bekanntgegeben.

Für den Preis »Beste Schauspielerin« wurden nominiert:
• Sandra Hüller ("Toni Erdmann") *Winner
• Valeria Bruni Tedeschi ("Like Crazy")
• Isabelle Huppert ("Elle")
• Trine Dyrholm ("Die Kommune")
• Emma Suárez und Adriana Ugarte ("Julieta")

Für den Preis »Bester Schauspieler« wurden nominiert:
• Peter Simonischek ("Toni Erdmann") *Winner
• Burghart Klaußner ("Der Staat gegen Fritz Bauer")
• Hugh Grant ("Florence Foster Jenkins)
• Javier Cámara ("Freunde fürs Leben")
• Dave Johns ("Ich, Daniel Blake")
• Rolf Lassgard ("Ein Mann namens Ove")

Für den Preis »Beste Regie« wurden nominiert:
• Maren Ade ("Toni Erdmann") *Winner
• Pedro Almodóvar ("Julietta")
• Ken Loach ("Ich, Daniel Blake")
• Cristian Mungiu ("Graduation")
• Paul Verhoeven ("Elle")

Für den Preis »Bestes Drehbuch« wurden nominiert:
• Maren Ade ("Toni Erdmann") *Winner
• Emma Donoghue ("Raum - Liebe kennt keine Grenzen")
• Paul Laverty ("Ich, Daniel Blake")
• Cristian Mungiu ("Graduation")
• Tomasz Wasilewski ("United States of Love")

Gewinner des EUROPEAN SHORT FILM 2016 wurde:
• "9 DAYS - FROM MY WINDOW IN ALEPPO" von Thomas Vroege, Floor van der Meulen, Issa Touma *Winner

PEOPLE’S CHOICE AWARD 201B6 for Best European Film:
• "BODY / CIAŁO" von Małgorzata Szumowska *Winner

Europa ehrt Pierce Brosnan mit Weltkino-Preis.
Die European Film Academy wird darüber hinaus heute in Breslau ihren Ehrenpreis Europäischer Beitrag zum Weltkino an den irischen Schauspieler Pierce Brosnan verleihen. Brosnan wird den Preis als Ehrengast bei der Verleihung des Europäischen Filmpreises persönlich in Empfang nehmen.

Pierce Brosnan kann auf eine beeindruckende Karriere vor und hinter der Kamera zurückblicken. Egal ob Action, Komödie und Romanze – er hat in allen Genres überzeugt. Darunter in Filmen wie Brett Leonards „Der Rasenmähermann“, „Die Thomas Crown Affäre“, „Der Schneider von Panama“, „Mord und Margaritas“, „Der Ghostwriter“ oder „Mamma Mia!“. Brosnan hat auch mit seiner eigenen Produktionsfirma mittlerweile schon elf Filme realisiert. Kürzlich stand er für „The Only Living Boy In New York“ an der Seite von Jeff Bridges für Marc Webb vor der Kamera und wird anschließend in der Romanverfilmung von Ernest Hemingways „Across The River And Into The Trees“ unter der Regie von Martin Campbell spielen.

EUROPEAN ACHIEVEMENT IN WORLD CINEMA:
Pierce Brosnan

Zu den Preisträgern der vergangenen Jahre zählten u. a. Christoph Waltz, Steve McQueen, Pedro Almodóvar, Helen Mirren oder Mads Mikkelsen.

EUROPEAN FILM ACADEMY LIFETIME ACHIEVEMENT AWARD:
Jean-Claude Carrière

HONORARY AWARD:
Andrzej Wajda

EUROPEAN CO-PRODUCTION AWARD 2016 – Prix EURIMAGES:
Leontine Petit

Links: www.europeanfilmacademy.org | www.europeanfilmawards.eu/en
Quellen: Blickpunkt:Film | filmecho | European Film Awards

In der erweiterten Ansicht haben wir alle weiteren Filme aufgelistet, die auf der ursprünglichen Shortlist standen, aber bei den Nominierungen zumeist doch nicht berücksichtigt wurden.
"Neue Kategorie beim Europäischen Filmpreis (UPDATE)" vollständig lesen

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