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Preise in Oldenburg, Toronto und »First Steps« Berlin

Internationales Filmfest Oldenburg: Preis für türkischen Film.



Zum Abschluss des 23. Internationalen Filmfestes Oldenburg wurde am Sonntagabend, den 18.09.2016, der türkische Film "Çırak - The Apprentice" von Emre Konuk mit dem "German Independence Award" ausgezeichnet. Die Jury lobte den Film als ein intensives Paranoia-Drama. In dem Film bricht ein Schneidergehilfe nach langer Monotonie aus seiner Routine aus und stellt sein Leben auf den Kopf. Hier Teaser 1 und Teaser 8:





Der "Seymour Cassel Award" für die besten Darsteller ging in diesem Jahr an Noémie Merlant für ihre Hauptrolle in "Twisting Fate" sowie an André Hennicke in "Strawberry Bubblegums", der Weltpremiere von Benjamin Teskes jungem Roadmovie. Eine lobende Erwähnung fand das Advisory Board des Filmfest Oldenburg zudem für das Schauspieler-Ensemble des israelischen Films „One Week in a Day“ für die fein austarierten Gefühle und darstellerischen Bandbreite des Ensembles, das die Festivalbesucher zu Tränen rührte.

Die Kurzfilmjury vergab den German Independence Award für den Besten Kurzfilm an den türkischen „The Circle“ von Ruken Tekes, der die Jury mit seiner „universellen Relevanz“ überzeugte und sie mit seiner „allegorischen, beispielhaften Kraft und seiner poetischen Bildsprache extrem bewegte“.

Link: www.filmfest-oldenburg.de

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Bekanntgabe der Kandidaten für Europäischen Nachwuchs-Filmpreis
Im Rahmen des Internationalen Filmfest Oldenburg sind auch die Kandidaten für den besten Nachwuchsfilm beim Europäischen Filmpreis bekannt gegeben worden. Ins Rennen um die Auszeichnung, die am 10. Dezember 2016 in Wrocław (Breslau) vergeben wird, gehen mit Jules Herrmanns "Liebmann" (Deutschland) und Juho Kuosmanens "Der glücklichste Tag im Leben des Olli Mäki" (Deutschland, Finnland, Schweden) auch zwei deutsche (Ko-)Produktionen. Darüber hinaus sind Bogdan Miricas "Dogs" (Rumänien, Frankreich, Bulgarien, Katar), Elite Zexers "Sand Storm" (Israel, Frankreich) und Svetlana Tsotsorkovas "Thirst" (Bulgarien) nominiert.

Link: europeanfilmawards.eu

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Auf Oscar-Kurs: "La La Land" gewinnt in Toronto den Publikumspreis.
Der Publikumspreis des ebenfalls am Sonntag, den 18.09.2016, zu Ende gegangenen 41. Toronto International Film Festival ging an "La La Land" von Damien Chazelle. Das Festival vergibt ansonsten keine weiteren oder dotierte Preise. Hauptdarstellerin Emma Stone hatte an der Seite von Ryan Gosling schon in Venedig den Darstellerinnenpreis gewonnen. Für kaum einen anderen Film waren die Tickets so schnell vergriffen und in keiner anderen Gala-Premiere flammte so häufig Szenenapplaus auf, wie für das Musical des "Whiplash"-Regisseurs. Hier der Trailer:



Der Publikumspreis gilt seit Jahren als zuverlässiger Gradmesser für die kommende Oscar-Jahreszeit. In den letzten zehn Jahren konnten die Publikumspreisgewinner "12 Years a Slave" , "The King's Speech - Die Rede des Königs" und "Slumdog Millionär" später auch den Oscar gewinnen. Im vergangenen Jahr war der Preis an "Raum" gegangen, der später seiner Hauptdarstellerin Brie Larson den Oscar einbrachte. Der Gewinner von 2014, "The Imitation Game", war ebenfalls lange als Oscar-Favorit gehandelt worden, gewann schließlich aber nur den Academy Award für das beste adaptierte Drehbuch.

Auf den weiteren Plätzen folgten "Lion" von Garth Davis mit Dev Patel, Rooney Mara und Nicole Kidman sowie "Queen of Katwe" von Mira Nair mit David Oyelowo. Starke Konkurrenz hatte Emma Stone allerdings auch in Natalie Portmans Gestalt als "Jackie". Pablo Larrains Biopic konzentriert den Blick auf Jacqueline Kennedy allerdings ausschließlich auf die Tage nach dem tödlichen Attentat auf ihren Mann und nähert sich der Protagonistin dabei eher auf intellektueller denn auf emotionaler Ebene.

Der Film, den in Toronto wirklich jeder sehen wollte, war aber "Moonlight". Der zweite Film von Barry Jenkins ("Medicine For Melancholy") nach seiner Weltpremiere in Telluride wurde zum größten Hype des TIFF Festival-Herbstes - und das völlig zu Recht. Jenkins' in drei Kapiteln erzählte Geschichte eines jungen Afroamerikaners aus einem Armenviertel von Miami, der von Kindheit an nicht nur mit seiner familiären und sozialen Situation, sondern vor allem mit seiner eigenen (auch sexuellen) Identität ringt, ist ein kleines Meisterwerk, hervorragend gespielt, exzellent bebildert und vor allem bezwingend subtil und sensibel inszeniert. Hier der Trailer:



Austauschprogramm für deutsche und kanadische Filmemacher.  
Am Rande des Toronto International Film Festival (TIFF) haben das Medienboard Berlin-Brandenburg und das TIFF ein Austauschprogramm für deutsche und kanadische Filmemacher gestartet. Im Rahmen des Artist-in-Residence-Programms bekommen ausgewählte Filmemacher aus Berlin-Brandenburg und Ontario die Möglichkeit, in der jeweiligen Partnerstadt an ihren neuen Projekten zu arbeiten und "sich dabei von der Filmbranche und der kreativen Atmosphäre der jeweils anderen Metropole inspirieren zu lassen", wie es in einer Mitteilung des Medienboard heißt.

Medienboard-Geschäftsführerin Kirsten Niehuus: "Wir freuen uns sehr über die Kooperation mit dem TIFF und das gemeinsame Artist-in-Residence-Programm, das Berlin-Brandenburger Filmemachern die Möglichkeit gibt, die kanadische und nordamerikanische Filmindustrie besser kennen zu lernen. Berlin und Toronto sind wichtige Player auf dem internationalen Markt mit einer etablierten Filmszene, die ab sofort enger zusammenarbeiten."

Kathleen Drumm, beim TIFF für die Branchenaktivitäten verantwortlich, ergänzt: "Filmemacher mit Möglichkeiten auszustatten, sich inspirieren zu lassen und ihre Fähigkeiten zu entwickeln, trifft den Kern des Talentförderungsprogramms des TIFF. Die Zusammenarbeit mit dem Medienboard bei diesem Austauschprogramm öffnet wichtige internationale Türen für die Teilnehmer. Es ist auch eine großartige Gelegenheit für das TIFF, sein Aufgabengebiet zu erweitern, indem es außergewöhnlichen deutschen Talenten in der TIFF Bell Lightbox eine Heimat bietet."

Bewerbungen für einen Aufenthalt in Toronto im Rahmen des Artist-in-Residence-Programms, das sechste vom Medienboard geförderte Programm dieser Art, werden unter t.hoefert-de-turegano@medienboard.de entgegen genommen.

Link: www.tiff.net

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Verleihung der First Steps Awards in Berlin.
Die mit insgesamt 92.000 Euro dotierten Preise der First Steps Awards, die neben dem Max-Ophüls-Preis renommiertesten deutschen Nachwuchs-Filmpreise, wurden gestern Abend, den 19. September 2016 im Rahmen einer festlichen Gala im Stage Theater des Westens verliehen. Durch den Abend führte Schauspielerin Alicia von Rittberg. Am 30. August 2016 fand im schönen FluxBau an der Spree erstmals der FIRST STEPS Nominiertentag statt. Die ausgewählten Filme haben wir weiter unten aufgelistet und die Gewinner *farbig gekennzeichnet.

Derzeit ist beim San Sebastián Film Festival der abendfüllende dffb-Spielfilm "Anișhoara", der Abschlussfilm von Ana-Felicia Scutelnicu, in der Sektion New Directors zu sehen. Seine Weltpremiere feierte der Film im Juni 2016 auf dem Filmfest München. Hier der Trailer:



Zum Inhalt:
Die 15-jährige Anișhoara lebt mit ihrem Großvater und ihrem Bruder im ländlichen Moldawien. Sie erlebt ihre erste Liebe, begegnet merkwürdigen Fremden und bricht am Ende in eine ungewisse Zukunft auf. In vier Jahreszeiten erzählt der Film vier Momente zwischen Kindheit und Erwachsensein aus Anișhoaras letztem Jahr in ihrem Dorf.

Erstmalig werden am Donnerstag, 22. September 2016 um 19:30 Uhr im neueröffneten Eiszeit Kino in Berlin-Kreuzberg zwei der diesjährigen Gewinner der FIRST STEPS Awards der Öffentlichkeit gezeigt. Drei Tage nach der Verleihung präsentieren die First-Steps Awards den Kurzfilm "Millimeterle" und den abendfüllenden Spielfilm "Haus ohne Dach" mit anschließendem Filmgespräch, deren Trailer wir hier eingebunden haben:





Über die Filme:
Der Kurzfilm "Millimeterle" des Schweizer Regisseurs Pascal Reinmann, von der Zürcher Hochschule der Künste, zeigt pubertierende Jungs im Hallenbad. Beim „Millimeterle“ springt man vom 5-Meter-Brett so nah wie möglich an den anderen unten im Wasser. Die Sprache ist sexuell aufgeladen, da wird gewichst und reingesteckt, aber keiner weiß überhaupt, wovon er redet. Berührung existiert nur als Schlagabtausch, jedes Spiel kann sofort in Schmerz und Gewalt umschlagen. „Brillante Bilder und genaue Beobachtung machen aus diesem 15-Minüter eine erschreckende Miniatur über männliche Pubertät und Gewalt“, sagt die Jury.

Der abendfüllende Spielfilm "Haus ohne Dach" von des kurdischen Regisseurs Soleen Yusef, von der Filmakademie Baden-Württemberg Ludwigsburg, zeigt drei Geschwister auf einer irrwitzigen Odyssee durch Kurdistan, den geklauten Sarg mit ihrer Mutter auf der Ladefläche, von ihrer Sippe verfolgt und von einem Checkpoint zum nächsten schärfer kontrolliert. Denn es geschieht etwas im Land, das erst allmählich einen Namen bekommt: Islamistischer Terror breitet sich aus. „Ein kurdischer Heimatfilm, klischeefrei, anrührend, lustig – und wie nebenbei erlaubt er einen anderen Blick auf die Menschen, die ‚Flüchtlinge’ genannt werden“, so die Jury.

FIRST STEPS 2016

Abendfüllende Spielfilme
24 Wochen, Regie: Anne Zohra Berrached
Anișhoara, Regie: Ana-Felicia Scutelnicu
Die Maßnahme, Regie: Alexander Costea
Haus ohne Dach, Regie: Soleen Yusef *Winner
Trash Detective, Regie: Maximilian Buck
Wir sind die Flut, Regie: Sebastian Hilger

Mittellange Spielfilme
ADA, Regie: Mirjam Orthen
Der einsame Hof, Regie: Christian Zipfel
Die Verwandlung, Regie: Igor Plischke
Henry, Regie: Philipp Fussenegger *Winner

Kurz- und Animationsfilme 
Bei Wind und Wetter, Regie: Remo Scherrer
Café D'Amour, Regie: Benedikt Toniolo
Citipati, Regie: Andreas Feix
Millimeterle, Regie: Pascal Reinmann *Winner
When Demons Die, Regie: Daniel Rübesam

NO FEAR Award für Nachwuchsproduzenten 
24 Wochen, Produktion: Johannes Jancke
Fado, Produktion: Tara Biere *Winner
Haus ohne Dach, Produktion: Jana Raschke

Dokumentarfilme
Das Leben drehen - Wie mein Vater versuchte, das Glück festzuhalten, Regie: Eva Vitija
Holz Erde Fleisch, Regie: Sigmund Steiner
Mister Universum, Regie: Berta Valin Escofet
Raving Iran, Regie: Susanne Regina Meures *Winner
Valentina, Regie: Maximilian Feldmann

Werbefilme
Come, Regie: Dimitri Tsvetkov
Dear Brother, Regie: Dorian Lebherz, Daniel Titz
Live Now, Regie: Oliver Mohr
Moonjourney, Regie: Chiara Grabmayr *Winner
Toys In The Attic, Regie: Beatrice Baumann

Michael-Ballhaus-Preis für Kameraabsolventen
Trash Detective, Kamera: Christian Trieloff
Valentina, Kamera: Luise Schröder *Winner
Violently Happy, Kamera: Paola Calvo
Wir sind die Flut, Kamera: Simon Vu

FIRST STEPS Ehrenpreis 2016
"One Fine Day Films" von Marie Steinmann und Tom Tykwer zur Unterstützung junger afrikanischer Filmemacher in Kenia. *Winner

FIRST STEPS ist der wichtigste und höchst dotierte deutsche Nachwuchspreis. Er wurde 1999 als private Initiative der Filmwirtschaft von den Produzenten Bernd Eichinger (†61) und Nico Hofmann (56) ins Leben gerufen und wird heute von der Deutschen Filmakademie e.V. veranstaltet. Neuer Partner und Unterstützer ist Warner Bros. Entertainment.

Link: www.firststeps.de
Quellen: 3sat | Blickpunkt:Film | Filmfest Oldenburg | TIFF | First Steps | Medienboard | EFA

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