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Weiterhin große Akzeptanz von 3D-Filmen im Kino

FFA-Studie belegt anhaltende Akzeptanz von 3D-Kinofilmen.



Auf Platz eins der Kinocharts steht derzeit der US-Animationsfilm "PETS". Nach fulminanten 155.000 Besuchern und 1,4 Mio. Euro Umsatz in 664 Kinos am letzten Donnerstag, den 28.07.2016, ist der beste Start des laufenden Jahres des humoristisch aufbereiteten 3D-Familienfilms über die Marotten von Haustieren, die allein zu Haus gelassen, ihren teils ungewöhnlichen, persönlichen Hobbies frönen, in greifbarer Nähe gerückt. Hier der Trailer:



Nun ist es nicht mehr ungewöhnlich, dass Computer animierte Filme vorwiegend in der stereoskopisch dritten Dimension auf der Leinwand im Kino erscheinen. Illumination Entertainment, die Konkurrenz zu Walt Disney und Pixar Animationsstudios macht es in diesem Falle möglich. Zudem stellt eine Studie von RealD, dem Hersteller der 3D-Polarisationsbrillen fest, dass Kinder, die gerne 3D-Filme sehen, eine höhere und schnellere Auffassungsgabe besitzen, als jene aus einer Vergleichsgruppe, die Kinofilme nur konventionell betrachten durften. Offensichtlich hat das Betrachten von 3D-Filmen einen positiven Effekt auf die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit von Kindern.

Allerdings ist die Akzeptanz von 3D-Filme auf dem TV-Gerät gesunken, denn die 3D-Bilder lassen sich nur mit einem geeigneten 3D-fähigen Blu-ray Player und dem entsprechenden Fernsehgerät darstellen. Der Hype um Ultra-HD-4K-TV lässt die Nachfrage nach 3D-Filmen für das Heimkino sogar fast ganz verstummen, weshalb die Herstellung der teuren Shutterbrillen derzeit bei einigen Herstellern eingestellt wurde.

Auf Platz zwei im Kino folgt "Legend of Tarzan", der letzte Woche, den 28.07.2016, ebenfalls in 3D startete, den wir aber nur konventionell in einer 2D Pressevorführung sehen konnten. Stattdessen möchten wir auf die Walt Disney 3D-Neuverfilmung von "Dschungel Buch" verweisen, die zwar schon im April anlief, aber weiterhin vereinzelt im Kino anzutreffen ist. Wolfgang Reithermanns legendärer Zeichentrickfilm "Das Dschungelbuch" (1967) ist mit mehr als 27 Millionen Besuchern immer noch der erfolgreichste Kinofilm aller Zeiten in Deutschland. Das schürt das Interesse an der 3D-Neuauflage um den von Wölfen aufgezogenen Jungen Mogli, der wie Tarzan allein im Dschungel zurecht kommen muss, jedoch wie im richtigen Märchen die Fähigkeiten besitzt, mit den Tieren sprechen zu können. Hier der Trailer:



Tricktechnisch wurde alles unheimlich realistisch dargestellt. Das Wolfskind Mogli wird diesmal von einem echten Jungen gespielt, die sprechenden Tiere kommen dagegen perfekt aus dem Computer. Man genießt die optisch brillant eingefangene Atmosphäre des Dschungels. Nur bei der Musik und den seinerzeit sehr einprägsamen Liedern, die zum Mitsingen damals auch auf einer Schallplatte reißend Absatz gefunden hatten, kommt die Neuverfilmung nicht heran. Es fehlt ein wenig der herzerwärmende Spirit der alten Zeichentrickversion.

Auch bei der Geschichte von Edgar Rice Burrough über den Waisenjungen Tarzan, der bei den Affen im afrikanischen Dschungel aufwächst und sich wie die Filmlegenden Lex Barker und Johnny Weissmüller von Ast zu Ast schwingt, wurde für das Remake mehr auf Showeffekte und politische Neuinterpretation gesetzt, als auf eine überzeugende Dschungelgeschichte. Zwar ist es erwiesen, dass die Kolonialmächte im afrikanischen Kongo nach Bodenschätzen gesucht haben und dabei das Land ausbeuteten und die Bewohner übel unterdrückten, dennoch klingt die Neuinterpretation viel zu unwahrscheinlich, um wirklich zu überzeugen. Die technischen 3D-Tricks sowie die etwas zu groß geratenen animierten Affen, lassen aber die Zuschauer nicht unbeeindruckt nach Hause gehen. Hier der Trailer:



Knapp ein Drittel aller 3D-Besucher wollte auch den zum Jahreswechsel 2015/2016 gestarteten neuen Walt Disney - LucasFilm "Star Wars: Das Erwachen der Macht" in 3D sehen, wie eine aktuelle Studie der Filmförderungsanstalt (FFA) über den deutschen Kinomarkt des vergangenen Jahres belegt. Zur Erinnerung hier nochmals der Trailer:



George Lucas Film "Star Wars" mit höchster Besucherrate in 3D.
Die nachfolgend genannten Zahlen mögen durchaus Interpretationssache sein. Tatsächlich sank der 3D-Anteil im vergangenen Jahr mit 21,9 Prozent aller Besuche zum zweiten Mal in Folge, nachdem das Format 2013 mit 24,4 Prozent seinen höchsten Anteil an den verkauften Tickets seit Beginn der separaten FFA-Auswertung im Jahr 2010 zu verzeichnen hatte. Demgegenüber steht mit 29,6 Mio. 3D-Besuchern beim neuen "Star Wars" aber auch der zweithöchste absolute Wert in diesem Zeitraum.

Die FFA-Studie "Kinobesucher von 3D-Filmen 2015" bietet nun noch weitere Argumente für eine eher positive Sichtweise auf den 3D-Markt. Unbedingt zu beachten ist hierbei, dass die Analyse auf den GfK-Erhebungen basiert, unter anderem Kinogänger unter zehn Jahren dabei nicht erfasst werden und es so zu mehr oder minder gravierenden Diskrepanzen mit den Gesamtmarktzahlen der FFA kommt.

Unter dem Strich wurden gemäß der Studie im vergangenen Jahr 15 Prozent mehr 3D-Tickets verkauft als noch 2014 - womit sich 3D (anders als dies der Blick auf die FFA-Komplettbilanz zeigt) sogar stärker entwickelt hat als der Gesamtmarkt, der bei den Besuchern um gut 13 Prozent zulegte. Tatsächlich liefern die GfK-Zahlen einen Anstieg der verkauften 3D-Tickets im Jahresvergleich von vier Mio. - die offizielle FFA-Bilanz weist hier nur ein Plus von 2,8 Mio. aus. Erhöht hat sich zuletzt laut der Studie auch der Anteil der Kinogänger (also der "Unique User"), die wenigstens einen 3D-Film gesehen haben: von 34 Prozent in 2014 auf 38 Prozent in 2015. Auf Umsatzseite steigerten 3D-Filme ihre Einnahmen um 18 Prozent auf 304 Mio. Euro, ein unveränderter Anteil von 26 Prozent am Gesamtmarkt.

Dass 3D aber als alleiniges Zugpferd für Kinobesuche dient, muss anhand der jüngsten Daten sehr bezweifelt werden: Fast zwei Drittel (64 Prozent) aller 3D-Besucher beließen es bei einem einzigen Erlebnis in der dritten Dimension. Nur 15 Prozent gönnten sich drei oder sogar mehr 3D-Filme. Als am 3D-affinsten erweisen sich seit 2012 die 30- bis 39-Jährigen mit durchschnittlich 2,4 Besuchen. Wenig überraschendes Schlusslicht mit 1,3 Besuchen: die Zielgruppe 60+.

Dass sich dennoch knapp ein Drittel der 13,7 Mio. 3D-Besucher (Unique User) für "Star Wars: Das Erwachen der Macht" entschied, lässt ahnen, dass die Bereitschaft, den Aufpreis zu bezahlen, enorm stark vom jeweiligen Film abhängt. Zudem stellt die FFA fest, dass 13 Prozent aller 3D-Besucher erst durch das 3D-Fomat zum Gang ins Kino bewegt wurden. 3D spielt bei der Entscheidung über das Für und Wider eines Kinobesuchs also durchaus eine Rolle - allerdings ist die Gruppe der dadurch Motivierten eher überschaubar. Zumal die Studie diesem Anteil (natürlich) nicht jenen von potenziellen Gästen gegenüberstellen kann, die von 3D und dem damit verbundenen Aufpreis möglicherweise vom Kinobesuch abgehalten wurden. Immerhin: Die Zahl der "Unique User" für das 3D-Erlebnis stieg gegenüber 2014 um 1,8 Mio. - womit auch eine Erhöhung der 3D-Reichweite um zwei Prozentpunkte auf 20 Prozent einherging. Und tatsächlich kamen 3D-Filme in der Bewertung bei einem vierstufigen System mit der Note 1,5 sogar minimal besser weg als 2D-Produktionen, die eine 1,6 erhielten.

Die Preise für ein 3D-Ticket stiegen im vergangenen Jahr um recht moderate drei Prozent auf durchschnittlich 10,96 Euro, wobei die Differenz zu den Durchschnittspreisen im Gesamtmarkt bei 2,42 Euro lag. Interessante Tatsache am Rande: Großeltern sind offenbar sehr beliebte Kinobegleiter für jüngere Zielgruppen - denn "Asterix im Land der Götter" taucht nur in der Altersgruppe 60+ bei den Top-Ten-3D-Filmen auf.

Die komplette FFA-Studie finden Sie hier als PDF.

Die Größe der Leinwand spielt bei 3D durchaus eine Rolle.
Die IMAX Kinos werben mit einer außergewöhnlich großen Leinwand. Dass in diesen Kinos vorwiegend 3D-Filme gezeigt werden, gibt einen zusätzlichen Anreiz für die Zuschauer. Neuerdings kann darüber hinaus mit noch besserer und hellerer Bildqualität, dank Laserprojektion geworben werden. IMAX-Filme im kleinen Heimkino zu sehen, macht dagegen wenig Sinn. Der Erfolg von IMAX ist auch in China zu beobachten. Derzeit sind 335 Imax-Säle im Reich der Mitte in Betrieb. Weitere 120 Säle sollen bis Jahresende errichtet werden. Im nächsten Jahr sollen noch 150 Säle dazu kommen. Für all diese Säle muss in den nächsten Jahren guter Content erstellt werden, damit sich das Kino weiter behaupten kann.

Berliner Kinos verzeichnen Zuwächse - Neubauten geplant.
Auch in der Filmhauptstadt Berlin sei laut FFA die Zahl aller Kinobesuche seit 2011 von 9,1 Millionen auf 10,1 Millionen in 2015 gestiegen. Wie gestern, den 03.08.2016, von der Berliner Morgenpost gemeldet wurde, plant deshalb die Yorck-Kinogruppe, die bereits 12 Filmtheater in Berlin betreibt, am Bahnhof Zoo neben der Bahntrasse weitere sieben kleinere Arthouse Kinosäle. Diese sollen bis Weihnachten 2016 im Sockelgeschoß des "Motel One" Hauses am Yva-Bogen in der Kantstraße direkt neben dem "Theater des Westens" entstehen. Derzeit stehen die Räume in dem vor gar nicht langer Zeit errichteten Neubau leer. Nach der Schließung eines Yorck-Kinos am Europa Center vor einigen Jahren, war man schon länger auf der Suche nach neuen Standorten in der alten West-City, um ein breiteres Angebot an Independent Filmen dem Publikum präsentieren zu können. Im Umfeld gibt es bereits mit der Galerie C/O Berlin im alten Amerikahaus an der Hardenbergstraße, ein renommiertes Ausstellungshaus für Fotografie und Bewegtbild, das viel Laufkundschaft anzieht.

Erst im vorletzten Jahr wurde auch der Zoo Palast nach langer Schließung modernisiert wiedereröffnet. Das Premiumkino spielt aber vornehmlich Blockbuster. Weitere Ku'damm Kinos in der wiederentdeckten West City gibt es kaum noch. In Berlin-Friedrichshain, in der Nähe des Berliner Ostbahnhofes plant darüber hinaus die Anschutz-Gruppe direkt neben der Mercedes Benz Arena, der ehemaligen O2-World, den Bau eines weiteren Großkinos mit 14 Sälen, das in Blickweite der East-Side-Gallery Kulturmeile von UCI betrieben werden soll. Und in Berlin-Kreuzberg hat gerade das traditionsreiche Eiszeit Kino auf zwei Etagen im Vorderhaus der Zeughofstraße 20 neue Räumlichkeiten bezogen, um die eigensinnige Film-Programmierung des alten Kinos aus dem Hinterhaus jetzt in drei neuen, digital ausgestatteten Kinosälen, fortsetzen zu können.

Quellen: Blickpunkt:Film | Filmstarts | FFA | Ulrike Schirm | Berliner Morgenpost

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