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Großes Autorenkino beim 15. goEast Festival

Über 100 Filme und zwei Altmeister des europäischen Films in Wiesbaden.



Manchmal überrennen uns die vielen interessanten Themen, sodass es schwierig wird Prioritäten zu setzen. Gestern wurden die Preise beim achtung berlin - new berlin film award vergeben, doch wir entscheiden uns darüber erst einige Tage später, dann aber ausführlicher zu berichten, denn heute startet in Wiesbaden das 15. goEast Festival, das alljährlich vom Deutschen Filminstitut in Frankfurt/Main veranstaltet wird.

Nun könnte man sagen, dass Wiesbaden nicht in unserer Region liegt und wir uns lieber auf das Festival des osteuropäischen Films in Cottbus beschränken sollten. Doch bis zum 25. Jubiläums FilmFestival Cottbus im November ist es noch lange hin, während goEast mit der 15. Ausgabe schon jetzt ein Jubiläum feiert und zwar vom 22.04 - 28.04.2015 das Festival des mittel- und osteuropäischen Films mit über 100 Filmen aus 30 Ländern, darunter 21 Deutschlandpremieren und fünf internationale Premieren. Hier der Trailer:



Wieder zeigt nicht nur Wiesbaden die neuesten Produktionen aus Mittel- und Osteuropa, sowie Retrospektiven und thematisch kuratierte Programme. Auch im Kino des Deutschen Filmmuseums in Frankfurt werden die Spielfilme des Wettbewerbs wiederholt und in Darmstadt sowie in Mainz laufen ausgewählte Filme.

Eröffnet wird das Festival in der altehrwürdigen Caligari-Filmbühne, dem wunderschön renovierten ehemaligen Ufa Filmpalast, mit dem polnischen Werk "CIAŁO / BODY" von Małgorzata Szumowska, der bei der diesjährigen Berlinale einen Silbernen Bären in der Kategorie »Beste Regie« erhalten hatte.

Claudia Dillmann, Direktorin des Deutschen Filminstituts und Gründungsdirektorin von goEast, weist auf die besondere Bedeutung des Festivals im aktuellen Zeitgeschehen hin: „Von Anfang an galt es bei goEast, das Kino Mittel- und Osteuropas auch unter politischen und gesellschaftlichen Fragestellungen zu präsentieren, es in Symposien, Vorträgen, Diskussionen zu erschließen und zugleich jede Form von kulturellem Austausch, von Dialog und Verständigung zu fördern. Daher ist es auch besonders wichtig, derzeit in die Ukraine und nach Russland zu schauen."

Sechs Preise werden beim 15. goEast Filmfestival von vier internationalen Fach-Jurys mit einer Gesamthöhe von 30.000 Euro vergeben. Zu den Höhepunkten des Festivals gehören neben den Wettbewerbsfilmen der Start des neuen Nachwuchsförderprojekts Young Filmmakers for Peace, sowie das Symposium zu dem in Berlin lebenden, legendären 96-jährigen deutschen Filmproduzenten Artur »Atze« Brauner, dessen Schaffen entlang der Ost-West-Achse bisher kaum erforscht ist.

Die Fülle des mittel- und osteuropäischen Autorenkinos zeigt sich bei den 16 ausgewählten Beiträgen im Spiel- und Dokumentarfilmwettbewerb. Bewegende, eigenwillige und wegweisende Produktionen zeichnen ein differenziertes Stimmungsbild der Gesellschaften Osteuropas. Filmemachen in Kriegszeiten ist in diesem Jahr einer der thematischen Schwerpunkte von goEast.

Festivalleiterin Gaby Babić freut sich außerdem auf den Auftritt einer Legende, den 89-jährigen Regisseur Marlen Khutsiev. Das Festival widmet dem georgischen Filmregisseur, Drehbuchautor und Schauspieler des sowjetischen Tauwetter-Kinos eigens eine Hommage. Mit "Ich bin zwanzig Jahre alt" gelang Chuzijew 1965 ein Erfolg bei der europäischen Filmkritik. Der Film thematisiert den Generationenkonflikt zwischen der Jungen Generation und der Kriegsgeneration. Trotz mehrerer internationaler Auszeichnungen, darunter den Spezialpreis der Jury beim Filmfestival von Venedig, wurde das Werk von der UdSSR-Führung als problematisch eingestuft.

Link: www.filmfestival-goeast.de

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