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achtung berlin - new berlin film award 2015

Filmfestival für neues deutsches Kino aus Berlin und Brandenburg.



achtung berlin – new berlin film award, das Filmfestival für neues deutsches Kino aus Berlin und Brandenburg, präsentiert in diesem Jahr vom 15. bis 22. April 2015 in den Kinos Babylon am Rosa-Luxemburg-Platz, Filmtheater am Friedrichshain, Passage Neukölln, den Tilsiter Lichtspielen und erstmals auch in den Neuen Kammerspielen in Kleinmachnow den kreativen Output der Berliner und Brandenburger Filmschaffenden zum 11. Mal.

Es war den Festival Machern ein Anliegen, nicht nur in Berlin sondern auch im Brandenburger Umland präsent zu sein. Die bisherige starke Ausrichtung des Festivals auf die alte Berliner City erfährt nun mit dem Kino in Kleinmachnow einen Gegenpart im westlichen Umland der Großstadt Berlin. Wer weiß, vielleicht ist das nächste Mal auch Potsdam an der Reihe, denn das Festival feierte erst im letzten Jahr sein 10 jähriges Bestehen und ist somit noch relativ jung.

Eröffnungsfilm heißt "LICHTGESTALTEN".
Eröffnet wird das Achtung Berlin Festival mit dem Spielfilm "LICHTGESTALTEN" von Christian Moris Müller feierlich im Kino International in der Karl-Marx-Allee. Die Preisverleihung findet dagegen in diesem Jahr erstmals schon am vorletzten Tag des Festivals, dem 21. April 2015, im Kino Babylon statt. Dafür wird der 22. April 2015 zum achtung berlin Kinotag, an dem neben Programmwiederholungen einige der Preisträgerfilme noch einmal zu sehen sein werden.

"LICHTGESTALTEN" mit Theresa Scholze & Max Riemelt war im Januar erstmals beim Max-Ophüls-Preis in Saarbrücken zu sehen. Das Festival existiert schon im 36. Jahr und hat sich inzwischen als das wichtigste Festival für den jungen deutschsprachigen Film etabliert. Wir hoffen natürlich, dass sich in der Filmstadt Berlin neben den Internationalen Filmfestspielen, der Berlinale, dereinst auch aus dem achtung berlin - new berlin film award ein ebenso bedeutendes Festival entwickelt, wie die renommierten Hofer Filmtage oder der eben genannte Max-Ophüls-Preis. Jedenfalls kommen alljährlich immer wieder starke Impulse aus der Hauptstadt. Darunter z.B. auch der kürzlich schon angelaufene Film "BESTE FREUNDE", der ebenfalls in Saarbrücken lief, aber seine Berlin-Premiere bereits hinter sich hat, sodass er leider nicht nochmals gezeigt wird.

Es sind immer wieder die unkonventionellen unabhängigen Filme, oft nur über Crowdfunding von der Fangemeinde finanziert, die Aufsehen erregen. Wir sind deshalb gespannt, wie "LICHTGESTALTEN" in Berlin aufgenommen wird. Hier der Trailer:

LICHTGESTALTEN Trailer from Chris Searchlight on Vimeo.

Der Film handelt von einem jungen Paar, das einen Neuanfang wagt und alles bisherige hinter sich lassen will. Doch das kann scheitern. Selten war deutsches Kino in den vergangenen Jahren so innovativ, emotional, bunt und gleichzeitig bedrückend wie in Christian Moris Müllers neuem Film.


Filmfinanzierung per Crowdfunding.
Auch "DAS FLOSS!" ist eine Tragikomödie. Allerdings weniger akribisch auf ein genau ausgearbeitetes Drehbuch fixiert, sondern eher improvisiert. Der enge Raum auf dem Wasser, denn der Film spielt tatsächlich mit allen Darstellern auf einem Floß, schweißt die Mannschaft aber derart zusammen, dass der Output in kürzerer Zeit als üblich, zu hervorragenden Ergebnissen führt. Das wiederum sparte Geld, denn es handelt sich hierbei um ein nicht durchweg finanziertes Projekt, das vornehmlich mit Eigenkapital und mittels Crowdfunding durchgeführt wurde. Inzwischen zeichnet sich aber ein Verleih ab, sodass man von einem positiven Ergebnis sprechen kann. Hier der Trailer:


Das Floß! | Festival Trailer ᴴᴰ von achtung-berlin
Der Inhalt ist schnell erzählt, dennoch entwickelt sich die Geschichte komplizierte als gedacht. Ein junges lesbisches Paar will heiraten und ein eigenes Kind haben. Dafür muss ein Samenspender her... und der Geschlechtsakt wird wohl auf dem Floß bei einer Junggesellen Abschiedsparty mit dem Unbekannten stattfinden. Was sich daraus entwickelt, verraten wir natürlich nicht.


Erstmals wird ein Schauspielerpreis vergeben.
Erstmals in diesem Jahr wird es neben den Hauptpreisen einen Schauspielerpreis geben, der mit mit 750 Euro für die Gewinner verbunden ist. Und erstmals wird es mit "LOST IN THE LIVING" eine irische Weltpremiere in Berlin geben. Ein Film, der natürlich in Berlin spielt. Drei weitere Weltpremieren sind in der Dokumentarfilmschiene angesiedelt. Auch die drei angekündigten Deutschlandpremieren sind Dokus.

Spannende Dokus als Weltpremiere.
Hervorzuheben wäre vor allem die Weltpremiere von "FOTO: OSTKREUZ" von Maik Reichert. Es geht bei der Doku allerdings mitnichten um den gleichnamigen Bahnhof im Ostteil der Stadt, sondern um die kurz nach dem Mauerfall gegründete Fotoagentur OSTKREUZ, der Anfang 1990 sieben ostdeutsche Fotografen angehörten. Mittlerweile sind es 18 Mitglieder geworden, die eines vereint: ihr humanistischer Blick auf die Welt. Darunter der herausragende DDR-Fotograf Harald Hauswald, über den 2010 der Filmemacher Marc Thümmler während seiner Studienzeit an der HFF Potsdam, jetzt Filmuniversität Babelsberg, den preisgekrönten Film "RADFAHRER" gemacht hatte.
Die damals von der SED propagierten Ideale interessierten Harald Hauswald wenig. Stattdessen suchte er seine Motive abseits davon, was ihm schnell die Überwachung durch die Stasi unter dem Decknamen "Radfahrer" einbrachte. Der gleichnamige Film konfrontierte die Fotos Hauswalds mit Texten aus seiner Stasiakte.

Wir sind gespannt auf die anderen Fotografen und ihre Geschichten. Alle gehen sie an Grenzen, ob an politische, physische oder imaginäre.

Übrigens sind nicht alle Filme in unserer Region angesiedelt. Der Spielfilm "CALIFORNIA CITY" spielt beispielsweise in der kalifornischen Mojave-Wüste. Allerdings kommt der Regisseur Bastian Günther aus Berlin, denn der Bezug zur Region muss gewahrt bleiben, damit ein Film im Wettbewerb laufen kann. Die Indie-Produktion wurde vom ZDF und Arte Co-finanziert. Es geht um Immobilienkrisen, um Insektenplagen und um Selbstfindung.


California City | Festival Trailer ᴴᴰ von achtung-berlin

Branchentage als neues Forum der Filmemacher.
Erwähnenswert sind noch die Achtung Berlin Branchentage, ein neues Forum für die Berliner Filmbranche. Es vereinten Panels, Case Studies, Workshops und Events, um den Akteuren und Kreativen am Film- und Medienstandort Berlin-Brandenburg branchenrelevante Themen in attraktiven Veranstaltungen anzubieten. Diese können sich darin über aktuelle Perspektiven und Trends informieren oder kontrovers auszutauschen sowie sich effektiver vernetzen oder neue Kontakte knüpfen. Wie oben an den Trailern zu bemerken gibt es darüber hinaus mit Daily Motion ein neues Videoportal, auf das das Festival besonders hinweisen möchte.

Der rbb, der lokale öffentlich-rechtliche Fernsehsender der ARD, hat mit seiner Filminitiative »Leuchtstoff« einem Förderprogramm für junge Filmemacher, gleich mehrere Filme in diesem Jahr unterstützt, die auf dem Festival gezeigt werden. Dagegen ist »Das Kleine Fernsehspiel« des ZDF, das sich sonst immer engagiert hatte, diesmal deutlich zurückhaltender gewesen, was vom Festival sehr bedauert wurde.

Link: achtungberlin.de

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