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56. Nordische Filmtage Lübeck 2014

Nordische Filmtage Lübeck mit Fokus auf Nordosteuropa.



Der Nordosten Europas steht in diesem Jahr im Fokus der Nordischen Filmtage Lübeck, die vom 29. Oktober bis 2. November 2014 an diversen Festivalorten im Stadtgebiet der alten Hansestadt stattfinden.

Festivalleiter Linde Fröhlich und Christian Modersbach wiesen bei der Vorstellung der ersten Programmhighlights insbesondere auf die Specials in der süßen, beschaulichen Marzipanstadt Lübeck hin, denn Finnland ist in diesem Jahr Partnerland der Frankfurter Buchmesse und wird in Lübeck mit einigen Romanverfilmungen sowie Filmen von Teuvo Tulio und Mikko Naskanen vertreten sein.

Darüber hinaus richten die Nordischen Filmtage Lübeck ein Augenmerk auf das Baltikum. "Lübeck war das erste Festival, das schon 1990, also noch vor der Wiedererlangung der staatlichen Unabhängigkeit, baltische Filme voll in sein Programm integriert hat. Hier fanden die ersten nordisch-baltischen Filmbegegnungen statt, hier werden die ersten Kooperationsverträge unterzeichnet. Angesichts der bemerkenswerten politischen, gesellschaftlichen und filmkulturellen Entwicklung, die seither in den baltischen Staaten stattgefunden hat, und der aktuellen Besorgnis erregenden Situation in Osteuropa halten wir es für wichtig, diesen Schwerpunkt zu setzen", erklärt Linde Fröhlich.

Allerdings hat auch das Filmfestival Cottbus als Festival des osteuropäischen Films, stets das Baltikum neben den Schwerpunkten Polen und Russland im Blickfeld. Das noch relativ junge 24. Filmfestival Cottbus, das sich in diesem Jahr erst zum zweiten Mal nicht mehr mit den Nordischen Filmtagen Lübeck überschneidet, sondern glücklicherweise zwei Tage später am 4. November 2014 beginnt, wartet aber mit insgesamt 10 Weltpremieren auf, während schon im letzten Jahr das alt eingesessene Festival in Lübeck keine einzige Weltpremiere im Programm hatte, sondern nur Wiederholungen von anderer Festivals zeigte. Diesmal ist es nicht viel anders.

Wir wünschten uns deshalb eine stärkere Kooperation vor allem dieser beiden sich stark ergänzenden Festivals, um in unterschiedlichen Regionen Deutschlands die außergewöhnlichen Filme beider Festivals den Zuschauern präsentieren zu können. Zürich und San Sebastián sowie Interfilm Berlin und Seul (SESIFF) im Kurzfilmbereich, machen dies bereits erfolgreich vor und tauschen ihre Filme aus.

Eine Neuerung im Jugendfilmprogramm konnte Christian Modersbach präsentieren. Im Rahmen des Projekts Young Nordic Film Makers können 16 Jugendliche aus Deutschland, Dänemark, Norwegen und Finnland im Alter zwischen 16 und 20 Jahren Kurzdokumentarfilme entwickeln und umsetzen, die dann im Rahmen der Lübecker Filmtage und anschließend in den jeweiligen Partnerländern gezeigt werden. Auch im Kinder- und Jugendprogramm sind Spannung und Gänsehaut mit Abenteuerfilmen und Krimis ein Schwerpunkt.

Außerdem können die 56. Nordischen Filmtage in Lübeck stolz sein, als erstes Festival Deutschlands, ihre Finanzierung durch Mittel des neuen Creative Europe Media Programms gesichert zu bekommen.

Im Rahmen der Nordischen Filmtage Lübeck findet darüber hinaus das Int. Festival des nacherzählten Films am 1. November 2014 im Volkstheater Geisler statt. Dazu ein witziger Trailer:



Venedig-Gewinner feiert Deutschlandpremiere in Lübeck.
Auch wenn wir, wie oben bereits erwähnt, uns mehr Welt- und Europapremieren beim immerhin 56 Jahre alten Festival wünschen, so freuen wir uns dennoch, dass der Venedig-Gewinner "Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach" immerhin seine Deutschlandpremiere in Lübeck feiern kann. Zu oft passiert es leider, dass sogar anspruchsvolle Filme von A-Festivals, zu denen Venedig gehört, nicht den Weg in die deutschen Kinos schaffen. Nur wer Glück hat kann solche Filme dann mit etwas Verspätung wenigstens auf kleineren Festivals noch einmal sehen, bevor sie ganz aus den Kinos verschwinden. Dem schwedischen Filmemacher Roy Andersson wird darüber hinaus im Rahmen der Retrospektive der Filmtage eine Hommage gewidmet. Hier der Original Trailer:



Insgesamt zeigen die Nordischen Filmtage Lübeck 173 Filme. Eröffnet wird das Festival von Bent Hamers "1001 Gramm", den Norwegen ins Rennen um eine Nominierung in der Oscar-Kategorie Bester nicht-englischsprachiger Film geschickt hat. Hier der Trailer:



Außerdem stehen in Lübeck u.a. auf dem Programm: Ruben Östlunds "Höhere Gewalt", der bereits in Cannes gezeigt worden war und nun für Schweden um den Oscar ins Rennen geht, sowie Ole Christian Madsens "Itsi Bitsi" aus Dänemark, Peter Flinths "Beatles", Juha Lehtolas "Ein Junge steht Kopf", J-P Valkeapääs "Auf der Flucht" und Maria Bloms "HalloHallo".

Insgesamt 16 Spielfilme des Wettbewerbs bewerben sich zudem um den Baltischen Filmpreis, der ausschließlich einem „herausragenden Spielfilm aus den nordischen Ländern“ zugesprochen wird. Acht Deutschlandpremieren und 2 internationale Premieren wird es im Spielfilmwettbewerb des Festivals geben.

Im diesjährigen Programm des Filmforums wird eine Auswahl der interessantesten Produktionen, die im letzten Jahr in Hamburg und Schleswig-Holstein entstanden sind, gezeigt. Erstmals seit Entstehung des Festivals stammen fast 40 Prozent der Filme dieser Reihe von Regisseurinnen.

Weitere Informationen unter www.filmtage.luebeck.de
Quellen: Blickpunkt:Film | Nordische Filmtage Lübeck

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