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Film von Burhan Qurbani eröffnet Hofer Filmtage 2014

"Wir sind jung. Wir sind stark" eröffnet mit Jonas Nay und Saskia Rosendahl.



Heinz Badewitz, dienstältester Festivalleiter, und Gründer der Hofer Filmtage, war erst vor einem Monat in Berlin bei den First Steps Awards geehrt worden. Doch er wird nicht festivalmüde und wird auch in diesem Jahr am 21. Oktober 2014 die 48. Hofer Filmtage 2014, die bis zum 26. Oktober 2014 stattfinden, wieder eröffnen.

Es ist sein Verdienst und seine Stärke, dass das Festival nach 48 Jahren nichts von seinem jugendlichen Elan eingebüßt hat. Nach wie vor stellen sich junge Filmemacher der deutschen Filmhochschulen mit neuen Werken häufig zuerst in Hof vor. Dort finden sie ein an unabhängigen Independent Filmen interessiertes Publikum vor, mit dem allabendlich ausgiebig über die gezeigten Filme diskutiert werden kann. Ganz treffend dazu wurde der diesjährige Eröffnungsfilm ausgesucht:

"Wir sind jung. Wir sind stark" von Burhan Qurbani mit Jonas Nay, Saskia Rosendahl und Devid Striesow werden die Hofer Filmtage eröffnen.

In seinem zweiten Spielfilm nach "Shahada" (Wettbewerb Berlinale 2010) thematisiert Burhan Qurbanider, der 1980 als Sohn afghanischer Eltern in Deutschland geboren wurde, die ausländerfeindlichen Ausschreitungen in Rostock-Lichterhagen im Jahr 1992. Erzählt wird sowohl aus der Perspektive der jugendlichen Angreifer als auch der Opfer. Jonas Nay spielt den Sohn eines Lokalpolitikers (Devid Striesow), gelangweilt und arbeitslos, der mit seiner Clique die Krawalle anführt gegen das sogenannte Sonnenblumenhaus, eine von ehemaligen vietnamesischen Vertragsarbeitern und Asylbewerbern bewohnte Siedlung. Auch Lien (Trang Le Hong) lebt mit ihrem Bruder und ihrer Schwägerin dort. Sie glaubt in Deutschland eine Heimat gefunden zu haben und will auch nach der Wende bleiben. Ihr Bruder dagegen plant die Rückkehr, weil er vor dem Hintergrund der wachsenden Anfeindungen um die Zukunft seiner Familie fürchtet.

Die Ausschreitungen, an der sich mehrere hundert teilweise rechtsextreme Randalierer und bis zu 3.000 applaudierende Zuschauer beteiligten und die Opfer schutzlos sich selbst überlassen waren, machte als eine der massivsten rassistisch motivierten Angriffe der deutschen Nachkriegsgeschichte weltweit Schlagzeilen.

Mit Feingefühl und Sensibilität folgt Qurbani dem schmalen Grat zwischen Verlust von Identität und der daraus resultierenden Flucht in eine Ideologie, die vermeintlich eine Perspektive verspricht. Mutig zeichnet der Regisseur das Bild einer verlorenen Generation und das moralische Versagen der Gesellschaft, sich um die Menschen zu kümmern. Dafür hat Burhan Qurbani ein starkes Schauspielerteam gefunden.

Der Film ist eine Produktion von UFA Fiction/Ludwigsburg in Koproduktion mit ZDF-Das kleine Fernsehspiel in Kooperation mit Arte, cine plus Filmproduktion, Berlin und UFA Cinema, Potsdam. Gefördert von Mitteldeutsche Medienförderung, Medienboard Berlin-Brandenburg, Nordmedia, BKM, FFA und dem Jerusalem International Film Lab. Der Verleih Zorro Film bringt ihn im Januar in die deutschen Kinos.

Sechs Medienboard geförderte Filme in Hof.
Neben dem vom Medienboard Berlin-Brandenburg geförderten Film "Wir sind jung. Wir sind stark", der die Hofer Filmtage eröffnet, sind fünf weitere Produktionen »Made in Berlin-Brandenburg« für das Festivalprogramm bestätigt: "Auf das Leben", "Die Lügen der Sieger", "The Judgment", "You & I" und "Titos Brille"

Brennpunkt: Arabische Welt.
Ein weiterer wichtiger Themenkomplex, der sich herauskristallisiert, sind die Probleme in der Arabischen Welt. Zum Beispiel Shiar Abdis Film "Der Weg nach Aleppo", der sich mit dem Bürgerkrieg in Syrien auseinandersetzt, Nadav Schirmans "Der grüne Prinz", in dem es um den Sohn eines Hamas-Führers geht, oder Mushon Salmonas "The Invisibles", der sich mit der Problematik der Liebesbeziehung zwischen einem jungen Beduinen und einer Israelin in der Wüste Negev beschäftigt. Hier der Trailer von "The Road to Aleppo"



Retrospektive: Eran Riklis.
Die Retrospektive der 48. Internationalen Hofer Filmtage ist dem israelischen Regisseur Eran Riklis gewidmet. Seit mehr als zehn Jahren gehört Riklis zu den wichtigsten Vertretern des israelischen Kinos. Zu seinen bekanntesten Filmen gehören „On a clear day you can see Damascus" (1984), „The Cup" (1991), „Die syrische Braut" (2004), „Lemon Tree" (2008) und „Die Reise des Personalmanagers" (2010).

Eran Riklis in die oberfränkische Stadt kommen, um eine Auswahl seiner Filme, darunter zwei Kurzfilme, persönlich vorzustellen.

Link: hofer-filmtage.com/festival-2014
Quellen: moviepilot | filmecho | Filmtage Hof | Blickpunkt:Film | Medienboard

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