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Die 66. Filmfestspiele in Cannes 2013

"Der große Gatsby" eröffnet die Internationalen Filmfestspiele von Cannes.



"Der Große Gatsby" eröffnet in diesem Jahr das 66. Festival de Cannes, welches vom 15.-26. Mai 2013 an der Côte d'Azur stattfindet. Zwölf Jahre nach "Moulin Rouge" eröffnet Baz Luhrmann wieder das bedeutendste A-Festival. Seine 3D-Neuverfimung von "Der Große Gatsby" mit Leonardo DiCaprio, Carey Mulligan und Tobey Maguire wird am 15. Mai 2013 im Grand Théâtre Lumière zwar nicht die Weltpremiere feiern, aber immerhin als internationale Premiere das Festival eröffnen.

Der Australier Baz Luhrmann, der erstmals seit "Australia" mit Nicole Kidman und Hugh Jackman im Kino vertreten sein wird, sagte in einem Statement: "Es ist eine große Ehre für alle, die an 'Der große Gatsby' gearbeitet haben, das Cannes Film Festival eröffnen zu können. Wir sind begeistert, in ein Land, an einen Ort und zu einem Festival zurückkehren zu können, der von jeher einen Platz in unserem Herzen hatte. Nicht nur, weil mein erster Film 'Strictly Ballroom' hier vor 21 Jahren erstmals gezeigt wurde, sondern auch weil F. Scott Fitzgerald einige der berührenden Passagen seines Romans nicht unweit von Cannes in einer Villa in St. Raphael geschrieben hat."

Der Film beruht auf dem gleichnamigen Roman des amerikanischen Schriftstellers F. Scott Fitzgerald aus dem Jahre 1925 und sollte ursprünglich bereits im vergangenen Dezember in die Kinos kommen. Doch bereits seit Längerem war gemunkelt worden, dass der Film, der großen Medienwirksamkeit von Cannes wegen, das Festival einläuten solle. Hier einer von drei Trailern.



Beschreibung

„Der große Gatsby“ erzählt von dem (Fitzgerald selbst nachempfundenen) hoffnungsvollen Nachwuchsautor Nick Carraway: Er kommt im Frühjahr 1922 aus dem Mittelwesten nach New York City, das von lockeren Moralvorstellungen, Jazz-Glamour, mächtigen Alkoholschmugglern und ins Astronomische steigendenAktien geprägt wird. Auf seiner Suche nach dem amerikanischen Traum wird Nick der Nachbar des geheimnisvollen, rauschende Feste feiernden Millionärs Jay Gatsby. Auf der anderen Seite der Bucht wohnt seine Cousine Daisy mit ihrem Mann, dem blaublütigen Frauenhelden Tom Buchanan. So erlebt Nick die faszinierende Welt der oberen Zehntausend und lernt ihre Illusionen, Romanzen und Täuschungsmanöver kennen. Von außen und von innen beobachtet Nick diese Welt, die ihn zu der Geschichte einer unmöglichen Liebe, unzerstörbarer Träume und eines tragischen Autounfalls inspiriert – womit er auch uns, unserer Gegenwart und unseren aktuellen Problemen den Spiegel vorhält.

Weitere Titel für Cannes-Wettbewerb.
Auch in diesem Jahr wurden wieder klangvolle Namen für den kommenden Wettbewerb bekannt. So sind unter anderem Nicolas Winding-Refn, der mit "Drive" bekannt geworden war, mit seinem aktuellen Film "Only God Forgives" vertreten, Paolo Sorrentino mit "La Granda Bellezza", James Gray mit "The Immigrant", Roman Polanski geht mit "Venus In Fur" ins Palmen-Rennen, Takashi Miike mit "Straw Shield", Alexander Payne mit "Nebraska" und die Gebrüder Coen sind mit "Inside Llewyn Davis" vertreten. Zudem hat Steven Soderberghs ursprünglich fürs Fernsehen gedrehte Liberace-Biopic "Behind the Candelabra" einen Slot im offiziellen Wettbewerb ergattert. Auch Bären-Gewinner Asghar Farhadi nimmt mit seiner ersten französischen Produktion "Le passé" ("The Past") am Wettbewerb teil. Dagegen war mit Paolo Sorrentinos "La grande bellezza", seinem zweiten Film mit Toni Servillo nach "Il Divo", bereits gerechnet worden.

Das Gastgeberland Frankreich zeigt mit fünf Produktionen bzw. sechs Regisseuren in diesem Jahr besonders starke Präsenz im Wettbewerb. Unter anderem kommt mit "Jeune et Jolie" überraschend ein neuer Film des umtriebigen François Ozon. Zudem zeigt Valeria Bruni-Tedeschi mit "Un château en Italie" eine neue Regiearbeit - sie ist in diesem Jahr die einzige Regisseurin im Wettbewerb. Dazu kommen die bereits spekulierten Abdellatif Kechiche mit "La Vie d'Adèle"; Arnaud Desplechin mit seinem Western "Jimmy P." und der ursprünglich aus dem Tschad stammende Mahamat-Saleh Haroun mit "Grisgris".

Das asiatische Kino zeigt mehr Präsenz als im Vorjahr.
Mit Takashi Miike - "Wara no tate" ("Shield of Straw") - und Hirokazu Kore-eda ("Nobody Knows") mit "Soshite chichi ni naru" ("Like Father, Like Son") sind gleich zwei japanische Regisseure im Rennen, dazu kommt der Chinese Jia Zhang-ke ("Still Life") mit "Tian Zhu Ding" ("A Touch of Sin"). Auch die Niederlande sind diesmal im Wettbewerb vertreten mit "Borgman (AT)" von Alex van Warmerdam.

Amat Escalante präsentiert den mexikanischen Film "Heli", an dem die Kölner unafilm als Koproduktionspartner an Bord ist. Zweite deutsche Koproduktion im Wettbewerb ist Arnaud des Pallières mit "Michael Kohlhaas", hier ist die Berliner Looks Filmproduktionen beteiligt.

Außer Wettbewerb kommen nun die schon für den Wettbewerb spekulierten "All Is Lost" von J.C. Chandor und "Blood Ties" von Guillaume Canet zur Aufführung. Ein Midnight Screening gibt es u.a. von Johnnie Tos "Blind Detective". Als Special Screening kommen James Tobacks "Seduced and Abandoned", Stephen Frears' "Muhammad Ali's Greatest Fight" und Roman Polanskis Rennfahrer-Doku "Weekend eines Champions" von 1971 zur Aufführung.

Hamburger Erstlingsspielfilm für Nebensektion nachnominiert.
Leider ist im offiziellen Wettbewerb wieder kein deutscher Film vertreten. Dafür wird das Spielfilmdebut „Tore tanzt“ ("RISING") von Katrin Gebbe in der offiziellen Nebensektion »Un Certain Regard« bei den diesjährigen Internationalen Filmfestspielen von Cannes als eine von drei Nachmeldungen in dieser Sektion zu sehen sein.

Tore tanzt“ ist nicht nur der erste Spielfilm für Regisseurin Katrin Gebbe, sondern auch für die Hamburger Produzentin Verena Gräfe-Höft mit ihrer Firma Junafilm. Beide hatten sich bei ihrem Studium an der Hamburg Media School kennen gelernt.

Inhalt:

Der von der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein geförderte Film „Tore tanzt“ handelt von dem Jesus-Freak Tore, der in Hamburg bei den religiösen Punks ein neues Leben beginnen möchte. Nachdem er einer Familie bei einer Autopanne hilft, knüpft er Freundschaft mit Familienvater Benno und zieht wenig später bei der Familie ein. Auf der Suche nach Zugehörigkeit wird er mit den grausamsten menschlichen Abgründen konfrontiert.

Während sich der Wettbewerb einmal mehr als Spielwiese der etablierten Filmemacher erweist, finden sich in der Sektion »Un Certain Regard« immerhin fünf Debütfilme. Auch der zweite als Midnight Screening gezeigte Film, Amit Kumars "Monsoon Shootout" ist ein Erstlingsfilm.

Außerdem kommt in der Sektion »Un Certain Regard« Claire Denis' "Les salauds" zur Aufführung, an der Pandora Film Produktion einen Produzenten-Credit hält - der dritte und letzte deutsche Beitrag in der offiziellen Auswahl. In der Nebensektion laufen zudem neue Filme von Hany Abu-Assad ("Omar"); Rithy Panh ("L'image manquante"), James Franco ("As I Lay Diying") und Mohammad Rasoulof ("Anonymous") sowie der Sundance-Gewinner "Fruitvale" von Ryan Coogler. Die neapolitansiche Schauspielerin Valeria Golino präsentiert ihr Regiedebüt "Miele".

Thomas Vinterberg leitet »Un Certain Regard-Jury« in Cannes.
Der dänische Regisseur Thomas Vinterberg (“Das Fest“, „Die Jagd“) wird in diesem Jahr den Jury-Vorsitz für die Un Certain Regard-Reihe des Filmfestivals von Cannes übernehmen. Als Eröffnungsfilm der Reihe steht am 16. Mai der Film „The Bling Ring“ von Sofia Coppola auf dem Programm, der auf einer wahren Geschichte beruht.

Bling Ring“ ist der Spitzname einer Gruppe von Jugendlichen, die von der Welt der Prominenten und ihrem Reichtum fasziniert sind. Auch das Internet ist ihre Welt. Sie folgen den Promis virtuell auf Schritt und Tritt, um ihre Aufenthaltsorte auszuspähen. Sind die Schönen und Reichen unterwegs, werden ihre Häuser und Heime ausgeraubt. Die Beute beläuft sich auf mehr als drei Millionen Dollar.

Präsident der Jury ist diesmal der Starregisseur Steven Spielberg.
Großer Coup für den 83jährigen Thierry Frémaux, dessen Ausflug nach Hollywood offensichtlich doch nicht nur dazu gewesen war, gemeinsam mit Michael Haneke und Margaret Menegoz die Oscars zu besuchen: Der künstlerische Leiter, der seit 1977 für das Cannes Film Festival arbeitet, will angeblich in zwei Jahren aufhören und konnte als Krönung seiner Schaffensperiode Steven Spielberg als Präsident der Jury für die 66. Ausgabe des Traditionsfestivals gewinnen. Der legendäre Hollywood-Regisseur, zweifacher Oscar-Gewinner und Anfang des Jahres erst wieder für "Lincoln" als bester Regisseur nominiert, wird mit seinen 66 Jahren über die Vergabe der Palmen entscheiden. Sein Vorgänger war Nanni Moretti.

Spielberg ist als Filmemacher ein regelmäßiger Gast auf dem Festival de Cannes. Unter anderem liefen Filme wie "E.T. - Der Außerirdische" und "Die Farbe Lila" an der Croisette. 2008 feierte dort "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" seine mit Spannung erwartete Weltpremiere im Palais du Festival.

Fast nur Oscar-Gewinner in Cannes-Jury.
Gleich drei Academy-Award-Gewinner gesellen sich zu dem legendären Regisseur. Unter ihnen befindet sich Christoph Waltz, der 2009 in Cannes mit "Inglourious Basterds" seinen internationalen Durchbruch feierte und erst im März für seine Leistung in "Django Unchained" seinen zweiten Oscar entgegennehmen durfte.

Mindestens ebenso hochkarätig ist die Berufung von Ang Lee, der im März für "Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger" seinen zweiten Academy Award erhielt und dabei den haushohen Favoriten Steven Spielberg ausstach, der für "Lincoln" nominiert gewesen war. Lee konnte überdies bereits zweimal den Hauptpreis in Venedig entgegennehmen - für "Brokeback Mountain" und "Gefahr und Begierde". In Berlin gewann er mit seinem Erstling "Das Hochzeitsbankett" ebenfalls den ersten Preis. Im Wettbewerb von Cannes war er bislang dreimal vertreten: mit "Der Eissturm" (Drehbuchpreis), "Tiger & Dragon" (außer Konkurrenz) und "Taking Woodstock".

Dritter Oscar-Gewinner im Reigen ist Nicole Kidman, die für ihre Leistung in "The Hours" den Preis als beste Schauspielerin erhalten hatte. Zuletzt war sie im Vorjahr in Cannes gewesen, mit dem kontrovers diskutierten Wettbewerbsbeitrag "The Paperboy".

Zu ihnen stoßen die indische Schauspielerin Vidya Balan, die japanische Schauspielerin Naomi Kawase und die britische Regisseurin Lynne Ramsay, die mit ihren Filmen "Ratcatcher", "Morvern Callar" (beide Un Certain Régard ) und "We Need To Talk About Kevin" (Wettbewerb) in Cannes vertreten war.

Von Männerseite sind überdies der französische Superstar Daniel Auteuil und der rumänische Filmemacher Cristian Mungiu vertreten. Auteuil war bereits vielfach in Cannes vertreten. 1996 gewann er den Schauspielpreis für seine Leistung in "Der achte Tag". Mungiu konnte mit seinem Debüt "4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage" die Goldene Palme gewinnen und war auch mit seinem Folgefilm "Beyond the Hills" an der Croisette gewesen.

Audrey Tautou wird Zeremonienmeisterin.
Die französische Schauspielerin Audrey Tautou wird die Zeremonienmeisterin beim diesjährigen Filmfestival in Cannes. Die mit dem Film "Die fabelhafte Welt der Amelie" weltberühmt gewordene Darstellerin werde sowohl die Eröffnungs- als auch die Abschlussgala des wichtigsten französischen Filmfestes moderieren, so die Organisatoren.

Cannes schließt mit "Zulu".
"Zulu", mit Orlando Bloom und Forest Whitaker als Ermittler in Kapstadt, wird am 26. Mai 2013 das Festival de Cannes beschließen. Produziert wurde der von Julien Rappeneau kogeschriebene Film von Richard Grandpierre (Eskwad), Koproduzenten sind Pathé, Lobster Tree und M6 Films. Pathé wird den Film ins französische Kino bringen und hat auch den Weltvertrieb übernommen. Den Soundtrack zu dem Film steuerte Alexandre Desplat bei.

In dem Polizisten-Drama "Zulu", basierend auf dem gleichnamigen Roman von Caryl Ferey, ermitteln Orlando Bloom und Forest Whitaker in einem Mordfall. Der in Kapstadt angesieelte Thriller nimmt die noch vom Apartheid-Regime gezeichnete südamerikanische Gesellschaft in den Fokus und verwendet dabei Elemente des politischen Film Noir und des Sozialdramas, wie das Festival mitteilt.

3sat »Kulturzeit extra«.
Der Kultursender 3sat wird am Montag, den 27.5.2013, um 23:10 Uhr ein »Spezial« seiner Sendung Kulturzeit von den Internationalen Filmfestspielen in Cannes bringen. Cannes, das heißt zwölf Tage lang großes Kino an der Côte d'Azur zwischen cineastischer Avantgarde und Star-Aufgebot mit einem Laufsteg unter Palmen. "Kulturzeit extra" wird live vor Ort sein und die Ergebnisse des Wettbewerbs im TV-Sender kommentieren.

Aktivitäten von German Films in Cannes.
German Films ist auch in diesem Jahr wieder bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes präsent. Unter dem Label „New German Films“ präsentiert German Films den Fachbesuchern auf dem Filmmarkt von Cannes insgesamt 30 aktuelle deutsche Filme. Außerdem präsentieren in Cannes erstmals Germans Films und die FFA gemeinsam das Kurzfilmprogramm Next Generation Short Tiger 2013. Zu sehen sind 13 Kurzfilme talentierter deutscher Nachwuchsregisseure, die bereits auf anderen Festivals ausgezeichnet worden waren.

Allerdings haben es deutsche Arthouse-Filme in Frankreich schwer. Aber auch die Mainstream-Erfolge eines Til Schweiger funktionieren im filmverwöhnten Ausland nicht. Sein letzter Film "Schutzengel" lief bislang nur in zwei fremdsprachigen Ländern: in Russland und Afghanistan. Dennoch ist die Lage des deutschen Pavillons direkt neben dem Festival Palais ideal, um bei einem Besuch interessante neue Kontakte zu knüpfen oder sich auf der ansprechenden Terrasse am Strand der aktuellen Fachlektüre zu widmen.

Link: www.festival-cannes.fr
Quellen: Blickpunkt:Film | 3sat | filmecho | flimmer | YouTube

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