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Grimme-Preisverleihung in Marl 2013 (Update)

Grimme-Preis: Nominierungen und erste Preisträger.


Die Gewinner des Grimme-Preises 2013 stehen bereits fest und die Preisverleihung findet morgen, den 12. April 2013 traditionsgemäß im Theater der Stadt Marl statt und wird zeitversetzt von 3sat ab 22.25 Uhr ausgestrahlt. Von insgesamt 807 Einreichungen und Vorschlägen konnten sich 57 Produktionen Hoffnung auf eine Auszeichnung bei der Preisgala machen. Doch nur zwölf Gewinner erhalten in den drei Wettbewerbskategorien Fiktion, Information & Kultur sowie Unterhaltung ihre Preise. Fünf Produktionen werden im Fiktion-Wettbewerb ausgezeichnet.

Wie gewohnt gibt es eine Reihe von Spitzenproduktionen bei der Fiktion, in der Information durchaus eine Reihe von Sendungen mit Klasse bei ziemlich viel Masse, und in der Unterhaltung einiges, was gegen den Strich gebürstet ist“, so der Direktor des Grimme-Instituts, Uwe Kammann. „Das Fernsehjahr 2012 bot eine ganze Menge Ansehnliches und Diskussionswürdiges.“

Im Fiktion-Wettbewerb konnten sich u. a. „Tatort – Die Ballade von Cenk und Valerie“ (NDR), „Das Ende einer Nacht“ (ZDF), „Mutter muss weg“ (ZDF) und „Blaubeerblau“ (BR/MDR/ARD) Hoffnung auf einen Grimme-Preis machen.

Der erste Preisträger stand bereits frühzeitig fest: Dem Fernsehregisseur Matti Geschonneck wird die Besondere Ehrung des Deutschen Volkshochschulverbandes (DVV) für seine Verdienste um die Entwicklung des Fernsehens zugesprochen. Außerdem erhält Matti Geschonneck in diesem Jahr die Auszeichnung »Bester Film« für seinen ZDF-Thriller "Das Ende einer Nacht". Auch Geschonnecks Hauptdarstellerinnen Barbara Auer und Ina Weisse konnten ihren Fernsehpreis-Triumph wiederholen, zudem wird Autor Magnus Vattrodt mit dem Grimme-Preis bedacht.

Zur Begründung:

Mit Matti Geschonneck werde die Besondere Ehrung einem Fernsehregisseur zugesprochen, der in der Summe seiner Eigenschaften den deutschen Fernsehfilm seit Anfang der 90er Jahre geprägt hat wie kaum ein zweiter. Mit ihm werde ein inszenatorisch virtuoser und handwerklich hochversierter Fernsehkünstler ausgezeichnet, der in außergewöhnlich vielfältiger Weise und mit attraktivem Genre-Reichtum die komplexen Beziehungsgeflechte der menschlichen Welten und der gesellschaftlichen Verhältnisse interpretiert und in seltener Intensität darstellt.“

Die meisten Nominierungen für die ARD.
Wen wundert's noch wenn die größte ARD Anstalt, der Westdeutsche Rundfunk (WDR) mit insgesamt 13 Nominierungen das Feld wieder anführt. Gefolgt von je fünf Nominierungen für den NDR und SWR. Aber auch der kleine Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) aus unserer Region konnte immerhin drei Nominierungen erlangen.

Nominiert waren in der Kategorie »Information und Kultur« die Produktion "Bücher und Moor" sowie für einen Spezial-Preis aus der Produktion "Hänsel und Gretel" das Szenenbild (Oliver Munck), Kostümbild (Petra Neumeister), Maske (Juliane Hübner) und Trickgestaltung (Olaf Skrzipczyk). Und in der Kategorie »Fiktion« war mit der Literaturverfilmung "Der Turm" (MDR/Degeto/BR/NDR/WDR/SWR/rbb) eine weitere Produktion mit Beteiligung des rbb nominiert.

Die Grimme-Preise: Titelverteidigung, Doppelsieger und ein Novum.
Die PR-Aktion zur Preisverleihung hat diesmal besonders gut geklappt. Nie war das Interesse der Medien größer: So drohte doch, dass die RTL-Dschungelcamp-Show "Ich bin ein Star, holt mich hier raus" (noch mit dem verstorbenen Dirk Bach) möglicherweise mit dem Siegel »Qualitätsfernsehen« ausgezeichnet wird, was in gewissen Kreisen zwar »Kult« ist, aber dennoch ein ziemlicher Fauxpas für den Grimme-Preis gewesen wäre.

Die Juroren des renommiertesten TV-Preises stecken jedes Jahr in der Zwickmühle: Zeichnen sie stille Qualität aus, hat diese womöglich kaum einer gesehen. Richten sie sich nach der lärmenden Resonanz, kommt die Qualitätsfrage wie ein Bumerang zurück. An dem Dschungelcamp sind sie nun noch mal glimpflich vorbeigeschrammt, dennoch fiel ihnen nichts Besseres ein, als den "Tatortreiniger" zum zweiten Mal hintereinander zu prämieren. Ansonsten hatte die Jury aber einen sicheren Griff für die wahren Perlen im Programm und mit Dominik Graf eventuell noch Herausragendes auf der Reservebank.

Der in den letzten Jahren als Rekordgewinner hervorgegangene Dominik Graf ging diesmal also leer aus. Dafür konnte sich Bjarne Mädel als "Tatortreiniger Schotty" im NDR-Sitcom bravourös im Neonazimilieu behaupten und somit den Titel aus dem letzten Jahr verteidigen. Neben Bjarne Mädel erhalten auch Autorin Mizzy Meyer und Regisseur Arne Feldhusen die Auszeichnung.

In puncto Siegesserie steht auch Johannes Fabricks Suizid-Drama "Der letzte schöne Tag" dem oben genannten Geschonneck-Thriller in keiner Weise nach. Die Auszeichnungen für Fabrick, Autorin Dorothee Schön und Wotan Wilke Möhring krönen den vor einem Jahr einsetzenden Siegeszug der Produktion von Kirsten Hager. Einziger Mehrteiler im diesjährigen Grimme-Reigen ist das ARD-Epos "Der Turm"; für die Tellkamp-Verfilmung erhalten Thomas Kirchner (Buch), Christian Schwochow (Regie), Lars Lange (Ausstattung) und die Darsteller Jan Josef Liefers, Claudia Michelsen und Sebastian Urzendowsky den Grimme Preis. Damit gibt es auch unter den Produktionsfirmen einen Doppelsieger, denn zusätzlich zum "Turm" wird mit dem Kriminaldrama "Der Fall Jakob von Metzler" eine zweite Teamworx-Produktion ausgezeichnet. Die Preise bekommen Autor Jochen Bitzer, Regisseur Stephan Wagner und Robert Atzorn.

Ein absolutes Novum bildet der Grimme »Spezialpreis« für die Serie "Add a Friend", weil damit erstmals ein Pay-TV-Sender, TNT Serie (zu empfangen über Sky), für ein fiktionales Format den begehrten Preis aus Marl zugesprochen bekommt. Für die Entwicklung des Formats werden Redakteurin Anke Greifeneder, Produzent Quirin Berg, Regisseur Tobi Baumann und die Autoren Sebastian Wehlings und Christian Lyra ausgezeichnet.

Kurzbeschreibungen den fünf Fiktion-Preisträgerfilmen.
• „Der letzte schöne Tag“ (WDR) erzählt von einer Familie, die nach dem Selbstmord der Mutter wieder zu neuer Normalität finden will.
• In dem Justiz-Drama „Das Ende einer Nacht“ (ZDF) dreht es sich um eine mögliche Vergewaltigung.
• Der Film „Der Fall Jakob von Metzler“ (ZDF) rekonstruiert den Entführungsfall des Frankfurter Bankierssohnes.
• Der Zweiteiler „Der Turm“ gibt Einblick in den Alltag der Bildungselite Dresdens in den 80er Jahren, kurz vor dem Ende der DDR.
• In der TNT-Serie "Add a Friend" geht es um Fahrerflucht. Der beim Autounfall schwer verletzte Fotograf kann wochenlang fast ausschließlich nur über den sozialen Internetdienste Google+ mit seiner Familie und seinen Freunden kommunizieren.

Link: www.grimme-institut.de
Quellen: ots - News aktuell | Blickpunkt:Film | Grimme Institut

Der Vollständigkeit halber haben wir als Update in der erweiterten Ansicht alle Nominierten und die Gewinner übersichtlich aufgelistet.

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