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Daily Berlinale News auch bei uns?

Zweiundzwanzig Filme im Wettbewerb - "Les adieux à la reine" eröffnet Berlinale.



All die vielen Pressemeldungen, welche die 62. Berlinale im Laufe der letzten zwei Monate veröffentlicht hat, hier nochmals zu wiederholen, dürfte müßig sein. Sie wurden zum Teil in voller Länge bereits auf diversen Blogs und anderen Medien sowie in gedruckter Form verbreitet. Außerdem sind sie weiterhin auf der Homepage der Berlinale nachzulesen. Dort ist auch der aktuelle Trailer der 62. Internationalen Filmfestspiele Berlin zu finden.



Eine Zusammenfassung der wichtigsten Meldungen scheint uns kurz vor Beginn der Internationalen Filmfestspiele dagegen sinnvoll. Viele Informationen sind zum einen bereits wieder in Vergessenheit geraten, zum anderen werden sie erst jetzt von unseren Lesern abgerufen, da ab Montag, den 6. Februar 2012 die Kartencounter des wichtigsten Filmfestivals in Deutschland geöffnet haben. Genauso werden wir es auch zum Ende des Festivals handhaben und lieber eine Zusammenfassung bringen, als uns an täglichen Spekulationen zu beteiligen, welcher der gezeigten Filme denn nun zum Gewinner erklärt werden könnte. Die Redaktion will Filme sehen und Informationen in Gesprächen sammeln, um sie zum Ende der Berlinale gefiltert verbreiten zu können. Dennoch werden wir auch in den nächsten Tagen einige Berichte für unsere Leser nachliefern, da ein einzelner Blog-Eintrag für die Fülle an Meldungen nicht ausreicht.


Frankreich eröffnet die Berlinale
Benoit Jacquot eröffnet am 9. Februar 2012 mit "Les adieux à la reine" die diesjährigen Internationale Filmfestspiele von Berlin. Der mit Diane Kruger, Lea Seydoux und Virginie Ledoyen prominent besetzte Historienfilm basiert auf dem gleichnamigen preisgekrönten Roman von Chantal Thomas und schildert die ersten Tage der Französischen Revolution aus der Sicht der Bediensteten am Hof Ludwigs XVI. in Versailles. So entsteht ein dramatisches Geschichtsbild mit ironischen Zwischentönen, das auch Parallelen zur Gegenwart zeigt. Der Film von Benoit Jacquot, der durch die Werke „Tosca“, „Villa Amalia“, „Au fonds des bois“ bekannt geworden ist, wird mit dem Eröffnungsfilm auch am Wettbewerb der Berlinale teilnehmen, was fast ein Novum in der Geschichte der Berlinale darstellt.


Rechtsterrorismus und Vertreibung zentrale Themen.
Aus Sicht von Festival-Chef Dieter Kosslik wird bei den 62. Internationalen Filmfestspiele Berlin, die vom 9. bis 19. Februar stattfinden, der Rechtsterrorismus eines der zentralen Themen sein. Migration sei nach wie vor ein brennendes Thema für viele Regisseure. Etliche Filme der Berlinale beschäftigen sich mit dem Thema Rechtsradikalismus und Neonazis, und wie rechte Organisationen von staatlichen Stellen gedeckt werden.


Mike Leigh ist Jury-Präsident der Berlinale
Der 68jährige, britische Regisseur Mike Leigh wird Jury-Präsident der 62. Internationale Filmfestspiele Berlin. Sein Filmdebüt feierte Leigh 1972 mit "Freudlose Augenblicke". Danach hat sich Leigh in seiner knapp 40-jährigen Filmkarriere als einer der herausragendsten Filmemacher des Autorenkinos und Protagonisten des New British Cinema profiliert, der seinen Schauspielern viel Raum für Improvisation und die Entwicklung ihrer Charaktere lässt. Gefeiert wurden seine ungeschminkten und dennoch humorvollen Gesellschaftsporträts wie "Nackt" (1993), "Lügen und Geheimnisse" (Goldene Palme von Cannes 1996) oder "Vera Drake" für dessen Charakterstudie er 2004 den Goldenen Löwen in Venedig erhielt. Mit seinem letzten Kinofilm "Another Year", der eine Oscar-Nominierung erhielt, war er 2010 im Wettbewerb des Festival de Cannes.

Auf der Berlinale war Leigh mit "Meantime" (Forum 1984), dem Kurzfilm "The Short and Curlies" (Panorama 1988) und "Life Is Sweet" (Panorama 1991) zu Gast. Zuletzt präsentierte er 2008 im Wettbewerb die Sozialkomödie "Happy-Go-Lucky" (Silberner Bär für Hauptdarstellerin Sally Hawkins). Seit den 60er Jahren ist Leigh auch als Bühnenregisseur und Dramatiker tätig und inszenierte über 20 Theaterstücke. Bis Ende Januar 2012 wird sein aktuelles Stück "Grief" an verschiedenen britischen Bühnen gespielt.

Um den Vorsitzenden Mike Leigh scharen sich die Regisseure François Ozon, Anton Corbijn und Vorjahres-Bärengewinner Asghar Farhadi, der 2009 für "Elly..." mit dem Silbernen Bären für die beste Regie ausgezeichnet wurde. Sein "Nader und Simin - Eine Trennung" erhielt im vergangenen Jahr den Goldenen Bären sowie zwei Silberne Bären für die schauspielerischen Leistungen des Ensembles. Ebenso in der Berlinale-Jury sitzen die französisch-britische Schauspielerin Charlotte Gainsbourg, die 2001 in Patrice Lecontes "Felix et Lola" im Wettbewerb der Berlinale zu sehen war, der US-Schauspieler Jake Gyllenhaal sowie der französische Regisseur und Drehbuchautor Francois Ozon, der 2000 in Berlin für "Tropfen auf heiße Steine" mit dem Teddy-Award ausgezeichnet worden war und 2007 und 2009 mit "Angel - Ein Leben wie im Traum" und "Ricky - Wunder geschehen" im Berlinale-Wettbewerb vertreten war. Komplettiert wird die Jury durch die deutsche Schauspielerin Barbara Sukowa und den algerischen Schriftsteller Boualem Sansal, der auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurde.

Wenn das Programm nur halb so hochkarätig und interessant ist wie die Jury, die über die Gewinner des Goldenen und der Silbernen Bären sowie des Alfred-Bauer-Preises entscheidet, kann man Dieter Kosslick nur gratulieren.


Amnesty-Jury hochkarätig besetzt
Mit der Schauspielerin Birgit Minichmayr („Alle Anderen“, „Der Knochenmann“, „Kirschblüten – Hanami“) und dem iranischen Regisseur Ayat Najafi („Football Under Cover“) ist auch die dreiköpfige Amnesty-Jury um Markus Beeko von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International komplett. Sie vergeben den diesjährigen Amnesty International Filmpreis am 18. Februar 2012, dem vorletzten Tag der Berlinale.

"Mit dem Amnesty-Filmpreis zeichnen wir Filmemacher aus, die, oft unter härtesten Bedingungen, unbeirrbar in ihrem Willen und Mut den Blick auf Menschenrechtsverletzungen legen. Wir brauchen all jene Filmschaffende, die sich über die reine Unterhaltung hinwegsetzen und uns in Welten führen, in denen die Grundrechte für Menschen keine Selbstverständlichkeit sind", so Minichmayr.

Ayat Najafi ergänzt: „In meiner Heimat im Iran werden viele Filmemacher eingeschüchtert oder sitzen in Haft, nur weil sie in ihren Filmen Menschenrechte aufgreifen. Der Amnesty Filmpreis ist ein bedeutendes Signal – auch an meine Landsleute: Es ist wichtig, dass sich Filmschaffende dieses Themas annehmen, denn sie können damit etwas bewirken."

Bisherige Preisträger der mit 5.000 Euro dotierten Auszeichnung waren u. a. „Barzakh“ von Mantas Kvedaravicius, „Son of Babylon“ von Mohammed Al-Daradji, „Wasteland“ von Lucy Walker und „Sturm“ von Hans-Christian Schmid. Für den Preis wurden insgesamt 17 Filme aus dem Berlinale-Wettbewerb sowie den Sektionen Panorama, Forum und - erstmals in diesem Jahr - auch zwei Filme aus Generation nominiert.


BFFS vergibt erstmals Deutschen Schauspielerpreis
Eine weitere Premiere hat der Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler e.V. (BFFS) angekündigt. Er wird anlässlich der Berlinale 2012 erstmals den DEUTSCHEN SCHAUSPIELERPREIS in sechs Kategorien verleihen. Es ist die erste Auszeichnung von Schauspielern für Schauspieler in Deutschland, die am 12. Februar 2012 im Maritim Hotel Berlin vom größten Berufsverband der nationalen Film- und Fernsehindustrie ins Leben gerufen wird. Mit ihm werden herausragende Schauspieler, Filmschaffende und Wegbegleiter, die in hohem Maße vorbildhaft und inspirierend sind, geehrt.

Hauptanliegen der 1.900 Mitglieder ist eine erfolgreiche und im internationalen Kontext konkurrenzfähige Film- und Fernsehindustrie mit transparenten und fairen Regeln für alle Beteiligten. In dem Bewusstsein, dass Schauspieler Rückgrat und Gesicht einer wichtigen Branche mit hohem Zukunftspotential sind, pflegt der Bundesverband eine enge Vernetzung mit Politik, Sendern, Produzenten und anderen Filmverbänden. Zu den Zielen des BFFS zählen die Schaffung fairer Arbeitsbedingungen und verlässlicher sozialer Standards sowie die Förderung, Ermöglichung und der Schutz künstlerischer Qualität in Ausbildung und Produktion.

Für die Auszeichnung als beste Hauptdarstellerin bzw. bester Hauptdarsteller sind Steffi Kühnert ("Halt auf freier Strecke"), Katja Riemann ("Die Relativitätstheorie der Liebe", "Die fremde Familie") und Petra Schmidt-Schaller ("Das geteilte Glück") bzw. Olli Dittrich ("Die Relativitätstheorie der Liebe"), Stefan Kurt ("Dreileben") und Milan Peschel ("Halt auf freier Strecke") nominiert.

Um die Nebendarstellerpreise konkurrieren Jasna Fritzi Bauer ("Barbara"), Dagmar Manzel ("Zettl", "Die Unsichtbare") und Lisa Wagner ("Tatort: Nie wieder frei sein") bzw. Justus von Dohnanyi ("Tatort: Eine bessere Welt"), Marcus Mittermeier ("Der kalte Himmel") und Ulrich Noethen ("Die Unsichtbare").

Ein Ehren-Schauspielerpreis wird an Katharina Thalbach verliehen. Sie ist damit die erste Preisträgerin des neu ins Leben gerufenen Deutschen Schauspielerpreises.


LOLA auf der Berlinale
35 von 43 Filmen der Lola-Vorauswahl werden im Rahmen der Berlinale-Reihe German Cinema - Lola@Berlinale gezeigt. Die Verleihung des Deutschen Filmpreises der "LOLA" durch die Deutsche Filmakademie erfolgt am 27. April 2012 im Berliner Friedrichstadtpalast.


Gala für den Berlinale-Teddy
Am 17. Februar 2012 wird erstmals im Zentralflughafen Tempelhof zum 26. Mal der Teddy Award im Rahmen der Filmfestspiele Berlin vergeben. Mit dem queeren Preis werden Filme in den Kategorien bester Spielfilm, bester Dokumentar/Essayfilm und bester Kurzfilm ausgezeichnet. In den letzten Jahren fand die Auszeichnung zumeist im offensichtlich zu klein gewordenen Tempodrom statt.


Berlinale Kamera für Haro Senft.
Haro Senft erhält in diesem Jahr eine Berlinale Kamera, mit der die Internationalen Filmfestspiele Berlin seit 1986 Filmpersönlichkeiten oder Institutionen ehren, denen sie sich besonders verbunden fühlen und denen sie mit dieser Ehrung danken möchten.

Der 1928 im tschechischen Budweis geborene Haro Senft initiierte Ende der 50er Jahre die Münchner Gruppe DOC 59, aus der 1962 die meisten Unterzeichner des Oberhausener Manifests stammten. 1961 wurde er für seinen Film "Kahl" für einen Oscar nominiert. Haro Sanft war maßgeblich an der Gründung des Kuratoriums Junger Deutscher Film beteiligt und war Gründungsmitglied und langjähriger Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Neuer Deutscher Spielfilmproduzenten (AG-Spielfilm).

1971 gab er seine filmpolitischen Ämter auf und widmete sich fortan der Entwicklung einer Kultur des Kinderfilms. Maßstäbe in diesem Genre setzte er in den 1970er Jahren mit Filmen wie "Ein Tag mit dem Wind", der am 15. Februar im Rahmen der Berlinale auch zu seinen Ehren gezeigt wird, und "Jacob hinter der blauen Tür". In den 1980er Jahren koproduzierte er Spielfilme wie Doris Dörries "Im Innern des Wals" und Tevfik Basers "Lebewohl, Fremde".

Da der 83-Jährige nicht mehr in der Lage ist, zu reisen, wird Festivaldirektor Dieter Kosslick ihm die Berlinale Kamera bereits vor Beginn des Festivals an seinem Wohnort München überreichen.

Quellen: filmwirtschaft | Jelly Press | Berlinale | orangeblue relations | Just Publicity
Weitere Berlinale Infos & Meldungen bei uns in den nächsten Tagen.


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