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Bilanz der 42. Hofer Filmtage 2008

«DER ROTE PUNKT» hat bei den 42. Internationalen Hofer Filmtagen den diesjährigen Förderpreis Deutscher Film für die Ensembleleistung von Kamera, Musik und Schnitt erhalten.



Jungfilmer und renommierte Regisseure, kleine Fernsehspiele und ambitionierte Kinoproduktionen, Erstlings- und Meisterwerke - auf den Internationalen Hofer Filmtagen ende Oktober fanden Sie alle ein schönes Forum, denn Heinz Badewitz, Leiter der Filmtage in Hof, bleibt seinem Engagement für den jungen deutschen Film weiterhin treu und bietet darüber hinaus familiäre und heimelige Gemütlichkeit in der sonst eiskalten Filmbranche.

Zur Eröffnung der 42. Filmtage haben wir am 21. Oktober bereits ausführlich über den Film «DER ROTE PUNKT» geschrieben. Zu unserer Überraschung wurde der Film mit einem Förderpreis auf den Filmtagen bedacht.

Der von der HypoVereinsbank, der Bavaria Film und dem Bayerischen Rundfunk gestiftete und mit 10.000 Euro dotierte Preis geht an Kameramann Oliver Sachs, Komponist Helmut Sinz und Regisseurin Marie Miyayama als Cutterin. Die Jury bestehend aus dem Produzenten Philipp Budweg, dem Journalisten Peter Hartig und dem Kameramann Stefan Biebl formulierte zur Begründung:
"Der Förderpreis ist gedacht für 'Talente, die ihre Kreativität und Professionalität mit ihren ersten Filmen beweisen'. Trotz eines erkennbar schmalen Budgets gelingt es ihnen, auf der Bild- und Tonebene eine durchgehende wie überzeugende Ästhetik zu schaffen. Beispielhaft dafür möchten wir die Picknick-Szene anführen, in der die drei Filmkünste perfekt miteinander harmonieren.
Der Film erzählt die Geschichte der japanischen Studentin Aki Onodera, die auf den Spuren ihrer Eltern von Tokio nach Deutschland reist schon bald in heftige Turbulenzen gerät.

Als herausragend bewertet wurden der Eröffnungsfilm «IM WINTER EIN JAHR» von Oscar-Preisträgerin Caroline Link und das Spielfilm-Debüt der Schauspielerin Ina Weisse mit «DER ARCHITEKT».
"Die Qualität der Filme war großartig, sie lag noch dichter beieinander als in den vergangenen Jahren", sagte Heinz Badewitz zum Abschluss des Festivals.
Der Berliner Tagesspiegels sieht das etwas anders und schreibt:
Der deutsche Film siecht. Er hüstelt und röchelt, deliriert und stirbt manchmal einen zähen Tod. Wo man auch hinschaut: Depressionen, Infarkte, Sucht, Psychosen, Organversagen, Krebs im Spätstadium.
Offensichtlich macht das Kino sich gerade seinen Reim auf das weltweite Krisengefühl und versucht dies mit adäquaten Bildern umzusetzen.

Hervorzuheben sei hier «LOUISE-MICHEL», eine pechschwarze Komödie und sarkastische Beschreibung der Heuschrecken der Finanzwelt von Gustave Kervern & Benoit Delepine (frei nacherzählt zur Geschichte der gleichnamigen Anarchistin in der Pariser Commune 1830-1905) mit Yolande Moreau, Bouli Lanners, Benoit Poelvoorde, Mathieu Kassovitz, Albert Dupontel, Jean-Luc Ormieres Frankreich 2008 · 90 Minuten · 35mm · SRD

Ebenfalls höchstes Niveau präsentierten Christian Petzold mit seinem Film «JERICHOW» über das Leben in einem von Arbeitslosigkeit und Armut geprägten Dorf im Nordosten Deutschlands und Kameramann Jan Fehse mit seinem ersten Spielfilm «IN JEDER SEKUNDE».

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