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4K-Auflösung auch beim Fernsehen der Zukunft

Die deutsche Wirtschaft boomt. Hochtechnologie läßt sich trotz des teuren Euro gut ins Ausland exportieren. Doch im Bereich der Fernsehtechnik hinken wir den Japanern weit hinterher. Immer noch herrscht bei uns der PAL-Standard mit einer nur geringen Bildauflösung von 576 sichtbaren Zeilen je Vollbild bei 25 Bildern pro Sekunde. Daraus ergibt sich auch bei digitaler Wiedergabe z.B. von DVD eine Auflösung von nur:

• 768 × 576 im Seitenverhältnis 4:3
• 1024 × 576 im Seitenverhältnis 16:9

Die Japaner sind uns dagegen in dieser Disziplin lange voraus. Schon frühzeitig haben sie parallel zur analogen NTSC Fernsehnorm, das hochauflösende Fernsehen in ihren digitalen Kanälen eingespeist. Bei uns sendet nur der private Pay-TV Sender Premiere einige HD-Bilder über Satellit. Die öffentlich-rechtlichen Sender wollen erst 2010 mit der Abstrahlung von HD-Signalen beginnen. Dabei könnten fast alle Flachbildfernseher mit HD-Ready, oder besser noch Full-HD-Auflösung, die Signale bereits entschlüsseln. Der Bedarf beim Kunden ist vorhanden, wie anders ist zu erklären, dass der Verkauf von HD tauglichen Blu-Ray-Geräten und Medien in letzter Zeit kräftig angezogen hat. Die Auflösung beträgt hier:

• 1920 × 1080 im Seitenverhältnis 16:9 bei Blu-ray und HDTV-Signalen

Doch damit nicht genug. In unserem Blog-Bericht vom 12. Mai über die 4K Kino Projektion erwähnten wir noch nicht, dass in Japan längst an Ultra-Hochauflösende Übertragung im TV gedacht ist.

Auf der letzten IFA konnte man ganz versteckt bereits relativ kleinen Prototypen mit 4K Plasmabildschirmauflösung von NEC betrachten. Jetzt zeigte Samsung die TV-Zukunft eines 120-Hz-LCD-Panel mit Ultra-Definition-Auflösung (UHD-Auflösung) auf der Fachveranstaltung der Society of Information Display (SID) in Los Angeles.

Auf der Veranstaltung für Displaytechnik wurde das erste 82-Zoll-LCD-Panel mit einer "Ultra Definition" Auflösung für künftige 120-Hz-Fernseher vorgestellt. Unter Ultra Definition, kurz UD, sieht Samsung eine Auflösung von:

• 3.840 x 2.160 Bildpunkten im Seitenverhältnis 16:9 vor.

Mit der "UD-Sharp"-Auflösung will Samsung ein Panel für die sogenannte 4k-x-2k-Auflösung bieten, für die auch digitale Kinoprojektoren entwickelt werden. Diese Auflösung verspricht eine viermal detailliertere Darstellung, als bei Blu-ray oder HDTV Signalen. Ein Bild hat mit 7680 mal 4320 Bildpunkten rund 33 Megapixel. Die hohe Auflösung ermöglicht auch einen deutlich größeren Blickwinkel. HDTV kommt auf etwa 30 Grad, UHDV soll 100 Grad liefern. Die neue LED-Hintergrundbeleuchtung verbessert nicht nur die Farbdarstellung, sondern bietet einen erweiterten Kontrast, da jede einzelne LED gedimmt oder bei Bedarf ganz ausgeschaltet werden kann, um ein optimalen Schwarzwert zu erhalten. Mehr Darstellungsqualität verspricht auch die Verdopplung der Bildwiederholrate von 60 auf 120 Hertz bei NTSC.

Die Technik soll vermutlich zuerst in kleineren Kinosälen eingeführt werden. Mit den neuen Displays könnte man auf wesentlich teurere Beamer verzichten, die sich erst bei größeren Sälen rentieren. Entsprechende Fernseher für Endkunden bleiben bis zur UHD-Einführung deshalb wohl ebenfalls noch eine Weile Zukunftsmusik schrieb Golem, die IT-Plattform für Profis dieser Tage.

Allerdings will Japan im Rahmen seiner Bewerbung um die Olympischen Spiele 2016 in Tokio bereits 2015 erste Tests mit einer neuen Fernsehgeneration namens Super Hi-Vision bzw. UHDV machen. Bis 2025 soll das System in Japan eingeführt werden. Es bietet im Vergleich zu HDTV eine 16-mal höhere Auflösung und Sound mit 24 Tonspuren.

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