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Bericht vom Treffen bei der Filmcommission

Im BAF Blog vom 25. April berichteten wir vom monatlichen Stammtisch der Filmcommission. Noch nie war der Stammtisch, der jeden ersten Montag im Monat im Café Walden stattfindet, so überlaufen wie diesmal am 7. Mai 2007. Deswegen gab es gleich zu Beginn der Veranstaltung den Hinweis, den Vortrag über Filmförderungen für diejenigen, die keinen Platz mehr im Vortragsraum finden konnten, so schnell wie möglich zu wiederholen.

Diesmal stand Oliver Rauch, Förderreferent im Bereich Dokumentarfilm und Nachwuchs von der Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH für Fragen und Gespräche zur Verfügung. Unter den Anwesenden waren ein Großteil Berliner Jungregisseure der Filmhochschulen, aber auch Filmemacher vom BAF waren anwesend. Der Rest gemischt von Produzenten und Kameraleuten über Cutter bis hin zu den Dokumentarfilmern. Dementsprechend waren die Fragen an Herrn Rauch und seine neue Kollegin Anke Zwirner sehr vielfältig.

Große Hoffnungen setzten wir vom BAF natürlich auf Neuigkeiten in der Filmförderung, die vor allem den künstlerischen Film betreffen. Doch wir wurden ziemlich bald enttäuscht, dass diese Art von Film kaum eine Möglichkeit der Förderung beim Filmboard bekommen kann. Es wurde mehr oder weniger nur noch auf die FFA (Filmförderungsanstalt www.ffa.de)
verwiesen, ohne näher auf die komplexen Förderbedingungen der FFA oder anderer Institutionen einzugehen, wie z.B. der kulturellen Filmförderung des Bundes BKM www.filmfoerderung-bkm.de .

Doch der Reihe nach:
• Gefördert werden können beim Filmboard Berlin Brandenburg nur Produktionen, die zur Förderung von Produzenten angemeldet werden.
• Nicht gefördert werden kann - von Ausnahmen abgesehen - der klassische Autorenfilm, der u.a. auch jahrelang von BAF gepflegt wurde. Es wurde explizit von Oliver Rauch auf den Berliner Arbeitskreis Film hingewiesen, der sich bis zuletzt für die Unterstützung des Autorenfilms stark gemacht hat, es sei zwar schade, aber in Zeiten des Wandels liegt der Schwerpunkt laut den Statuten nun mal bei den Produzenten, war seine Aussage. Die Ausnahme sei der rein experimentelle Film, der als spezielle Kunstform schwer einzuordnen ist und hier und da für eine Ausnahme als Alibi herhalten könne.
• Egal ob Exposé oder bereits fertiges Drehbuch, die Förderung ist immer im Vergleich zu Mitbewerbern zu sehen. Zwei Produktionen, die mit ähnlichem Thema aufwarten, dürften es bei der Förderung schwer haben, dass beide Berücksichtigung finden. Es wird meist zu Gunsten der Produktion entschieden, die bereits aussichtsreiche Unterstützung von anderer Stelle bekommen hat. Damit sollen offensichtlich vor allem jene Produzenten unterstützt werden, die findig genug waren bereits Gelder an anderer Stelle zu eruieren.

Diese Art der Förderung ist auch in unsrer Region relativ neu. Die Filmhochschulen haben sich aber bereits darauf eingestellt und den Studiengang teilweise neu darauf ausgerichtet. Während früher die künstlerischen Ideen als aussichtreiche Kandidaten gehandelt wurden, verschiebt sich jetzt der Schwerpunkt auf die kaufmännische Seite. Das ist schade, denn früher oder später wird das Publikum von schnell und billig produzierten Filmen die Nase voll haben und sich wieder bessere Qualität mit neuen Themen wünschen. Doch wenn dem Nachwuchs mangels Förderung die Ideen ausbleiben steckt, das Problem sowohl in der Ausbildung, als auch bei der Förderung. Ein negativ Beispiel war z.B. Bernd Eichinger, der für seinen Kassenerfolgsfilm das „Parfüm“ auch noch den goldenen „Lola“ Preis haben wollte und sichtlich enttäuscht war, diesen nicht in den Händen halten zu können. Der künstlerische Aspekt des Filmes war nicht offensichtlich den Juroren nicht gut genug gewesen. Vielleicht war es auch die Kritik diverser namhafter Regisseure, die sich über Auszeichnungen erfolgreicher Kassenschlager mokierten, wenn dabei der künstlerische Aspekt auf der Strecke bleibt. In anderen Bereichen ist es glücklicherweise noch nicht so weit gediehen. Bei jedem staatlich geförderten Bauprojekt ist der Nachweis von Kunst am Bau zwingend vorgeschrieben. Auch die Internationalen Berliner Filmfestspiele (Berlinale) waren bisher frei in ihrer künstlerischen Entscheidung. Anders bei den „Sehsüchten“ dem Studentenfilmfestival in Potsdam. Dort gab es erstmalig den Produzentenpreis, der fast überschwänglicher gefeiert wurde als der Hauptpreis an den besten Spielfilm. Glücklicherweise ging der Produzentenpreis an den künstlerisch sehr aufwendigen und wertvollen Film „NimmerMehr“ von Manuel Birkenbach von der Filmakademie Baden Würtemberg www.filmakademie.de, dem im Vorfeld allerdings kein Sender Geld geben wollte.

Womit wir beim zentralen Punkt angelangt wären:
• Als Hauptbedingung für die Förderung durch das Medienboard, muss im Vorfeld bereits die Zusage mindestens eines Senders vorliegen. Weitere zugesagte Förderungen von anderen Stellen sollten möglichst ebenfalls vorhanden sein, damit das Medienboard noch eins draufsetzten kann. Ob das dann überhaupt noch nötig wäre, war die letzte Frage und löste mittlerweile allgemeines Befremden bei den wenig erfreulichen Antworten des Medienboards - aber auch Zustimmung und Aplaus zu der ironischen Fage, in der Runde aus.
Die Filmakademie Ludwigsburg hatte übrigens bis vor kurzem, unweit vom Alexanderplatz, eine Dependance im Hause der Master School Drehbuch GmbH www.masterschool.de (10405 Berlin, Heinrich Roller Straße 15). Da neben Stuttgart die meisten Studenten aus Berlin kommen, die ausgerechnet an der als besonders schwierig geltende Filmakademie Baden Würtemberg ihr Studium absolvieren wollen, wurde mittlerweile ein Büro als Ständige Vertretung der Filmakademie BW im Kino Babylon Berlin:Mitte eingerichtet.

Ansprechpartner ist Knut Beulich
Rosa-Luxemburg-Straße 30
10178 Berlin
Tel.: +49 30 4171 58 64
Fax: +49 30 4171 58 65
eMail: berlinbuero@filmakademie.de
Webadresse der Ständigen Vertretung:
www.filmakademie.de/ueber-uns/staendige-vertretung-berlin/

Alle ausführlichen Infos zu den Förderbedingungen sind auf der Homepage der Medienboard Berlin Brandenburg GmbH nachzulesen. www.medienboard.de

Weitere Links zur Filmbranche und zu Födermöglichkeiten gibt es auch auf der Seite des Verbandes deutscher Spielfilmproduzenten www.ag-spielfilm.de

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