Montag, 19. April 2010Film Tipp - A Single Man
A Single Man - Wunderbares Autorenkino
![]() Seit 8. April läuft in Berlin "A Single Man" von Tom Ford mit Colin Firth in der Hauptrolle eines äußerlich standfesten Professors, der aber durch tragischen Verlust seines geliebten Freundes innerlich ein zerbrochener Mann ist. Wir vom Berliner Arbeitskreis Film e.V. (BAF) haben uns den Film im Berliner Delphi Kino angesehen. Eine wunderbare Breitbildprojektion, bei der jedes Bild farblich angepasst ist und jeder Ton stimmungsvoll komponiert ist. Der Film ist in seiner Thematik und Tragik vielleicht noch am ehesten vergleichbar mit Luchino Visconti Meisterwerk "Der Tod in Venedig" aus dem Jahre 1971 nach der Novelle von Thomas Mann. Vielleicht hat deshalb Colin Firth für seine Rolle eines Liebenden die Auszeichnung des »Besten Darstellers« auf dem letzen Filmfest von Venedig 2009 erhalten, das dieses Jahr als ältestes Filmfestival der Welt vom 1.-11. September zum 67. Mal stattfinden wird. In unserer Rubrik Filmkritik lassen wir diesmal Ulrike Schirm vom Berliner Film und Fernsehverband (BFFV) zu Worte kommen. Engere Kontakte mit dem Verband ehemaliger DEFA-Mitarbeiter bestehen schon seit längerem, sodass eine Fusion mit dem BAF angepeilt wird. A SINGLE MAN Delphi-Filmpalast am Zoo 12A Kantstraße 10623 Berlin Tel: 030 / 3121026 Web: www.delphi-filmpalast.de Freitag, 16. April 2010Film & Filmschauspieler auf der Bühne erleben (update)
Lange Nacht der Opern und Theater mit sensationellem Erfolg.
![]() Ein Hauch von Festivalstimmung herrschte am 10. März in Berlin, als die zweite Lange Nacht der Opern und Theater in Berlin diesmal mit 68 Bühnen an den Start ging. Zur visuellen Einstimmung war vor dem ehemaligen Schiller Theater an der Bismarckallee in Charlottenburg eine riesige Videoleinwand aufgespannt und Radio eins vom rbb übertrug live aus der Baustelle des Foyers volkstümliche Klassik Pop Stücke mit der Staatskapelle der Staatsoper Berlin. Auch die Schillertheater Werkstatt wird im Zuge der Renovierung umgebaut. In dem entkernten Saal liefen ebenfalls auf einer Leinwand Videotrailer und Ausschnitte aus der Opernsaison 2010 & 2011. (update) Bereits letztes Jahr war die erste »Lange Nacht der Opern und Theater« ein Überraschungserfolg gewesen, an dem nun auch die großen, bekannten Bühnen teilhaben wollten. Diesmal kamen mehr als 20.000 Besucher und für 18 Bühnen war es eine Premiere. Auch wir vom BAF machten uns auf, um viel zu entdecken und vielleicht den einen oder anderen Filmschauspieler live auf der Bühne erleben zu können. Da der BAF seine Wurzeln in Berlin-Charlottenburg hat, war es naheliegend eine von acht Theaterrouten auszusuchen, die uns zum zentralen Treffpunkt am Brandenburger Tor bringen würde und vielleicht weiter zum Theater am Potsdamer Platz, das zu den Internationalen Film Festspielen immer zum Berlinale Palast umgestaltet wird. Dort sollte die Bühnenversion des bekannten Blockbuster Films "Dirty Dancing" laufen. Doch soweit kamen wir gar nicht - wie wir gleich noch sehen werden. Neben sechs Theaterrouten, die mit Bussen der BVG am Brandenburger Tor im 10-Minuten-Takt starteten und die Berliner und Besucher zu den meisten Spielstätten brachten, ergänzten zwei weitere Routen - eine in Neukölln und eine in Charlottenburg - das Spektakel. »Die lange Nacht der Museen« ist bereits auch in anderen Städten Deutschlands zum kulturellen Highlight geworden, doch »Die Lange Nacht der Opern und Theater« war dennoch für viele Berliner Bühnen Neuland und zugleich ein ungewohnter Anfang. So war unser Ausgangspunkt an der Deutschen Oper bereits total überlaufen, sodass wir schnell in den Bus stiegen um zur Tribühne am Theodor-Heuss-Platz zu fahren. Die traditionsreiche Bühne, die im vergangenen Jahr ihr 90-jähriges Jubiläum feierte, war lange Zeit geschlossen und widmet sich nun fast ausschließlich der Adaption von Filmen und Romanen. Der Publikumsansturm war auch dort überraschend groß, doch man disponierte schnell um und öffnete eine zweite Bühne, um noch öfter mit Ausschnitten aus dem aktuellen Loriot Programm das Publikum zum Lachen zu bringen. Dennoch war die Enttäuschung groß, dass wir auf den Beginn einer nächsten Vorstellung wegen Überfüllung des Saals eine halbe Stunde warten mussten. Zur Entschädigung durften wir anschließend zusätzlich in den großen Saal betreten, wo wir zwei Stunden lang das ganze Stück "Mondscheintarif" der deutschen Bestsellerautorin Ildikó von Kürthy hätten ansehen können. Auf der Bühne brillierte Stella Dennis, während in der Verfilmung (2001) des Frauenromans von Ralf Huettner die Hauptdarstellerin Gruschenka Stevens hieß. Eigentlich wollten wir gar nicht vorzeitig gehen, so gut war die Aufführung. Doch um über Weiteres hier berichten zu können, mussten wir leider aufbrechen, denn die Vorführung sollte bis nach 22:00 Uhr dauern und um Mitternacht wäre der ganze Theaterspuk schon fast wieder vorbei gewesen. Zum Renaissance Theater in der Hardenbergstraße, dem ältesten noch erhaltenen Art déco Theater in Deutschland, ist es jedoch nicht weit, sodass wir diesmal in keinen Bus einstiegen, sondern zu Fuß gingen. Dort sollten Führungen mit Blick hinter die Bühne stattfinden. Auch hier wieder lange Schlangen am Einlass und eine halbe Stunde Warten oder Weiterlaufen zum Theater des Westens. Wir warteten und nutzten die Gelegenheit mit den Angestellten des Theaters zu plaudern. Im Kassenraum erblickten wir Fotos von den Filmschauspielern Otto Sander und Marlene Dietrich und fragten nach: Marlene ist ein Dauerbrenner am Renaissance Theater, erhielten wir als Antwort. Das Stück wurde auch 2000 von Joseph Vilsmaier unter anderem mit Otto Sander als Bühnenmanager verfilmt. Marlenes Deutschlandrückkehr im Jahre 1960, nach ihrer Emigration 1930 in die USA, wo sie bei Paramount Pictures unter der Regie Josef von Sternberg beim Film "Marokko" ihre einzige Oscar-Nominierung erhielt, verlief zwiespältig. Obwohl das Publikum der Nachkriegszeit in Berlin von ihrer Show begeistert war, wurde Sie in Düsseldorf als angebliche „Vaterlandsverräterin“ mit Eiern beworfen. Genau davon handelt das Stück Marlene, dass seit mehr als 12 Jahren erfolgreich im Renaissance Theater gepielt wird.Das Theater wurde 1902 ursprünglich als Filmtheater eröffnet. Erst in den goldenen 20er Jahren wurde ein Rang eingezogen und der Raum zum Jugendstiltheater mit 554 Plätzen umgebaut. Die einzigartigen und original erhaltenen Holzvertäfelungen sind reich mit Intarsienbildern verziert. Die Bühne ist dagegen winzig klein und die Kulissen lagern im Hof nahezu unter freiem Himmel. Alles ist fast wie in alten Zeiten. Sogar der Vorhang fällt auf Zuruf nur per Seilzug durch Handbetrieb und ohne elektrische Unterstützung. In der Schminke entdeckten wir ein Schwarzes Brett auf dem Schauspieler im Alter zwischen 60 und 70 Jahren gesucht werden. Inzwischen war es fast 22:30 und wir eilten zur Schaubühne, denn dort war Alfred Döblins "Berlin Alexanderplatz" angekündigt. Die Verfilmung über den Straßenhändler und Zeitungsverkäufer Franz Biberkopf kennt fast jeder - die Theaterinszenierung war gänzlich anders und wahnsinnig aufregend. Die Schaubühne, die bereits 1962 als privates Theater mit einem politisch und sozial engagierten Spielplan gegründet worden war, erhebt immer noch den Anspruch und den Geist die '68 Studentenrevolte weiter in der heutigen Zeit zu verkörpern und stellt sich damit gegen die allgemeine Gleichmacherei von Staat und Gesellschaft. Kein Wunder dass u. A. Nigel Williams "Der Klassenfeind" auf dem Progamm des Spielplans steht. Der revolutionäre Spirit war auch in dem an diesem Abend präsentierten Ausschnitt aus dem Stück "Berlin Alexanderplatz" anzumerken. Mehr als 25. Schauspieler mischten sich anfänglich unerkannt auf den Rängen unter die Zuschauer, um dann plötzlich und unerwartet aufzustehen und direkt neben Dir politische Parolen zu verkünden. So nah ist man Schauspielern selten. Was danach visuell auf der Bühne passierte grenzt an die Möglichkeit jeder anderen Bühne und ist normalerweise nur im Film möglich. Gegen 01:30 Uhr nachts verließen wir die Spielstätte, nachdem wir am Abend genug erlebt hatten. Die Abschlussparty in der Volksbühne ließen wir um diese Uhrzeit ausfallen. Vielleicht feiern wir dort beim nächsten Mal am 16. April 2011. Link: www.kulturprojekte-berlin.de Web: www.berlin-buehnen.de/langenacht Donnerstag, 11. März 2010TV Kritik: Arte zeigt anspruchsvollen Dokumentarfilm
Die neuen Nonnen von Moskau am 12. März auf Arte.
![]() Anspruchsvoller Dokumentarfilm ist immer noch selten im Fernsehen. Die meisten Dokumentationen sind Features von weniger als 45 Minuten Länge. Dabei hat die Berlinale gezeigt, dass das Publikum bereit ist für längere Dokumentationen. Beim Panorama Publikumspreis belegten die ersten fünf Plätze nicht die üblichen Spielfilme, sondern ausnahmsweise die langen Dokumentarfilme von 90 Minuten und darüber. So war auch der Andrang am Nachmittag des 7. März 2010 im Berliner Kino Babylon:Mitte recht groß, als Arte, NDR und WDR zu einer Preview einluden. Gezeigt wurde ein lange geplantes Projekt von Beate F. Neumann, das erst genau vor einem Jahr verwirklicht werden konnte. Seit der gewaltsamen Oktoberrevolution 1917 durch die Bolschewiki waren die meisten russisch-orthodoxen Kirchen und Klöster in der UDSSR bis zur Perestroika geschlossen gehalten. Jahrzehntelang hat der KGB die heiligen Mauern als Gefängnis missbraucht. Erst im Jahr 2000 trat eine Wende ein und die Nonnen des Moskauer Iwanow-Klosters konnten endlich wieder die alten Gebäude betreten. Dennoch hat es fast noch zehn Jahre gedauert bis sich eine kleine Nonnenschaar keine 500 m vom Kreml entfernt, hat wieder richtig einrichten können, denn bis unter die Kuppel des Doms stapelten sich die Gerichtsakten. Auch heute noch steht neben den Klostermauern immer noch eine Leninstatue. Und die Nonnen, die mit ihrem Schleier darin wandeln, einer schwarzen Kluft mit typischer Kopfbedeckung, die nur das Gesicht freilässt und ein wenig an die Burka der Moslems erinnert, werden von manchen Moskauern oft misstrauisch beäugt. Da kann es schon mal vorkommen, dass sie in der U-Bahn als tschetschenische Terroristen verdächtigt werden und sich einer Leibesvisitation unterziehen lassen müssen. Dabei ist ihr Anliegen friedlich, denn sie möchten nur die alten Traditionen ihrer Vorfahren, die während der Sowjetzeit entweiht worden waren, wieder aufleben lassen. Was auf den ersten Blick wie ein Rückschritt ins Mittelalter erscheint, ist eine typisch russische Zukunftsvision: Die Architektin Mutter Elisaweta (62), die Archäologin Mutter Nikolaja (62), die Philosophin Mutter Elaria (36), die Ingenieurin Julia (37) und die Juristin Olga (29) träumen von einem besseren Russland, das durch einen starken Glauben zu seinen Wurzeln zurückfindet. Mutter Elisaweta, Mutter Nikolaja und Mutter Elaria waren die ersten Nonnen des Iwanow-Klosters, die nach der Revolution von 1917 wieder die Weihe zur Nonne empfangen haben. Julia und Olga steht diese Zeremonie noch bevor. Sie leben seit zwei Jahren im Kloster und durchlaufen eine Probezeit. Nach der Weihe müssen sie alles, was in der Welt für sie Bedeutung hatte, hinter sich zurücklassen: Familie, Eltern, Freunde. Die Weihe zur Nonne bedeutet einen Abschied von der Welt, wie sie sie bisher kannten. Julias Mutter hat ein Leben lang in der sowjetischen Rüstungsindustrie gearbeitet. Für sie ist die Entscheidung der Tochter kaum nachzuvollziehen - Julias Vater, enttäuscht über die Entscheidung seines einzigen Kindes, wird zur Weihe nicht kommen. Olga ist Waise. Ihr Freund kam vor sechs Jahren bei einem Autounfall ums Leben. Die Mutter ihres Freundes wird zur Weihe kommen. Sie versucht Olga zu unterstützen, doch die ist längst in einem neuen, geistlichen Leben. Sie sagt: "Ich bin für diese Welt gestorben." Eine Nonnenweihe findet unter strengstem Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Nur die engsten Angehörigen dürfen dabei sein. Die Autorin Beate F. Neumann hat sich seit vielen Jahren um eine Drehgenehmigung bemüht, jetzt gewährte ihr das Iwanow-Kloster Einblick in seinen streng ritualisierten Alltag, und sie durfte die Weihe der jungen Frauen filmen. Sicherlich scheint manches für einen modernen aufgeklärten Menschen befremdlich. Doch der Film zeigt eindringlich, dass die Unterschiede von gläubigen Menschen - ganz egal welcher Religion sie angehören - ähnlich und überwiegend friedfertig sein können. Der Frevel den die Sowjets seinerzeit mit der Verbrennung aller Heiligtümer und Reliquien begannen haben ist kaum gutzumachen und viel schwerwiegender. Gleichzeitig ruft er Erinnerungen an die Schandtaten der Deutschen an den Juden im Zweiten Weltkrieg wach und wirbt somit um das Verständnis für Vergebung und den Glauben an Gott. Die neuen Nonnen von Moskau Freitag, 12.03.2010 um 22:40 - 00:10 Uhr auf Arte Doku, Deutschland, 2009 Regie: Beate F. Neumann, Kamera: Yolisawa Gärtig Stereo | 16:9 Donnerstag, 4. März 2010Alice in Wonderland in den Berliner 3D Kinos (update)
Alice im Wunderland - Filmstart am: 04.03.2010
![]() Tim Burtons großartige Inszenierung von Alice im Wunderland setzt neue Maßstäbe! Mit einer noch nie da gewesenen Kombination aus Live-Action, CGI und 3D Performance Capture entführt der Kultregisseur die Besucher in eine märchenhafte Traumwelt. So haben Sie die Geschichte von dem kleinen Mädchen, das einem weißen Kaninchen in eine abenteuerliche Traumwelt folgt, noch nie gesehen! Schauspielgrößen wie Johnny Depp und Anne Hathaway machen dieses Kinoabenteuer zu einem ganz besonderen Erlebnis, heißt es im Werbetext. Die Geschichte von Alice basiert auf einer Buchvorlage von Lewis Caroll aus dem Jahr 1865: Auf einer Gartenfeier erhält die 19-jährige Alice (Mia Wasikowska) einen Heiratsantrag von einem langweiligen Lord. Ihr ist das unangenehm, sie flieht von der Feier und folgt einem sonderbaren weißen Kaninchen. Das verschwindet plötzlich in einem Loch auf einer Wiese, und auch Alice wird mit hinabgezogen: Hinein ins Wunderland, wo sie viele Abenteuer erlebt und zauberhaften Gestalten begegnet – auch dem irren Hutmacher, gespielt von Johnny Depp. (update) Allein die Szene des offiziellen Trailers, in der Alice in das Loch hinabgerissen wird, ist schon atemberaubend. In der exklusiven 3D-Version, die eigentlich auf der Großbildleinwand im IMAX-Kino am Potsdamer Platz anlaufen sollte, wird Kino allerdings erst zum ultimativen Erlebnis. Wegen des weiterhin anhaltenden Erfolges des zurzeit laufenden Films "Avatar - Aufbruch nach Pandora" startet die 3D-Version nun u.a. in den kleineren Sälen der UCI-Kinowelt. Im Gegensatz zum "Avatar-Film" sind bei "Alice in Wonderland" allerdings nicht alle Szenen in 3D gedreht worden, sondern insbesondere die Special Effects und alle anderen Szenen wurden nachträglich mit dem 3D Eindruck versehen, um den bunt-schillernden Film noch aufregender zu machen. Wie das funktioniert, dazugibt es in dem aktuellen c't Computermagazin Nr. 6 vom 01.03.2010 aus dem Heise Verlag eine ausführliche Beschreibung, die auch als kostenplichtiger Download zur Verfügung steht. Wie weit sich der nicht ganz perfekte 3D-Eindruck negativ auf die Zuschauerzahlen auswirkt, ist noch nicht absehbar. Wir haben nachfolgend zumindest einen besonders farbenprächtigen Ausschnitt hier im BAF-Blog eingefügt. Leser von RSS-Feeds, die den Filmausschnitt nicht angezeigt bekommen, können den offiziellen Trailer hier auf YouTube sehen. Verleih: Walt Disney ------------------------------ In England und Italien drohten Kinobetreiber mit Boykott. Während die Zuschauer nach dem überwältigenden Erfolg des 3D-Films „AVATAR“ von James Cameron einem weiteren real-live gedrehten 3D-Film entgegenfiebern, drohen die Kinobetreiber teilweise mit Boykott. Hintergrund ist der frühzeitige DVD- und Blu-Ray Start des Films, wodurch die Kinobetreiber Einbußen befürchten. Statt 17 Wochen sollen schon 13 Wochen nach der Kinopremiere die Disc-Versionen für das Heimkino erscheinen, die zudem in Kinos beworben werden sollen. Für Disney ist Alice im Wunderland dagegen ein wichtiger Testlauf. Der Konzern plant, künftig einige Titel schon 90 Tage nach dem Kinostart als DVD- und Blu-ray-Version zu vermarkten, wie Variety, das Branchenmagazin der Unterhaltungsindustrie berichtet. In den USA ist das Zeitfenster zwischen Filmtheaterstart und DVD-Vermarktungsbeginn bereits jetzt schon oft auf 90 Tage verkürzt. Die Filmstudios wollen so ein weiteres Absinken der Einnahmen mit DVDs verhindern und zugleich den illegalen Mitschnitt der Filme mit den kleinen Camcordern vorbeugen. Die Qualität der im Kino illegal abgefilmten Sequenzen ist zwar meist miserabel, doch für einige Filmfreaks, die immer alles als Erste auch zu Hause sehen möchten, sind illegale Downloads leider immer wieder im Netz zu finden. Sowie jedoch, parallel zur Kinoverwertung, Filme auch auf den mobilen Datenträgern angeboten werden, sinkt weltweit das Interesse an Filmpiraterie. Bestes Beispiel ist der Michael Jackson Film "This Is It" der nur 14 Tage im Kino gezeigt werden durfte und jetzt auf DVD und Blu-ray vorliegt. Tatsächlich laufen heutzutage viele Filme nur noch wenige Wochen in den Premierenkinos, bevor sie wieder abgesetzt werden. Die Zeiten, in denen ein "Dr. Schiwago" oder Filme wie "Vom Winde verweht" monatelang für volles Haus sorgten, sind längst vorbei. Bei den 3D-Filmen, für die es noch nicht genügend Kinos gibt, scheint sich der Ansturm allerdings noch nicht zu legen. Disney plant deshalb auch einige ältere Animationsfilme, wie "Cars" oder "Ratatouille", die beide von Pixar Studios mit Computer-Generated Imagery (CGI)-Technik erstellt worden waren, ins 3D-Format zu portieren und neu herauszubringen. Verwiesen sei auch auf den fundierten Kommentar zu unserem Bericht von www.digitaleleinwand.de. Samstag, 6. Februar 2010Transmediale - Contact in Cyberspace
transmediale und club transmediale ergänzen sich bestens.
![]() Was für eine Filmpremiere. Die Musikdokumentation making "Kontakt" von und mit Richie Hawtin aka Plastikman und seinem Label m_nus (minus engl. gesprochen) lief zwar gar nicht im offiziellen Programm der transmediale, sondern war vom club transmediale (CTM) im Kino Babylon veranstaltet worden. Dennoch hätte es keinen besseren Auftakt am ersten Tag nach der Eröffnungsveranstaltung im Haus der Kulturen der Welt (HKW) geben können, um all die Skeptiker des Visual Art Festivals eines besseren zu belehren, dass Videokunst des internationalen Festivals für zeitgenössische Kunst und digitale Kultur doch eine der zukünftigen Perspektiven der klassischen Filmstudios und des herkömmlichen Films sein könnte - zumindest für die jüngere Generation, die mit den neuen Medien auf Schritt und Tritt heranwachsen. Die Dokumentation "Kontakt", die am 26. Februar als DVD erscheint, zeigt die Vision des englischen Künstlers, der die meiste Zeit in Berlin lebt, mit seiner Performance seinem Publikum nicht nur musikalisch und visuell näher zu kommen, sondern mit ihm zu verschmelzen und dadurch neue Energien für seine Truppe auf der Bühne ziehen zu können. Die grandiose Show reiste durch mehrere Kontinente und die Elektro und Techno Musiker legten in den angesagtesten Clubs der jeweiligen Metropolen wie Buenos Aires, Tokyo, Detroit, London, Amsterdam, Rom oder Berlin auf. Trotz genauester Planung und eines ausgefeilten Konzeptes klappte es nicht überall auf Anhieb. Ziel war es das Publikum über drahtlose Funknetzwerke mit Wifi oder WLAN zum Mitmachen zu animieren. Doch manchmal versagte die Technik. Dennoch in Rom klappte es perfekt, doch anders, als man es sich vorstellte. Das enthusiastische Publikum richtete seine Camcorder, Mobile Phones und alles, was sonst noch aufnehmen kann auf die Bühne. Plötzlich erstrahlte der Raum mit Tausenden von Lichtern. Doch es waren keine Feuerzeuge oder Neon Leuchtsticks, wie man von früher auf Rockkonzerten oder Technoparties her kennt; nein es sind die Displays der Handys, die wie Augen auf die Künstler gerichtet waren und alles begierig aufsaugten, um im nächsten Augenblick auf YouTube wieder auszuspucken. Ein 20minütiges DJ-Set der Dortmunder Loveparade 2008 mit Richie Hawtin ist hier im neuen Fenster zu sehen. Technische Einzelheiten zu seinem DJ-Setup erläutert der Künstler persönlich in einem Video, das wir nachfolgend hier im BAF-Blog eingefügt haben. Richie Hawtin's setup from SocialClub on Vimeo. Inzwischen gibt es kaum noch eine Performance oder Konzert, die ohne visuelle Begleitung auskommen. Das große Auditorium der HKW war am ersten Tag der transmediale restlos überfüllt, sodass die Show erst mit einer halben Stunde Verspätung anfangen konnte. Stroboskopartiges Licht auf der Leinwand ist zwar nicht jedermanns Geschmack aber beeindruckend war die Weltpremiere dennoch, die die japanische Künstlerin Ryoji Ikeda mit Test Pattern ablieferte. Bild und Ton waren perfekt im Takt. Auch am nächsten Abend zeigten die kanadischen Künstler POWEr Artificiel wie man aus Blitzen eines Tesla-Transfomers, der bereits 1891 von Nikola Tesla erfunden wurde, durch Rückkopplungen mehr oder weniger harmonische Klänge und immer wieder neue überraschende Bilder mit elektro-magnetischen Blitzen zaubern kann. Durch die Blitze der elektrischen Spannungen von mehreren hunderttausend Volt werden auch Radiowellen mit extrem niedriger Frequenz ausgestrahlt. Das Publikum spürte dies am eigenen Leib. Im Vergleich dazu waren die Video-Vorführungen im kleinen Theatersaal nahezu belanglos. Vielleicht standen sie zu sehr unter dem diesjährigen Motto „Futurity Now!“. Die Kuratoren bemühten sich, u.a. vergleichende Videos des Science-Fiction-Genres zu präsentieren. Kurze fünf Minuten lange Ausschnitte aus vergangenen B-Movies, darunter „Der Schweigende Stern“ den Kurt Maetzig 1959 in der DDR als Cinemascope Film gedreht hat, wurden mit nur wenigen neuen innovativen Stücken gepaart. Die Beispiele waren eher skurril und furchtbar altmodisch als belustigend oder wegweisend. Wer Maetzings Werk, das lange nicht zu sehen war, kennen lernen möchte oder noch einmal sehen will, hat am Sonntag um 10:00 Uhr vormittag dazu in der HKW Gelegenheit. Spannend waren dagegen die abendlichen Konzerte und Parties im Club WMF. Das Elektro Apparattjik Trio bekam man nur indirekt über ihre Schattenbilder zu sehen. Das Publikum stand gespannt um einen riesigen halbtransparenten Würfel, der mindestens die Hälfte des Raumes einnahm und wie die Kaaba in Mekka vom Publikum angebetet wurde. Aus dessen Innerem spielten die Musiker und zauberten gleichzeitig von innen Bilder und Visionen auf die transparenten Würfelseiten. Im Erdgeschoss tüftelte derweil Guido Möbius an seinen Instrumenten, die er auf dem Boden aufgebaut hatte und mit den Füßen bediente. In der Hand hielt ein Mikrofon um das Publikum aufzunehmen und die Schreie sowie das Johlen als Echo mit Rückkopplung wieder einzuspielen. Diverse Kameras nahmen natürlich alles auf, um es zeitgleich in unterschiedlichen Abbildungsmaßstäben auf den Hintergrund zu projizieren. Und auch das Publikum filmte das Geschehen, wie bereits oben bei Richie Hawtin erwähnt, permanent mit. Nur wenn ein Tänzer sich aus der Menge wagte und ein Solo auf der Tanzfläche darbot, waren alle Kameras plötzlich auf ihn gerichtet. Link: www.transmediale.de und www.clubtransmediale.de Sonntag, 31. Januar 2010UdK Studierende produzierten eigenen Fashion Clip
Die Premiere fand in den Galeries Lafayette zum Auftakt der Berliner Modewoche 2010 statt.
![]() Der Kurzfilm hat sich in kürzester Zeit als spannendstes Zukunftsmedium der Modebranche etabliert und wird bereits von vielen internationalen Modedesignern wie Gareth Pugh, Viktor&Rolf, Prada oder YSL als ideale Projektion des eigenen Looks genutzt. Als moderne Präsentationsform schafft der Kurzfilm nicht nur eine neue Beziehung zwischen Mode, Kunst und Inszenierung, sondern fängt die Dynamik der Kollektion mit bewegten Bildern besser ein als die Modefotografie. Das Einfangen von Dynamik, Bewegung und Leben hat sich auch das am Modeinstitut der UdK Berlin angebotene Projekt „4Minutes“ zu eigen gemacht, um ausgesuchte Kollektionen von Absolventen und Studierenden des Modeinstituts der UdK Berlin effektvoll in Szene zu setzen. In dem interdisziplinären Kurzzeitprojekt konzipierten und realisierten Studierende aus Mode- und Produktdesign, Architektur, Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation, sowie Kulturjournalismus innerhalb einer Woche einen 4-minütigen Fashion-Clip: Von der Performance bis zum dokumentarischen Charakter, in Verbindung von Ton und Bild, mit möglichen Stilmitteln der Überblendung und Wiederholung, sowie Styling. Der vierminütige Film spielt mit Antagonismen, indem die cleane, coole Modewelt mit einer verträumten Naturszenerie in Kontrast gesetzt wird. Überblendungen sorgen für weiche Übergänge und schaffen dabei eine verträumte, surrealistische Kulisse. Die Premiere des Videos fand am 19. Januar 2010 zum Auftakt der Berliner Fashion Week im Rahmen des „Labo Mode Goes International“ Events in den Galeries Lafayette und mit freundlicher Unterstützung von Sony Deutschland statt. Noch bis zum 2. Februar 2010 ist er in zwei Schaufenster des Kaufhauses und außerdem hier bei uns im BAF-Blog zu sehen. Weitere Informationen zum Fashionclip: www.design.udk-berlin.de/Modedesign/4MinutesFilm Das 4 Minutes ist ein Projekt der Universität der Künste Berlin, geleitet von Karin Leiberg (Journalistin und Lehrende am Modeinsitut der UdK Berlin), unterstützt von Antje Drinkuth (Lehrbeauftragte) und Ulrike Lindenmann (Videokünstlerin&Regisseurin für Musikvideos). Studierende: Coco Arnold | Jana Bach | Charlotte Bachmann | Maria Elektra Bertram | Liisa Kessler | Milena Kraft | Anne-Kathrin Lange | Christ van Leest | Siri Mylius | Venus Nemitz | Adriana Quaiser | Beate Scheder | Annabell Seubert | Maya Spiri | Jan Thoelen | Julia-Ruth Villbrandt | Laura Wollentarski | Maren Zielke Dank an: Agentur V | Deebeephunky | Design Rental Services GmbH | Galeries Lafayette - Ulrike Möslinger | Häberlein & Mauerer | Jam Berlin - Beyza Özler | Sony Deutschland GmbH – Yvonne Rode | UdK Berlin – Andreas Velten Die Universität der Künste Berlin ist eine der größten künstlerischen Hochschulen in Europa und die einzige, die alle Disziplinen der Kunst und der auf sie bezogenen Wissenschaften in sich vereint. An den vier Fakultäten Bildende Kunst, Gestaltung, Musik und Darstellende Kunst sowie dem Zentralinstitut für Weiterbildung werden über 40 künstlerische, künstlerisch-wissenschaftliche und künstlerisch-pädagogische Studiengänge angeboten. Von rund 4000 Studierenden stammt etwa ein Fünftel aus dem Ausland. Die Geschichte der UdK Berlin reicht zurück bis zur Gründung der brandenburgisch-preußischen Akademie der Künste im Jahr 1696. Ihre heutige Form erhielt sie 1975 durch den Zusammenschluss der Hochschule für bildende Künste und der Hochschule für Musik und darstellende Kunst zur Hochschule der Künste (HdK). Seit 2001 trägt die Universität der Künste Berlin ihren heutigen Namen. Präsident ist seit Januar 2006 Prof. Martin Rennert. Mit mehr als 500 Veranstaltungen im Jahr trägt die UdK Berlin maßgeblich zum kulturellen Leben der Stadt bei. Link: www.udk-berlin.de Montag, 25. Januar 2010Neuer Deutscher Film des WDR nur im TV zu sehen
WDR drehte mit Götz George Zivilcourage in Berlin
Als Tatortkommissar „Schimanski“ dürfte Götz George jedem wohl bekannt sein. Doch in letzter Zeit ist er kaum noch zu sehen, denn mittlerweile gibt es „Tatort“-Krimis überall, nur nicht mehr im Ruhrpott. Erst 2011 soll ein neuer Schimanski ausgestrahlt werden. Vielleicht hängt es mit der Kulturhauptstadt "Ruhr 2010" zusammen, die im Zollverein Essen unlängst eröffnet wurde, damit das Ruhrgebiet kein schlechtes Image erfährt. Nun soll also für heikle Themen Berlin herhalten, und der Westdeutsche Rundfunk (WDR) entschloss sich in Götz Georges Heimatstadt, das mutige Thema Zivilcourage mit ihm in der Hauptstadt zu drehen. Heikel deshalb, weil Hauptdarsteller Götz George als Antiquar Jordan zwischen die Fronten des Berliner Kiezkampfes gerät. Er interveniert, als ein Mann von einem jugendlichen Migranten fast totgetreten wird. Dem Schläger droht Gefängnis und sein älterer Bruder legt Jordan nahe, seine Aussage zurückzuziehen, andernfalls könne Jordans Enkelin etwas passieren. Mit dem Problemkiezfilm versucht der der WDR aus den Konflikten unserer Einwanderungsgesellschaft einen spannenden Film zu basteln, der nach höchst dramatischer Zuspitzung erst die erwartbare Lösung bietet. In 21 Tagen Drehzeit ist ein recht passabler Film entstanden, der das Thema Zivilcourage als provozierende Frage in unserer Gesellschaft aufgreift. Am 7. Januar war Premiere im Kino Babylon Berlin:Mitte nur vor geladenen Gästen. Übermorgen, den 27. Januar 2010 läuft der TV-Film bereits zur Primetime im ersten Programm der ARD, nicht jedoch im Kino und leider auch nicht auf Filmfestivals. Das ist schade, denn der WDR hegte den Anspruch, einen kritischen und dennoch guten Film abzuliefern. Kinotauglich ist er gewiss. Die Zuschauer im überfüllten Babylon Kino applaudierten kräftig. Götz George, der persönlich anwesend war, sah den Film etwas kritischer. Bei Drehtagen von bis zu 14 Stunden kann ein Schauspieler leider nicht immer Höchstleistung bieten, war sein Fazit. Dabei war er derjenige, der als Berliner das richtige Profil zeigte und noch am meisten Einfluss auf den Film nehmen konnte, denn weder der WDR noch Drehbuchautor Jürgen Werner oder Regisseur Dror Zahawi waren offensichtlich mit dem Berliner Milieu besonders gut vertraut. So dämlich wie die Berliner Polizei dargestellt wird, sind unsere Beamten dann doch nicht. Unsere Stadt hat immerhin im Bereich Schwerstkriminalität mit Mord und Totschlag eine fast hundertprozentige Aufklärungsquote. Vielleicht wäre der WDR gut beraten das nächste Mal, wenn er wieder in Berlin drehen will, den Rundfunk Berlin Brandenburg (rbb) als Kooperationspartner mit ins Boot zu nehmen. Schön wäre es, wenn bei solch spielfilmähnlichen Projekten, die TV-Redaktionen sich noch mehr Profis vom Film und eventuell zusätzliches Personal aus Babelsberg holen würden. Dann müßte nicht immer alles unter Zeitdruck und vom Sender alleine abgedreht werden, was dem Film leider anzumerken ist. Eine noch subtiler und genauer geplante Produktion, die zunächst auf Erfolg im Kino schielt und erst in zweiter Linie an die Verwertung im Fernsehen denkt, könnte nämlich mit einem solch brisanten Thema wie Zivilcourage auch in Hollywood Erfolg haben. Die Mehrkosten einer längeren, aufwendigeren Produktionszeit würden durch eine erfolgreiche Verwertung im Kino um ein Vielfaches wieder eingespielt. Zivilcourage Regie: Dror Zahawi Buch: Jürgen Werner Redaktion: Wolf-Dietrich Brücker, WDR Besetzung: Götz George, Carolyn Genzkow, Arnel Taci, Marko Mandic, Klaus Böhringer u.a. Mittwoch, 27. Januar 2010 ARD, 20:15 Uhr Mittwoch, 16. Dezember 2009Neue Trailer zu James Cameron's AVATAR
Der Publisher Ubisoft präsentierte ein neues Entwicklervideo zum Actionspiel James Cameron's Avatar.
Um das Weihnachtsgeschäft anzukurbeln, gewähren die Entwickler des Action-Adventures James Cameron's AVATAR jetzt einen weiteren Einblick in das Spielgeschehen. Zu diesem Zweck hat der Publisher Ubisoft ein neues Video veröffentlicht, das in ca. drei Minuten Filmmaterial neue Details zeigt, sowohl vom Planeten Pandora als auch über den Konflikt zwischen Menschen und der dort heimischen Bevölkerung, den Na'vi Aliens. Der gleichnamige Film von Regisseur James Cameron feiert hierzulande am 17. Dezember 2009 sein Debüt in den Kinos. Vor allem die 3D-Version des Films ist etwas Besonderes, dass zuvor kein anderer Film in dieser außergewöhnlichen Qualität bot. Es handelt sich bei dem AVATAR Film um den ersten langen Spielfilm dessen Computer generierte Sequenzen mit real gedrehten Sequenzen eine Einheit bilden und sogar durchgängig dreidimensional gedreht sind. Das hat bisher kein anderer geschafft und zählt zu den Meilensteinen der Filmgeschichte. Die Story scheint eine Mischung aus George Lucas "Star Wars" Science-Fiction-Episoden und dem online Fantasy Computer Spiel "World of War Craft" zu sein. Deshalb werden das Spiel und der Film weltweit gleichzeitig erscheinen. Als Darsteller sind unter anderem Sam Worthington ("Terminator: Salvation") und Sigourney Weaver ("Alien") auf der Leinwand zu sehen. Wir haben hier den Trailer des 20th Century Fox Films in unsere Webseite eingebunden. Die Ausschnitte aus dem Computerspiel sind ebenfalls am Ende bzw. durch Click am oberen linken Rand der kurzen Sequenz abrufbar. Leser von RSS Feeds, bei denen das Video nicht angezeigt wird, finden den Link zum eingefügten Trailer auch hier bei YouTube. Die 3D-Version des Film wird in ausgesuchten Kinos in der Weihnachtszeit gezeigt. Die Cinestar Kinogruppe will bis zum Start mit 16 weiteren 3D-Kinosälen aufwarten. Dazu zählen das Berliner Cinestar Original im Sony-Center und das Berliner Cubix am Alexanderplatz. Insgesamt wird Cinestar dann bundesweit 36 Kinosäle mit 3D-Darstellung betreiben. Auch die UCi Filmpaläste kündigen überall 3D-Vorführungen an. Allerdings wird beispielsweise im Zoo Palast und im Colosseum Berlin eine konkurrierende Projektionstechnik benutzt, weshalb in diesen Kinos andere Polarisationsbrillen zum Einsatz kommen. Sogar das Computerspiel wird zeitgleich mit dem Kinostart wahlweise mit 3D-Brille ausgeliefert. Voraussetzung sind spezielle Grafikarten für Windows-7 oder Vista, die aufgrund der neuen Direct-X 11 Schnittstelle, die 3D-Unterstützung bereits implementiert haben. Ein Hersteller hat bereits speziell modifizierte Laptops angekündigt. Ihnen soll ab Weihnachten eine 3D-Brille als Bonus beigelegt werden. In dem epischen Fantasy-Abenteuer AVATAR - AUFBRUCH NACH PANDORA nimmt uns James Cameron, der Erfolgsregisseur von "Titanic", mit in eine faszinierende neue Welt, jenseits der Grenzen unserer Vorstellungskraft. Gemeinsam mit Jake Sully taucht der Zuschauer ein in eine fesselnde Story und geht auf eine Reise voller Gefahren und Entdeckungen. Auf Pandora erlebt Jake die Wahrhaftigkeit einer bezaubernden, neuen Welt und muss sich gleichzeitig auf seinen entscheidenden Kampf vorbereiten. James Cameron erdachte die Story zum Film bereits vor 14 Jahren, jedoch fehlten damals die technischen Möglichkeiten zur Umsetzung seiner Vision. Jetzt, nach vier Jahren aktiver Produktionsarbeit, bietet AVATAR - AUFBRUCH NACH PANDORA ein völlig neuartiges Kinoerlebnis. Die eigens für den Film entwickelte revolutionäre Technologie ist dabei niemals Selbstzweck, sondern dient dem unmittelbaren Erleben der Emotionen und einer mitreißenden, epischen Geschichte. Link: 20th Century Fox/Avatar Samstag, 21. November 2009"Director's Cut" Version im Ersten ARD Programm
"Der Baader Meinhof Komplex" - "Director's Cut" als Zweiteiler im Ersten.
Bernd Eichinger, der Produzent von "Der Baader Meinhof Komplex", war sichtlich enttäuscht als im April die LOLA - der höchstdotierte deutsche Kulturpreis - an Florian Gallenbergers Spielfilm John Rabe ging und sein Film unter der Regie von Uli Edel bei der Preisvergabe nicht berücksichtigt wurde. (Wir berichteten im BAF-Blog am 25.04.09). Bereits am 23. Februar 09 war sein für den Ocar nominierter Film in Los Angeles nicht ausgezeichnet worden. Immerhin konnte der Film doch noch zweieinhalb Millionen Kinoeintritte verbuchen, obwohl die Kritik sich sehr uneinig darüber war, ob der Film über die RAF authentisch und packend wirke oder vielmehr langweile. Zwar bescheinigte ein Teil der Rezensenten dem Film, auf hohem handwerklichem und technischen Niveau gemacht zu sein, für andere war der sprunghafte und verkürzt dargestellte Handlungsverlauf auf die Dauer jedoch zu simpel. Der Produzent und Drehbuchautor nahm sich nun der Kritik an und schuf eine zweiteiligen Fernsehfassung, die am Sonntag, 22. und Montag, 23. November 2009 jeweils um 20.15 Uhr im Ersten Programm der ARD zu sehen ist. "Die Fernsehfassung entstand am Schneidetisch, nach Fertigstellung der Kinofassung. Die dramaturgischen Schnittstellen mussten wieder aufgetrennt und durch den Zuwachs an zusätzlichen Filmszenen neu zusammengefügt werden. Dadurch ergab sich über weite Teile der Fernsehfassung eine ruhigere Erzählstruktur. Manch szenischer Vorgang und manche Person werden somit ausführlicher behandelt. Das erleichtert natürlich die Rezeption und gibt dem Zuschauer mehr Information", sagt Bernd Eichinger.Die Inhaftierung von Verena Becker im August dieses Jahres hat den RAF-Terrorismus erneut ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerufen. Mehr als 30 Jahre nach dem sogenannten "Deutschen Herbst" wirft die kaltblütige Mordserie des Jahres 1977, die damals die bundesdeutsche Demokratie erschütterte, ihre langen Schatten bis in die Gegenwart. Der zweiteilige "Director's Cut" von Bernhard Eichingers und Uli Edels Kinoerfolg "Der Baader Meinhof Komplex" gewinnt dadurch unerwartet neue Aktualität. Der Film zeichnet in eindringlichen Szenen nach, wie es zu einer solchen Eskalation der Gewalt kommen konnte. Deutschland in den 70ern. Die radikalisierten Kinder der Kriegsgeneration, angeführt von Andreas Baader (Moritz Bleibtreu), der ehemaligen Starkolumnistin Ulrike Meinhof (Martina Gedeck) und Gudrun Ensslin (Johanna Wokalek), kämpfen gegen das, was sie als das neue Gesicht des Faschismus begreifen: die US-amerikanische Politik in Vietnam, im Nahen Osten und in der Dritten Welt, die von führenden Köpfen der deutschen Politik, Justiz und Industrie unterstützt wird. Die von Baader, Meinhof und Ensslin gegründete Rote Armee Fraktion hat der Bundesrepublik Deutschland den Krieg erklärt. Es gibt Tote und Verletzte, die Situation eskaliert, die noch junge Demokratie wird in ihren Grundfesten erschüttert. Der Mann, der die Tat der Terroristen zwar nicht billigt, aber dennoch zu verstehen versucht, ist auch ihr Jäger: der Leiter des Bundeskriminalamts Horst Herold (Bruno Ganz). Obwohl er große Fahndungserfolge verbucht, ist er sich bewusst, dass die Polizei allein die Spirale der Gewalt nicht aufhalten kann. Bernd Eichingers "Der Baader Meinhof Komplex" entstand nach dem gleichnamigen Buch von Stefan Aust, das als Standardwerk über den RAF-Terrorismus gilt. Neben Martina Gedeck, Moritz Bleibtreu, Johanna Wokalek und Bruno Ganz spielen in weiteren Hauptrollen Nadja Uhl, Jan Josef Liefers, Stipe Erceg, Niels Bruno Schmidt, Vinzenz Kiefer, Simon Licht, Alexandra Maria Lara, Hannah Herzsprung, Tom Schilling, Daniel Lommatzsch, Sebastian Blomberg, Heino Ferch u.v.a. "Der Baader Meinhof Komplex" ist eine Produktion der Constantin Film, in Koproduktion mit dem NDR (federführend), BR, WDR und der ARD Degeto sowie mit Nouvelles Editions De Films und G.T.Film Production. Der Film wurde gefördert vom FilmFernsehFond Bayern, dem Bayerischen Bankenfonds, der Filmförderungsanstalt (FFA), dem deutschen Filmförderfonds und dem Medienboard Berlin-Brandenburg und gilt als der bislang teuerste deutsche Spielfilm. (Siehe auch aktuelle Kritik im Tagesspiegel vom 22.11.09) In diesem Zusammenhang ist außerdem der aktuelle Kinofilm "Die Anwälte" erwähnenswert, der die damals drei linken Anwälte und Verteigiger der RAF-Fraktion beleuchtet. Heute haben sich aus den drei Protagonisten Ströbele, Mahler und Schily drei sehr unterschiedliche Biografien entwickelt, mit jeweils gänzlich anderer politische Ausrichtung. Montag, 16. November 2009Neue Dokumentarfilmreihe des ZDF startet heute nacht
Start der Dokumentarfilmreihe "100%Leben" der ZDF-Redaktion Das kleine Fernsehspiel in der Nacht zum Dienstag.
![]() Die jährliche Dokumentarfilmreihe der ZDF-Redaktion "Das Kleine Fernsehspiel" umfasst in diesem Hebst sieben Erstausstrahlungen, bei denen die Regisseurinnen und Regisseure ihre Protagonisten über besonders lange Zeiträume, teilweise über mehrere Jahre, begleitet haben. Entstanden sind packende, einfühlsame Filme, die eindringlich von Hoffnungen und Enttäuschungen ihrer Protagonisten erzählen. Das ZDF zeigt die sieben Filme ab 16. November 2009, immer montags. Die Reihe startet am Montag, 16. November 2009, 0.20 Uhr (VPS 17.11.09), mit dem Auftaktfilm "Henners Traum - Das größte Tourismusprojekt Europas". Zweieinhalb Jahre folgte Grimme-Preisträger Klaus Stern dem Bürgermeister Henner Sattler bei dem Versuch, in der regnerischen nordhessischen Provinz eines der weltweit größten Ferienresorts anzusiedeln. In Zeiten von Immobilien- und Finanzkrise wirft Stern in seinem Film einen Blick hinter die Kulissen ökonomischer und politischer Prozesse. Der Filmemacher Klaus Stern wurde im Oktober für "Henners Traum" mit dem Hessischen Filmpreis ausgezeichnet. In der Kategorie "Beste Regie" wurde der Film für den Deutschen Filmpreis 2009 vorausgewählt. Wir vom BAF haben bei einem Workshop im Oktober des Instituts für Schauspiel, Film- und Fernsehberufe (iSFF) an der VHS Berlin Mitte einen Tag lang mit dem Regisseur diskutieren können und durchaus Parallelen zum investigativen Journalismus von Michael Moore (Fahrenheit 9/11) gesehen, der durch selektive Darstellung ein Thema besonders zuspitzt. Dieser Tage läuft Moores neuester Film "Kapitalismus – Eine Liebesgeschichte" in den deutschen Kinos an, worin der Regisseur das amerikanische Finanzsystem ins Visier nimmt. Am Montag, 23. November 2009, 0.10, Uhr folgt der zweite Film der Reihe "100%Leben": Die Boxergeschichte "Rich Brother" von Insa Onken führt in die Welt des jungen Afrikaners Ben, der für seine Familie den Traum von Europa erfüllen soll. Aus der Ausweglosigkeit des Asylheims führt nur das Boxen. Über zwei Jahre begleitete Insa Onken "Ben, den Löwen" auf seinem Weg zu einem Titel - denn nach Afrika kann Ben nur als Sieger zurückkehren. "Rich Brother" wurde gerade auf dem 52. Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm als bester deutscher Dokumentarfilm ausgezeichnet. Alle sieben Filme der Reihe "100% Leben" liefen auf Festivals, einige sind preisgekrönt. Sie werden im Livestream parallel zur Fernsehausstrahlung zu sehen sein: Nach "Henners Traum" und "Rich Brother" folgen am 30. November "DRAUSSEN BLEIBEN", am 7. Dezember "Ich gehe jetzt rein...", am 14. Dezember "Der innere Krieg", am 21. Dezember "Wasser und Seife" und am 28. Dezember "Auf halbem Weg zum Himmel". Link: ZDF/Das Kleine Fernsehspiel Samstag, 8. August 2009Unnötige Reprisen zur Primetime
Warum Tatortwiederholungen am Sonntag um 20.15 schlecht platziert sind.
Tom Schilling, einer der überaus erfolgreichen jungen deutschen Shootingstars, vor allem bekannt aus „Crazy“, dem Film, der 2001 mit dem deutschen Filmpreis in Silber ausgezeichnet wurde, ist älter geworden. Das tut seiner Beliebtheit dennoch keinen Abbruch. Der damals beim Dreh 17jährige ist inzwischen 27 Jahre alt, aber immer noch jünger wirkend und gut aussehend. So verwundert es nicht, wenn die ARD in ihren Tatortfolgen gern auf beliebte Filmstars zurückgreift und sie für die eine oder andere Serie verpflichtet. Für manche Schauspieler ist das die einzige Möglichkeit Geld zu verdienen, wenn in absehbarer Zeit für sie keine andere Spielfilmproduktion geplant ist. 2008 gewann der Tatort – „Der frühe Abschied“ mit Tom Schilling, der letzten Sonntag wiederholt wurde, sogar den Deutschen Fernsehkrimipreis. Auch Franka Potente („Lola rennt“), die nach erfolgreichen Spielfilmproduktionen mit Matt Damon („Die Bourne Identität“) erst kürzlich nach Deutschland zurückgekehrt war, weil sie auf Dauer die Oberflächlichkeit der zwischenmenschlichen Beziehungen am Set in den USA nicht länger ertragen konnte, fährt noch einmal - wegen des Geldes natürlich - nach Hollywood. Diesmal bekommt Sie eine Gastrolle im Pilotfilm der fünften Staffel der Serienproduktion Dr. House. Zurzeit versucht die ARD erst gar nicht unsere erfolgreichen Schauspieler mit neuen Serienproduktionen hier zu halten, sondern wiederholt jeden Sonntag alte, bereits ausgestrahlte Folgen. Das spart zwar Geld, schafft aber in Zeiten der Krise auch keine neuen Arbeitsplätze. Produzenten von geplanten aber inzwischen wieder gestrichenen Produktionen können ein Lied davon singen, denn die ARD versucht stattdessen die beliebtesten Tatorte vom letzten Jahr, jetzt in den Sommerferien, noch einmal zu senden. Das erfreut natürlich vor allem ältere Zuschauer, die sowieso selten zwischen den Programmen wechseln und nach der täglichen Tagesschau einen spannenden Krimi zum wiederholten Male sehen können. Viele Autoren und Filmemacher erzürnt dieses Gebaren der ARD jedoch. Andere wichtige und interessante Filme finden nämlich bei den öffentlich rechtlichen Sendern keine vernünftige Sendezeit, obwohl sie oft ebenso spannend und darüber hinaus noch viel interessanter sein können. Neulich Nacht, genauer gesagt am Montag, den 27. Juli lief zur Mitternachtszeit das Teenager Drama "Die Unerzogenen" über eine 14jährige aus zerrütteten Familienverhältnissen, mit Drogen und Sexexzessen in einer Großkommune. Doch das Mädel wünschte sich nichts Sehnlicheres, als einem normalen geregelten Leben nachgehen zu können. Die Free-TV Premiere von 2007 mit dem Nachwuchstalent Céci Chu hätte wahrlich einen besseren Sendeplatz verdient, zumal die Jugendlichen, die ähnliche Erfahrungen gesammelt haben und für die der Film letztendlich gemacht wurde, zu solch nächtlicher Sendezeit während der Schulzeit (die Ferien hatten noch nicht in allen Bundesländern begonnen), kaum aufbleiben dürfen oder sollten. Zu allem Überfluss lief das Teenager-Drama der ARD auch noch in Konkurrenz zum ZDF-Montagskino, dass unserer Meinung nach ebenfalls zu spät ausgestrahlt wird. Gute Filme brauchen einen guten Sendeplatz, um gesehen zu werden. Warum nur tauscht man bei den ARD-Verantwortlichen nicht einfach die Sendeplätze. Die Wiederholungen könnten nachts laufen, während wichtige Premieren zur Primetime besser aufgehoben wären. Darüber hinaus dürfte ein ARD-Tatort als Mitternachtskrimi bei vielen Zuschauern, die noch nicht alle Folgen gesehen haben, dennoch gut ankommen. Andere Sender haben das bereits besser erkannt. Wenn am Sonntagabend RTL oder ProSiebenSat1 um 20.15 mit einem Top Spielfilm um die Gunst der Zuschauer buhlen, dann versuchen die Konkurrenten Vox und Kabel1 gar nicht erst gleichzuziehen und strahlen Spielfilme zur Primetime lieber gleich an einem anderen Wochentag wie z.B Mittwoch oder Donnerstag aus, wo sie außer den Neupremieren im Kino, keine weitere Konkurrenz im Fernsehen befürchten müssen. Samstag, 13. Juni 2009"My Bloody Valentine" erster Realfilm in Real 3D
Dreidimensionale Filme als neue Chance für das UCI Kino IV "Atelier am Zoo"
Wer dieser Tage die alte West-Berliner City rund um Den Bahnhof Zoo besucht steht vor einer riesigen Baustelle. Trotz Finanzkrise haben sich die Investoren eines Luxushotels gegenüber vom Kino Zoo-Palast, nach Jahren des Stillstandes, durchsetzen können und reißen zurzeit das ursprünglich denkmalgeschützte Schimmelpfeng-Haus ab, das die Kantstraße überspannt und seit den 50er Jahren dem Breitscheidplatz, mit der Ruine der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, den westlichen Abschluss gab. Gleiches blüht den Kinosälen 5 bis 9 im Zoo-Palast, die ebenfalls für eine Shopping Mall weichen sollen, wie wir bereits am 15. Okt. 08 im BAF-Blog berichteten. Dem UCI-Betreiber war bereits vorsorglich gekündigt worden, um die Baupläne umzusetzen. Höhere Mieten wollte der Betreiber nicht zahlen, da die Besucherzahlen rückläufig waren. Eigentlich sollte sogar der Zoo Palast selbst verkleinert werden und auch das darunter liegende Atelier am Zoo (heute Kino 4) gänzlich verschwinden. Doch die Baumaßnahmen wurden nach Einspruch des Denkmalamtes zurückgestellt und im Augenblick sieht es nur nach Abriss des Anbaus mit den Kinos 5 bis 9 aus, die in den 80er Jahren errichtet wurden. Dazu gehört auch ein Musikcafe, das mittlerweile ein wenig heruntergekommen ist und für die Behörden, wegen lauter Musikbeschallung der Veranda, schon länger als Dorn im Auge gilt. Das Atelier am Zoo, das in den 50er Jahren wie der Zoo Palast entstand und als Keil unter dem großen Saal gebaut wurde, gleicht mit der ovalen Decke und der indirekten Beleuchtung, in der die eingelassenen Lampen wie ein Sternenzelt funkeln, ein wenig dem Hauptsaal und ist ein historisches Juwel geblieben, das erhaltenswürdig ist. Nur die Projektionstechnik wurde auf den neuesten Stand gebracht, sodass dieser Saal erstmals die digitalen 3D-Filme vorführen kann. Neben dem Animationsfilm Monsters vs. Aliens 3D, der am Nachmittag in der Kindervorstellung läuft, wird in den Abendstunden hier der erste Realfilm mit der neuen Real-3D-Technik gezeigt. Und wie zu den Kinoanfängen der Gebrüder Lumière am 28. Dezember 1895 in Paris wird der Kinozuschauer gleich am Anfang des Films geschockt. Zwar läuft in der nicht jugendfreien 3D Fassung von „My Bloody Valentine“ kein dampfschnaubender Zug direkt in die Augen des Betrachters, bei der die damaligen Besucher das Kino fluchtartig und schreiend wieder verließen, weil sie glaubten, der Zug würde durch die Leinwand fahren und sie überrollen. Dafür durchschlägt eine Spitzhacke von hinten den Schädel eines Darstellers und das bluttriefende Auge des Schauspielers fliegt direkt in den Saal und lässt die Zuschauer gleich am Anfang zusammenzucken. Und blutig geht es weiter den ganzen Film lang, auch wenn einige Effekte recht eindrucksvoll sind. Offensichtlich sollte der Regisseur Patrick Lussier mit dem Remake des Horrorstreifens alles Möglichen ausprobieren, damit der Betrachter über die neuen Möglichkeiten des 3D Films nicht im Unklaren bleibt. Hätten die Innenminister, die letzte Woche auf ihrer Konferenz das Verbot von Killerspielen beschlossen, den Film vorher gesehen, dann wäre das Urteil vielleicht anders ausgefallen und Entscheidung nochmals intensiver und differenzierter überdacht worden. Die angeblichen Gewaltspiele wirken im Vergleich zu den brutalen und real wirkenden 3D-Darstellungen des Films recht harmlos. Die Politiker zeigen wie bizarr und weltfremd sie mit der Jugendkultur umgehen und wie sehr sie mit der Dummheit der Wähler rechnen. Jedes Mal, wenn ein jugendlicher Amok läuft, drängt sich ein ganz schlauer Politiker ins Bild und macht allein die bösen Computerspiele als Übeltäter aus. Doch die logische Konsequenz wäre das Verbot aller Gewaltdarstellungen auch in anderen Medien sowie die Abschaffung der Bundeswehr, Verbot von Schusswaffen aller Art, Verbot von Brettspielen, deren Ziel die Vernichtung des Gegners ist (Schach, Dame, Risiko ...). Doch wo bleibt die angemessene Analyse und warum stellt nicht mal jemand die gesellschaftlichen Hintergründe einer Tat wie der in Winnenden infrage? Das Genre Horror- und Splatterfilm hat sogar seit vielen Jahren ein eigenes Filmfestival, dessen Verbot nie zur Diskussion stand. Hohe Filmkunst ist dennoch in den seltensten Fällen zu erwarten. Doch neue Wege der Darstellung zur Reflexion von Fehlverhalten in der Gesellschaft, dafür scheint auch dieses Genre manchmal gut geeignet zu sein. Es übertreibt und überspitzt, wirkt manchmal primitiv aber es regt auch zum Nachdenken an. Der 3D-Film ist nicht schuld daran, wenn die Szenen allzu real- und wirklichkeitsgetreu wirken. Die neue Technik ist nur Mittel zum Zweck, eine Spielwiese zum Ausprobieren. Andere Filme werden kommen und aus den Fehlern lernen. In manchen Einstellungen hapert es noch. Schwenks wirken ruckartig, die Totale eines Bergwerks mit Kränen und Förderbändern sieht wie die Landschaft einer Modelleisenbahn aus. In den Halbtotalen sind Details dagegen sehr realistisch. In einigen Nahaufnahmen stören zwar Unschärfen am Rand und doch wirkt alles in allem schon recht stimmig, auch wenn einem die Proportionen - vor allem von Personen in der Ganzkörperdarstellung - gegenüber dem konventionellen Film oft ungewohnt klein und dennoch zum Greifen nah, auf der großen Leinwand erscheinen. Für viele werden die 3D-Effekte aber eine Bereicherung des Kinos sein. Die Story eines intelligenten, aber psychisch kranken Menschen dürfte durch den Horrorfilm "Valentine" (Schrei wenn Du kannst) aus dem Jahre 2001 von Jamie Blanks bekannt sein, doch das Ende ist überraschend und lässt einen weiteren Teil von „My Bloody Valentine" erwarten. In den nächsten Wochen kommen mit „ICE AGE 3“, „CORALINE“ und „UP“ von Disney weitere 3D-Animation-Filme ins Kino. Deren Herstellung ist einfacher, als die eines Realfilmes, wurde im 3Sat Magazin „neues“ am 7. Juni gesagt. Mit der Herstellung von 3D-Dokumentationen beschäftigt sich auch das Magazin „hitec“ in 3sat im September und erst im Dezember folgt mit "Avatar" von James Cameron ein weiterer 3D-Real-Spielfilm. Weitere Fimktritiken erscheinen regelmäßig unter www.critic.de Sonntag, 5. April 2009DreamWorks & DisneyStudios bringen neue 3D-ProduktionenZur Vorabpremiere eines neuen Animationsfilmes kamen die englischen Stimmen der CGI-Figuren, Reese Witherspoon und Kiefer Sutherland nach Berlin. Computer-Generated Imagery (CGI) ist der englische Fachausdruck für mittels 3-D-Computergrafik erzeugter Bilder im Bereich der und Visual Effects Filmtechnik. Ganze vier Jahre hat die Produktion des neuesten Animationsfilms aus dem Hause DreamWorks in Anspruch genommen. Dafür haben die Techniktüftler ein eigenes 3D-Verfahren entwickelt und in bestimmten, ausgewählten Digitalkinos ist die dreidimensionale Fassung von „Monsters vs. Aliens“ zu bewundern, die am 02.04.2009 in vielen Kinos startete. In Berlin und Potsdam ist die 3D-Version exklusiv in der UCI-Kinowelt und im Sony IMAX Kino zu sehen. Bereits am 10.03.2009 konnten ausgewählte Fachbesucher und Redakteure den neusten DreamWorks Film im Colosseum bewundern. Das Colosseum gehört zu den ersten Kinos der UCI-Kinokette, die das Real-D Cinema Verfahren bundesweit in ausgesuchten Kinos eingebaut haben. Es beruht auf dem von NEC entwickelten Digital 3D DLP-Projektor NC1600. Daneben konkurrieren in Berlin noch das Sony IMAX Kino am Potsdamer Platz und die neue Astor Film Lounge am Kurfürstendamm, die beide mit einer anderen 3D-tauglichen Digitalprojektion ausgerüstet sind. Zur Premiere ins Colosseum kamen extra zwei bekannte Hollywoodstars nach Berlin. Sie hatten der englischen Originalfassung ihre Stimmen verliehen. Für das von der Berliner City etwas abseits gelegene Colosseum-Kino in der Schönhauser Allee war die Premiere und der Besuch von Oscar Preisträgerin Reese Witherspoon und Kiefer Sutherland (Sohn von Donald Sutherland) eine willkommene Gelegenheit sich endlich einmal ins Rampenlicht stellen zu können. Das von dem mittlerweile insolventen Artur Brauner (s. BAF-Blog v. 5.8.08) nach der Wende teuer umgebaute Kino hat in den letzten Jahren schwierige Zeiten erlebt. Nachdem die CineStar Gruppe in der wenige hundert Meter entfernten Kulturbrauerei ein weiteres Multiplexkino errichtet hatte, waren die Zuschauerzahlen im Colosseum geschrumpft, obwohl es verkehrsgünstiger direkt gegenüber der S-Bahn liegt. Als zusätzliche Abspielstätte der Berlinale konnte das jetzige UCI-Kino aber zunächst gerettet werden. Dabei sind die Probleme oft hausgemacht. Liebloses Entrée, geschlossene Bars und verrammelte Aufgänge und Eingangstüren widersprechen einer angenehmen Wohlfühlatmosphäre. Andere Kinos gehen damit geschickter um und schaffen einen Ort zum Verweilen. Zwar gibt es genügend Cafés und Restaurants im nahen Umfeld des Colosseums, aber im Foyer selbst herrscht nur Öde, wo wenig Begeisterung zum Bleiben aufkommt. Vielleicht sollte man eines der kleineren Schachtelkinos zur Disco ausbauen und ein anderes zur Videothek, damit mehr Abwechslung geboten wird. Die naheliegende Kulturbrauerei exerziert das erfolgreich vor, um gerade die jüngeren Zuschauer auf längere Zeit an ein Objekt zu binden. Vielleicht müssen zukünftig die Kinocenter mehr soziale Angebote bieten und auch abwechslungsreiche Jugendarbeit leisten. Die kommunalen Kinos auf dem Lande tun dies bereits. Die UCI-Kinowelt tut sich damit schwer und lässt auch den Berliner ZooPalast ziemlich verkommen. Mit dem neuen Animationsspaß Monsters vs. Aliens werden auf jeden Fall wieder mehr Kinder und Jugendliche angesprochen und ins Kino gelockt, dagegen kaum älteres Publikum. Die dreidimensionale Science-Fiction-Komödie aus der Dreamworks-Schmiede, die mit "Shrek" und "Kung Fu Panda" immerhin Unterhaltungsstandards setzte, versucht Monster-Movies und Alien-Invasionsfilme zu einem rasanten geschnittenen Slapstick-Mix auf turbulente Art zu verbinden. Eine große Anzahl an Filmzitaten soll dabei die Klammer bilden, was nicht immer überzeugend wirkt. Monsters vs. Aliens Trickfilm - USA 2009 Verleih: Paramount / Dreamworks Start: 02.04.2009 CineStar IMAX-3D Just an ihrem Hochzeitstag trifft ein Meteor voller Weltraumschleim das vormals ganz normale kalifornische Mädchen Susan, dass sich daraufhin in die 15 Meter große Gigantika verwandelt. Sogleich sperrt sie das Militär in ein geheimes Regierungsgelände - wo bereits andere Monster eingepfercht sind: Insektenkopf Dr. Kakerlake, Fischaffe Missing Link, Glibbermasse B.O.B. und der riesige Insektosaurus. Doch als Aliens landen, sind sie Amerikas letzte Hoffnung zur Rettung der Erde.Technisch zeigt der Film jederzeit das derzeit Mögliche, ohne aber zu viel Wert auf störenden optischen Realismus zu legen. Vor allem in der 3D-Fassung kommen die Zuschauer zudem in den vollen Genuss der reichlich vorhandenen visuellen Spielereien, die sich aber darin auch erschöpfen. Wirkliche Innovationen erwarten den Zuschauer diesbezüglich nicht. Ganz fürchterlich misslungen ist aber die deutsche Synchronisation. Da der Film außerdem keine richtige Handlung aufweist, sondern nur aus einer Aneinanderreihung von nicht immer gelungenen Gags besteht, lohnt sich außer für die ganz Kleinen der Kinobesuch nicht. Man sollte noch ein wenig warten bis weitere und bessere 3D-Filme kommen. Nachtrag vom 24. April Inzwischen entpuppt sich die 3D-Version beim Publikum als Erfolg und beschert nach Aussage der des Branchenblattes Filmecho | Filmwoche der UCI-Kinowelt deutlich mehr Einnahmen. Die Kinokarte für die 3D-Version ist aber auch erheblich teurer als für die Normalvorstellung. Wir haben den oben stehenden Text aus diesem Grund aktualisiert und die Umrüstung der UCI-Kinowelt auf die Real-3D Technik im Text berücksichtigt. Infos und Trailer unter Filmstarts.de ---------------------- 3-D-Animation "UP" eröffnet Cannes-Festival In den USA startete der DreamWorks Film bereits am 27. März in den IMAX 3D-Kinos, denn auch die Disney/Pixar Studios folgen mit der neuen Animation („UP“) bereits acht Wochen später am 29. Mai in den USA. Da will man der Konkurrenz voraus sein. Doch Disney hat noch einen Trumpf in petto. Die Pixar 3-D-Animation eröffnet das Filmfestival von Cannes, das vom 13.-24. Mai 2009 stattfindet. Es ist das erste Mal, dass das Festival mit einem Zeichentrickfilm beginnt. Die Erwartungen sind deshalb besonders hoch. Seitdem Walt Disney die Pixar Studios übernommen hat, erscheint jedes Jahr ein neuer Erfolgsfilm. Cars, Ratatouille und zuletzt Wall-E begeisterten millionen Zuschauer. Bei uns wird der Film unter dem Titel „OBEN“ allerdings erst am 24. September 09 anlaufen und nur in ausgewählten Kinos als dreidimensionaler Film zu sehen sein. Es dürfte dennoch witzig sein, all die Ehrengäste des Cannes-Festivals mit 3-D-Shutterbrillen in Kinosesseln sitzen zu sehen. Aber auch eine konventionelle Projektion dürfte gewaltigen Spaß auf allerhöchstem Niveau zeigen, so wie man es von Pixar her kennt. Und im Gegensatz zum oben genannten DreamWorks Film wird eine richtige Story erzählt. ![]() Oben (Up) Trickfilm - USA Verleih: Walt Disney Start: 24.09.2009 (29. May USA) Disney/Pixar Studios Carl Fredericksen hat zeit seines Lebens mit seiner Frau davon geträumt, die Welt zu bereisen, Abenteuer zu erleben und in Südamerika die Paradise Falls zu besuchen. Immer ist etwas dazwischen gekommen. Nach dem Tod seiner Frau will der 78-Jährige die Pläne endlich in die Tat umsetzen. Doch plant er nicht sich von seinem geliebten Häuschen zu trennen, sondern erhebt sich mit ihm, an zahllosen Ballons aufgehängt, in die Lüfte. Dabei kommt ihm aber ein kleiner Junge in die Quere. Der hartnäckige Pfadfinder Russell hatte sich auf der ungeschützten Terrasse des Hauses verborgen und droht nun abzustürzen.Mehr Infos und Trailer unter: Kino.de Dienstag, 31. März 2009US-Rap-Star will Saints-Row-Film produzieren (update)Letzten Donnerstag lief in den Berliner Kinos der RAP-Film Notorious B.I.G. an, eine Geschichte nach einer wahren Begebenheit über den gleichnamigen US-Rapper der 90er Jahre. The Notorious B.I.G. (eigentlich Christopher Wallace), der auch als Biggie, Biggie Smalls und Frank White bekannt war, verstarb am † 9. März 1997 in Los Angeles, Kalifornien nach einem Mordanschlag aus einem fahrenden Wagen heraus. Auslöser war ein Konflikt zwischen Rappern der amerikanischen East-Coast und jenen der West-Coast rund um L.A., wo Dr. Dre und Snoop Doggy Dogg mit Death Row Records die Szene beherrschten. Kurz zuvor hatte Biggie in New York bei Puff Daddys Bad Boy Records noch sein Doppelalbum Life After Death aufgenommen, das nach seinem Tod eines der meist verkauften Hip-Hop-Alben werden sollte. Nach Gus van Sants im Februar angelaufenem Meisterwerk „MILK“ über den ermordeten ersten schwulen Bürgerrechtler der USA, der sich auch als Bürgermeister von San Francisco hat aufstellen lassen, ist mit Notorious B.I.G. ebenfalls ein mitreißender Film über eine Szene-Legende entstanden, die erst nach ihrem Tod richtig berühmt geworden ist. Sogar Jahre nach der Ermordung Biggies erscheinen noch immer Stücke mit seinen Texten und denen anderer Gangsta-Rap-Stars wie z. B. von 50 Cent, der jetzt einen Saints-Row-Film produzieren will. Der US-Rapper 50 Cent könnte einem Saints-Row-Film Glaubwürdigkeit verleihen. Nur wenige Computerspiele wurden bisher richtig erfolgreich als Film umgesetzt. Dazu gehört mit Abstand die Tomb Raider Serie mit Angelina Jolie alias Lara Croft als schießwütige Archäologin. Nun hat auch der US-Rapper Curtis James Jackson III, besser bekannt als 50 Cent, Filmpläne. Während einer Telefonkonferenz mit GamePro.de zu seinem neuen Spiel 50 Cent: "Blood on the Sand" kündigte er an, dass er gerne THQs Spieleserie Saints Row des Entwicklerteams Volition als Kinofilm umsetzen möchte: »Wegen meiner Geschäftsbeziehungen zu THQ bin ich der Richtige für Saints Row ein Drehbuch zu entwickeln und letztlich ein Filmprojekt anzuleiern. Ich besorge derzeit die Optionen an den Rechten. Deswegen werde ich zuerst damit beschäftigen, anstatt meine eigenen Spiele als Film umzusetzen;« verriet er dem Verlag IDG Communications Media AG, bei dem auch die Zeitschriften PC-Welt, Game Star, tec-Channel und Computerwoche erscheinen.In Saints Row I+II wird der Spieler des Ego-Shooters in First Person Manier in eine fiktive US-Metropole Stilwater geschickt - Bandenkriege, maßlose Gewalt und abgedrehter Humor inklusive. Ähnlich wie dem erfolgreichen GTA 4 kann der Spieler Autos oder Boote, Trucks oder Motorräder kapern. Jedes herumstehende Vehikel läßt sich fahren, um seinen Feinde hinterherzujagen und die Aufträge zu erfüllen. Das Ganze klingt ein wenig nach einem Actionfilm à la James Bond. 50 Cent alias Curtis James Jackson III hat sich schon in der Vergangenheit als geschäftstüchtig erwiesen. Neben seiner Arbeit als Rapper (zum Beispiel die Single Candy Shop) bringt er auch erfolgreich Klamotten, Klingeltöne, Bücher und Videospiele an den Mann. Das Spiel 50 Cent: "Blood on the Sand" ist gerade in den USA und in Europa (nicht in Deutschland) erschienen. Saints-Row-Publisher THQ vertreibt das Spiel. Als Schauspieler konnte man 50 Cent zuletzt in Kurzer Prozess – Righteous Kill mit Robert de Niro und Al Pacino sehen. Saints Row wäre sein Debüt als Produzent eines Kinofilms. Ob er vielleicht auch als Schauspieler mitwirken möchte, ist bislang nicht bekannt. Allerdings würde er sicherlich glaubwürdig in eine Handlung rund um Gangkriege reinpassen. Bei den Berliner Hip-Hop Freunden dürfte diese Nachricht Begeisterung auslösen. Obwohl die Stadt besonders für ihren elektronischen-technoiden und minimalen Sound weltweit bekannt geworden ist, hat sie in manchen Bezirken mit hohem Migranten Anteil eine hartgesottene Rap-Fan Gemeinde. Nicht umsonst können sich mit Kiss FM und Jam-FM sogar gleich zwei Rundfunstationen in der Stadt behaupten, die ihren Fokus auf diese Musik gelegt haben. Nach dem der Hype um die Love-Parade in Berlin verflogen ist und die Parade wegen Missmanagement der Veranstalter ins Ruhrgebiet, an den Mc-Fit Sportclubinhaber verkauft wurde, hat Berlin nur noch wenige Sendungen mit elektronischer Musik im Radio zu bieten. Da gleicht die Stadt ein wenig Chicago, der ehemaligen Techno Hochburg, in der seit der Autokrise der Rap-Gesang das Wirtschaftsdilemma anprangert. In der Berliner Clubwelt, unter der reiferen Jugend, sieht es zum Wochende in unserer Stadt allerdings ganz anders aus. Während in Chicago fast jegliches kulturelle Leben ausgestorben scheint, wird das Nachtleben Berlins wie eh und je von hunderten DJs bestimmt, die sich hier niedergelassen haben und einen großen Poduzentenpool bilden. Ständig entstehen neue Clubs, während andere wieder schließen. Manchmal kommt es allerdings auch in dieser Musik-Szene zu Exzessen. Davon erzählt der Film Berlin Calling, mit DJ und Hauptdarsteller Paul Kalkbrenner sowie Corinna Harfouch, der bereits im letzten Jahr erfolgreich beim 61. Internationalen Film Festival Locarno uraufgeführt wurde und die ganze Piazza Grande im Anschluss durch ein tolles DJ-Set zum Tanzen brachte. Der Film ist übrigens auch für die LOLA der Deutschen Filmakademie nominiert. Der Deutsche Filmpreis wird am 24. April in Berlin verliehen. (Update vom 15. April 09) Auf den Erfolgszug der Rapverfilmungen will jetzt auch der deutsche Produzent Bernd Eichinger (Das Parfum, Der Baader Meinhof Komplex uvm.) aufspringen. Zusammen mit Regisseur Uli Edel (Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo) plant er die Autobiografie des 31 jährigen Bushido, dem deutsch-tunesischen Rapper und Songschreiber aus Berlin, zu verfilmen. Die Dreharbeiten sollen noch diesen Sommer beginnen. Der Film soll so radikal und provokativ werden wie Bushidos Musik. Bushidos ehemaliges Berliner Plattenlabel Aggro Berlin, der Konkurrenten Sido und Fler, hat mittlerweile sein Aus verkündet. Es gab nicht genügend neue gute Talente um überleben zu können. Mittwoch, 18. März 2009ZDF - Lieber ohne Koch als ohne Brender (update)Der ZDF-Chefredakteur soll geschasst werden. Die geplante Vertragsverlängerung Nikolaus Brender wird immer mehr zum Politikum. Manche werden die Diskussion um die Wiederwahl des ZDF-Nachrichtenchefs Brender verfolgt haben. Wer nicht, erhält eine Einführung hier und hier. Das traurige ist, dass eine Quantitätsdiskussion statt einer Qualitätsdiskussion geführt wird. Roland Koch versucht, das ZDF zu seiner Beute zu machen und fügt so insgesamt dem Rundfunkwesen Schaden zu. Allen Bürgern werden Rundfunkgebühren abgepresst, doch wenn es um Entscheidungen geht, müssen die Gebührenzahler leider draußen bleiben. Was spräche dagegen, die Verwaltungsräte von allen Gebührenzahlern wählen zu lassen? Die öffentlich-rechtlichen Sender leiden an einem Demokratiedefizit, solange diejenigen, die bezahlen müssen, nicht entscheiden dürfen. Wenn Koch einen eigenen Parteisender will, dann soll er ihn auch selber bezahlen. Die Union hat sich -zurecht- für private Rundfunk- und Fernsehstationen stark gemacht. Mit welchen Mitteln da hinter den Kulissen insbesondere von Kirch gearbeitet wurde, war zwar unappetitlich, aber die Zielrichtung war richtig. Wie kann ich dann jetzt darüber jammern wollen, dass die privaten Nachrichten (RTL) erfolgreicher sind, als diejenigen des ZDF? Stand das im Rundfunkstaatsvertrag à la Koch? RTL ja, aber die Nachrichten dürfen keinesfalls erfolgreicher sein, als die vom ZDF? Eine verdammt naive Betrachtungsweise. Nicht mal Koch selbst dürfte an dieses vorgeschobene Argument glauben. Und dann hat Koch auch noch die falschen Zahlen. Tatsächlich schauen mehr Menschen "heute" als RTL-Aktuell. Genaueres zu den falschen Zahlen finden Sie hier. Der Einsatz falscher Zahlen disqualifiziert Roland Koch als Verwaltungsrat des ZDF. Wer hat diesen Bock zum Gärtner gemacht? ------------- Nachtrag zum obigen Atikel vom 13.3.09 Betreff: Unterschriftensammlung in Sachen öffentlich-rechtliche Anstalten, Quoten und CDU-Einmischung. ![]() Sogar die hessische CDU-Basis begehrte beim Parteitag gegen Koch auf, schrieb die Welt am 15.3.09 und der Tagesspiegel sinniert am gleichen Tag in einem langen Artikel, warum Brender so umstritten ist und als SPD-Mann gilt, obwohl er in der Jungen Union war? Intendant Markus Schächter hält allerdings tapfer an Brender fest, muss aber eine Niederlage im Gremium fürchten. Deshalb soll der ZDF-Verwaltungsrat erst einmal diskutieren, bevor wieder das Personenroulette in Gang gesetzt wird und die entsprechenden Redakteure geschasst werden. Erst am 27. März wird über eine Vertragsverlängerung für den Chefredakteur entscheiden, solange wurde zunächst die Entscheidung vertagt. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Beck rechnet sogar mit einer Entscheidung über den ZDF-Chefredakteur erst nach der Bundestagswahl am 27. September schreibt der Fokus am 14.3.09. So bleibt noch etwas Zeit das Vorhaben mit einer Unterschriftenliste möglicherweise zu beeinflussen. 2118 Unterschriften sind es bereits und es wäre schön, wenn Ihr Leser dieser Zeilen davon weitererzählt und den Link zur Unterschrift an Eure Kontakte weiterleitet. www.brender-muss-bleiben.de
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