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65. Jubiläumsausgabe des Internationalen Film Festivals in San Sebastián

Wim Wenders' "Submergence" zur Eröffnung in San Sebastián.

Mit der Europapremiere von Wim Wenders' Romanverfilmung "Submergence" eröffnet am 22. September 2017 die 65. Ausgabe des San Sebastián Film Festivals am Atlantik. Wenders wird den Film, der in San Sebastián am Wettbewerb um die Goldene Muschel teilnimmt, vor Ort zusammen mit Hauptdarstellerin Alicia Vikander persönlich vorstellen. Der Film feierte erst wenige Tage zuvor in Toronto seine Weltpremiere und wird von Warner Bros. Pictures Germany am 11. Januar 2018 in den deutschen Kinos gestartet.

Für den 1945 in Düsseldorf geborenen, aber derzeit in Berlin-Mitte lebenden Filmemacher ist das baskische Filmfestival absolut kein Neuland. 2002 fungiert Wenders dort als Juryvorsitzender und war im Laufe der Jahre mit einigen Filmen dort vertreten: 1984 mit seinem Goldener-Löwen-Gewinner "Paris, Texas", 2011 in der Sektion Zabaltegi Pearls mit "Pina" und 2014 mit "Salz der Erde", der dort den Publikumspreis gewann.

Traditionell beschloss früher das kleinste der A-Filmfestivals die jährliche Festival-Saison in Europa. Es findet diesmal vom 22.-30. September 2017 statt. Mittlerweile wurden aber zahlreiche, weitere Filmfestivals gegründet, die alle versuchen, mit Welt- oder Europapremieren hohe Aufmerksamkeit zu erregen. Dazu gehört auch das oft als »Shooting Star« genannte Zurich Film Festival mit seiner 13. Ausgabe, das noch vor der Preisverleihung von San Sebastián am 28. September 2017 im schweizerischen Zürich startet, aber immerhin mit San Sebastián bei der kostspieligen Anreise ausländischer Stars kooperiert und auch manche Filme in der Zweitauswertung übernimmt.

Das hohe Niveau des Internationalen Filmfestivals von San Sebastián mit seinen oft nachvollziehbaren Entscheidungen der meist großartig besetzten Jury, bescheren dem Festival im spanischen Baskenland aber weiterhin viel Anerkennung und tragen viel zum Gelingen der Veranstaltung bei. Zudem war die Region Donostia San Sebastián im letzten Jahr neben der Stadt Breslau in Polen (polnisch: Wrocław) als zweite europäische Kulturhauptstadt ausgewählt worden.

In der offiziellen Selektion von san Sebastián werden 25 neue Werke gezeigt. Darunter der in Berlin gedrehte Film "Beyond Words" von Urszula Antoniak, eine niederländisch-polnische Koproduktion von Opusfilm / Warschau.

Seine Weltpremiere hatte der Film gerade beim tiff Festival in Toronto. Seine polnische Premiere findet morgen, den 22. September 2017 beim 42. Gdynia Film Festival statt. In San Sebastián läuft der Film ab 27.09.2017 an fünf Tagen in Folge. Hier der Trailer:

Synopsis:

Es geht um einen jungen Mann, der nach dem Tod seiner Mutter von Polen emigrierte und sich mit seinem besten Freund in Berlins hipper Restaurant-Szene umtreibt. Nur mit seinem polnischen Akzent hadert er, bis plötzlich ein zerlumpter Mann auftaucht, der sich als sein Vater ausgibt.

Eine weitere deutsch-polnische Koproduktion, an der auch noch Frankreich beteiligt ist, inszenierte Robert Schwentke ["Tattoo" (2002), "Eierdiebe" (2003), "Flightplan" mit Jody Foster (2005)]. Sein ebenfalls in schwarz-weiß gedrehter Film "Der Hauptmann - The Captain" spielt im zweiten Weltkrieg und handelt von einem zerlumpten, ausgehungerten 19-Jährigen, der die Uniform eines Offiziers stielt und sich einer Gruppe Deserteure anschließt, um so im untergehenden Nazi-Deutschland verdeckt zu stehlen und weiter morden zu können.

Eine Übersicht über alle Wettbewerbsfilme gibt es hier. Drei Filme laufen außer Konkurrenz und vier Werke werden als Special Screenings präsentiert. Neben dem Film von Wim Wenders, der als deutsch-französisch-spanische Koproduktion am Wettbewerb um die »Goldene Muschel« teilnimmt, wird auch Barbara Alberts "Licht" im Wettbewerb gezeigt. In der Koproduktion von Österreich und Deutschland geht es um ein 18-jähriges blindes Wunderkind, das im Jahre 1777 als große Pianistin der Wiener Gesellschaft bekannt wurde. Hier der Trailer:

Synopsis:

Nach zahllosen medizinischen Fehlbehandlungen wird sie von ihren ehrgeizigen Eltern dem wegen seiner neuartigen Methoden umstrittenen Arzt Franz Anton Mesmer anvertraut. Langsam beginnt Resi in dem offenen Haus der Mesmers, zwischen Rokoko und Aufklärung, im Kreise wundersamer Patienten und dem Stubenmädchen Agnes, das erste Mal in ihrem Leben Freiheit zu spüren. Als Resi in Folge der Behandlung erste Bilder wahrzunehmen beginnt, bemerkt sie mit Schrecken, dass ihre musikalische Virtuosität verloren geht...

Insgesamt 17 Filmtitel konkurrieren in diesem Jahr in der Sektion Pearls (Perlen der Filmkunst) des Filmfestivals in San Sebastian um den City of Donostia / San Sebastian Audience Award. Darunter sind zahlreiche Werke, die erst kürzlich auf anderen großen Filmfestivals wie Cannes oder Venedig ihre Premiere hatten.

Aktuell in die Sektion Pearls wurden u.a. eingeladen: Michael Hanekes "Happy End", Janus Metz' "Borg/McEnroe", Xavier Legrands "Jusqu'a la garde", Robert Guédiguians "La Villa", Darren Aronofskys "mother!", Hirokazu Koreedas "Sando-me no satsujin", Sean Bakers "The Florida Project", Paolo Virzis "The Leisure Seeker", Martin McDonaghs "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" und Lynne Ramsays "You were never really here".

Alle San-Sebastián-Pearls des Jahrgangs 2017 hier im Überblick. Gezeigt wird auch die Sundance Premiere "Call me by Your Name" von Luca Guadagnino, die nicht nur auf der Berlinale für Überraschung im Panorama sorgte, sondern auch beim soeben zu Ende gegangenen TIFF Filmfestival im kanadischen Toronto für Begeisterungsstürme sorgte.

Weitere Informationen zum San Sebastian Film Festival unter: www.sansebastianfilmfestival.com

Quellen: San Sebastián | Blickpunkt:Film

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