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Von der 2K zur 4K Kino-Projektion

Immer wieder werden wir auf die relativ schlechte Projektionsqualität von Videofilmen über Beamer in den Kinos angesprochen, denn nur wenige Kinos können sich eine HD-Projektion leisten. Wie bereits bei Fernsehbildern üblich, wird auch bei der digitalen Filmprojektion die Bildauflösung über die Auflösung definiert. „2K“ oder „4K“ ist dabei der allgemein gebräuchliche Terminus der die Qualität eines vertikalen Filmbildes beschreibt.

Ein Fernsehbild setzt sich aus lauter horizontalen Linen zusammen die in schneller, für das Auge unsichtbarer Folge, nach einander zu einem gesamten Bild aufgebaut werden. Die Anzahl der vertikalen Linien entscheiden dabei über die Qualität des Bildes Je mehr Zeilen desto schärfer wird das Bild. Allerdings setzt sich beim PAL Signal - und nicht nur hier - sondern auch bei der Filmprojektion ein gesamt Bild meist aus zwei Einzelbildern zusammen. Bei der progressiven Abtastung eines Bildes dagegen - und das trifft besonders bei hoch auflösenden Filmen zu - kann ein Bild mittels Beamer auch ohne Zeilensprung auf einen Schlag dargestellt werden, was das Flimmern des Filmbildes reduziert. Dazu bedarf es aber mehr technischen Aufwandes, damit das Bild z.B. bei Schwenks immer noch ruhig wirkt und nicht plötzlich ruckartige Bewegungen entstehen. Bei manch schlechter Digitalübertragung der letzten Fußballweltmeisterschaft war dies oft zu beobachten wenn die Schwenks ruckelten. Auch DVDs mit minder Qualität können diesen hässlichen Effekt manchmal aufweisen. Das alles soll bei der HD-DVD und bei der ebenfalls hoch auflösenden Blu-ray Disk bereits im Vorfeld ihrer Entstehungsgeschichte berücksichtigt worden sein, damit die neuen Systeme beim Zuschauer einen positiven herausragenden Eindruck hinterlassen und sich beim Käufer letztendlich durchsetzen.

Ähnliche Überlegungen stellte man bei der Digital Cinema Initiative (DCI) an, um keinen Misserfolg bei der Ablösung der Filmprojektion durch das Digitalkino zu erlangen. Zwar gibt es diverse Kinos die bereits von der DVD auf kleinere Leinwände ihre Filme projizieren, doch um auf größeren Leinwänden noch ein gutes Filmbild dem Zuschauer bieten zu können, bedarf es mehr. Nur wenige Kinos sind mit entsprechenden hochwertigen Projektoren ausgerüstet. Die Zuspielung erfolgte dabei bisher auch nicht von der DVD, sondern musste auf mehreren Festplatten angeliefert werden, oder zeitaufwendig von speziellen Discs auf die Festplatten des Kinosystems übertragen werden. Zukünftig sollte aber Zeit und Geld gespart werden, indem man die Arbeitsabläufe vereinfacht. Keine Filmrolle soll mehr gewechselt werden müssen. Auch der Wechsel von Festplatten soll langfristig entfallen, indem die Filme mittels verschlüsseltem Signal direkt vom Satellit auf die Kinos übertragen werden. Womöglich geschieht das sogar länderübergreifend. Zeitgleich könnte auch der Verkauf von DVDs erfolgen, so dass Raubkopierer keine Zeit und kein Interesse mehr haben, illegale Veröffentlichungen vorab ins Internet zu stellen.

Das Problem des Digitalkinos bestand bisher aber darin, dass die Auflösung einer „2K“ Projektion bei weitem nicht die Qualität einer 35mm Filmkopie erreichte. Allemal mit einem 16mm Film konnte eine relativ gute Projektion mithalten. Die Umrüstung auf die sehr viel teurere „4K“ Projektion wollten und konnten sich die Kinos aber bisher meist nicht leisten. Inzwischen haben - laut einer Meldung der Financial Times vor einiger Zeit - sich die großen Verleihgesellschaften bereit erklärt an den Kosten der Umrüstung zu beteiligen. In Deutschland wird womöglich sogar die die noch bessere „5K“ Technik eingeführt. Was man darunter versteht soll hier kurz erläutert werden.

Im Digital Cinema von „4K“ mit einem Breitbild von 2.39:1 Seitenverhältnis („scope“) ergibt sich demnach eine Auflösung von 4096 x 1714 Pixel pro Filmbild. Das sind mehr als sieben Millionen Pixel pro Bild. Besitzer einer Digitalspiegelreflexkamera neuerer Bauart kennen ein Problem, das bei noch höherer Auflösung z.B. von zehn Millionen Pixeln entstehen kann. Das Farbrauschen nimmt evtl. unangenehm zu. Bei einem Seitenverhältnis eines üblichen Kinofilms von 1.85:1 („flat“) ergeben sich schon 3996 x 2160 Pixel. Das sind bereits mehr als 8,5 Millionen Pixel pro Filmbild. Bei einem 4:3 Seitenverhältnis wie es bei einem 16mm Film üblich ist, wären es sogar noch mehr Pixel. Das entspricht fast dem Still Bild heutiger Spiegelreflexkameras, die mittlerweile durchaus mit den analogen 35mm Kameras mithalten können. Somit kann man bei einem bewegten Filmbild von „4K“ ebenfalls von ordentlicher bis sehr guter Qualität sprechen. Zum Vergleich beinhaltet eine „2K“ DLP Cinema™ Projektion im Breitbildformat („scope“) nur etwa 1,7 Millionen Pixel (2048 x 858 pixel). Und das Normalbild mit 1.85:1 („flat“) Seitenverhältnis hat auch nur ca. 2,1 Millionen Pixel (1998 x 1080 pixel). Das ist kaum mehr als heutige Handys als Fotoauflösung bieten. Außerdem soll es den Kinos erlaubt werden, direkt von der HD-DVD oder von der Blu-ray Disc abzuspielen. Zeitraubendes Umspielen auf Harddisc-Drives könnte bei entsprechender Verschlüsselung der Medien, zur Verhinderung von Raubkopien, entfallen. Allerdings genügt die Blu-ray Disc noch nicht ganz den Anforderungen an eine 4K Projektion. Erst Nachfolgesysteme mit noch höherer Auflösung werden die geforderte Pixelanzahl für eine Großbildleinwand erreichen.

Über kurz oder lang wird Filmmaterial aus den Kinos und auch bei der Aufnahme verschwinden. Das ist teilweise schade, denn der Gradationsumfang moderner Filmmaterialien ist immer noch höher als die von Digitalgeräten. Bisher konnte auch eine Sony CineAlta noch nicht mithalten, auch wenn sie sündhaft teuer ist und quasi das non plus ultra unter den Videokameras darstellt. Wir berichteten jedoch kürzlich (am 29. April 08), dass die neue CineAlta, die auf der NAB vorgestellt wurde einen Full HD Sensor enthält und damit eine deutlich bessere Auflösung bietet. In besonderen Regionen, unter extremen klimatischen Bedingungen ist Videomaterial aber dennoch kaum zu gebrauchen. Bei Feuchtigkeit bleibt es evtl. an der Kopftrommel kleben oder die Akkus versagen bei extremer Kälte. Deshalb schwören nach wie vor einige Expeditionen auf mechanisch zuverlässige Kameras womöglich mit Federantrieb und einem Greifarm, der das perforierte Filmbild sicher vorwärts transportiert. Mag sein, dass zukünftig stromsparende Kameras mit Aufnahmemöglichkeit auf störunanfälligen Speicherkarten oder Discs, statt auf empfindlichem Magnetband die Alternative sind. Die digitale Welt wird Mittel und Wege finden, sich überall durchzusetzen.


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