Bauer & Bolex: Rückkehr der legendären Schmalfilmfirmen im digitalen Zeitalter.
Sie sieht aus wie eine Super 8-mm-Filmkamera aus den 70er Jahren, aber in ihrem Inneren befindet sich modernste Technik. Die Digital Bolex aus der Schweiz nimmt Videos mit 2K unkomprimiert auf und soll dennoch nur 2.500 US-Dollar kosten, schreibt Golem hier.
Die Kamera zeichnet Videos mit maximal 2.048 x 1.152 Pixeln auf und speichert sie im Format Adobe Cinema DNG mit 12 Bit Farbtiefe. Ein Rohdatenframe ist 2 bis 3 MByte groß. Der Sensor der Kamera stammt von Kodak und misst 12,85 x 9,64 mm. Er entspricht damit ungefähr dem Format Super 16 mm. Andere Firmen, wie Canon, Sony oder Panasonic setzen dagegen auf einen noch größeren Super-35mm-Sensor. Allerdings liegen deren Digitalcameras preislich mit 5.000 bis 15.000 EUR in einem deutlich gehobeneren Sektor, der mehr die Profis anspricht.
Verstecken braucht sich die Bolex D16 dennoch nicht. Immerhin verfügt sie über einen Wechselobjektivanschluß, sodass auch Fremdobjektive benutzt werden können. Als Standardbajonett wird der C-Mount eingesetzt, optional sind aber auch Bajonette für Arri PL, Canon EF und B4 erhältlich. Die Kamera wiegt ungefähr 2,5 kg und wird über einen internen oder externe Akkus mit Strom versorgt.
Die Framerate reicht bis zu 32 Bildern pro Sekunde bei 2K und 60 Bildern pro Sekunde bei 720p. Der Ton wird zweikanalig mit 16 Bit und 48 kHz aufgenommen und über XLR-Eingänge eingespeist. Die Aufnahmekontrolle erfolgt über ein 2,4 Zoll großes - auf der Oberseite aufklappbares - Display mit 320 x 240 Bildpunkten oder über einen Videoausgang über ein separates Display. Ein HD-SDI-Ausgang ist nur gegen Aufpreis vorhanden, wobei die Daten auf zwei Compactflash-Karten gespeichert werden. Die Datenpufferung erfolgt über eine SSD.
Die Schweizer Firma Paillard Bolex hat sich seit den 30er bis Ende der 60er Jahre dem klassischen 8mm und 16mm Schmalfilm gewidmet und ist wegen der schweizer Präzision bis heute bei vielen Schmalfilmfreunden in guter Erinnerung geblieben. Tatsächlich gibt es immer noch Ersatzteile bei Kinobauer.de für Projektoren von Bauer und Bolex, die nach wie vor von Schmalfilmanhängern gern benutzt werden. Auch Ritterfilm.de übernimmt noch die Reparaturen und Wartung für alle Filmkameras & Projektoren Beaulieu, Bauer, Eumig u.a..
Einer der bekanntesten Projektoren war der BOLEX SM8, ein Super 8mm Schmalfilmprojektor für Tonfilm. Die englische Seite bolexcollector.com hat eine wunderbare historische Zusammenstellung der Bolexgeräte aufgelistet. Fabrikneue Tonköpfe führt dafür noch das Bolex Ersatzteillager unter: www.wittner-cinetec.com
Mehr Informationen zur Digitalbolex unter nachfolgendem Link: www.digitalbolex.com
Profis setzen auf P2, SxS und neues XQD-Speicherformat
Die Vorstellung eines neuen Speicherkartenformats kündigte die Compactflash Association auf der Camera & Photo Imagin Show im japanischen Yokohama an, die vom 9.-12. Februar 2012 stattfand, und neben der alle zwei Jahre stattfindenden Photokina in Köln (18.09.-23.09.2012) eine der bedeutendsten Messen für Neuheiten im Bereich Fotografie, Imaging und Video ist.
Die bereits schon seit Längerem angekündigte eXtended Capacity Spezifikation der neuen SDXC-Karten, dem Nachfolger der allgemein bekannten SD-Cards und der verbesserten SDHC-Cards sieht Kapazitäten von 2TB mit Übertragungsgeschwindigkeiten von 300 MB/s vor. Für Profis ist das noch lange nicht ausreichend.
In Broadcast-Systemen kommen deshalb u.a. die großen Panasonic P2-Speichermedien, eine Kurzform für Professional Plug-In, sowie die etwas kompakteren neuen SxS Karten (S by S gesprochen) von Sony zum Einsatz, die seit geraumer Zeit für den neuen Express-Card-Slot angeboten werden. Die P2-Karte ist dagegen im Wesentlichen ein RAID von Secure Digital (SD) Speicherkarten in einer fest verpackten Druckguss-Gehäuse für den ein PC-Card (PCMCIA)-Slot, der mittlerweile nur noch in älteren Laptops vorhanden ist, sodass mittlerweile ein spezielles, externes Lesegerät erforderlich ist.
Doch es gibt andere Kamerasysteme, die lieber auf die noch kompakteren CF-Karten setzten. Die Firma RED gehört z.B. dazu, wie wir in dem nachfolgenden Video von WonderHowTo zeigen, einem Rental-Portal für Indie-Filmer.
Neuer XQD-Karten-Standard
Der Compact-Flash-Standard hat bald ausgedient und soll durch noch schnellere XQD-Speicherkarten ersetzt werden, die zukünftig Übertragungen bis zu 5 GBit/s ermöglichen. Das neue Speicherkartenformat der Compactflash Association - unterstützt von Sandisk, Nikon, Sony und auch Canon - nutzt PCI Express als Schnittstelle. Die XQD-Karten messen 38,5 x 29,8 x 3,8 mm und sind damit etwas kleiner, aber dicker als Compactflash-Karten vom Typ 1. Um die beiden Kartentypen zu unterscheiden, bekam das neue Format einen neuen Namen und ein neues Logo. Erste XQD-Karten sollen auf der Messe CP+ 2012 vom 9. bis 12. Februar in Yokohama (Japan) gezeigt werden. Mitglieder der Compactflash Association sollen XQD ab Anfang 2012 lizenzieren können.
In Deutschland wird man erste Produkte vielleicht schon auf der CeBIT-Messe in Hannover sehen können, die vom 06. bis 10. März 2012 stattfindet oder spätestens auf der oben genannten Photokina oder der Cinec in München. Letztere ist eine der wichtigsten Fachmessen für Cine Equipment und Technologie und findet vom 22.-24. September 2012 zum achten Mal in München statt. Präsentiert werden neueste Technologien von der Akquisition bis zur Projektion: Kameratechnik, Camera Support/Grip, Licht, Ton, Postproduktion, Stereo 3D, Speicherung und Archivierung, Datenmanagement, Lösungen für effizienten Workflow, Ausstattung, Zubehör und produktionsnahe Dienstleistungen. Aussteller sollten sich bereits jetzt anmelden.
Nähere Infos unter www.cinec.de
Während die optischen Medien auf der Stelle treten blüht der Markt bei den Flash-Speichern. Sony hat bereits ein passendes Lesegerät (MRW-E80) für USB 2.0 oder 3.0 angekündigt und erste XQD-Speicherkarten, die anfänglich Datentransferraten von 1 GBit/s erreichen sollen. Der Standard sieht noch deutlich größere Geschwindigkeiten vor, beschrieben werden die Karten allerdings zurzeit nur mit 125 MByte/s. Gedacht sind XQD-Karten vor allem für digitale Spiegelreflexkameras, die damit nicht nur schnelle Bildfolgen in hoher Auflösung speichern sollen, sondern auch sichere HD-Film-Aufnahmemöglichkeit mit höherer Kapazität und höherer Framerate ermöglichen. Sony verwendet dabei einen neuen Controller und optimierte Flash-Speicherchips, um größere Geschwindigkeiten zu erreichen, als dies mit Compactflash-Karten heute möglich sei. Demnächst soll zudem ein XQD-Expresscard-Adapter (QDA-EX1) folgen, der in einen Expresscard-34-Slot passt.
Ein erstes Produkt für den neuen Karten-Standard XQD hat Nikon mit der neuen Spiegelreflexkamera D4 vorgestellt. Canon bringt dagegen mit der 14.000 Euro teuren EOS C300 im Januar seine erste Videokamera mit Super-35-mm-Chip und Wechselobjektiven auf den Markt. Womöglich wird sie anfänglich nur CF-Karten unterstützen. Da Canon jedoch dem Verwaltungsrat der CFA vorsteht, möchte die Firma sicherstellen, dass sich dieses Format weiter entwickelt und auf zukünftig fortschrittliche Video-Aufnahmetechniken ermöglicht werden. Dazu hat Canon ein Zertifikat namens Video Performance Guarantee (VPG) und ein zugehöriges Logo entwickelt. Letzteres sollen Produkte tragen, die den Vorgaben entsprechen und Videoaufnahmen über mehrere Dateien und Dateisystem-Updates hinweg ermöglichen, ohne dass Frames verloren gehen. So sollen sich Aufnahmen mit hoher Bildrate Zeitlupenaufnahmen sicher speichern lassen.
Flinke CF-Karten von Lexar
Noch ist das neue XQD-Speicherformat nicht auf breiter Ebene eingeführt, sodass die Firma Lexar durchaus noch Verbesserungspotenzial bei der guten alten CF-Karte sieht und deshalb jetzt mit der Professional-1000x-CompactFlash-Serie eine Reihe von CF-Karten anbietet, die eine durchgängige Übertragungsrate von 150 Megabyte/s bieten.
Allerdings erreichen diese CF-Karten mit 1000-facher Transfergeschwindigkeit dieses hohe Tempo nur beim Lesen, die Schreibgeschwindigkeit ist geringer. Eine genaue Schreibrate gibt Lexar nicht an, garantiert aber, dass die neuen CF-Karten der VGP-20-Spezifikation entsprechen. Diese fordert eine kontinuierliche Schreibrate von mindestens 20 Megabyte/s. Die maximale Lesegeschwindigkeit wird zudem nur mit einem UDMA-7-fähigen Lesegerät erreicht, das via USB 3.0 angebunden sein muss. Vorteile bringen schnelle Speicherkarten vor allem bei der Aufnahme hochauflösender Videos sowie bei schnellen Serienbildaufnahmen.
Die Lexar Professional-1000x-CF-Karte wird in den Kapazitäten 16, 32, 64 und 128 Gigabyte angeboten. Die Preisspanne reicht von rund 170 EUR für die 16-Gigabyte-Karte bis zu ca. 900 EUR für das größte Modell. Alle Karten werden mit der Image Rescue-Software ausgeliefert, mit der sich gelöschte Bilder wiederherstellen lassen.
Auch bei den SDXC-Karten bietet Lexar Verbesserungen in der Übertragungsrate an. Die SDXC-Karten von Lexar können mittlerweile mit 90 Megabyte/s gelesen werden.